Ohne funktionierende Bremsen steht man als Radfahrer hilflos da. Aus Sicherheitsgründen sollte man immer darauf achten, dass die Bremsen in einem tadellosen Zustand sind. Insbesondere in Gefahrensituationen kann das präzise und zuverlässige Verringern der Fahrgeschwindigkeit Unfälle vermeiden.
Wenn Sie Veränderungen an der Leistung Ihrer Scheibenbremsen feststellen, ist es Zeit zu handeln. Schieben Sie die Bearbeitung zu Ihrer eigenen Sicherheit nicht auf die lange Bank. Eine nachlassende Bremswirkung kann unterschiedliche Ursachen haben. Im nachfolgenden Abschnitt erläutern wir Ihnen mögliche Gründe für diesen unerwünschten Effekt und erklären Ihnen die Lösungsansätze.
Mögliche Ursachen für nachlassende Bremsleistung
Es gibt drei potenzielle Ursachen für eine nachlassende Bremsleistung bei Scheibenbremsen: Verschmutzung, Überhitzung und Luft im System.
- Verschmutzung: Andauernde Verschmutzungen mindern die Bremskraft und beschleunigen den Verschleiß. Wer in jedem Gelände unterwegs ist und sich von Wetter und Matsch nicht abschrecken lässt, sollte sein Bike dementsprechend häufiger reinigen, um unnötige Folgekosten aufgrund gesteigerten Materialverbrauchs zu vermeiden. Bei Verschmutzung hilft eine gründliche Reinigung.
- Überhitzung: Überhitzung tritt vor allem nach längeren Abfahrten auf. Abkühlen (=abwarten) ist in diesem Fall das Mittel der Wahl. Bei zu starker und anhaltender Hitze werden Gase frei, die die bremsende Wirkung zu einem gewissen Anteil verpuffen lassen.
- Luft im System: Generell gilt: Sobald sich der Druckpunkt beim Bremsen schwammig anfühlt, sollte man die Bremsen entlüften.
Es gibt drei potenzielle Ursachen für eine nachlassende Bremsleistung bei Scheibenbremsen: Verschmutzung, Überhitzung und Luft im System.
Weitere Ursachen und Lösungen
Eine nachlassende Bremswirkung kann verschiedene Gründe haben. Hier sind einige weitere mögliche Ursachen und Lösungen:
- Verschlissene Bremsbeläge: Die Bremsbeläge sind ein klassischer Verschleißartikel am Bike und müssen immer nach einer gewissen Zeit gewechselt werden, anderenfalls kann die Bremsscheibe Schaden nehmen. Wie häufig Sie Ihre Scheibenbremsbeläge tauschen sollten, hängt von vielen Faktoren ab. Das bevorzugte Gelände, Wetter, Verschmutzungen und der individuelle Fahrstil sind zum Beispiel einige der entscheidenden Umstände, die die Lebensdauer der Bremsbeläge beeinflussen. Abgefahrene Beläge erkennen Sie zum Beispiel an einer schlechter werdenden Bremswirkung oder auch an störenden Nebengeräuschen. Spätestens jetzt sollten Sie die Dicke Ihrer Beläge überprüfen. Diese sollte 1 mm besser nicht unterschreiten.
- Verglaste Bremsbeläge: Bei verglasten Bremsbelägen ist die Bremskraft sehr deutlich vermindert, häufig tritt auch ein unangenehmes Quietschen oder Vibrieren auf. Verglaste Beläge sind sehr glatt und wirken wie poliert, im Licht lässt sich ein Schimmer erkennen. Eine Verglasung kann zum Beispiel durch mangelhaftes Einbremsen neuer Beläge entstehen. Auch ein dauerhaftes, lasches und schleifendes Bremsen kann diesen Effekt hervorrufen. Um dies zu vermeiden, sollten neue Beläge stets gut eingebremst werden. In den meisten Fällen hilft bei verglasten Belägen nur ein Austausch. Wenn nur eine leichte Verglasung vorliegt, können Sie versuchen, die oberste Schicht mit Schleifpapier abzutragen bis kein Glänzen mehr zu sehen ist.
- Schleifende Bremsen: Schleifende Bremsen sind meist auf eine unzureichende Montage zurückzuführen. Die Schrauben am Bremssattel können sich aber auch mit der Zeit durch Vibrationen lockern. Prüfen Sie alle Schraubverbindungen und korrigieren Sie das Anzugsmoment gegebenenfalls gemäß den Herstellerangaben. Ein Seitenschlag in der Scheibe kann ein punktuelles Schleifen erzeugen. Wenn Sie die Scheibe nicht selbst per Hand korrigieren können, hilft in diesem Fall nur ein Austausch.
- Fading: Der Begriff „Fading“ beschreibt im Wesentlichen den Effekt „Bremsschwund“. Gemeint ist in der Regel aber eine bestimmte Art der nachlassenden Bremswirkung, nämlich die verringerte Leistung durch starkes Überhitzen/Dauerbremsen. Bei zu starker und anhaltender Hitze werden Gase frei, die die bremsende Wirkung zu einem gewissen Anteil verpuffen lassen.
Entlüften der Shimano Bremse
Um den Entlüftungsvorgang zu verstehen, muss man wissen, was eine hydraulische Scheibenbremse überhaupt ist und wie sie funktioniert. Hydraulische Scheibenbremsen arbeiten mit einem geschlossenen Ölsystem. Sobald man als Fahrer den Bremshebel betätigt, überträgt sich der dabei entstandene Impuls auf einen Geberkolben. Dieser leitet den Druck verlustfrei über die Bremsflüssigkeit in der Leitung an den Bremssattel weiter.
Für eine oberflächliche Schnellentlüftung ist kein vollständiges Entlüftungskit, sondern lediglich ein Entlüftungstrichter erforderlich. Dieser ist - wie das Kit - im Handel erhältlich. Um die Shimano Bremsen zu entlüften, muss man zunächst den Bremshebel horizontal ausrichten, damit die Öffnung mit der Schraube der höchste Punkt des Systems ist. Danach muss die Schraube entfernt und der Trichter aufgesetzt werden. Anschließend wird der Trichter etwa bis zur Hälfte mit Hydrauliköl gefüllt und der Hebel unter leichtem Neigen des Fahrrads angezogen. Beim folgenden Pumpen entweicht nach und nach die überschüssige Luft aus dem System.
Etwas aufwendiger als die soeben skizzierte Schnellentlüftung ist die Komplettentlüftung. Im Handel sind verschiedene Entlüftungssets für Shimano Scheibenbremsen zu kaufen. Wer seine Shimano Bremsen entlüften möchte, sollte in der Produktbeschreibung darauf achten, dass das Set für das Bremssystem des Fahrrads ausgelegt ist. Entlüftungskits für andere Hersteller wie Magura sind untauglich, weil das darin enthaltene Hydrauliköl nicht für Shimano Scheibenbremsen geeignet ist und an den Kolbendichtungen Schaden anrichtet.
Hat man den Entlüftungsvorgang - wie beschrieben - sorgfältig durchgeführt, fühlt sich die Bremse deutlich aggressiver an. Man sollte deshalb die ersten Bremsmanöver vorsichtig angehen, um sich an die stärkere Bremsleistung zu gewöhnen.
Wenn das Entlüften nicht hilft
In einigen (seltenen) Fällen reicht es nicht aus, die Shimano Bremse zu entlüften: Der Druckpunkt ist und bleibt schwammig. Meist liegt dies an verschlissenen oder defekten Dichtungen.
Scheibenbremse quietscht oder vibriert: Mögliche Ursachen und Lösungen
Mehrere Gründe können dafür sorgen, dass sich eine Scheibenbremse akustisch bemerkbar macht. Der häufigste Grund ist Feuchtigkeit. Bei Regen oder niedrigeren Temperaturen quietscht so gut wie jede Scheibenbremse. Sollte deine Bremse auch im trockenen Zustand quietschen oder auf eine andere Art Probleme machen, liegt höchstwahrscheinlich einer der drei folgenden Fälle vor:
- Die Scheibenbremse quietscht oder vibriert am neuen (E-)Bike
- Die Scheibenbremse schleift teilweise oder dauerhaft
- Die Scheibenbremse quietscht beim Bremsen und/oder hat eine schlechte Bremsleistung
3: Die Scheibenbremse quietscht beim Bremsen und hat eine schlechte Bremsleistung
Wenn deine Bremse auch nach einem wiederholten Einbremsen quietschen oder nicht richtig bremsen sollte, solltest du die Bremsbeläge prüfen und ggf. reinigen. Es gibt grundsätzlich zwei Fälle von „Defekten“ bei Bremsbelägen.
- Fall 1: Bremsbeläge sind verglast: Das „Verglasen“ lässt sich bei Bremsbelägen an einer glänzenden, Glas-ähnlichen Oberfläche erkennen. Je nach Intensität lässt sich die Oberfläche der Beläge aber noch mit Schleifpapier anrauen und der Bremsbelag lässt sich als Notlösung weiter benutzen.
- Fall 2: Bremsbeläge (-und Scheibe!) sind kontaminiert: Bei einer Scheibenbremse reicht oft schon ein winziger Tropfen Öl oder Fett zur Kontamination. Die Bremsbeläge lassen sich leider nicht mehr weiterverwenden. Die Bremsscheibe kann in den meisten Fällen nach einer gründlichen Reinigung weiterverwendet werden.
Wichtiger Hinweis
Eine Scheibenbremse ist ein sicherheitsrelevantes Bauteil. Wer daran selbst rumschraubt, sollte wissen, was er tut und vor allem gründlich arbeiten. Ohne ausreichende Schraubererfahrung schadet es nicht, eine Fahrradwerkstatt aufzusuchen und sich Rat bei Experten zu holen.
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