Shimano SLX 1x12 Komplettgruppe im Test: Eine erschwingliche Referenz für Mountainbike-Antriebe

Die Shimano SLX Komponenten sind seit jeher für ihre Zuverlässigkeit und den erschwinglichen Preis bekannt. Es ist daher kein Wunder, dass man sie an vielen Rädern im Handel findet. Für unsere Specialized Stumpjumper EVO Aufbaustory war sie damit der perfekte Kandidat.

Montage und Einstellung der Shimano SLX Schaltung

Bevor es auf den Trail geht, muss natürlich wie immer zuerst die Schaltung montiert und eingestellt werden. Die Shimano SLX Schaltung will sich aber nicht in diese Schublade stecken lassen, obwohl dieses Unterfangen bei den günstigeren Schaltungskomponenten nicht immer ganz reibungslos verläuft. Dank I-Spec EV kann man den Schalthebel direkt an der Schelle der Bremse montieren, was für ein sehr aufgeräumtes Cockpit sorgt. Die I-Spec EV Aufnahme ermöglicht dabei einen sehr großen Einstellbereich, mit dem Fahrer mit kleinen und großen Händen gleichermaßen zufrieden sein werden.

Nachdem die Kette montiert und der Schaltzug verlegt ist, geht es an die eigentliche Einstellung des Schaltwerks. Zunächst wird die Kette auf dem kleinsten Ritzel ausgerichtet. Dazu stellt man den Endanschlag so ein, dass das Schaltröllchen in einer Flucht mit dem Ritzel ist, wenn man von oben drauf schaut. Das Gleiche machen wir beim größten Ritzel. Einmal alles durchschalten und Endanschlag Einstellen.

Für die Einstellung der Umschlingung, also den Abstand des ersten Schaltröllchens zur Kassette, hat Shimano eine Markierung am Käfig versteckt. Ist die Kette auf dem größten Ritzel muss man die Einstellschraube so lange drehen, bis die Kette den angezeigten Abstand hat. Genial! Die Einstellschrauben für die Endanschläge fand ich dennoch ein wenig fummelig. Das Einstellen der Shimano SLX Schaltung war dermaßen einfach, dass es eine wahre Freude war.

Fahrbetrieb und Schaltperformance

Während des Fahrbetriebs hat sich der Shimano SLX Antrieb bisher genau so unauffällig wie bei der Montage verhalten. Dabei durfte er im Winter vor allem viel Feuchtigkeit und Schlamm sehen. Gepaart mit dem vielen Staub im Frühjahr, der schon an einen Urlaub im Vinschgau erinnert hat, sollten die schlimmsten Verhältnisse abgedeckt sein. Die Schaltperformance war dabei immer auf höchsten Level.

Die angepriesene Schaltperformance unter Last wurde natürlich auch getestet. Eines dazu vorweg: Unter Last zu schalten heißt nicht mit voller Kraft im Wiegetritt in die Pedale zu Hämmern, dabei knirscht es nämlich weiterhin. Schaltet man allerdings im Sitzen mit ordentlich Zug an Kette, wandert die Kette verblüffend leicht auf das nächst größere Ritzel. Die Shimano SLX Schaltung ist damit die geschmeidigste Schaltung die ich bisher an einem Rad testen durfte.

Einen nicht zu unterschätzenden Anteil an der Schaltperformance hat die Kette bei Shimano. Im Gegensatz zu anderen Ketten am Markt ist sie laufrichtungsgebunden. Das heißt zwar, dass man bei der Montage ein wenig aufpassen muss, aber auch, dass die Kette auf diese Weise für das Zusammenspiel mit der Kassette optimiert werden kann.

Neben der erstklassigen Schaltperformance hat Shimano zusätzliches Augenmerk auf die Abstufung der Kassette gelegt. Vorsicht: Die Klicks sind immer knackig und der Schalthebel gibt dabei ein angenehmes Feedback. Mit ausgeschaltetem Reibungsdämpfer des Shadow+ Schaltwerks muss man für das Verlagern der Gänge lediglich sanft über den Schalthebel streichen.

Da der Shimano SLX Antrieb aber an einem bergab orientierten Mountainbike verbaut ist, war der Reibungsdämpfer natürlich immer aktiviert. Dabei benötigt man beim Schalten in einen leichteren Gang ein wenig mehr Kraft als die Konkurrenz, was aber nicht großartig ins Gewicht fällt. Beim Herunterschalten in die schweren Gänge springt die Kette bei der Betätigung des Hebels lediglich einen Gang auf der Kassette. Die Betätigung mit dem rechten Zeigefinger ist dabei eine willkommene Abwechslung beim gemütlichen Fahren. Auf dem Trail wird natürlich nur mit dem Daumen geschaltet. Ein sattes, klickendes Geräusch bestätigt den Gangwechsel. Für Sprints und schnelle Gangwechsel wären zwei Gangsprünge mit einem Klick - wie es bei der Shimano XT Schaltung der Fall ist - wünschenswert.

Das bereits angesprochene Shimano SLX Schaltwerk mit der Shadow+ Technologie verhindert zuverlässig in Kombination mit dem Shimano Kettenblatt den Abflug der Kette.

Shimano SLX im Vergleich

Shimano bietet mit der SLX 12-Fach Schaltung die Referenz in Sachen erschwinglicher Mountainbikeantriebe. Nach dem Motto „Set and Forget“ wurde der Shimano SLX Antrieb verbaut und nicht wieder angerührt. Dabei wird die leichte Einstellung der Schaltung vielleicht dem einen oder anderen Hobbymechaniker die Angst nehmen. Das Schaltgefühl unter Last ist auf ein komplett neues Level gehoben worden und die hohe Bandbreite von 510 % ist genug um nahezu senkrechte Steigungen zu erklimmen und dabei verhält sie sich wie der gute, alte Duracelhase.

Die Shimano SLX kam dieses Jahr zeitgleich mit der neuen XT auf den Markt. Optisch ist sie ein Hingucker und auch technisch - auf dem Papier - auf dem neuesten Stand. Etwa dank der großen 10-51er-Kassettte, welche dieselbe Bandbreite wie bei der Shimano XT bereitstellt und damit den direkten Konkurrenten Sram NX Eagle (11-50 Zähne) um über 50 % Bandbreite abhängt! Auch das Gewicht ist um rund 180 g geringer als bei der NX. Aber kann sie auch in Sachen Funktion mithalten?

Im Vergleich zu den Konkurrenten, speziell mit Blick auf die XT, läuft das System etwas rauer. Hinzu kommt, dass der Gangwechsel minimal träger abläuft. Dank Shimanos "Hyperglide-Plus"-Technologie soll ein müheloses Schalten unter Belastung möglich sein. Beim Schalten unter hoher Last ächzt die SLX, führt den Schaltbefehl jedoch problemlos und präzise aus.

Vergleicht man den SLX-Schalthebel mit dem der XT, fällt auf, dass dieser einfacher gehalten ist. So haben die Japaner auf die Gummibeschichtung sowie auf die "Multi-Shift"-Funktion am kleinen Hebel verzichtet. Es lässt sich also nur ein Ritzel auf einmal nach unten wechseln. Auch können nur drei Gänge auf einmal in Richtung großes Ritzel geschaltet werden. Wie bei der XT praktisch: Der kleine Hebel kann mit Zeigefinger oder Daumen betätigt werden, was der SLX in Sachen Ergonomie eine sehr gute Note einbringt.

Die neue Shimano XT M8100- und auch SLX M7100-Schaltungen sind sowohl als 1-fach-Antrieb mit großer 10-51-Kassette als auch als 2-fach-Variante mit 10-45-Kassette erhältlich. Dank der neuen ergonomischen und leichtgängigen I-SPEC EV-Hebel mit größerem Einstellbereich lassen sich beide Gruppen umfassend an die Vorlieben der Fahrer anpassen. Viele der Technologien der Top-Gruppe XTR, finden sich auch in der XT- und SLX-Ausstattung. So verfügen beide z. B. über das HYPERGLIDE+ System. Was wie aus einer Durex-Werbung klingt, sorgt dafür, dass die Kette fast ohne Kraftunterbrechung und sehr leise über die Ritzel gleitet.

Bei den neuen Shimano XT- und SLX-Schaltwerken kommen jeweils Umlenkrollen mit 13 Zähnen zum Einsatz. Für beide Gruppen gibt es je ein 1-fach- und ein kürzeres 2-fach-Modell. Natürlich verfügen alle Varianten über einen integrierten Dämpfer. Der Hauptunterschied zwischen dem XT- und dem SLX-Modell liegt sowohl in der Oberflächenbearbeitung als auch darin, dass die Rollen der XT kugelgelagert sind. In Sachen Gewicht trennen XT und SLX beim 1-fach-Modell 32 g zugunsten der XT.

Bei den Kurbeln gibt es zwischen XT und SLX einige Gemeinsamkeiten. Beide besitzen HOLLOWTECH II-Kurbelarme, sind als 1- und 2-fach-Variante erhältlich und verfügen über das Narrow-Wide-Zahndesign, um die Kette optimal auf dem Kettenblatt zu halten. Während die XT 1-fach-Kurbel mit Direct-Mount-Kettenblättern von 28-36 erhältlich ist, muss man auf das kleinste und größte bei der SLX verzichten - allerdings ist die Kurbel mit den XT- und XTR-Blättern kompatibel. Auch bei der Kurbellänge bietet die XT mehr Optionen und ist neben 166, 170 und 175 mm auch als 180er Version erhältlich. Auf die ganz lange Kurbel muss man bei SLX verzichten. Natürlich gibt es beide für verschiedene Achsstandards.

Der Hauptunterschied liegt im Inneren der Griffe. Während der XT-Hebel über die bekannte Multi-Shift-Funktion verfügt, um gleichzeitig zwei Gänge schwerer zu schalten, sucht man dies beim SLX-Modell vergebens. Außerdem besitzt der XT-Hebel gummierte Daumen-Pads, beim SLX-Hebel setzt Shimano auf eine Riffelung. Shimano bietet für 2-fach-Antriebe je auch einen Einzelhebel für die linke Seite an. Beim Gewicht sind die Unterschiede marginal. Die 12-fach SLX- und XT-Kette unterscheidet sich einzig durch ihre Oberflächenbehandlung.

Die Schaltvorgänge benötigen weniger Handkraft, schalten etwas weicher in beide Richtungen, dafür kann beim Rauf- und Runterschalten jeweils ein Gang weniger geschaltet werden. Die übergangslose Kraftübertragung bei Schaltvorgängen und das Schalten unter Last war jedoch funktionell identisch zur XT-Gruppe. Auch die Leistung der Bremsen entsprach der Performance des XT-Pendants im Rahmen dieses kurzen Tests in allen Punkten.

Details zur SLX M7100 1x12-fach Gruppe

Die Mountainbike-Gruppe die alle abenteuerbereiten Fahrer unterstützt: die SLX M7100 1x12-fach Gruppe von Shimano. Die neue SLX M7100 Serie zeichnet sich ebenso wie die DEORE XT durch die 12-fach-Kassetten, eine spezielle 12-fach Kette auf SLX-Niveau, Zwei- oder Vier-Kolben-Bremsen, individuell einstellbare I-SPEC EV Schalthebel, leistungsfähige Schalt­werke und Umwerfer sowie 12-fach Naben und HOLLOWTECH II Kurbelgarnituren aus. Zusammen ergeben diese Teile eine Kompo­nentengruppe, die wie geschaffen ist, für all diejenigen, die die wirkliche Mountainbike-Leidenschaft in sich entdecken und dabei auf ein hervorragendes Preis-Leistungsverhältnis wert legen.

Shimano SLX FC-M7100-1 12-fach Kurbel

Die Shimano SLX FC-M7100 1x12-fach Kurbel mit 172 mm Q-Faktor, 52 mm Kettenlinie und 142 / 148 mm Einbaubreite steht für höchste Antriebseffizienz bei geringem Gewicht. Sie bietet optimale Kraftübertragung und maximale Geschwindigkeit für das neue SLX-System, die nur auf 1 Kettenblatt setzen. Neben einer neuen speziellen 12-fach-Kette (CN-M7100) mit entsprechend neuem 12-fach QUICK LINK Verschluss stattet SHIMANO die SLX M7100 auch mit neuen Kurbelgarnituren für 12-fach aus (FC-M7100/7120/7130-1). Die überwiegend auf 1-fach-Systeme setzen, steht eine Bandbreite an Kettenblättern (30Z bis 34Z) zur Verfügung. Die neuen SLX 1x12-fach Kurbeln zeichnen sich durch die DYNAMIC CHAIN ENGAGEMENT+ Technologie aus, deren spezielles hochpräzise gefertigtes Zahnprofil dafür sorgt, dass die Kette auf rauem Gelände optimalen Halt auf dem oberen Teil des Kettenblattes findet, sich unten aber gleichermaßen gut wieder vom Kettenblatt löst und damit Effizienz, Leichtgängigkeit und Geräuscharmut des Antriebs sicherstellt. Für schnelle und sichere Montage der Kettenblätter sind die Kurbeln mit einem Direct-Mount-System ausgestattet, das den Kettenblattwechsel in Windeseile ermöglicht. Verfügbar ist die Kurbel in Boost- und Non-Boost-Spezifikation.

Shimano SLX SL-M7100 I-Spec EV 12-fach Schalthebel

Der SLX SL-M7100-I 12-fach Rapidfire Plus Schalthebel von Shimano mit neuer I-Spec EV Konstruktion zeichnet sich durch ein leichtes, ergonomisches und kompaktes Design aus. Neben dem Schaltverhalten legt auch die Performance einen Gang zu. Mit 20 % kürzerer Hebelerreichbarkeit für ein schnelles Schalten und 35 % weniger Krafteinsatz. Die Theorie hinter der Entwicklung der neuen Schalthebel war, es dem Fahrer zu ermöglichen, auf plötzliche Veränderungen durch den Kurs oder die Rennsituation unmittelbar reagieren zu können. Dazu wurde die intuitive Bedienung der Lenkerelemente noch einmal deutlich optimiert, was im Renngeschehen die entscheidenden Zehntelsekunden an Vorteil bedeuten kann. Einen entscheidenden Beitrag dazu leistet die neue I-SPEC-EV Konstruktion, mit der SHIMANO Schalthebel direkt am Bremshebel montiert, dadurch auf eine Klemmschelle verzichtet und der Einstellbereich deutlich vergrößert werden können. 14 mm stehen mit I-SPEC-EV für die Einstellung in Längsrichtung, 60° für die Anpassung in Rotationsrichtung zur Verfügung, sodass jeder Fahrer ein zu seiner individuellen Anatomie oder zu seinen Vorlieben passendes Setup vornehmen kann. Dieser besondere Fokus, den die Entwickler aufs Schalten gelegt haben, kommt dem Fahrer letztlich dadurch zugute, dass er seinen Fokus weg von der Bedienung und voll aufs Renngeschehen richten kann.

Shimano SLX RD-M7100 12-fach Schaltwerk

Das Shimano SLX RD-M7100 1x12-fach Schaltwerk für 10-51 Kassette zeichnet sich durch ein elegantes, aber zugleich aggressiv angewinkeltes Design und eine attraktive anodisierte Aluminium-Oberfläche aus. Für verbesserte Schaltperformance sorgen unter anderem neue, große Leit- und Spannrollen mit 13 statt bislang 11 Zähnen. Außerdem tragen diese ebenso zur Verbesserung der Kettenstabilisierung bei wie das Shadow RD+ Design mit Reibungsdämpfer. Der Einsatz eines 1-fach oder eines 2-fach-Systems erfordern die Montage des jeweils spezifischen 1-fach oder 2-fach-Schaltwerks . Mit je einer Version für 1-fach- und 2-fach-Systeme sorgen die SLX Schaltwerke für schnelle und präzise Gangwechsel über einen riesigen Übersetzungsbereich. Leit- und Spannrollen mit 13 Zähnen und ein Gummidämpfer dämmen Geräusche und erhöhen den Fahrkomfort. Zudem verbessern sie den Halt der Kette und allen erdenklichen Bedingungen.

Shimano SLX CS-M7100 12-fach Kassette 10-51

Die Shimano CS-M7100 mit Hyperglide+ für schnelleres Schalten ist die passende Kassette zur neuen SLX 12-fach Gruppe. Die neu gestaltete Kassette und Kette des HYPERGLIDE+-Antriebs stehen für das MTB-Touring der neuen Generation - mit verbesserter Geschwindigkeit, Schalteffizienz und Laufruhe auf jedem Terrain. Die SLX Kassetten sind in den Optionen 10-45Z oder 10-51Z verfügbar. Sollen es möglichst geringe Gangsprünge sein? Dann ist die 10-45er-Kassette die erste Wahl. Oder gilt es, eine möglichst große Bandbreite abzudecken? Dann sollte es die 10-51Z-Version sein. Beide weisen die HYPERGLIDE+ Technologie auf, die beim Hoch- wie beim Herunterschalten gleichermaßen hohe Schaltgeschwindigkeit, Präzision und Leichtgängigkeit garantiert und zu einem extrem leisen Antriebsstrang beiträgt.

Shimano SLX CN-M7100 12-fach Kette 126 Glieder mit Quick-Link

Die spezielle Konstruktion der neuen Shimano SLX CN-M7100 12-fach Kette sorgt für ein verbessertes Schaltverhalten und einen ruhigeren Lauf - selbst in rauem Terrain. Der ebenfalls neue SM-CN910-12 Quick-Link-Ver­schluss ermöglicht die einfache Montage. Die SLX CN-M7100 HYPERGLIDE+ Kette wurde von Grund auf optimiert und ist ein integraler Bestandteil des neuen Antriebsstrangs. Mit ihren hochpräzise geformten Kontaktflächen zu Kettenblatt- und Kassettenzähnen sorgt sie für schnelle, präzise und leichtgängige Schaltvorgänge in beide Richtungen selbst unter höchster Last.

Technische Daten im Überblick

Hier ist eine Zusammenfassung der wichtigsten technischen Daten der Shimano SLX M7100 Gruppe:

Komponente Details
Kurbel FC-M7100-1, 175mm, Q-Faktor 172mm, Kettenlinie 52mm
Schalthebel SL-M7100 I-Spec EV, Rapidfire Plus
Schaltwerk RD-M7100, Shadow RD+
Kassette CS-M7100-12, 10-51 Zähne
Kette CN-M7100, 126 Glieder, Quick-Link

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