SHIMANO SLX M7000 Test: Eine detaillierte Analyse

Die brandneue SHIMANO SLX M7000 Gruppe erweitert die Möglichkeiten vom Freizeitsportler über den Abenteuer- bis hin zum Trailbiker. Ein modernes Erscheinungsbild und eine starke Performance mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis bietet die neue erscheinende “Mittelklasse”- Mountainbikegruppe von Shimano. Das Design ist sehr geradlinig und weckt Vertrauen für jede Situation. Der Fokus von Shimano lag bei der SLX M7000 auf der Entwicklung einer Gruppe für jeden Fahrstil.

Hauptmerkmale und Technologien

Die leichten und haltbaren 11-fach kompatiblen FC-M7000-11 Kettenblätter (1×11 and 2×11) sind mit der neuen Dynamic Chain Engagement Technologie ausgestattet und sind für die unterschiedlichen Krafteinwirkungen auf jedem Blatt optimiert. Im 2×11 Setup, sorgt die enge Übersetzung für kleine Gangsprünge und sichert dem Fahrer einen effizienten Trittzyklus über die gesamte Bandbreite der Gänge. Es gibt die Möglichkeit aus verschiedene Übersetzungsoptionen zu wählen.

Die 2-fach Kurbel gibt es in drei Varianten (34-24Z., 36-26Z. und 38-28Z.) und die 1×11 Rider haben die Option auf 30er, 32er oder 34er Kettenblätter, die jeweils mit mit den zwei Kassettenvarianten 11-40Z und 11-42Z kombinierbar sind. Boost Optionen sind ebenso als 2-fach oder 1-fach erhältlich, um eine suabere Kettenlinie für die 148 mm Naben zu gewährleisten. Die neu geformten Kurbeln sind mehr als nur ästhetisches und mechanisches Design. Die ergonomisch geformten SL-M7000-11/10 Rapidfire Plus Schalthebel machen es möglich gleich 3 Gänge mit einer Hebelbetätigung runter zu schalten, und das sowohl mit dem Zeigefinger als auch mit dem Daumen.

Diese einfache aber ungeheur nützliche Besonderheit biete und stabile Schaltvorgänge am Umwerfer und am Schaltwerk. Blitzschnelle Schaltvorgänge sind dank Shimanos Shadow RD+ Technologie jetzt auch bei der SLX M7000 erhältlich. Die Vorder- und Hinterradnaben kommen in jeweils 2 Versionen. In der Front wiegen sie 189g (HB-M7000) bzw. 148g (HB-M7010), und am Hinterrad 384g (FHM7000) or 357g (FH-M7010). Die neuen Bremsen der SLX sind der XT sehr ähnlich. Alles in Allem bietet die neue SLX M7000 ein konkurrenzloses Preis-Leistungsverhältnis bei gleichzeitig hoher Wertigkeit der einzelnen Produkte.

Montage und Einstellung

Die Shimano SLX Komponenten sind schon immer für ihre Zuverlässigkeit und den erschwinglichen Preis bekannt. So ist es kein Wunder, dass man sie an vielen Rädern im Handel findet. Für unsere Specialized Stumpjumper EVO Aufbaustory war sie damit der perfekte Kandidat. Bevor es auf den Trail geht, muss natürlich wie immer zuerst die Schaltung montiert und eigestellt werden. Die Shimano SLX Schaltung will sich aber nicht in diese Schublade stecken lassen. Dank I-Spec EV kann man den Schalthebel direkt an der Schelle der Bremse montieren, was für ein sehr aufgeräumtes Cockpit sorgt.

Die I-Spec EV Aufnahme ermöglicht dabei einen sehr großen Einstellbereich, mit dem Fahrer mit kleinen und großen Händen gleichermaßen zufrieden sein werden. Nachdem die Kette montiert und der Schaltzug verlegt ist, geht es an die eigentliche Einstellung des Schaltwerks. Zunächst wird die Kette auf dem kleinsten Ritzel ausgerichtet. Dazu stellt man den Endanschlag so ein, dass das Schaltröllchen in einer Flucht mit dem Ritzel ist wenn man von oben drauf schaut. Das Gleiche machen wir beim größten Ritzel. Einmal alles durchschalten und Endanschlag Einstellen.

Für die Einstellung der Umschlingung, also den Abstand des ersten Schaltröllchens zur Kassette, hat Shimano eine Markierung am Käfig versteckt. Ist die Kette auf dem größten Ritzel muss man die Einstellschraube so lange drehen, bis die Kette den angezeigten Abstand hat. Das Einstellen der Shimano SLX Schaltung war dermaßen einfach, dass es eine wahre Freude war. Die Einstellschrauben für die Endanschläge fand ich dennoch ein wenig fummelig.

Performance auf dem Trail

Während des Fahrbetriebs hat sich der Shimano SLX Antrieb bisher genau so unauffällig wie bei der Montage verhalten. Dabei durfte er im Winter vor allem viel Feuchtigkeit und Schlamm sehen. Gepaart mit dem vielen Staub im Frühjahr, der schon an einen Urlaub im Vinschgau erinnert hat, sollten die schlimmsten Verhältnisse abgedeckt sein. Die Schaltperformance war dabei immer auf höchsten Level. Die angepriesene Schaltperformance unter Last wurde natürlich auch getestet. Schaltet man allerdings im sitzen mit ordentlich Zug an Kette, wandert die Kette verblüffend leicht auf das nächst größere Ritzel.

Die Shimano SLX Schaltung ist damit die geschmeidigste Schaltung die ich bisher an einem Rad testen durfte. Einen nicht zu unterschätzenden Anteil an der Schaltperformance hat die Kette bei Shimano. Im Gegensatz zu anderen Ketten am Markt ist sie laufrichtungsgebunden. Das heißt zwar, dass man bei der Montage ein wenig aufpassen muss, aber auch, dass die Kette auf diese Weise für das Zusammenspiel mit der Kassette optimiert werden kann. Neben der erstklassigen Schaltperformance hat Shimano zusätzliches Augenmerk auf die Abstufung der Kassette gelegt.

Vorsicht. Die Klicks sind immer knackig und der Schalthebel gibt dabei ein angenehmes Feedback. Da der Shimano SLX Antrieb aber an einem bergab orientierten Mountainbike verbaut ist, war der Reibungsdämpfer natürlich immer aktiviert. Dabei benötigt man beim Schalten in einen leichteren Gang ein wenig mehr Kraft als die Konkurrenz, was aber nicht großartig ins Gewicht fällt. Beim herunterschalten in die schweren Gänge springt die Kette bei der Betätigung des Hebels lediglich einen Gang auf der Kassette.

Die Betätigung mit dem rechten Zeigefinger ist dabei eine willkommene Abwechslung beim gemütlichen Fahren. Auf dem Trail wird natürlich nur mit dem Daumen geschaltet. Ein sattes, klickendes Geräusch bestätigt den Gangwechsel. Für Sprints und schnelle Gangwechsel wären zwei Gangsprünge mit einem Klick - wie es bei der Shimano XT Schaltung der Fall ist - wünschenswert. Das bereits angesprochene Shimano SLX Schaltwerk mit der Shadow+ Technologie verhindert zuverlässig in Kombination mit dem Shimano Kettenblatt den Abflug der Kette.

Shimano SLX im Vergleich zu anderen Gruppen

Shimano bietet mit der SLX 12-Fach Schaltung die Referenz in Sachen erschwinglicher Mountainbikeantriebe. Nach dem Motto „Set and Forget“ wurde der Shimano SLX Antrieb verbaut und nicht wieder angerührt. Dabei wird die leichte Einstellung der Schaltung vielleicht dem einen oder anderen Hobbymechaniker die Angst nehmen. Das Schaltgefühl unter Last ist auf ein komplett neues Level gehoben worden und die hohe Bandbreite von 510 % ist genug um nahezu senkrechte Steigungen zu erklimmen und dabei verhält sie sich wie der gute, alte Duracelhase.

Klar ist, je teurer eine Schaltgruppe ist, desto besser und leichter ist sie auch. Doch muss es natürlich nicht immer eine XT oder XTR Schaltung sein. Für die/den Durchschnittmountainbiker:rin reicht auch eine Alivio oder Deoreschaltung völlig aus, um sportliche Touren zu machen oder Spaß auf den Trails zu haben. Auch diese Schaltungen haben sich lange bewährt und garantieren lang anhaltenden Fahrspaß. Oftmals kommt in den günstigeren Schaltgruppen die gleiche Technik zum Einsatz, lediglich das Material unterscheidet sich.

Und wie der Name „Gruppe“ schon vermuten lässt: Eine Schaltgruppe besteht meist aus Schaltwerk (hinten), Umwerfer (vorne), Kurbelgarnituren, Kassetten, Kettenblätter, Schalthebeln, Bremshebeln und den dazugehörigen Scheibenbremsen. Manchmal werden vom Hersteller des Fahrrads aber auch Komponenten ausgetauscht, sodass die Teile nicht alle der gleichen Gruppe angehören.

Überblick über Shimano Schaltgruppen

  • Shimano Tourney: Konzipiert für Einsteiger- und Freizeit-Fahrräder.
  • Shimano Altus: Solide Leistung zu einem erschwinglichen Preis.
  • Shimano Acera: Ermöglicht erste Erfahrungen im Gelände.
  • Shimano Alivio: Geeignet für Alltagsfahrten und leichtes Gelände, zeichnet sich durch reibungslose und präzise Schaltvorgänge aus.
  • Shimano Deore: Eine hochwertige und leistungsstarke Schaltgruppe für den Einsatz im Gelände und für Mountainbike-Touren.
  • Shimano SLX: Langlebig, zuverlässig, leicht, kompakt und bietet ein reibungsloses Schaltverhalten.
  • Shimano Deore XT: Zuverlässige Schaltleistung, präzise Gangwechsel und robuste Bauweise.
  • Shimano XTR: Für Fahrer, die höchste Anforderungen an die Leistung ihres Mountainbikes stellen.

Shimano SLX MGL

Die Shimano SLX MGL ist das jüngste Mitglied in der SLX Familie. Durch die massive Werbung und den relativ günstigen Preis polarisiert die SLX Serie extrem. Auf der einen Seite ist sie extrem populär und beliebt und auf der anderen Seite wird sie als Serie überhypter Plastikbomber bezeichnet. Was stimmt jetzt wirklich? Wie schlägt sich die SLX MGL unter realen Bedingungen am Wasser?

Vermutlich hätte ich mir die SLX MGL überhaupt nicht aus Japan importiert, wenn mir das Bremswahlrädchen, das an den Bantam Style angelehnt ist, nicht so extrem gut gefallen hätte. Das Farbschema der SLX MGL ist nicht wirklich der Stoff aus dem meine Träume gemacht sind. Die blauen Akzente finde ich nämlich nicht so schön wie zum Beispiel die roten oder goldenen Akzente anderer Baitcaster. Meine Frau sieht das aber anders, also möchte ich mich an dieser kleinen Geschmackssache auf keinen Fall aufhängen.

Optisch ist ansonsten nicht festzustellen was mich stört. Alle Toleranzen sehen gut aus, der Lack ist schön verteilt und es gibt nichts was unschön ins Auge sticht. Was mir einfach extrem gut gefällt ist, dass das Design des Non Handle Sideplates unverkennbar an die Bantam angelehnt wurde. Mir ist auch sofort aufgefallen, dass nicht nur das Design sehr schön ist, sondern sich auch das Wahlrädchen für die Bremseinstellungen deutlich leichter bedienen lässt als zum Beispiel bei der ähnlich großen Shimano Scorpion 71.

Es lässt sich mit dem bereits angesprochenen Design einfach deutlich besser greifen und ist wesentlich leichtgängiger. Der Daumentaster ist schön fest und hat absolut kein überflüssiges Spiel. In Zusammenhang mit dem satten Ton, der beim ein- und auskuppeln zu hören ist, vermittelt das ein sehr gutes Gefühl bezüglich der Verarbeitung der Rolle. Das Handle wirkt durch seine Aussparungen sehr sportlich und leicht. Dennoch fehlt es nicht an Festigkeit.

Der Handle Nut Retainer aus Plastik kommt mittlerweile bei vielen Rollen zum Einsatz und stört mich auch nicht, dennoch würde ein Metallteil einfach wertiger wirken. Die Knobs sind schön großzügig und daher auch für größere Hände geeignet. Bei der Form wurde darauf geachtet, dass der Daumen schön in den Vertiefungen zu liegen kommt. Besonders gerne mag ich auch wenn viele Dinge klicken. Das ist bei der SLX MGL leider nur an dem Drag Star der Fall. Wenigstens sind diese Klicks dafür schön definiert und bieten einen angenehmen Widerstand. Die Spool Tension und Wahlrädchen für die Bremseinstellung klicken leider nicht.

Bei dem Wahlrädchen gibt es Einstellungen von 1 bis 6, die man aber zwischen den angezeichneten Zahlen stufenlos verstellen kann. Im Inneren befindet sich das auf Fliehkraft basierende SVS Infinity System mit vier Bremsklötzchen, die sich individuell aktivieren oder deaktivieren lassen. Neben dem an die Bantam angelehnten Design hat die SLX MGL noch ein paar coole Features. Laut der Japanischen Shimano Seite kommt sie anscheinend recht gut mit Salzwasser klar. Der Hagane Body sorgt dafür, dass sich die kleine Baitcaster sehr solide anfühlt und sich auch unter großen Kräften nicht verwindet.

Wenn man das Side Plate öffnet um die Spule zu entnehmen oder das SVS Infinity System zu konfigurieren, kann es nicht ins Wasser fallen. Das Side Plate kann nämlich nur aufschwingen, aber es kann sich nicht komplett lösen. Das Herzstück der Shimano SLX MGL ist aber, wie der Name schon sagt, die MGL Spule.

Technische Details der Shimano SLX MGL

Merkmal Details
Übersetzung 6.3 : 1 / 7.2 : 1 / 8.2 : 1
Schnureinzug 63 cm / 72 cm / 82 cm
Gewicht 200 g
Schnurfassung 0,285 mm / 100 m
Bremssystem SVS Infinity
Kugellager 4 + 1 Kugellager
Getriebe Messing
Body Hagane Body
Besonderheit MGL Spool
Spool Weight 13 g inkl.

Ich habe die SLX MGL hauptsächlich mit monofiler Schnur gefischt. Dabei ist mir aufgefallen, dass das SVS Infinity Bremssystem in Verbindung mit der MGL Spool extrem gutmütig ist. Trotz dieser Gutmütigkeit leidet die Wurfweite nicht. Ich habe hauptsächlich tief tauchende Crankbaits wie den Rapala DT 06 geangelt. Das Kurbeln ist sehr ruhig, besonders wenn man es mit anderen Rollen dieser Preisklasse vergleicht. Auch die Bremse gibt die Schnur absolut gleichmäßig und ohne Ruck frei. Man kann aber auch ohne Probleme kleine Finesse Rigs ab 4 g anbieten.

Voraussetzung dafür ist natürlich immer eine Rute die sich mit 4 g schon schön auflädt. Natürlich passe ich die Bremseinstellung in extremen Situationen ein wenig an, aber in 95% der Fälle nutze ich eine Standardeinstellung. Ich habe die Spool Tension so weit zu, dass es gerade kein seitliches Spiel mehr gibt. Dann aktiviere ich zwei der vier Bremsklötzchen. Du willst ab 4 g Spaß haben, es muss eine Baitcaster sein und du willst möglich wenig Geld ausgeben?

Shimano XT M8100 und SLX M7100 12-fach Schaltungen

Dass Shimano die neue XT M8100 12-fach-Schaltung vorstellt, war absehbar. Dass die Japaner aber auch die Shimano SLX M7100 mitliefern, ist eine Überraschung. Beide Schaltungen setzen auf die bewährten Features der High End Gruppe XTR. Die neue Shimano XT M8100- und auch SLX M7100-Schaltungen sind sowohl als 1-fach-Antrieb mit großer 10-51-Kassette als auch als 2-fach-Variante mit 10-45-Kassette erhältlich.

Dank der neuen ergonomischen und leichtgängigen I-SPEC EV-Hebel mit größerem Einstellbereich lassen sich beide Gruppen umfassend an die Vorlieben der Fahrer anpassen. Viele der Technologien der Top-Gruppe XTR, finden sich auch in der XT- und SLX-Ausstattung. So verfügen beide z. B. über das HYPERGLIDE+ System. Was wie aus einer Durex-Werbung klingt, sorgt dafür, dass die Kette fast ohne Kraftunterbrechung und sehr leise über die Ritzel gleitet.

Sowohl für die Shimano XT als auch für die SLX gibt es außerdem zwei neue Bremsen, alle Infos dazu haben wirin einem gesonderten Artikel für euch aufbereitet. Bei den neuen Shimano XT- und SLX-Schaltwerken kommen jeweils Umlenkrollen mit 13 Zähnen zum Einsatz. Für beide Gruppen gibt es je ein 1-fach- und ein kürzeres 2-fach-Modell. Natürlich verfügen alle Varianten über einen integrierten Dämpfer. Der Hauptunterschied zwischen dem XT- und dem SLX-Modell liegt sowohl in der Oberflächenbearbeitung als auch darin, dass die Rollen der XT kugelgelagert sind. In Sachen Gewicht trennen XT und SLX beim 1-fach-Modell 32 g zugunsten der XT.

Beide Kassetten verfügen entweder über eine Bandbreite von 10-51 (1-fach) Zähnen oder 10-45 Zähnen (2-fach). Sie sitzen auf einem MICRO SPLINE-Freilauf und besitzen die von der XTR bekannte HYPERGLIDE+ Technologie für schnelle und leise Schaltvorgänge. Die XT-Kassetten bestehen aus zehn Stahlritzel und zwei Alu-Ritzeln, die auf einem Alu-Spider sitzen. Die unteren Ritzel bestehen aus Stahl, die oberen aus Alu.

Bei den Kurbeln gibt es zwischen XT und SLX einige Gemeinsamkeiten. Beide besitzen HOLLOWTECH II-Kurbelarme, sind als 1- und 2-fach-Variante erhältlich und verfügen über das Narrow-Wide-Zahndesign, um die Kette optimal auf dem Kettenblatt zu halten. Während die XT 1-fach-Kurbel mit Direct-Mount-Kettenblättern von 28-36 erhältlich ist, muss man auf das kleinste und größte bei der SLX verzichten - allerdings ist die Kurbel mit den XT- und XTR-Blättern kompatibel. Auch bei der Kurbellänge bietet die XT mehr Optionen und ist neben 166, 170 und 175 mm auch als 180er Version erhältlich. Auf die ganz lange Kurbel muss man bei SLX verzichten. Natürlich gibt es beide für verschiedene Achsstandards.

Das Zauberwort des neuen Shimano SLX- und XT-Schalthebel lautet I-SPEC EV. Das neue System ermöglicht es dem Fahrer, die Position der verschiedenen Hebel optimal an die Ergonomie der eigenen Hand abzustimmen. Der Hauptunterschied liegt im Inneren der Griffe. Während der XT-Hebel über die bekannte Multi-Shift-Funktion verfügt, um gleichzeitig zwei Gänge schwerer zu schalten, sucht man dies beim SLX-Modell vergebens. Außerdem besitzt der XT-Hebel gummierte Daumen-Pads, beim SLX-Hebel setzt Shimano auf eine Riffelung.

Shimano bietet für 2-fach-Antriebe je auch einen Einzelhebel für die linke Seite an. Beim Gewicht sind die Unterschiede marginal. Die 12-fach SLX- und XT-Kette unterscheidet sich einzig durch ihre Oberflächenbehandlung. Beide Ketten besitzen eine überarbeitete Innenseite, um das Kettenmanagement auf den Ritzeln zu verbessern. Das Gewicht ist mit 252 g bei beiden Ketten identisch. Im Lieferumfang ist jeweils ein Kettenschloss enthalten. Beide Ketten kommen von nun an mit einem Kettenschloss anstelle des Nietpins.

Erster Test der Shimano XT und SLX 12-fach Schaltungen

Wir hatten die Möglichkeit, sowohl die neue Shimano XT als auch die SLX 12-fach-Schaltung bereits einem ersten Test zu unterziehen. Beide Schaltungen funktionierten während des Tests ohne Probleme. Besonders beeindruckend bei beiden war der schnelle und präzise Gangwechsel. Selbst wenn wir in einem völlig ungeeigneten Moment unter Volllast zwei Gänge auf einmal leichter geschaltet hatten, setzte die Schaltung dies problemlos und ohne großes Krachen oder Verzögerungen um. Die Kette wandert sehr leise aber definiert von Ritzel zu Ritzel.

Das Schaltgefühl des XT-Hebels ist dabei noch knackiger und präziser. Gleich geblieben ist der von Shimano im Vergleich zu SRAM eher lange Hebelweg. Die Möglichkeit, beim XT-Hebel gleich zwei Gänge auf einmal herunterzuschalten, empfinden wir als genial - aus diesem Grund würden wir persönlich immer den Mehrpreis für das XT-Modell investieren. Dank der großen Bandbreite stellen auch lange und steile Uphills für keine der beiden Schaltungen ein Problem dar.

Bei der Enduro-Tour haben wir bewusst die Kettenführung ab der Hälfte der Tour demontiert und konnten dennoch keinen Kettenverlust verzeichnen. Die Dämpfung arbeitet sehr effizient und beide Antriebe sind angenehm leise. Laut Shimano ist sowohl die neue SLX als auch XT-Schaltung problemlos für den Einsatz am E-Mountainbike geeignet. Einen speziellen Schalthebel braucht es demnach nicht. Da die SLX-Kassette über ein weiteres Stahlritzel verfügt, sollte sie hier langlebiger sein.

Mit der neuen Shimano SLX und XT 12-fach-Schaltung sind die Japaner zurück im Rennen am Schaltungsmarkt. Große Bandbreite, schnelle Schaltvorgänge und super geschmeidige Gangwechsel wissen zu überzeugen. Im Vergleich zur SLX wirkt die neue XT noch etwas knackiger und hochwertiger. Allerdings wird der Preis zeigen, ob sie das Upgrade wirklich wert ist. Rein funktional gibt es schon bei der günstigen Gruppe nichts zu meckern. Spannend wird jetzt nicht nur, wie sich die Schaltungen auf Dauer schlagen, sondern auch, wie schnell weitere Laufräder mit dem MICRO SPLINE-Freilauf vorgestellt werden.

SLX M7100 im Vergleich zur XT 8100

Test: Zwei auf einen Streich - das dachte sich Shimano wohl als sie uns die SLX M7100 zusammen mit der XT 8100 vorstellten. Die SLX besitzt jedenfalls die gleiche DNA wie der größere Bruder, was viele Vorteile mit sich bringt. In den letzten Jahren konnte sich die SLX zum absoluten Geheimtipp mausern und begeisterte gerade preisbewusste Käufer mit einer fast unschlagbaren Performance. Dennoch stand sie etwas im Schatten der schier allmächtig erscheinenden XT Gruppe. Ob sich das mit den neuen Generationen ändern wird?

Unsere Einschätzung: Wird es! Wieso? Es gehört zur Philosophie von Shimano, dass man nach der Einführung der jeweiligen Top-Gruppen (XTR am MTB, Dura Ace am Rennrad) in den Folgejahren die neuen Features auf die günstigeren Gruppen überträgt. Bis dato wählte man hier jedoch recht selektiv aus, welche Eigenschaften es wirklich in die niedrigeren Gruppen schafften und zuweilen dauerte es auch einige Jahre, bis beispielsweise Besonderheiten der XTR Gruppe es bis zur günstigen SLX geschafft haben. Damit weist die neue SLX fast die gleichen Features auf, wie die zeitgleich präsentierte M8100 XT Gruppe.

Aber um sich Unternehmens-intern nicht zu sehr Konkurrenz zu machen, gibt es natürlich durchaus ein paar Unterschiede, die sich insbesondere bei der Optik und beim Gewicht niederschlagen. So sind die beiden Kassetten - auch hier 10-45 und 10-51 - ein gutes Stück schwerer als die Teile der XT und XTR Gruppen. Das liegt insbesondere daran, dass hier nun elf Ritzel aus Stahl bestehen (bei der XT sind es 10, bei der XTR kommt sogar Titan zum Einsatz). Ähnliches gilt für Kurbel und Schaltwerk: Ein paar Gramm mehr bringen sie auf die Waage, zudem gibt’s bei der SLX weniger Kettenblatt-Optionen: Beispielsweise muss man ohne ein 36er Blatt für one-by Antriebe auskommen.

Besonders spannend wird es beim Thema Bremsen, genauer gesagt bei den 4-Kolben Trail-Stoppern. Während nämlich die 2-Kolben Variante bis auf ihre Optik baugleich mit dem Vorgänger ist, erinnert der 4-Kolben Sattel auf den ersten Blick der XT und XTR Bremse stark. Bei den Gebern gilt fast das gleiche, wobei man hier jedoch auf die Free Stroke Adjust Schraube verzichten muss, mit der man den Druckpunkt etwas feintunen kann. Aber ganz ehrlich: Dieser Punkt dürfte für die allermeisten Fahrer verschmerzbar sein.

In Spanien hatten wir im Rahmen eines Pressecamps die Gelegenheit die neue SLX zu testen und auch direkt im Vergleich mit der neuen XT zu fahren. Bei der Performance - egal ob bezüglich der Schaltung oder der Bremsen - muss sie sich keineswegs verstecken. Während wir die Free Stroke Adjust Schraube am Bremsgeber überhaupt nicht vermissten, fiel der Schalthebel jedoch doch spürbar gegenüber seinem höherwertigen Kollegen ab: Vor allem die fehlende Option, mit einem beherzten Druck auch zwei Gänge auf einmal herunterzuschalten, machte sich bemerkbar.

Cube ist einer der größten Fahrradhersteller Europas und die Einsteiger-Bike-Line mit dem AIM SLX zählt zu den Steckenpferden der Bayern. Ein geringes Gesamtgewicht bedeutet mehr Fahrspaß im Gelände. Ein gewisser Spaßfaktor ist damit garantiert. Wir haben sämtliche Geometriemaße abgeglichen und kommen zu folgendem Schluss: Das AIM SLX hat ein sehr ausgeglichenes Fahrverhalten. Die relativ hohe Front lässt einen aufrecht im Sattel Platz nehmen. Geschickt: Per Knopfdruck am Lenker lässt sich das komplette Fahrwerk des Einsteiger-Bikes blockieren.

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