Shimano Sora Testbericht: Eine umfassende Analyse

Shimano ist mit großem Abstand weltweit Marktführer bei Schaltungen und Bremsen für Rennräder. Für Rennräder, die deutlich weniger als 1.000 Euro kosten, hat Shimano noch drei weitere Schaltungen im Programm - wir erklären, was sich hinter den Bezeichnungen verbirgt.

Shimano Sora im Detail

Die Sora ist eine Neunfach-Schaltung mit Kompakt- oder auf Wunsch auch Dreifach-Kurbel. Sie funktioniert und fühlt sich an wie die teureren Gruppen, die wesentliche Einschränkung sind die nur neun Ritzel am Hinterrad. Massive Alu-Kurbel mit Hollowtech-II-Standard, die Bremsen sind verwindungssteif und technisch auf aktuellem Stand, nur die Bremsbeläge weniger bissig.

Ritzelpakete sind von 12-25 bis 11-30 Zähnen erhältlich; auch Kassetten, die den Einschränkungen für Jugendrennen entsprechen, sind verfügbar (13-25 oder 14-25). Im Test an B’Twin Triban 520, Serious Valparola Comp.

Vergleich mit anderen Shimano-Gruppen

Claris

Preiswerte Gruppe im modernen Shimano-Design mit acht Ritzeln und wahlweise Zweifach-Kompakt- oder Dreifach-Kurbel. Technisch weitgehend vergleichbar mit der Sora, aber mit einem Ritzel weniger und etwas schwereren Teilen.

Es gibt eine große Auswahl an Kassetten mit eng abgestuften Ritzeln von 12-25 Zähnen bis zu weit gespreizten 11-34; letztere benötigt das optional angebote Schaltwerk mit langem Käfig. Im Test an Cube Attain, Giant Contend 3.

Tourney

Günstigste Rennrad-Gruppe von Shimano mit sieben Ritzeln und wahlweise zwei oder drei Kettenblättern. Die relativ klobigen Schalthebel entsprechen dem alten Shimano-Design mit frei vor dem Lenker verlaufenden Schaltzügen.

Ein schlecht zu bedienender kleiner Daumenhebel dient zum Schalten auf kleinere Ritzel bzw. Kettenblätter. Dafür weisen die Hebel eine einfache mechanische Ganganzeige auf. Die Kurbeln gibt es nur im Vierkant-Standard, daher sind sie nur für Rahmen mit BSA-Gewinde geeignet.

Rennbremsen gibt es für die Gruppe nicht; kombiniert werden meistens Shimano-Bremsen ohne Zuordnung zu einer Gruppe oder Modelle von Fremdanbietern wie Tektro.

Testergebnisse und Erfahrungen

Ein Testfahrer kam wider Erwarten mit der Schalteinheit Sora von Shimano deutlich besser zurecht als mit dem teureren großen Bruder, der 105er. Der Schaltvorgang mit einem Knopf und einem Hebel wie bei der Sora, war für ihn schnell zu begreifen und einfacher zu handhaben.

Zum einen empfand er die räumliche Trennung der beiden Schaltvarianten durch Knopf und Hebel angenehmer als das System der 105er mit zwei hintereinander liegenden Schalthebeln. Zum anderen leuchtete der Schaltvorgang bei der Sora auch besser ein: Knopf drücken, Kette fällt nach unten, Hebel seitlich nach oben, die Kette klettert hinauf.

Die Schaltwege sind leichtgängig und exakt und stehen der 105er in Sachen Funktionalität eigentlich in nichts nach.

Im Vergleich zu Rädern mit einer Kombination aus Sora-Bremshebeln und Tektro-Bremsen zeigte sich bei Author, Schwinn und Wheeler die verhältnismäßig schwache Bremsleistung.

Fazit

Die Shimano Sora ist eine solide und zuverlässige Komponentengruppe für Einsteiger und Hobbyfahrer. Sie bietet eine gute Balance zwischen Preis und Leistung und ist eine gute Wahl für Rennräder im unteren Preissegment.

Allerdings sollte man bei der Wahl der Bremsen auf eine gute Bremsleistung achten, da die Kombination mit Tektro-Bremsen in einigen Tests nicht überzeugen konnte.

Vor- und Nachteile im Überblick:

  • Vorteile:
    • Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
    • Leichtgängige und exakte Schaltwege
    • Einfache Bedienung
  • Nachteile:
    • Nur neun Ritzel am Hinterrad
    • Bremsleistung in Kombination mit Tektro-Bremsen kann schwach sein

Beispiele von Fahrrädern mit Shimano Sora Ausstattung

  • B’Twin Triban 520
  • Serious Valparola Comp
  • Marin Gravelbike Gestalt 1

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