Die Shimano Sora Gruppe ist eine günstige Option, die sich klar an Einsteiger richtet. Doch wie schlägt sie sich im Einsatz an einem Gravelbike? Dieser Testbericht analysiert die Vor- und Nachteile der Sora Gruppe und vergleicht sie mit anderen Optionen.
Shimano Sora im Detail
Am Grandurance 4 ist die komplette Shimano Sora Gruppe verbaut. Mit einem Straßenpreis von um 300 Euro eine günstige Gruppe, die sich ganz klar an Einsteiger richtet. Und genau so arbeitet sie auch. Die Gangwechsel sind noch eine Spur gemütlicher, als man es von den größeren Shimanogruppen gewohnt ist. Trotz penibler Justierung ist es uns nicht gelungen, die Gedenksekunde bei Gangwechseln zu eliminieren. Man hat immer das Gefühl, dass Schaltwerk und Umwerfer nicht ganz bei der Sache sind.
Die kombinierten Schaltbremshebel fühlen sich stramm an, können mit ihrer Verarbeitung nicht überzeugen. Die Bremshebel sind gestanzt und zeigen das Herstellungsverfahren deutlich. In der Preisklasse sind einfach keine filigranen CNC-Fräßarbeiten möglich. Insoweit, alles gut. Einsteiger werden mit der Shimano Sora zurechtkommen. Der Lebensdauer sind in dem Fall zum Glück Grenzen gesetzt. Wir würden beim EoL die Komponenten nach und nach gegen höherwertige austauschen.
Bremsleistung der Shimano BR-R317
Scheibenbremsen überzeugen in der Regel durch klar definierte Druckpunkte und gute Dosierbarkeit in allen Lebenslagen. Es gibt auch einige gute mechanische Scheibenbremsen. Dazu gehören die Shimano BR-R317 Bremsen keinesfalls. Selbst nach zigfachen Einbremsen war es nicht möglich, eine rasante Bremsung mit Nosewheelie hinzulegen. Nach massiver Behandlung mit Bremsenreiniger und extrem scharfer Zugeinstellung wurde das Verhalten zwar besser, aber nicht gut.
Die Bremsleistung liegt allenfalls auf Hollandrad-Level und das auf trockener Fahrbahn. Im Gelände und bei schnellen Passagen sehen wir die schlechten Verzögerungswerte als echte Gefahr. Vielleicht würden ein paar Bremsbeläge von Kool Stop das Bremsverhalten verbessern. Das werden wir bei Bedarf probieren oder gegebenenfalls die gesamte Anlage auf Hydraulik umrüsten. Für die gemächliche, urbane Feierabendrunde reicht die Bremsleistung der mechanischen Scheibenbremse aus.
Fahrgefühl und Performance
Mit nur zwei Kettenblättern und insgesamt 18 Gängen deckt das Grandurance 4 einen ausreichend großen Bereich an möglichen Übersetzungen ab. Der Pilot und das Fahrwerk des Grandurance 4 schreien nach mehr, doch leider treten die Komponenten voll auf die Bremse. Alles ist weich und schwammig. Während sich das Bike sicher und rasiermesserscharf um die Ecken lenken lässt, enttäuschen die Bremsen und die Schaltung mit einer gewissen „Schluffigkeit“.
Immer beschleicht einem das Gefühl, dass Schaltung und Bremsen dir ein „Mach mal easy, Mann“ ins Ohr flüstern. Das sorgte selbst bei kurzen Ausfahrten schnell für Verdruss. Allerdings entschädigt das Bike dafür mit einem guten Vortrieb. Jedes Watt wird in Vorschub umgesetzt. Hier vermittelt das Rad ein sehr direktes Ansprechverhalten und gibt sich an der Ampel extrem sprintstark. Zumindest bis man schalten muss. Der Schwalbe G-One Allround bleibt (durch die schwachen Bremsen) weit hinter seinen Möglichkeiten beim Verzögern zurück.
Alternativen zur Shimano Sora
Angesichts des günstigen Preises müssen Sie mit der Sora-Schaltung von Shimano vorlieb nehmen, die hinten nur eine 9-fach-Kassette aufweist. Dies kann je nach Anspruch und Terrain einen Rennrad-Einsteiger aber durchaus auch zufriedenstellen. Die Scheibenbremsen sind mechanisch und daher etwas schwerer als die hydraulische Variante, die zudem auch deutlich besser zu dosieren ist. Für einen besseren Fahrkomfort ist die Gabel aus Carbon und kann Unebenheiten im Belag besser abdämpfen.
Der Knüller ist, dass unser Testfahrer wider Erwarten mit der Schalteinheit Sora von Shimano deutlich besser zurechtkam als mit dem teureren großen Bruder, der 105er. Der Schaltvorgang mit einem Knopf und einem Hebel wie bei der Sora, war für ihn schnell zu begreifen und einfacher zu handhaben.
Zum einen empfand er die räumliche Trennung der beiden Schaltvarianten durch Knopf und Hebel angenehmer als das System der 105er mit zwei hintereinander liegenden Schalthebeln. Zum anderen leuchtete der Schaltvorgang bei der Sora auch besser ein: Knopf drücken, Kette fällt nach unten, Hebel seitlich nach oben, die Kette klettert hinauf.
Empfehlungen für Einsteiger
Wer noch nie im Gelände oder mit dem Rennrad unterwegs war, der sollte zum Grandurance 4 greifen. Diejenigen, die bereits ein paar Ausritte hinter sich haben, sollten lieber das Grandurance 6 oder 8 nehmen.
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