Shimano und SRAM Freilauf Unterschiede: Ein umfassender Leitfaden

Sie stehen vor Ihrem Fahrrad und fragen sich: Welcher Freilauf ist eigentlich an meiner Nabe verbaut? Diese Frage klingt zunächst simpel, doch die Antwort kann im Detail durchaus komplex sein. Die Vielfalt an Freilaufkörpern auf dem Markt - von Shimano und SRAM bis Campagnolo, von klassischen Schraubkränzen bis modernen XD- und Micro Spline-Systemen - sorgt gerade bei Wartung, Ersatzteilkauf oder Umrüstung häufig für Unsicherheiten. In diesem Artikel erhalten Sie einen umfassenden Leitfaden, wie Sie Ihren Freilaufkörper eindeutig erkennen können.

Wir beleuchten die wichtigsten Systeme am Markt, geben praxisnahe Tipps zur Identifizierung, klären häufige Irrtümer und erläutern, warum das Wissen um das eigene Freilaufsystem vor teuren Fehlkäufen schützt. Nach der Lektüre wissen Sie nicht nur, wie Sie Ihren Freilauf bestimmen, sondern auch, welche Besonderheiten und Vorzüge die jeweiligen Systeme bieten.

Was ist ein Freilauf und warum ist er wichtig?

Der Freilauf ist ein zentrales Bauteil an Fahrrädern, das für den Vortrieb und die nötige Bewegungsfreiheit beim Fahren sorgt. Seine Hauptfunktion besteht darin, die Kraftübertragung der Pedale auf das Hinterrad zu ermöglichen, während beim Rollen ohne zu treten das Rad frei laufen kann. Technisch gesehen sitzt der Freilauf entweder in der Nabe (Freilaufkörper) oder ist als Schraubkranz direkt mit der Nabe verschraubt. Moderne Systeme, wie sie heute bei den meisten Fahrrädern zu finden sind, nutzen einen Freilaufkörper, auf dem die Kassette montiert wird.

Die grundlegende Aufgabe des Freilaufs besteht darin, das Rückwärtsdrehen der Kurbel ohne Bewegung des Hinterrades zu ermöglichen - etwa beim Bergabrollen oder in der Abfahrt. Gleichzeitig stellt der Freilauf sicher, dass beim Treten sofort Kraft übertragen wird. Besonders bei sportlichen Fahrrädern ist die Feinabstimmung des Freilaufs von Bedeutung, da sie nicht nur für die Effizienz des Antriebs, sondern auch für das Fahrgefühl verantwortlich ist. Ein präziser, leichtgängiger Freilauf sorgt für direkte Kraftübertragung und eine angenehme Geräuschkulisse.

Für die Wartung, den Austausch oder das Upgrade von Komponenten ist es unerlässlich zu wissen, welcher Freilauf verbaut ist. Die Unterschiede zwischen den Systemen sind nicht immer auf den ersten Blick sichtbar. Daher lohnt sich ein genauer Blick auf Bauform, Verzahnung und Herstellerangaben.

Warum ist die Bestimmung des Freilaufs so wichtig?

Die eindeutige Bestimmung des Freilaufs an Ihrem Fahrrad ist weit mehr als eine technische Spielerei. Sie ist die Grundlage für nahezu alle Arbeiten am Antrieb, die über eine bloße Kettenpflege hinausgehen. Möchten Sie beispielsweise die Kassette tauschen oder das Hinterrad durch ein neues Laufrad ersetzen, ist die genaue Kenntnis des Freilaufsystems unerlässlich. Nur so vermeiden Sie Fehlkäufe und stellen sicher, dass neue Komponenten auch wirklich kompatibel sind.

Gerade Einsteiger tappen oft in die Falle, weil Freilaufkörper äußerlich ähnlich wirken können, aber nicht miteinander kombinierbar sind. Während Shimano und SRAM-Modelle im Bereich 8- bis 11-fach meist austauschbar sind, verlangen Campagnolo, XD/XDR oder Micro Spline nach jeweils spezifischen Komponenten. Nicht selten kommt es vor, dass versehentlich eine falsche Kassette montiert werden soll oder beim Kauf eines Ersatzrades das System nicht passt. Die Folgen: unnötige Kosten, Frust und Zeitverlust.

Die genaue Erkennung hilft aber auch, etwaige Probleme zu diagnostizieren. Viele Defekte im Schaltverhalten, Geräusche aus dem Hinterrad oder eine schwergängige Kraftübertragung können ihre Ursache im Freilauf haben. Eine gezielte Fehlersuche setzt hier das Wissen um das eigene System voraus. Zudem sind bei Umrüstungen - beispielsweise vom klassischen 10-fach auf moderne 12-fach-Antriebe - oft spezielle Freilaufkörper erforderlich, die sich in der Bauform deutlich unterscheiden.

Die wichtigsten Freilaufsysteme im Überblick

Der Markt für Fahrradfreiläufe ist in den vergangenen Jahrzehnten stetig gewachsen. Während früher vor allem der klassische Schraubkranz vorherrschte, sind heute diverse Freilaufkörper am weitesten verbreitet. Zu den wichtigsten zählen Shimano HG, SRAM XD/XDR, Shimano Micro Spline und Campagnolo. Jede Bauart bringt eigene Vorzüge, Besonderheiten und Kompatibilitätsanforderungen mit.

  • Shimano HG: Am häufigsten zu finden. Er eignet sich für die meisten 8- bis 11-fach-Kassetten von Shimano und SRAM.
  • SRAM XD/XDR: Moderne Varianten, die sich im Mountainbike-Segment für 12-fach-Antriebe etabliert haben.
  • Shimano Micro Spline: Ebenfalls für 12-fach-Antriebe entwickelt.
  • Campagnolo: Setzt auf eine eigene Verzahnung, die zu den meisten Shimano/SRAM-Kassetten nicht passt.

Darüber hinaus existieren herstellerspezifische Lösungen etwa von DT Swiss, Novatec oder SunRace, die teils eigene Adapter oder Freilaufkörper verwenden. Besonders im günstigen Citybike-Bereich ist auch der klassische Schraubkranz (freilaufender Zahnkranz) noch verbreitet, dessen Identifikation sehr einfach ist.

Freilauf vs. Freilaufkörper: Was ist der Unterschied?

Im alltäglichen Sprachgebrauch werden „Freilauf“ und „Freilaufkörper“ häufig synonym verwendet, technisch gesehen handelt es sich aber um unterschiedliche Bauteile. Der klassische Freilauf (Schraubkranz) ist ein in sich geschlossenes System, das samt Ritzelpaket auf ein spezielles Gewinde der Hinterradnabe geschraubt wird. Beim Tritt in die Pedale greift die Mechanik, beim Ausrollen dreht sie frei.

Der moderne Freilaufkörper ist dagegen ein Teil der Nabe, auf den eine separate Kassette mit mehreren Ritzeln gesteckt wird. Erst diese Bauweise ermöglicht leichte Kassettenwechsel und eine größere Auswahl an Ritzelkombinationen. Der Freilaufkörper sitzt fest auf der Nabe, ist aus hochwertigem Aluminium oder Stahl gefertigt und enthält die Sperrklinken oder Zahnscheiben für die Freilauffunktion.

Die Unterscheidung ist deshalb relevant, weil Schraubkranz und Freilaufkörper-Kassette nicht kompatibel sind. Beim Kauf von Ersatzteilen, insbesondere bei älteren Rädern, ist ein genauer Blick notwendig, um Verwechslungen auszuschließen. Ein einfacher Test: Lässt sich das Ritzelpaket durch Drehen nach links von der Nabe abschrauben, handelt es sich meist um einen Schraubkranz.

Schritt-für-Schritt: So bestimmen Sie Ihren Freilauf

1. Unterscheidung zwischen Kassette und Schraubkranz

Bevor Sie sich mit den Feinheiten der Freilaufsysteme beschäftigen, steht die grundlegende Unterscheidung zwischen Kassette und Schraubkranz an. Der Schraubkranz wird auf ein Gewinde der Hinterradnabe geschraubt, während die Kassette auf einen Freilaufkörper gesteckt wird. Die einfachste Methode zur Unterscheidung ist die Blickkontrolle:

Achten Sie darauf, ob zwischen Nabe und Ritzelpaket ein glattes, meist glänzendes Zwischenstück (der Freilaufkörper) zu sehen ist. Außerdem ist beim Schraubkranz das kleinste Ritzel Teil der kompletten Einheit - beim Kassetten-Freilauf sitzt das kleinste Ritzel meist lose auf der Kassette.

Wenn Sie die Einheit abnehmen möchten, benötigen Sie beim Schraubkranz einen speziellen Abzieher, während bei der Kassette ein Kettenpeitsche und ein passender Verschlussringabzieher zum Einsatz kommen.

Zusätzlich kann das Baujahr Ihres Fahrrads ein Hinweis sein: Bis etwa Ende der 1980er Jahre dominierten Schraubkränze, heute finden Sie fast nur noch Kassetten-Freiläufe. Dennoch: Gerade bei City- oder Kinderrädern sind Schraubkränze immer noch gängig.

2. Shimano HG-Freilauf erkennen

Shimano ist im Bereich Fahrradfreiläufe der am weitesten verbreitete Hersteller. Das sogenannte HG-System (HyperGlide) ist bei fast allen Trekking-, City- und Mountainbikes mit 8- bis 11-fach-Kassetten zu finden. Die Erkennung gelingt über die charakteristische Verzahnung: Der Freilaufkörper hat 13 gleichmäßige Kerben, eine davon ist etwas schmaler, damit die Kassette nur in einer Position aufgesteckt werden kann.

Sie erkennen einen Shimano-Freilaufkörper zudem daran, dass nahezu alle SRAM-Kassetten (8- bis 11-fach) ebenfalls darauf passen. Wer es ganz genau wissen will, nimmt die Kassette ab und prüft die Verzahnung direkt. Häufig steht auf dem Freilaufkörper auch eine Gravur des Herstellers.

Viele Nabenhersteller bieten Shimano-kompatible Freilaufkörper an. Achten Sie bei Ersatzteilen und Upgrades immer darauf, ob tatsächlich ein HG- oder bereits ein Micro Spline-Freilauf montiert ist.

Wichtig: Bei 12-fach-Kassetten von Shimano kommt das neuere Micro Spline-System zum Einsatz, das eine deutlich feinere Verzahnung aufweist und nicht kompatibel mit älteren HG-Kassetten ist.

3. Campagnolo-Freilauf identifizieren

Campagnolo hat als italienischer Traditionshersteller seine ganz eigene Freilaufkonstruktion entwickelt, die sich klar von Shimano und SRAM unterscheidet. Campagnolo-Freilaufkörper weisen eine charakteristische Verzahnung mit drei längeren und mehreren kürzeren Nuten auf. Dadurch passen ausschließlich Campagnolo-Kassetten auf diese Freiläufe.

Wenn Sie ein Rennrad oder Gravelbike mit italienischer Schaltung fahren, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ein Campagnolo-Freilauf verbaut ist. Ein typischer Test: Versuchen Sie, eine Shimano-Kassette aufzustecken - sie wird aufgrund der unpassenden Verzahnung nicht passen.

Bei Campagnolo-Freiläufen sind die Ritzel meist aus hochwertigem Material gefertigt und mit einer speziellen Verschlussmutter gesichert.

Zur Sicherheit werfen Sie einen Blick in die technischen Unterlagen Ihres Rads oder auf den Freilaufkörper selbst. Viele Modelle tragen den Schriftzug „Campagnolo“ oder das bekannte Logo.

4. SRAM XD/XDR-Freilauf erkennen

Mit den XD- und XDR-Systemen hat SRAM eine neue Generation von Freiläufen für anspruchsvolle Mountain- und Gravelbikes eingeführt. Das XD-System ist speziell für 11- und 12-fach-MTB-Kassetten konzipiert und erlaubt es, kleinere Ritzel (z. B. 10 Zähne) zu montieren. Das XDR-System ist eine Variante für Rennrad- und Gravel-Antriebe, unterscheidet sich jedoch in der Länge des Freilaufkörpers (1,85 mm länger als XD).

Beide Systeme erkennt man an ihrer besonders schlanken und tiefen Verzahnung, die nur zu den speziellen XD- oder XDR-Kassetten von SRAM kompatibel ist. Wenn Sie eine Kassette mit einem 10er-Ritzel montieren wollen, benötigen Sie fast immer einen XD- oder XDR-Freilauf. Shimano-Kassetten passen hier nicht.

Das Erkennen erfolgt einfach durch Abnehmen der Kassette: Ein XD/XDR-Freilaufkörper ist schmaler als ein klassischer HG-Körper und hat eine sehr feine Riffelung. Bei vielen Laufrädern ist auf der Nabe der Schriftzug „XD“ oder „XDR“ eingraviert.

5. Shimano Micro Spline-Freilauf identifizieren

Mit dem Micro Spline-System hat Shimano eine Antwort auf SRAMs XD/XDR entwickelt. Es ist ausschließlich für 12-fach-Kassetten konzipiert und ermöglicht die Montage von Ritzeln mit 10 Zähnen. Das Micro Spline-System erkennt man an der sehr feinen, 23-spline-Verzahnung des Freilaufkörpers, die eine besonders sichere Passung der Kassette garantiert.

Die Montage von älteren 8- bis 11-fach-Kassetten auf Micro Spline ist nicht möglich - hier braucht es zwingend eine passende 12-fach-Kassette von Shimano oder kompatiblen Herstellern. Optisch fällt Micro Spline durch den deutlich schmaleren und „feingezahnten“ Freilaufkörper auf.

Der Schriftzug „Micro Spline“ ist bei vielen Nabenmodellen direkt eingraviert. Besonders bei modernen Mountainbikes ab 2019 und bei High-End-Trekkingrädern ist dieses System zu finden.

6. Freilaufkörper anderer Hersteller erkennen

Neben den bekannten Standards gibt es zahlreiche Hersteller, die eigene Freilaufkörper anbieten, die mit verschiedenen Systemen kompatibel sind. DT Swiss ist hier der bekannteste Vertreter. Viele Naben lassen sich dank modularem System mit unterschiedlichen Freilaufkörpern ausstatten - etwa HG, XD, XDR oder Micro Spline.

Um herauszufinden, welcher Freilauf verbaut ist, schauen Sie bei DT Swiss nach der jeweiligen Gravur am Freilaufkörper (z. B. „Shimano HG“, „SRAM XD“, „Micro Spline“). Ein besonderer Vorteil: Wer den Freilauf wechseln möchte, kann meist mit wenigen Handgriffen das System tauschen.

Werkzeuge und Hilfsmittel zur Freilauf-Bestimmung

Um den Freilaufkörper Ihres Fahrrads zu bestimmen, reicht oft schon eine Sichtprüfung - dennoch sind einige Werkzeuge hilfreich, um die Kassette oder den Schraubkranz abzunehmen. Am wichtigsten ist der passende Kassettenabzieher (für HG, Campagnolo oder XD-Systeme gibt es unterschiedliche Varianten), sowie eine Kettenpeitsche, um die Ritzel zu fixieren.

Beim Schraubkranz benötigen Sie einen speziellen Freilaufabzieher, da das gesamte Ritzelpaket auf das Naben-Gewinde geschraubt ist. Moderne Freilaufsysteme (Kassette auf Freilaufkörper) lassen sich mit Kassettenabzieher und Kettenpeitsche einfach abnehmen.

Wenn Sie sich unsicher sind, empfiehlt sich ein Blick in die technischen Unterlagen Ihres Fahrrads oder der Besuch in einer Fachwerkstatt.

Manche Freilaufkörper tragen Gravuren oder Seriennummern, die mit einer Taschenlampe und Lupe leicht zu finden sind.

Die ultimative Methode: Sichtprüfung am ausgebauten Hinterrad

Die zuverlässigste Methode zur Freilauf-Identifikation ist die Sichtprüfung am ausgebauten Hinterrad. Entfernen Sie dazu die Kassette (bzw. den Schraubkranz) mit dem passenden Werkzeug und werfen Sie einen genauen Blick auf den Freilaufkörper.

Achten Sie auf die Form und Anzahl der Verzahnungen: Shimano HG-Freiläufe haben 13 Kerben, eine davon schmaler. Campagnolo-Freilaufkörper besitzen drei längere und mehrere kürzere Nuten. XD/XDR-Freiläufe sind schmal und fein geriffelt, Micro Spline zeigt eine besonders feine 23er-Verzahnung.

Oft finden Sie einen Hersteller-Schriftzug, eine Seriennummer oder das Modell direkt eingraviert. Diese Angaben helfen bei der genauen Bestimmung. Fotografieren Sie den Freilaufkörper ggf. und vergleichen Sie ihn online mit Herstellerbildern oder lassen Sie sich in einem Fahrradfachgeschäft beraten.

Häufige Fehler und Irrtümer vermeiden

Die Vielfalt an Freilaufsystemen bringt auch einige Stolperfallen mit sich. Ein häufiger Fehler ist die Verwechslung von Schraubkranz und Kassettenfreilauf. Viele glauben, eine neue Kassette passe auf jeden Freilaufkörper - tatsächlich aber ist die Verzahnung das entscheidende Kriterium.

Ebenso kommt es oft vor, dass Besitzer von älteren Shimano-Naben eine moderne 12-fach-Kassette montieren wollen, obwohl diese nur auf Micro Spline-Freilaufkörper passt. Auch bei SRAM XD/XDR gibt es immer wieder Verwechslungen - besonders bei der Unterscheidung zwischen den beiden Varianten, die zwar ähnlich aussehen, aber unterschiedlich lang sind.

Ein weiterer Irrtum betrifft herstellerspezifische Freilaufkörper: Manche Naben sind zwar äußerlich kompatibel, benötigen aber spezielle Adapter oder Einbauteile.

Kassettenkompatibilität und Freilaufwahl

Die Wahl des richtigen Freilaufsystems ist eng mit der Kassettenkompatibilität verbunden. Shimano HG-Freilaufkörper sind mit nahezu allen 8- bis 11-fach-Kassetten von Shimano und SRAM nutzbar. Campagnolo benötigt hingegen spezielle Kassetten mit passender Verzahnung.

Für 12-fach-Antriebe sind entweder Micro Spline (Shimano) oder XD/XDR (SRAM) nötig. Es gibt keine Adapter oder Übergangslösungen, die einen Cross-Use der Kassetten auf anderen Freilaufkörpern ermöglichen. Das bedeutet: Die Auswahl Ihrer Kassette ist immer direkt abhängig vom verbauten Freilaufkörper.

Bei Ersatzteilkauf oder Tuning achten Sie daher immer darauf, welches System Ihr Hinterrad verwendet.

Ob Mountainbike oder Rennrad: Die Anforderungen an den Freilauf und die eingesetzten Systeme unterscheiden sich zum Teil deutlich. Während im MTB-Bereich heute meist Shimano HG (8- bis 11-fach),...

Die gängigsten Montagestandards im Überblick

Damit Du beim Einkauf den Überblick behältst, haben wir die gängigsten Montagestandards und Kassettenkompatibilitäten kurz zusammengefasst.

  • Shimano MTB (HG): Der Shimano-Hyperglide(HG)-MTB-Standard ist für Acht-, Neun-, Zehn- und Elf-Gang-Mountainbikekassetten von Shimano und diversen anderen Herstellern geeignet, bei denen das kleinste Ritzel mindestens elf Zähne hat (auch SRAM, aber nicht SRAM XD oder XDR). Der Platz für die Kassette ist 34,9 Millimeter lang und hat neun Rillen. Shimano bezeichnet den Standard auch als „HG spline M“. Achtung: Acht-, Neun-, und Zehn-Gang-Rennradkassetten von Shimano passen ebenfalls.
  • Shimano Road (HG): Der Shimano-Hyperglide(HG)-Road-Standard ist für Acht-, Neun-, Zehn-, Elf- und Zwölf-Gang-Rennradkassetten von Shimano und diversen anderen Herstellern geeignet, bei denen das kleinste Ritzel mindestens elf Zähne hat (auch SRAM, aber nicht SRAM XD oder XDR). Der Platz für die Kassette ist 36,75 Millimeter lang und hat neun Rillen. Acht- bis Zehnfach-Kassetten kannst Du mit Hilfe eines Spacers montieren. Shimanos Bezeichnung ist „HG spline L“. Achtung: Die Elffach-Road-Kassetten CS-HG800 und CS-HG700 benötigen ebenfalls einen Spacer.
  • Shimano Road Zwölffach (HG+): Shimanos Zwölffach-Dura-Ace-Hinterradnaben verfügen über einen spezifischen Freilauf, der in Kombination mit Dura-Ace-Laufrädern ausgeliefert wird. Die Zwölffach-Kassette greift hier in 18 Rillen, die 37,65 Millimeter lang sind. Shimano nennt den Freilauf „HG spline L2“. Achtung: Der Freilauf ist lediglich mit Zwölffach-Kassetten kompatibel.
  • Shimano Micro Spline: Mit dem Schritt zu Zwölf-Gang-MTB-Antrieben hat Shimano den Micro-Spline-Standard eingeführt. Er erlaubt die Verwendung eines kleinsten Ritzels mit zehn Zähnen und ist kompatibel mit Zwölf-Gang-MTB-Kassetten von Shimano. Die Kassette sitzt auf 23 Rillen, die 26 Millimeter lang sind. Shimano lizensiert die Verwendung der Micro-Spline-Technologie an andere Hersteller von Kassetten oder Hinterrad-Naben. Achtung: nicht verwendbar mit SRAM-XD- und XDR-kompatiblen Kassetten.
  • SRAM XD: Der XD-Standard wurde von SRAM mit der Einführung der Elf-Gang-MTB-Antriebe als offener Standard eingeführt, um die Verwendung von Kassetten mit einem kleinsten Ritzel mit zehn Zähnen oder weniger (z. B. e*thirteen mit einem Neuner-Ritzel) zu ermöglichen. Er ist kompatibel mit Elf- und Zwölf-Gang-Kassetten von SRAM und diversen Drittanbietern. Achtung: nicht verwendbar mit Shimano-kompatiblen Kassetten (HG). Nicht verwendbar mit SRAM-XDR-Kassetten (Zwölf-Gang-Road).
  • SRAM XDR: Im Gegensatz zu SRAM XD hat der XDR-Standard eine um 1,85 mm vergrößerte Aufnahme. Er ist zur Verwendung von Kassetten mit einem kleinsten Ritzel von zehn Zähnen oder weniger gedacht und kompatibel mit SRAM-Road-12-Gang-Kassetten. Bei Verwendung eines 1,85-mm-Abstandshalters (Spacer) ist er rückwärts-kompatibel mit SRAM-XD-Kassetten (s. o.). Achtung: Nicht verwendbar mit Shimano-kompatiblen Kassetten.
  • Campagnolo: Der italienische Hersteller Campagnolo verwendet einen eigenen Freilauf-Standard mit acht unterschiedlich geformten Rillen, auf denen die Kassette sitzt. Es passen Kassetten der Neun-, Zehn-, Elf- und Zwölffach-Rennradgruppen. Achtung: nicht verwendbar mit Shimano- oder SRAM-kompatiblen Kassetten.
  • Campagnolo N3W: Seit 2020 gibt es von Campagnolo einen weiteren Freilauf: N3W. Der Freilaufkörper hat die gleiche Verzahnung wie der klassische Campa-Freilauf mit acht Rillen. N3W ist allerdings kürzer, um Platz für die kleinsten Ritzel (neun und zehn Zähne) von 13-fach-Kassetten zu lassen. Mit einem Adapter ist N3W kompatibel mit älteren Kassetten aus dem Hause Campagnolo. Achtung: nicht verwendbar mit Shimano- oder SRAM-kompatiblen Kassetten.
  • Singlespeed/Fixie: Für Singlespeed- und Trial-Bikes gibt es spezielle Naben mit schmalen Freilaufkörpern, die meist ausreichend Platz bieten, um mit Spacern die Kettenlinie anzupassen. Der schmale Freilauf erlaubt breiter stehende Nabenflansche, die den Bau symmetrischer und steiferer Laufräder ermöglichen. Eine nachträgliche Umrüstung auf eine Schaltung mit Kassette ist bei solchen Naben allerdings nicht möglich. Andersherum kannst Du aber Freilaufkörper für Shimano Road, MTB und SRAM (nicht XD oder XDR) mit entsprechenden Spacern und Singlespeed-Ritzeln zum Ein-Gang-Betrieb umrüsten. Einige Singlespeed-Ritzel haben eine breitere Aufnahme, um den Freilaufkörper zu schonen. Eine andere Variante sind Singlespeed-Naben mit Schraubgewinde. Für diese Bauweise benötigst Du ein Ritzel mit integriertem Freilauf, sprich ein Freilaufritzel.
  • Bahnräder und Fixies: haben gar keinen Freilauf. Hier wird das Ritzel direkt auf den Nabenkörper geschraubt und mit einem Konterring gesichert. Wenn sich das Hinterrad dreht, drehen sich auch Ritzel und Kurbel.

Übersichtstabelle: Welcher Freilauf ist mit welcher Kassette kompatibel?

Je mehr Ritzel eine Kassette hat, desto dünner muss die Kette werden. Der Unterschied zwischen 8-, 10- und 12fach-Ketten (unten) ist mit bloßem Auge zu erkennen.

Welchen Freilaufkörper brauche ich zu meiner Schaltgruppe? Hier zeigen wir eine Übersicht aktueller und älterer Standards bei Freilaufkörpern und Ritzelkassetten.

Einige Freilaufkörper können mit einem Distanzring auf benachbarte Standards angepaßt werden. Auf diese Weise läßt sich z.B. die Form des Profils, z.B. die Länge des Profils, angepaßt auf verschiedene Schaltstufen, z.B.

Desweiteren existieren im Inneren des Freilaufkörpers verschiedene Freilaufmechanismen, z.B. mit Sperrklinken, Zahnscheiben oder Klemmrollen. Als Material sind Aluminium, Titan und Stahl üblich. Auf diese Merkmale gehen wir in den Artikelbeschreibungen ein.

Hier ist eine Übersichtstabelle, die die Kompatibilität von Freiläufen und Kassetten zusammenfasst:

Art des Freilaufs Welche Kassetten passen vom Profil? Wie viele Ritzel kann die Kassette haben? Spacer benötigt?
Shimano MTB (HG spline M) Shimano, SRAM (außer XD/XDR) und Fremdanbieter (SunRace, OneUp Components, u. a.) Elffach-MTB (sowie CS-HG800 und CS-HG700) Nein
Ausgewählte Zehnfach-Road: CS-7900 / CS-7800 / CS-6700 / CS-6600 / CS-5700 / CS-5600 1,85 + 1 mm
Acht-/Neun-/Zehnfach(Road und MTB) Nein
Shimano Road (HG spline L) Shimano, SRAM (außer XD/XDR) und Fremdanbieter (Rotor, Miche, u. a.) Zwölffach-Road Nein
Elffach-Road (außer CS-HG800 und CS-HG700) Nein
Elffach-MTB (sowie CS-HG800 und CS-HG700) 1,85 mm
Ausgewählte Zehnfach-Road: CS-7900 / CS-7800 / CS-6700 / CS-6600 / CS-5700 / CS-5600 1 mm
Acht-/Neun-/Zehnfach(Road und MTB) 1,85 mm
Shimano 12-fach Road (HG spline L2) Shimano Zwölffach-Road Nein
Shimano 12-fach Micro Spline Shimano Zwölffach-MTB Nein
SRAM XD SRAM und div. Fremdanbietern (e*thirteen, KCNC, u. a.) Elf-/Zwölffach (MTB) Nein
SRAM XDR SRAM Zwölffach (Road) Nein
Elf-/Zwölffach (MTB) 1,85 mm
Campagnolo Campagnolo Ultra-Drive Neun-/Zehn-/Elf-/Zwölffach-Ultra-Drive Nein
Campagnolo N3W Campagnolo N3W 13-fach Nein
Elf-/Zwölffach Adapter (Art-Nr. 78166)

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