Shimano STEPS E8000: Ein umfassender Testbericht

Der Shimano STEPS E8000 gehört zu den am weitesten verbreiteten E-Mountainbike-Motoren. Obwohl er jetzt schon vier Jahre auf dem Buckel hat, werden noch immer neue Bike-Modelle auf Basis des kompakten Motors entwickelt.

Ein Klassiker im E-Mountainbike-Segment

Der Shimano STEPS E8000 ist zusammen mit den Systemen von Bosch sehr beliebt im E-Mountainbike-Segment. Vom Display über den Akku bis hin zum Motor wirkt das System absolut durchdacht, clever integriert und intuitiv bedienbar.

Technische Daten und Innovationen

Die Hardware des 70 Nm starken Shimano STEPS E8000-Motors ist seit seiner Vorstellung 2016 weitestgehend unverändert. Doch das macht ihn nicht zwangsläufig schlechter. Denn bei seiner Einführung war er einer der modernsten und innovativsten Motoren auf dem Markt. Dank kontinuierlicher Softwareupdates, verbesserter Connectivity, neuer Akkus, Display- und Remote-Optionen wurde das Shimano STEPS E8000-System immer wieder modernisiert.

Als einer der ersten Motorenhersteller hat Shimano einen Geschwindigkeitssensor entwickelt, der sich problemlos ins Ausfallende integrieren lässt und mit einem Magneten an der hinteren Bremsscheibe funktioniert.

Akkus und modulare Systeme

Shimano bietet zwei externe Akkus mit 418 Wh und 504 Wh sowie zwei interne mit jeweils 504 Wh an. Letztere unterscheiden sich vor allem im Gewicht, in der Form und Größe voneinander. Shimano stellt es den Bike-Herstellern aber frei, auch Akkus von Drittherstellern zu nutzen. Dadurch gibt es auch zahlreiche Shimano-Bikes mit 600 Wh und mehr. Viele Hersteller - wie z. B. FOCUS - setzen bei Shimano auf modulare Systeme mit Zusatzakku auf dem Unterrohr.

Auf den internen BT-E8035-Akku haben die Bike-Hersteller lange gewartet. Der ältere BT-8020-Akku stellt noch immer viele Fahrradhersteller mit seiner klobigen Form vor große Herausforderungen bei der Integration ins Unterrohr, während der neue BT-E8035-Akku deutlich kleiner, leichter und besser zu integrieren ist.

Display und Remote

Auch das minimalistische SC-E8000-Display ist seit 2016 im Programm. Dennoch zählt das kompakte Display mit seiner geschützten Position neben dem Vorbau nach wie vor zu unseren Favoriten, obwohl es serienmäßig nicht mit der Shimano E-TUBE RIDE Tracking-App kompatibel ist. Die dazugehörige SW-E8000-Remote sorgt hingegen oftmals für Kompatibilitätsprobleme mit der Variostütze.

Glücklicherweise können sich die Hersteller auch im STEPS E7000-Baukasten bedienen und auf das noch kleinere Schwarz-Weiß-Display und die minimalistische E7000-Remote zurückgreifen. Wer will, kann auch den winzig kleinen EW-EN100-Dongle verbauen und ähnlich wie bei Specialized gänzlich auf Remote und Display im Cockpit verzichten.

Fahreigenschaften und Modi

Auf dem Trail bietet der Shimano STEPS E8000 drei Unterstützungsstufen: Eco, Trail und Boost, wobei die dynamisch-progressive Stufe Trail die Unterstützung sehr feinfühlig über den gesamten Leistungsbereich regelt. Besonders der progressive Trail-Modus, ein Erbe der Mountainbike-Wurzeln dieses Motorsystems, überrascht im Test durch seine natürliche Modulation.

Im Wiegetritt erkennt der E8000 Kraftspitzen blitzschnell und verstärkt sie entsprechend. Dadurch kann der Motor die Kraftkurve eines üblichen Wiegetritts naturgetreu simulieren. Beim Herausbeschleunigen wird die Leistung linear verringert - das gefällt.

Unter den Allroundern ist der Shimano auch im Boost-Modus mit 300 % Unterstützung der schwächste Motor im Test und muss sich - FAZUA und Specialized SL1.1 ausgenommen - an steilen Rampen der Konkurrenz geschlagen geben. An der maximalen Motorpower merkt man dem STEPS E8000 sein Alter ebenso an wie am leichten Tretwiderstand über der 25-km/h-Schwelle.

Die ist vor allem in der Ebene deutlich spürbar, da der Motor seine Leistung sehr abrupt drosselt und im Gegensatz zu Bosch oder Brose über der Schwelle im rechtlich erlaubten Toleranzbereich bis 27,5 km/h auch nicht mehr leicht nachschiebt. Trotz weniger Power lässt sich der Boost-Modus weniger gut kontrollieren als beispielsweise der Turbo-Modus des Bosch-Motors. Hier gibt sich der Shimano giftiger und prescht oftmals ungewollt stark nach vorn, wodurch das Vorderrad steigen oder das Hinterrad durchdrehen kann.

Bei niedriger Trittfrequenz geht ihm hingegen oftmals die Puste aus. Die einzelnen Stufen lassen sich mit der E-TUBE-App noch jeweils in drei Stufen fein tunen. So genau und individuell wie z. B. beim Specialized-Motor ist es aber nicht möglich.

Der Shimano STEPS E8000 bietet drei Fahrstufen (Eco, Trail und Boost) und ist der stärkste Motor in unserem Vergleichstest. Dabei liegt seine optimale Trittfrequenz bei 70-90 rpm. Unter 50 und über 105 rpm ist die Unterstützung des E8000 so gut wie gar nicht vorhanden.

Jedoch weist das Motorensystem über 25 km/h einen leichten zusätzlichen Tretwiderstand auf. Gelangt man wieder in den Unterstützungsbereich des Motors, ist ein physisches Wiedereinsetzen des Shimano-Systems spürbar.

Integration und Bedienung

Die Bedienung des Shimano STEPS E8000 sticht durch ihre vollständige Integration in die bereits am Bike vorhandenen Di2-Schalthebel aus dem Testfeld heraus. Hier nutzt Shimano die hauseigenen Komponenten optimal und erlaubt dem Fahrer die Einstellung der Support-Modi sowie den Wechsel der Bildschirme auf dem Display per Knopfdruck am ohnehin vorhandenen ULTEGRA Di2-Schalthebel. Eine Lösung, die optisch und funktional in diesem Test ihresgleichen sucht.

Unser Test-Bike war mit dem STEPS 7000-Display ausgestattet. Diese Wahl erscheint sinnvoll, da die kompakte Abmessung und die Schwarz-Weiß-Darstellung ausgesprochen nutzerfreundlich sind und es sich direkt mit dem Smartphone via Bluetooth verbinden lässt. Schon stehen die Tracking- und Navigations-Funktionen der E-TUBE RIDE-App per Knopfdruck parat. Mit einer zweiten erhältlichen App - E-TUBE - kann der Fahrer die Tretkraftunterstützung in Boost- und Trail-Modus selbst einstellen.

Einstellungsoptionen

Als Einstellungsoptionen werden Dynamic-Modus (Werkseinstellung), Explorer- und Custom-Modus angeboten.

Und keine Sorge: Der Fehler-Code W13 bedeutet nicht, dass ihr euer Bike wieder in die Werkstatt bringen müsst! Wer beim Einschalten eingeklickt ist bzw. seine Füße auf dem Pedal hat, wird den Shimano nicht in Betrieb nehmen können, da sich die Messstreifen des Motors so nicht kalibrieren können.

Die Kombination des STEPS E8000-Systems mit elektronischen Di2-Schalthebeln sucht hinsichtlich Integration und Bedienbarkeit ihresgleichen. Zusätzlich ist der Shimano-Motor der stärkste im Test und moduliert im Trail-Modus die Kraftspitzen des Fahrers ausgesprochen natürlich und gefühlvoll.

Vorteile des Shimano STEPS E8000

Der Shimano STEPS E8000 überzeugt vor allem durch sein modulares Cockpit, bei dem Hersteller und Kunden zwischen tollen Optionen wählen können. Auch die Integration ins Bike ist dank kompakter Maße und freier Akkuwahl vorbildlich. Der progressive Trail-Modus macht richtig Laune.

Mit dem Shimano E8000 Motor bringt Shimano den perfekten MTB-Antrieb. Seine Sensorik vor allem im „Trail“-Modus ist überragend.

Shimano Steps E8000 konfigurieren

Wie zuvor bereits mehrfach angedeutet, ist es beim Shimano Steps E8000 e-Mountainbike Antriebssystem möglich, die Unterstützungsstufen „Trail“ und „Boost“ für deinen persönlichen Bedarf anzupassen. Von den drei Fahrmodi, oder auch Betriebsarten, die die Kraftentwicklung des Elektromotors bestimmen sind mit „Dynamic“ und „Explorer“ zwei bereits von Werk aus festgelegt. Sind die Voreinstellungen der Unterstützungsstufen nicht das, was man sich darunter vorstellt, so kann man im Zuge des Updates 2018 im dritten Modus „Custom“ selbst bestimmen, wie sich der Elektromotor je nach Unterstützungsstufe verhält.

Nach Verbindung von SC-E8000 Display und deinem Smartphone kannst du in der simpel gehaltenen E-Tube App deine Feinabstimmung des „Custom“-Modus vornehmen. Über die Anpassung der Unterstützungsstufen hinaus, kann über die Verbindung mit der App die Belegung der Schalthebel geändert werden, wenn du über eine elektronische Gangschaltung an deinem e-Mountainbike verfügst.

Das Display zum Shimano Steps E8000

Bei einem e-Bike, das ein Elektromotor von Shimano schmückt, genießt du nicht nur dessen überzeugende Leistung, sondern profitierst auch von einem Antriebssystem, dessen gesamte Komponenten perfekt aufeinander abgestimmt sind. Wer sein e-Mountainbike auf extremen Fahrten nutzt, der hat keine Zeit und auch kein Auge für ein großes, komplexes Display. Dieser Umstand wurde von Shimano bedacht.

Das LCD Farbdisplay SC-E8000 hat nur 4 cm Durchmesser und eine angenehm aufgeräumte Anzeige. Die gegenwärtige Unterstützungsstufe ist farblich codiert und somit schon aus dem Augenwinkel zu erkennen. Weitere Funktionen umfassen wesentliche Informationen wie den Akkuladestand, die Gesamtkilometer, die Geschwindigkeit, den derzeitigen Gang und natürlich die Möglichkeit zur Verbindung mit der E-Tube App zur Individualisierung deines e-Mountainbike Erlebnisses.

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