Shimano STEPS E8000 vs. EP8: Ein umfassender Test und Vergleich

Der neue Shimano EP8 löst den Shimano STEPS E8000 ab und wartet mit spannenden Neuerungen auf. Vier Jahre, nachdem der Shimano STEPS E8000-Motor vorgestellt wurde, kommt der Nachfolger - der Shimano EP8 2021. Wir haben den neuen Shimano EP8-E-Bike-Motor exklusiv vor dem offiziellen Launch im direkten Vergleich mit seinem Vorgänger E8000 in zwei Husqvarna Mountain-Cross-E-Mountainbikes getestet, um die kleinen wie großen Unterschiede unter realen Bedingungen herauszukristallisieren und um euch sagen zu können, was der neue Motor tatsächlich besser kann.

Der neue Shimano-Motor ist so vielseitig wie nie zuvor. Dank zahlreicher Optionen zur Individualisierung soll der leichte und dennoch kraftvolle Motor in einer Reihe von E-Bikes vom urbanen bis hin zum sportiven MTB-Einsatz genutzt werden können. Der neue Shimano EP8 2021 soll die Lücke zur Konkurrenz schließen durch ein neues Magnesiumgehäuse, bessere Unterstützung in einem breiteren Trittfrequenzbereich, mehr Einstellmöglichkeiten, 10 % weniger Gewicht und 20 % mehr Power.

Technische Daten und Neuerungen des Shimano EP8

Mit 85 Nm ist der neue Motor der Japaner gleichauf mit dem Bosch Performance Line CX-Motor mit 85 Nm, etwas stärker als der Yamaha PW-X2 mit 80 Nm und etwas schwächer als der Brose Drive S Mag mit 90 Nm. Dass der neue Motor die gleichen Anschraubpunkte wie der E8000 hat, macht den Bike-Herstellern den Wechsel leichter.

Was ist neu?

  • Stärker: Der neue Shimano EP8 verfügt über 85 Nm Drehmoment und damit über 15 Nm mehr als sein Vorgänger, der Shimano STEPS E8000.
  • Kleiner: Im Vergleich zum Vorgängermodell wurde das Volumen reduziert.
  • Leichter: Der EP8 mit dem neuen Gehäuse aus Magnesium wiegt 2,6 kg und ist ca.
  • Geschmeidiger: Das Innenleben des neuen Motors wurde komplett überarbeitet und der Tretwiderstand über der 25-km/h-Schwelle wurde reduziert.
  • Kürzerer Nachlauf: Zwar ist der Nachlauf von den Motoreinstellungen abhängig, insgesamt wurde er spürbar reduziert.
  • Mehr Bodenfreiheit: Shimano gibt 160-mm-Kurbeln für den neuen Motor frei. In Zukunft gibt es also bis zu 5 mm mehr Bodenfreiheit beim Pedalieren.

Neue Apps und Akku-Optionen

Mit der Shimano E-TUBE PROJECT-App könnt ihr die Fahrmodi Eco, Trail und Boost nach euren Vorlieben abstimmen, das Drehmoment begrenzen und vieles mehr. Mit der Shimano E-TUBE RIDE-App wird euer Smartphone zum E-Bike-Display und Navigationsgerät. Die neuen Akku-Optionen mit 504 und 630 Wh wurden bereits im Frühjahr vorgestellt.

Wichtig zu erwähnen ist, dass Shimano den Service von zertifizierten Fremdakkus von BMZ, Simplo und Darfon übernehmen will und teilweise schon übernimmt. Dadurch sind auch Akkukapazitäten jenseits von 700 Wh möglich.

Kompatibilität und Nachrüstung

In der Theorie geht das, denn der neue EP8 teilt sich das Rahmen-Motor-Interface mit seinem Vorgänger. Denn der EP8 setzt auf neue Schnittstellen und dünnere Kabel, weshalb auch Teile des Kabelbaums ersetzt werden müssten.

Display und Bedienelemente

Es ist die Weiterentwicklung des kompakten Farbdisplays der STEPS E8000-Serie und sieht rein optisch fast genauso aus, lässt sich ebenso gut auch bei starker Sonneneinstrahlung ablesen und ist dank seiner identischen Positionierung neben dem Vorbau auch bei Stürzen gut geschützt. Die Änderungen stecken in der verbauten Technik: Das neue Display erhält einen schnelleren Chip und bessere Konnektivität mit Smartphones und anderen Geräten von Drittherstellern wie einem Garmin oder Wahoo.

Sowohl das alte STEPS E8000-Display als auch die Remote, die mit ihrer Positionierung schon Probleme mit vielen Variostützen verursacht hat, können die heutigen Anforderungen an ein Cockpit-System nicht mehr bedienen. Die STEPS E7000-Serie mit kompakter Remote und Schwarz-Weiß-Display bleibt durch einen Adapter für die dünneren Kabel mit dem EP8 kompatibel.

Individuelle Anpassung und Fahrprofile

Der Shimano STEPS E8000 war einer der ersten E-Mountainbike-Motoren, der es ermöglichte, die Unterstützungsstufen direkt von einer App aus den persönlichen Vorlieben anzupassen. Dieses Feature ist in Kombination mit der überarbeiteten E-TUBE PROJECT-App auch am Shimano EP8-Motor verfügbar und wurde sogar noch erweitert: Denn der neue Motor verfügt über zwei Fahrprofile, die sich vom Display auswählen und mit der App individuell in ihrer Power, dem Unterstützungslevel und dem Ansprechverhalten konfigurieren lassen.

Für den täglichen Einsatz ist die Shimano E-TUBE RIDE-App gedacht. Sie ist als euer Begleiter während der Fahrt konzipiert, zeichnet eure Route auf, zeigt euch die relevanten Fahrdaten und Live-Karten. So dient das Smartphone als ergänzendes E-Mountainbike-Display und Navigationsgerät.

Fahrverhalten und Geländetauglichkeit

Mit den zwei voneinander unabhängigen Fahrprofilen lassen sich jeweils der Eco-, Trail- und Boost-Modus nach den Vorstellungen der Bike-Hersteller oder euren persönlichen Vorlieben individualisieren. Die individuellen Motor-Setups haben einen erheblichen Einfluss auf das Fahrverhalten des EP8 auf dem Trail.

Obwohl sich die Charakteristik der Fahrstufen anpassen lässt, ist der Boost-Modus immer die stärkste Unterstützungsstufe und überzeugt auch in der kraftvollsten Einstellung mit guter Dosierbarkeit sowohl beim Anfahren als auch bei schwierigen Bedingungen bergauf. Auch der Trail-Modus ist im sportlichen E-Mountainbike-Einsatz sinnvoll, denn auch er kann das volle Drehmoment von 85 Nm abrufen, fordert dafür aber mehr Eigenleistung vom Fahrer. Das macht den Modus noch natürlicher und progressiver.

Hindernisse und technische Herausforderungen bergauf meistert der EP8 ohne Probleme. In der Ebene und bei Teillast bergauf ist der Shimano EP8 sehr leise. Erst wenn es richtig steil wird und man das maximale Drehmoment abruft, macht sich der EP8 akustisch bemerkbar, bleibt dabei aber deutlich leiser als sein Vorgänger.

Geräuschentwicklung

Zwar hat Shimano das Surren des Motors selbst unter Volllast um ein Vielfaches reduziert. Dafür klappert der EP8 aber metallisch aus dem Inneren des Getriebes. Störend laut wird das Geräusch besonders bergab auf dem Trail, beim Fahren auf Kopfsteinpflaster oder beim Ein- und Aussetzen der Unterstützung, z. B. an der 25-km/h-Schwelle.

Tuning-Möglichkeiten

Der Shimano EP8 gibt euch die Möglichkeit, unterwegs über das Display zwischen zwei Fahrprofilen zu wählen, die ihr unabhängig voneinander einstellen könnt. Für jedes Profil könnt ihr in der E-TUBE PROJECT-App jeweils drei Parameter der drei Unterstützungsstufen Eco, Trail und Boost tunen: Fahrcharakteristik, maximales Drehmoment, Fahrcharakteristik beim Start.

Mit diesen drei Parametern könnt ihr alle drei Unterstützungsstufen individualisieren, allerdings natürlich nur in einem sinnvollen Rahmen. Deshalb konfigurieren die meisten Bike-Hersteller ihre Räder bereits ab Werk mit zwei sinnvoll nutzbaren Fahrprofilen vor, die zum Einsatzzweck des Bikes passen, damit ihr auch ohne „Tuning“ und ohne die App zu öffnen maximalen Fahrspaß auf eurem Bike haben könnt.

Shimano STEPS E8000 vs. Shimano EP8: Ein Vergleich

Auf dem Papier ist der EP8 klarer Favorit im Duell alter gegen neuer Shimano-Motor. Auf dem Trail hat der EP8 klar die Nase vorn und kann vor allem im steilen und technischen Terrain punkten.

Die Shimano STEPS Familie: Ein Überblick

Das japanische Unternehmen Shimano zählt zu den wichtigsten und erfolgreichsten Herstellern von Fahrradkomponenten und ist besonders für seine Schaltsysteme bekannt. Im Jahre 2010 präsentierte Shimano das erste eigene e-Bike Antriebsystem Shimano Steps, welches mittlerweile stark überarbeitet wurde.

Mittlerweile wurde das Angebot der Shimano Antriebssysteme durch zwei weitere e-Bike Motoren, den Shimano Steps E6100 und den Shimano Steps E7000 ergänzt.

Shimano Steps E5000 Comfort/City Serie

2019 brachte Shimano das bisher leichteste e-Bike System auf den Markt. Die Shimano Steps E5000 Comfort/City Serie wurde genau auf die Bedürfnissen von urbanen Fahrern zugeschnitten. Mit nur 2,5 kg ist der Shimano Steps E5000 e-Bike Motor noch einmal ganze 380 g leichter als die anderen Shimano Motoren und bietet dir ein natürliches Fahrgefühl, wie du es vom herkömmlichen Fahrrad gewohnt bist.

Shimano Steps E6000

Mit einem Drehmoment von 50 Nm und der Auswahl aus drei verschiedenen Unterstützungsstufen, ist der Shimano Steps E6000 perfekt für Stadtfahrer und Tourenliebhaber. Der nur 3,2 kg schwere bzw. leichte Mittelmotor lässt sich durch seine kompakte Größe sehr gut im e-Bike Rahmen integrieren.

Shimano Steps E6100

Die 2018 vorgestellte Weiterentwicklung des E600 ist der Mittelmotor Shimano Steps E6100. Diese Antriebseinheit gibt es gleich in zwei verschiedenen Varianten, eine Variante für City e-Bikes und eine speziell für Treking e-Bikes. Der Shimano Steps E6100 Antrieb ist mit 2,8 kg das Fliegengewicht unter den Shimano e-Bike Antrieben und noch einmal 210 Gramm leichter als sein Vorgänger-Antrieb.

Shimano Steps E7000

Nach der Ankündigung des E6100 Antriebs speziell für City- und Trekking e-Bikes, hat Shimano nun einen weiteren Zuwachs in der Shimano Steps Reihe verkündet und e-Mountainbikern mit dem Shimano Steps E7000 einen weiteren e-Bike Antrieb gewidmet. Mit einem Drehmoment von 60 Nm und einer Nenndauerleistung von 250 Watt bietet der Shimano Steps E7000 e-Bike Antrieb die gewünschte Power für Fahrten im Gelände.

Shimano Steps E8000

Der von Shimano 2018 erstmalig auf den Markt gebrachte e-Bike Antrieb Shimano Steps E8000 ist speziell auf die Fahrbedürfnisse im Gelände ausgerichtet und damit perfekt für alle Mountainbiker und Offroad-Liebhaber. Der neu konzipierte Pedelec Motor überzeugt durch seine kompakte Bauweise, durch geschmeidige Gangwechsel und eine Leistungsentfaltung ohne Verzögerungen.

Lebensdauer von E-Bike Motoren

Wie hoch ist die realistische Lebensdauer von E-Bike-Motoren - wie lange halten die Antriebe von Bosch, Brose, Yamaha, Shimano, Bafang, Mahle, Alber, GoSwiss, TQ, Vinka und Co.? Nach mehr als 10 Jahren E-Bike-Boom können wir die Frage vielleicht mit einer gewissen Übersicht und Aussagekraft beantworten.

Die Motoren lassen sich offenbar nicht perfekt abdichten - hier spielen evtl. auch die Steckverbindungen und Sensoren eine Rolle. Sprich: Wasser ist der Endgegner eures Motors - speziell des Mittelmotors! Fahrten im Regen stellen wohl kein Problem dar.

Ansonsten erreichen die Mittelmotoren (Tretlagermotoren) von Pedelcs und S-Pedelecs durchaus Laufleistungen von 10.000 bis weit über 20.000 Kilometer.

Natürlich sollten die Hersteller Wartung, Updates, Austauschmotoren und Ersatzteile über viele Jahre hinweg anbieten. So gibt es bei Bosch z.B. Reparatursets für Tretlagerschäden, die um die 20.000 Km Laufleistung herum auftreten können. Solche Lagerschäden kündigen sich durch reibende, mahlende oder klackende Motorengeräusche an.

Wobei die Akku-Lebensdauer auch beruhigend hoch zu sein scheint. In welchem Modus (Eco, Sport, Turbo …) man die Motoren fährt, hat nach meinem Überblick wenig Auswirkung auf die Fahrleistung.

Hinterradmotoren

Eine Reihe von Herstellern hochwertiger Pedelecs - wie Rennstahl und Falkenjagd, Coboc, ToutTerrain, Electrolyte, Campus oder der Liegeradspezialist HP Velotechnik - setzen bei City-Pedelecs, Urban bzw. Auch der Schweizer S-Pedelec-Hersteller Stromer setzt auf Hinterradmotoren (GoSwiss Drive), die „Direktläufer“ sind ohne eigenes Getriebe und Rekuperation ermöglichen.

Hinterradmotoren sind in der Regel leichter als Mittelmotoren. Sie lassen sich mit weniger Aufwand integrieren, und ermöglichen (je nach Bauweise) auch die Energierückgewinnung beim Bremsen bzw. Sie gelten außerdem oft als lautlos und wartungsarm.

Die Lebensdauer von Hinterrad-Nabenmotoren scheint allerdings mit der von Mittelmotoren vergleichbar zu sein.

Fazit zur Lebensdauer

Wenn Ihr nicht gerade einen Montagsmotor erwischt und wenn Ihr einen Bogen um Impulse-Motoren herum macht (beim Gebrauchtkauf evtl. Je nach Eurem E-Bike-Einsatz reicht das für fünf bis zehn Jahre. Mit guter Wartung und schonender Behandlung (Wasser!

Viele e-Bike Fans haben darauf gewartet! Für das Modelljahr 2021 ist es jetzt endlich so weit: Shimano präsentiert einen brandneuen e-Bike Antrieb. Nachdem 2016 der Shimano Steps E8000 vorgestellt worden ist, kommt nun der langersehnte Nachfolger auf den Markt. Der Shimano EP8 ist so vielseitig wie keiner seiner Vorgänger.

Shimano EP8: Die Details

Mit einem maximalen Drehmoment von 85 Nm zeigt sich der neue e-Bike Motor von Shimano extrem kraftvoll. Zudem ist es Shimano gelungen, einen leichten und kompakten Motor zu entwickeln. Der EP8 bringt es auf lediglich 2,6 kg und ist rund zehn Prozent kleiner als der Steps E8000.

Im Vergleich zum Vorgänger hat Shimano das Drehmoment von maximal 70 Nm auf 85 Nm erhöht. Mit einem maximalen Drehmoment von 85 Nm lassen sich auch steile Anstiege überwinden und anspruchsvolle Trails meistern. Durch die Steigerung des maximalen Drehmoments ist der neue Antrieb um 21 % kraftvoller als der Shimano Steps E8000.

Während das Drehmoment erhöht werden konnte, ist die Baugröße gegenüber dem Vorgängermodell reduziert worden. Der Shimano EP8 ist rund 10 % kleiner als sein Vorgänger. Das Gewicht hat sich von 2,9 kg auf nur noch 2,6 kg verringert. Genau wie Bosch oder Brose setzt auch Shimano beim neuen Antrieb nicht mehr auf Aluminium, sondern ein Gehäuse aus besonders leichtem Magnesium.

Für den neuen EP8 hat Shimano etwa den Trail-Modus weiter optimiert. Im Trail-Modus kann der Fahrer nun die komplette Kraft des Antriebs ausnutzen. Bereits bei einer niedrigen Trittfrequenz bietet der Motor den vollen Schub. Der Trail-Modus ist beim neuen Motor so stark, dass der Fahrer seltener auf die höchste Unterstützungsstufe (BOOST) zurückgreifen muss.

Laut Shimano konnte der interne Tretwiderstand im Vergleich zum Shimano Steps E8000 um 36 % reduziert werden. Um dies zu erreichen, haben die Produktentwickler von Shimano das Getriebe überarbeitet. Neue Dichtungen am Lager des Motors erzeugen weniger Reibung. Während beim Shimano Steps E8000 bei Geschwindigkeiten über 25 km/h ein deutlicher Tretwiderstand zu spüren ist, lässt sich beim neuen Antrieb überhaupt kein Tretwiderstand feststellen.

Bereits im Frühjahr 2020 hat Shimano neue Akkus mit 630 Wh Kapazität präsentiert. Diese ermöglichen noch mehr Reichweite und längeren Fahrspaß. Shimano hat bei der Entwicklung der Akkus für den EP8 höchsten Wert auf eine lange Lebensdauer gelegt.

Über die E-TUBE PROJECT App kann der Fahrer das System vor jeder Tour auf die jeweiligen Gegebenheiten einzustellen. Weiterhin lässt sich über die App die Unterstützung beim Anfahren mit dem e-Bike individuell regeln. Dazu hat Shimano in der E-TUBE PROJECT App fünf verschiedene Einstellungen für die Start-Unterstützung definiert. Schließlich kann über die App auch das maximale Drehmoment an den eigenen Fahrstil angepasst werden.

Alle getroffenen Einstellungen lassen sich bei der E-TUBE PROJECT App in zwei Profilen abspeichern. Wer ein e-Bike mit dem EP8 besitzt, kann so etwa ein Profil für den entspannten Weg zur Arbeit und ein zweites Profil für das sportliche Fahrvergnügen in der Freizeit anlegen.

Familien-Duell: E8000 vs. EP8 im Praxistest

Als Shimano 2016 den E8000-Motor vorstellte, war dieser quasi das "Missing Link" zur Entwicklung moderner E-MTBs. Nun kommt die nächste Evolutionsstufe auf den Markt - EP8 heißt der offizielle Nachfolger des E8000.

Reynaldo Ilagan, Produktleiter bei Merida, empfahl, die Unterschiede am besten selbst auszuprobieren. So standen zwei nagelneue E-One-Sixty Enduros bereit, eins mit dem alten, eins mit dem neuen Japan-Motor.

Unterschiede in der Theorie

Shimano hat dafür gesorgt, dass sich die Unterschiede auch in Zahlen gut beschreiben lassen. Der neue Motor hat noch mal deutlich abgespeckt: 300 g weniger bringt er auf die Waage und wiegt damit nur noch 2,6 Kilo. Beim Akku legt Shimano dafür ordentlich zu. Neben dem bekannten 504-Wh-Stromspeicher wird nun auch ein großer 630-Wh-Akku angeboten. Unterm Strich dürfte sich die Gewichtsersparnis des alten Motors durch das Zusatzgewicht des dickeren Akkus aufheben. Dafür bekommt man deutlich mehr Reichweite.

Nicht nur in Sachen Akku-Kapazität ist der neue Motor, der jetzt mit Magnesium-Gehäuse ausgestattet ist, auf dem Papier besser. Statt der 70 Newtonmeter Maximalleistung des E8000 dreht der EP8 bis auf 85 Nm auf, und er soll dank eines verbesserten Hitzemanagements später und weniger stark abregeln. Reduzierte der alte die Leistung bei starker Temperaturentwicklung noch bis auf 40 Nm, soll der neue lediglich auf 70 Nm abregeln. Dies dürfte vor allem E-Biker, die oft oder ausschließlich in den Alpen unterwegs sind, freuen. Verbessert wurde auch die Geräuschentwicklung, der EP8 soll nun zwei Dezibel leiser sein. Zudem hat Shimano laut Eigenaussage den Tretwiderstand ab 25 km/h um satte 36 Prozent reduziert.

Alt gegen Neu: Der Praxistest

Alt gegen neu. E8000 vs. EP8. Auf zwei identischen MeridaBikes geht es zur Sache. Nur die Motoren und die Anbauteile (Bedienelement, Display) unterscheiden die Zwillinge.

Während dies bei Display & Co. zunächst kaum auffällt, ist die neue Motorcharakteristik sofort spürbar. Dabei macht sich in der Ebene und auch im moderaten Anstieg das erhöhte Drehmoment erst mal kaum bemerkbar. Auch die reduzierte Geräuschkulisse ist nicht so stark wahrnehmbar wie zunächst angenommen - was aber auch an den per se für E-MTBs gut geräuschgedämpften Meridas liegen dürfte. Dafür beeindruckt auf Anhieb das direkte Einsetzen der vollen Leistung. Schon bei niedrigen Trittfrequenzen zieht der neue Motor viel stärker durch - ohne dabei übertrieben zu beschleunigen oder gar undosierbar zu wirken.

Der E8000-Motor braucht hier deutlich mehr Trittfrequenz (um 70 U/min), um auf Touren zu kommen. Die volle Kraftzugabe bei niedrigen Kadenzen erlaubt es, wesentlich ruhiger im Sattel zu sitzen. Vor allem in technischen Uphills macht sich das als Vorteil bemerkbar, da man das Bike besser unter Kontrolle hat und aus dem Stillstand heraus mit der vollen Motorleistung rechnen kann. Den alten Motor muss man hingegen stets auf Drehzahl halten, sodass das schnelle Treten Unruhe ins Fahren bringt - auch wenn viele (E-)Biker den E8000 gerade deswegen schätzen, weil sich das Treten mit hoher Frequenz "natürlicher", mehr nach einem unmotorisierten MTB anfühlt.

So oder so: Der neue Shimano-Motor ist in der stärksten Unterstützungsstufe ("Boost") sensibler geworden und agiert nicht mehr so digital wie der alte. Zudem bietet der progressive "Trail"-Mode jetzt ebenfalls bei entsprechender Kraftzugabe des Fahrers die maximale Leistungszugabe. Somit muss man beim EP8 wesentlich weniger zwischen den Modi wechseln und dank der niedrigeren Trittfrequenzen auch weniger schalten.

Auch ohne Motor-Unterstützung ist der neue EP8 eine Verbesserung, der Tretwiderstand oberhalb der 25-km/h-Grenze ist spürbar viel geringer.

Vorteile des EP8

  • 2 dB leiser
  • 36 % weniger Tretwiderstand ab 25 km/h
  • Verbessertes Hitzemanagement
  • Mehr Leistung bei niedriger Trittfrequenz

Leistungsabgabe im Direktvergleich

Das Diagramm zeigt, wie sich die Leistungsabgabe des neuen EP8-Motors im Vergleich zum alten E8000 verhält. Der Leistungsabfall setzt - auch bei Hitzeentwicklung - deutlich später ein.

Merkmal Shimano STEPS E8000 Shimano EP8
Drehmoment 70 Nm 85 Nm
Gewicht 2.9 kg 2.6 kg
Material Gehäuse Aluminium Magnesium
Tretwiderstand über 25 km/h Spürbar Deutlich reduziert
Geräuschentwicklung Lauter Leiser (2 dB reduziert)

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0