Das Shimano Steps Universum gewinnt an Reiz, wenn man sich etwas tiefer damit beschäftigt.
Das SC-E8000 Farbdisplay und Alternativen
Das serienmässige kleine SC-E8000 Farbdisplay meines BMC Alpenchallenge Amp ist gut ablesbar, leicht und ideal am Lenker zu montieren ohne Platz zu verschwenden. Es bietet allerdings nicht sehr viele Möglichkeiten und Funktionen, sondern ist ein eher rudimentäres Teil. Allerdings besitzt es rückseitig vier Anschlußports für weitere Steps Komponenten, was sehr praktisch sein kann und es u.U. sogar unverzichtbar machen kann. In meinem Fall kann ich auf das SC-E8000 Display verzichten, weil das Rad keine DI2 Schaltung hat, die man direkt hier verbinden müsste.
Die EW-EN100 Steuereinheit
Ein aufgeräumter Lenker ohne viel Zeug ist was wert, und dafür bietet Shimano eine geniale Option. Statt des Displays kann ein winziges 6g leichtes ANT+ / BLE Steuergerät angeschlossen werden. Das Teil nennt sich EW-EN100, wird unauffällig an einer Leitung (Schaltseil oder Bremsleitung) in Lenkernähe festgemacht und besitzt einen Mikroschalter zur Steuerung und zwei LEDs zur Statusanzeige. Allein damit lässt sich das Rad betreiben! Man kann mit dem kleinen Button die Antriebsmodi und das Licht schalten! Somit bleibt der Lenker nahezu frei von Pedelec-Zusatzanbauten, abgesehen vom linksseitigen Lenkerschalter, den ich bequemlichkeitshalber dort belasse (nicht notwendigerweise!), um die Fahrmodi einfacher wechseln zu können.
Nutzung mit Garmin Edge Explore
Jetzt möchte ich aber bei allem Minimalismus nicht auf Fahrdaten und eine Anzeige verzichten. Das ist bei Shimano sehr elegant gelöst. Am Garmin Edge Explore findet man bei eingeschaltetem Rad und montiertem angestecktem EW-EN100 Dongle einen „E-Bike“ Sensor, der einem ein komplettes Dashboard nebst Geschwindigkeitsanzeige, Streckenanzeige, die Antriebsdaten (Akku, Modus, Lichtstatus, geschätzte Restreichweite), ggfs. DI2 Schaltungsstatus und sogar die Trittfrequenzanzeige im dafür vorgesehenen Datenfeld bietet. Diese elegante und problemlos funktionierende Lösung gefällt mir sehr gut. Das Navi ist ohnehin immer am Lenker.
Die E-Tube-Ride App von Shimano
Hierbei darf man nicht vergessen, die E-Tube-Ride App aus dem Energiespar-Management des Smartphones auszunehmen, sonst kann sie willkürlich gestoppt werden. Die E-Tube-Ride App von Shimano verbindet sich mit dem eingeschalteten Antrieb und visualisiert die Fahr- und Antriebsdaten in mehreren konfigurierbaren Screens mittels wählbarer Anzeigewidgets, die ihrerseits teilweise mehrere Funktionen besitzen. Das ist ziemlich cool gemacht, wenngleich leider einige wichtige Datenfelder nicht vorhanden sind. Aber immerhin: hier gibt es - im Gegensatz zum SC-E8000 Display eine Lichtanzeige!
Die E-Tube-Ride App kann auch routen, und meine erste Testroute, klarerweise mein hier ständig verwendetes Arbeitswegrouting kam auf Anhieb in einer interessanten Version raus, die ich sicherlich mal abfahren werde. Bei meinen ersten Tests mit Navi und App stellte sich heraus, daß der Strava Upload aus der E-Tube Ride App nicht funktioniert. Das ist bei Shimano bekannt und soll im Sommer lt. deren FAQ behoben werden. Ich habe bisher nicht recherchiert, ob es möglich ist, im Smartphone an die Fahrtaufzeichnung zu kommen. Das wäre mir ohnehin zu umständlich.
- Es ist nicht möglich, gleichzeitig das Garmin Navi und die Smartphone App mit dem Steps System zu verbinden. Man muß sich für eines entscheiden.
- In der eigentlich echt coolen E-Tube Ride App fehlt mir eine Herzfrequenzanzeige.
- Es nervt, daß die App keine Bedienung während der Fahrt zulässt, abgesehen vom Wechsel der Dashboards.
- Hat man ein Routing aktiv, so wird bei Verlassen der Route nicht automatisch reroutet.
- Die App kann mittels eigener Widgets auch den Tripzähler und Tripzeitzähler des Antriebs anzeigen. Indes, zurücksetzen kann sie diesen leider nicht. Das geht nämlich nicht ohne Display, wie mir scheint!
Trotzdem, auch wenn Shimano in der App viel Luft nach oben lässt, die ist ganz gut gemacht und visualisiert die Antriebsdaten recht hübsch, wie man im nächsten Bild sieht.
Bei der E-Tube Ride Smartphone App von Shimano hat sich einiges getan, zudem habe ich erste Erfahrungen mit Di2 gesammelt. Inzwischen kann diese App einiges mehr an Daten visualisieren und aufzeichnen und hat sogar ein Interface zu bestimmten Leistungsmessungsgeräten. Das ist spannend als Datarecording, und ich hoffe, daß sich die Möglichkeit ergibt, solche Aufzeichnungen irgendwie in die gängigen Traininsportale (nicht nur Strava) hochzuladen.
Eingeschränkungen und fehlende Funktionen
Einige Dinge gibt es in diesem Setup nicht. Das ist zum einen - schmerzlich vermisst - die vom früheren Bosch Antrieb liebgewonnene Eigenleistungsanzeige. Die gibts halt einfach nicht, obwohl der Shimano Antrieb sie sicherlich recht präzise ermittelt.
Zum zweiten kann man das Licht nur am Mikroschalter des ANT+ Dongles einschalten und ausschalten, oder es alternativ einfach immer brennen lassen. Der Lenkerschalter ist nicht dazu in der Lage, dessen nunmehr unbenutzte mittlere Taste dem Licht zuzuordnen. Zumindest schaffe ich das nicht mittels der Konfigurationswerkzeuge (siehe unten). Ob das nun besser ist, als beim SC-E8000 Display in einem nur im Stand zugänglichen Untermenü, lasse ich undiskutiert.
Den Antriebs-Tripzähler kann man ohne Display auch nicht zurücksetzen, wie oben bereits erwähnt.
Zum dritten scheint es nicht vorgesehen, via der E-Tube-Ride App aktiv einzugreifen. Also meine ursprüngliche naive Idee, daß man auch per Smartphone irgendwelche Fahrparameter des Antriebs (während der Fahrt) ändern könnte statt den Lenkerschalter zu benutzen, trifft nicht zu. Denkt man etwas gründlicher nach, dann findet man dafür argumentierbare Gründe. Nett wärs trotzdem gewesen.
Viertens ist es leider auch nicht möglich, das SC-E8000 Display zusammen mit dem EW-EN100 Dongle zu betreiben. Dann verweigert der Antrieb den Dienst. Diese Information entnehme ich aus dem pedelecforum.de, ich habe es nicht selbst ausprobiert.
Und fünftens zeigt er bei mechanischer Schaltung leider nicht die Übersetzung an. Das System kennt die Kurbeldrehzahl, sowie die Hinterraddrehzahl und könnte daraus ein Übersetzungsverhältnis errechnen. Darauf verzichtet man. Derlei Daten stehen nur für DI2 Komponenten zur Verfügung. Schade, denn es wäre ein witziges Feature.
Das Shimano SM-PCE02 PC-Interface
Und noch ein kleines Tool habe ich mir beschafft: das Shimano SM-PCE02 PC-Interface zur Verbindung des Steps/DI2 Bus mit USB am PC. Dieses kleine schwarze Kastl dient für die Konfiguration des Steps- (bzw. ggfs. DI2-) Systems per Windows Software. Shimano bietet dafür die E-Tube Windows App zum Download an, mittels derer man bei sämtlichen Steps Komponenten die Firmware updaten, sowie eine Reihe von User-Parametern einstellen kann.
Teilweise ist das auch über die E-Tube Android App per Bluetooth möglich, aber grade das Firmware-Updaten per Bluetooth kann tückisch sein. Falls es nämlich wegen irgendwelcher Android Zicken abbricht, kommt man ohne das PC Interface nicht mehr weiter. Dann ist der Antrieb fürs erste knocked out.
Das zweite Bild ist ein Screenshot der E-Tube App, welcher die von de App aufgefundenen Systemkomponenten mit ihrem Softwarestand zeigt. Das hier Beschriebene ist ein momentaner temporärer Zwischenschritt, den ich beim schnellen Zusammenstecken und Kennenlernen dieser Komponenten mitnotiere.
Funktionen des SM-PCE02
- Prüfen der Verbindung zum Bike - Diese Funktion überprüft, ob jede Einheit korrekt angeschlossen ist und vom PC erkannt wird
- Anpassen - Diese Funktion ermöglicht Ihnen, die allgemeinen Funktionen und den Betrieb des Systems an Ihre Bedürfnisse anzupassen
- Störungsdiagnose - Wenn eines oder mehrere Geräte angeschlossen sind, wird mit dieser Funktion der Betrieb dieser Geräte überprüft und die Geräte, bei welchen eine Störung vorhanden ist, werden identifiziert.
- Firmware aktualisieren - Mit dieser Funktion lässt sich die Firmware der einzelnen Geräte aktualisieren. (Die Firmware kann über das Internet heruntergeladen werden)
- Voreinstellungen - Diese Funktion ermöglicht Ihnen, eine oder mehrere Einheiten anzuschließen und alle Einstellungen dieser Einheiten gleichzeitig zu lesen oder schreiben.
- Einheitsprotokollerfassung (nur für die E-Bike Kategorie) - Ruft verschiedene Datentypen der Einheiten ab und zeigt sie als Bericht an.
- Speichern und Schliessen - Trennen Sie die Einheit vom Computer.
Smartphone am E-Bike laden
Wie komme ich am E-Bike an Ladestrom für Handy, GPS Navigation & Co? Nachdem immer weniger Hersteller eine USB Lademöglichkeit an ihren Antrieben oder Rädern zur Verfügung stellen zeige ich dir in diesem Ratgeber eine Universal Ladeelektronik die sich bei fast jedem eBike nachrüsten lässt. Als kostengünstige Lösung dient ein Spannungswandler.
Diese Elektronik wandelt die Eingangsspannung (bei diesem Modell 8 - 32 Volt) mit einem DC-DC-Wandler in USB taugliche 5 Volt um. Ich habe sehr gute Erfahrungen mit einem Spannungswandler von Bauer Electronics gemacht. Die Variante mit USB-C Kabel ist perfekt für alle modernen Verbraucher. Bei anderen Geräten kommt zur USB-A Buchse noch ein passendes Kabel dazu.
Das fertig aufgebaute und gegen Wasser und Dreck nach IP68 geschützte Modul lässt sich mit etwas Bastelaufwand nachrüsten. Im Video berichte ich von meinen Erfahrungen mit der Leistungsfähigkeit dieser Ladeelektronik. Im Datenblatt gibt der Hersteller 3 Ampere oder 15 Watt Maximalleistung an.
Im Idealfall kommt der Strom für die Ladeelektronik aus einem speziellen Zubehöranschluss vom Antrieb. Beim aktuellen smarten System von Bosch gibt es den High-Power-Port. Der liefert konstant maximal 1 Ampere = 12 Watt Leistung. Der Low Power Port ist im Prinzip auch geeignet, aber meist vom Speed Sensor belegt.
Wenn kein spezieller Zubehöranschluss zur Verfügung steht kannst du auch über den Lichtanschluss an Strom vom eBike kommen. Dabei musst du beachten, dass du den Anschluss nicht überlastest, wenn gleichzeitig ein Licht angeschlossen ist. Beim Shimano STEPS Antrieb (EP8, EP6, EP801 & Co) ist das besonders einfach. Die Shimano Motoren haben einfache Anschlussterminals ohne Spezialstecker.
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