Diese Anleitung zeigt Ihnen die Grund- und Feineinstellung eines Shimano-Topswing XT an einer 3x10 Schaltung. Sie kann auch für Sram-Umwerfer wie X5, X7, X9, X0 eine Hilfe sein.
1. Grundeinstellung des Umwerfers
Zunächst muss der Umwerfer auf seine richtige Stellung überprüft werden.
- Das äußere Leitblech sollte im oberen Bereich einen Abstand von 2 bis 3 mm zu den Zahnspitzen des großen Kettenblattes haben.
- Außerdem sollte das Leitblech parallel zu den Kettenblättern stehen.
Das kann man gut mit einem Blick von oben prüfen. Oft wird dadurch schon eine Verbesserung der Schalt-Funktion erreicht. Ist der Abstand zu groß, Schaltzug aus Klemmschraube lösen und dann die Schelle am Umwerfer lösen und Abstand korrigieren.
Für die Grundeinstellung muss die Kette vorne auf das kleinste Kettenblatt und hinten auf das größte Ritzel gebracht werden. Nun müssen die Anschlagschrauben für das innere und das äußere Kettenblatt eingestellt werden.
Welche der beiden Schrauben für das innere bzw. für das äußere Kettenblatt verwendet werden muss, ist abhängig vom Umwerfer-Typ. Wenn Sie den Umwerfe-Typ nicht kennen, finden Sie durch drehen an den Schrauben raus, welche Schraube für die Anschläge in Frage kommen.
Stellen Sie zuerst den Abstand des inneren Leitbleches zur Kette (kleines Kettenblatt) so ein, dass die Kette berührungsfrei am Blech vorbeiläuft (Abstand sollte 1-2 mm sein). Dazu schalten Sie hinten auch auf das große Ritzel und vorne auf das kleinste Kettenblatt.
Bevor Sie den Zug wieder an klemmen, überprüfen Sie, ob sich die Einstellschraube am linken Schalthebel sich in beide Richtungen drehen lässt. Schalten Sie jetzt vorne auf das große Kettenblatt und hinten auf das kleine Ritzel um mit der äußeren Schraube den äußeren Anschlag des Umwerfers einzustellen. Auch hier muss die Kette am Leitblech vorbeilaufen ohne dieses zu berühren.
2. Feineinstellung des Umwerfers
Anschließend wird der Umwerfer mit Hilfe der Spannschraube am linken Schalthebel feinjustiert. Schalten Sie vorne auf das mittlere Kettenblatt. Der Umwerfer sollte so eingestellt werden, dass die Kette wenn im mittleren Kettenblatt und im zweit größten Ritzel gefahren wird möglichst geräuschfrei am Leitblech vorbeiläuft.
Bei der Kombination mittleres Kettenblatt und zweitkleinstes Ritzel sollte das auch so sein. Oft ist aber so, dass die Kette auf dem mittleren Kettenblatt auf Grund der Toleranzen vom Umwerfer und der Kettenlinie den Umwerfer leicht berührt.
Auf Grund der schrägen Kettenlinie und der Toleranzen, muss man in den extremen Gängen schon mal Kompromisse eingehen. Bei der Kombination hinten kleines Ritzel und vorne großes Kettenblatt bzw. hinten großes Ritzel und vorne kleines Kettenblatt sollte die Kette auf jeden Fall den Umwerfer nicht berühren.
3. Wann ist ein Umwerfer richtig justiert?
Bei der Begrenzung des Umwerfers geht es um den optimalen Abstand zwischen Kette und innerem Leitblech. Ist der Abstand zu klein, ist der Umwerfer zu wenig begrenzt. Ist er zu groß, ist er zu stark begrenzt. Zielwert ist, dass zwischen der Kette und dem Leitblech innen noch etwa 1,0 bis 1,5 Millimeter Platz sind.
4. Die Rolle der Anschlagschrauben
Im Grunde geht es nur um drei Schrauben:
- Die Einstellschraube für die Zugspannung: Sie befindet sich am Schalthebel, häufig auf der linken Seite des Lenkers.
- Die H-Schraube: Mit ihr wird die obere Begrenzung justiert, sodass die Kette nicht vom größten Kettenblatt fällt (oberen Anschlag einstellen).
- Die L-Schraube: Mit ihr stellt man die untere Begrenzung des Umwerfers ein, sodass die Kette nicht vom kleinsten Kettenblatt fällt (unteren Anschlag einstellen).
5. Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Justierung
5.1 Vorbereitung
Vorbereitend sollten alle Schaltungskomponenten überprüft werden. Der Check von Kette, Kettenblättern und Schaltzügen gehört dazu, aber auch die Kontrolle der Leitbleche des Umwerfers, die nicht verbogen sein dürfen. Wenn auch das Schaltwerk hinten so weit in Ordnung ist und sich alle Gänge problemlos schalten lassen, kann es mit dem eigentlichen Justieren des Umwerfers losgehen.
5.2 Lösen der Zugspannung
Zuerst muss die Zugspannung gelöst werden. Nur so lässt sich der Zug am Umwerfer zur Justierung bewegen. Dazu wird die Einstellschraube des Schaltzugs etwa bis zur Hälfte herausgedreht.
5.3 Einstellen des unteren Anschlags
Nun sollte die Fahrradkette so geschaltet werden, dass sie vorne auf dem kleinsten Kettenblatt und hinten auf dem größten Ritzel läuft. Jetzt wird der untere Anschlag mittels der L-Schraube (L für "low", also unten) eingestellt.
Tipp: Mit einer 10-Cent-Münze lässt sich der Abstand von 1,0 bis 1,5 Millimeter Platz sehr gut überprüfen. Die Münze sollte gut und ohne Spiel zwischen Kette und inneres Leitblech passen.
5.4 Einstellen des oberen Anschlags
Nun ist der obere Umwerfer-Anschlag an der Reihe. Dazu wird die Kette genau umgekehrt geschaltet, also vorne auf das größte Kettenblatt und hinten auf das kleinste Ritzel. Mit der H-Schraube (H für "high", also oben) wird nun die Position des Anschlags eingestellt. Auch hier ist der Abstand richtig, wenn zwischen Kette und Leitblech ebenfalls etwa 1,0 bis 1,5 Millimeter Platz bleiben.
5.5 Funktionskontrolle
Sind die Anschläge des Umwerfers richtig eingestellt, wird noch seine Funktion kontrolliert. Dabei wird mit dem Schalthebel vom kleinsten in den größten Gang geschaltet. Führt der Umwerfer diesen Befehl richtig aus, passt alles. Wird die Kette zu weit geworfen, sollte der obere Umwerfer-Anschlag nochmals überprüft und nachjustiert werden.
5.6 Einstellen der Zugspannung
Um das Fahrrad wieder fahrbereit zu bekommen, muss noch die Spannung der Zugseile eingestellt werden. Sie war im ersten Schritt gelöst worden. Wird jetzt der Schalthebel am Lenker benutzt, um die Gänge durchzuschalten, springt die Kette nicht auf die gewünschten Zahnkränze. Mit der Einstellschraube am Schalthebel wird nun langsam der Zug erhöht, bis die Gangwechsel korrekt sind.
Aber Achtung: Wird der Zug zu hoch eingestellt, werden die Wechsel zum nächstkleineren Kettenblatt unsauber. Entsprechend muss der Zug wieder reduziert werden.
6. Umwerfer-Standards von Shimano
Allein bei Shimanos Dauerbrenner XT gibt es verschiedene Varianten. Darauf müssen Sie achten:
- Top Swing/Low Clamp: Diese Variante wird kurz oberhalb des Innenlagers geklemmt und verlangt ebenfalls ein klassisch rundes Sitzrohr. Den Durchmesser gleichen bei Shimano Spacer aus.
- Down Swing/High Clamp: Diese Version ist für die Montage an runden Sitzrohren geeignet. Bei Shimano werden verschiedene Rohrdurchmesser durch die beiliegenden Spacer ausgeglichen.
- E-Type: Der E-Type-Umwerfer wird über eine Montage-Platte auf das Innenlager geschraubt. Dafür fällt ein Distanzring auf der Montage-Seite weg. Vor allem bei ungewöhnlichen Rahmenformen, aber nur bei BSA Lagern geeignet.
- Direct Mount Low/Top Swing: Dieser Shimano-Umwerfer wird ohne Schelle direkt am Rahmen montiert. Die Umwerfer sind an verschiedene Kettenblattabstufungen (36, 38, 39, 42 Zähne) angepasst.
- Direct Mount High/Down Swing: Diese Umwerfer-Variante wird ohne Schelle am Rahmen montiert, jedoch schwenkt der Schaltkäfig nach unten. Die Klemmung verfügt über einen kleinen Verstellbereich. Achten Sie aber beim Kauf auf die Kapazität beim großen Zahnkranz.
7. Shimano Schaltung einstellen: Die Begriffe
Für den Einstellungs-Vorgang wird ein Kreuzschltz-Schraubendreher gebraucht und ein 5 mm Inbusschlüssel.
- 1. H-Schraube: Die H-Schraube begrenzt den Schwenkbereich des Umwerfers nach rechts, sodass die Kette nicht über das große Kettenblatt nach außen fallen kann.
- 2. L-Schraube: Die L-Schraube beschränkt den Aktionsradius des Umwerfers nach innen. Dadurch wird verhindert, dass die Kette beim Schalten über das kleine Kettenblatt hinaus Richtung Innenlager fällt.
- 3. Zugklemmung: Der Umwerfer kann je nach Rahmenform von oben oder von unten (Dual-Pull), oder von vorne (Front-Pull) angelenkt werden. In jedem Fall sollte der Zug mit etwa sechs bis sieben Newtonmetern festgeklemmt werden.
- 4. Zugspannung: Dreht man die Zugspannschraube am Schalthebel gegen den Uhrzeigersinn heraus, erhöht sich die Spannung auf den Umwerfer. Dadurch klettert die Kette leichter auf das größere Kettenblatt.
- 5 Zug wechseln: Entfernt man die kleine Madenschraube am Schalthebel (Shimano), lässt sich ein neuer Schaltzug einfädeln. Der Schalthebel muss dazu in seiner entspannten Position - also kleines Kettenblatt - stehen.
8. Umwerfer Montage-Typen
Wie der Umwerfer am Mountainbike montiert wird, hängt von der Rahmenform ab.
- Direct Mount High: Der Umwerfer wird ohne Schelle am Rahmen montiert, der Käfig schwenkt nach unten (Down Swing). Die Klemmung verfügt über einen kleinen Verstellbereich. Den Umwerfer gibt es auch als Side-Swing-Ausführung.
- Direct Mount Low: Wird ebenfalls am Rahmen montiert, der Käfig schwingt jedoch nach oben (Top Swing). Auch hier gibt es die moderne Side-Swing-Variante. Bei allen Direct-Mount-Modellen auf die passende Zahnkapazität achten.
- High Clamp: Umwerfer mit Schellenmontage findet man an modernen Bikes nur noch selten. Sie passen an Sitzrohre mit 28,6 bis 34,9 Millimetern Durchmesser. High-Clamp-Modelle gibt’s als Down-Swing- oder Side-Swing-Versionen.
- Low Clamp: Umwerfer mit niedriger Klemmschellenposition passen ebenfalls nur an Sitzrohre mit 28,6 bis 34,9 Millimetern Durchmesser und schwenken nach oben (Top Swing). Auch die Low-Clamp-Ausführung gibt es als Side-Swing-Variante.
9. Werkstatt-Tipps
- Ausrichtung: Das äußere Leitblech des Umwerfers sollte exakt parallel zum Kettenblatt stehen. Legen Sie einen Inbus-Schlüssel an die flache Seite des großen Kettenblatts und führen Sie den Inbus-Schlüssel durch Drehen der Kurbel am Leitblech entlang. So lässt sich die Position leicht überprüfen. Vorteil Direct-Mount-Umwerfer: Sie stehen durch die fixe Aufnahme am Rahmen auch ohne Gefummel immer gerade.
- Fully-Montage: Bei Bikes mit Hinterradfederung ändert sich die Umwerferposition, sobald der Fahrer im Sattel sitzt. Die Montage und Einstellung sollte man daher in der Sag-Position durchführen. Ein Spanngurt hilft, den Dämpfer während des Setups im Sag zu halten.
- Umstellung 2- oder 3fach: Bei älteren Schalthebeln findet sich an der Unterseite ein so-genannter Mode Converter. Je nachdem, ob man zwei oder drei Kettenblätter fährt, wählt man die Position des kleinen Hebels. Aktuelle Schalthebel verzichten auf diese Funktion. Fährt man im Zweifach-Setup, wird die dritte Schaltposition einfach nicht verwendet.
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