Shimano bietet eine breite Palette von Ketten- und Nabenschaltungen für verschiedene Fahrräder an. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Kettenschaltungen wie der Shimano Deore XT und Nabenschaltungen wie der Shimano Nexus. Das Prinzip innerhalb der Schaltungstypen bleibt jedoch gleich.
Moderne Schaltungen an Mountainbikes, Gravelrädern und Rennrädern verzichten oft auf einen Umwerfer. Wenn ein Umwerfer vorhanden ist, sind zusätzliche Schritte erforderlich, um die Shimano Schaltung vorne korrekt einzustellen.
Nabenschaltungen einstellen
Aktuell bietet Shimano zwei Nabenschaltungen an: Nexus und Alfine, die jeweils mit unterschiedlicher Anzahl an Gängen angeboten werden. Bei älteren Rädern kann auch das Einstellen der Shimano Nexave Schaltung erforderlich sein. Die Shimano Nexus gibt es mit drei, sieben und acht Gängen, die Alfine mit acht und elf Gängen.
In der mechanischen Variante wird die Schaltnabe über einen Seilzug angesteuert, am Lenker ist wahlweise ein Drehgriff oder ein „Rapidfire“-Hebel montiert, mit dem man schaltet.
Shimano Nexus 8-Gang Schaltung einstellen:
- Den vierten Gang einlegen.
- Die beiden gelben Markierungen an der Schalteinheit der Nabe suchen und sicherstellen, dass sie genau in Flucht stehen.
- Falls nicht, die Zugspannung durch Drehen der Rändelschraube am Schalthebel ändern.
Will man eine Shimano Nexus 7-Gang Schaltung einstellen, funktioniert das genauso. Bei einer Shimano Nexus 3-Gang Schaltung legt man den zweiten Gang ein, die gelbe Markierung muss hier zwischen zwei weißen Begrenzungslinien positioniert sein. Die Einstellung der Shimano Alfine-Naben funktioniert gleichermaßen.
Bei der 11-Gang-Ausführung muss der sechste Gang eingelegt werden, bei der Alfine 8-Gang der vierte Gang. Wieder müssen jeweils die gelben Markierungen in der Flucht stehen und gegebenenfalls die Spannung des Schaltzugs verändert werden.
Kettenschaltungen einstellen
Um eine Shimano Schaltung einzustellen, die nicht mit einer Getriebenabe arbeitet, sondern als Kettenschaltung konstruiert ist, sind einige Schritte mehr erforderlich, kompliziert ist das Ganze aber nicht. Egal, ob man eine 1x, 2x oder gar 3x Schaltung wartet: man beginnt damit, die Shimano Schaltung hinten einzustellen. Drei Schritte sind nötig: das Einstellen der Endanschläge, die Zugspannung muss justiert werden und schließlich der Abstand des Schaltwerks zur Kassette fixiert werden.
Die Endanschläge einstellen
Die Endanschläge verhindern, dass die Kette nach innen oder nach außen über die Ritzel ins Leere fällt, wodurch Schäden entstehen können. Man beginnt mit dem Anschlag außen: zunächst schaltet man in den schwersten Gang, sodass die Kette auf dem äußeren Ritzel liegt. Dann entspannt man den Schaltzug indem man die Rändelschraube am Schalthebel im Uhrzeigersinn bis zum Anschlag dreht, oder man löst die Klemmschraube des Schaltzugs am Schaltwerk.
Die Leitrolle oben am Schaltwerk und das kleinste Ritzel sollten exakt in Flucht stehen, wenn man von hinten darauf schaut. Tun sie es nicht, muss man den Endanschlag verändern, indem man die mit „H“ markierte Schraube dreht. Das Schaltwerk wandert dann je nach Drehrichtung weiter nach außen oder nach innen.
Die Zugspannung einstellen
Jetzt gilt es die Zugspannung einzustellen. Falls der Schaltzug am Schaltwerk gelöst wurde, muss man ihn wieder befestigen. Dann arbeitet man mit der Rändelschraube am Schalthebel. Zunächst dreht man die Kurbel und damit das Hinterrad - ein Montageständer ist hilfreich - und betätigt den Schalthebel, um auf das nächstgrößere Ritzel zu schalten.
Wandert die Kette nicht nach oben, erhöht man die Zugspannung, indem man die Rändelschraube gegen den Uhrzeigersinn etwas nach außen dreht. Dann schaltet man über alle Gänge nach oben und wieder nach unten. Falls letzteres nicht funktioniert, muss die Zugspannung wieder etwas verringert werden.
Den inneren Endanschlag einstellen
Anschließend stellt man den inneren Endanschlag ein. Dazu schaltet man in den ersten Gang und überprüft die Position der oberen Leitrolle zum Ritzel. Die sollte analog zum Endanschlag unten mit dem Ritzel fluchten. Muss nachjustiert werden, funktioniert das mit der mit „L“ markierte Schraube.
Den Abstand des Schaltwerks zur Kassette fixieren
Abschließend kommt die Schraube „B“ ins Spiel. Mit deren Hilfe kann der Abstand zwischen der oberen Leitrolle zum größten Ritzel eingestellt werden. Auch hierfür in den leichtesten Gang schalten und dann die Schraube solange drehen, bis der Abstand etwa ein Kettenglied beträgt.
Bei Shimano 1x Schaltungen ist meist am Schaltwerk eine Hilfslinie angebracht, die auf Höhe der Oberkante des größten Ritzels liegen sollte - dann stimmt der Abstand.
Hinweis: Hat sich die Schaltung nur leicht verstellt - etwa durch Längen des Schaltzugs - genügt es normalerweise die Zugspannung zu korrigieren.
Den Umwerfer einstellen
Für alle Kettenschaltungen gilt: Gibt es vorne mehr als ein Kettenblatt, muss man die Shimano Schaltung auch vorne einstellen. Auch beim Umwerfer müssen die Endanschläge und die Zugspannung eingestellt werden.
Die Höhe des Umwerfers fixieren
Zunächst aber gilt es, seine Höhe zu fixieren. Der Umwerfer ist mit einer Schelle direkt am Sitzrohr, oder an einer am Sitzrohr angebrachten Aufnahme mit Langloch befestigt (Direct Mount). Seine Höhe ist korrekt, wenn zwischen dem Leitblech außen am Umwerfer und den Zähnen des großen Kettenblatts ein bis drei Millimeter Abstand vorhanden sind. Außerdem sollte das Leitblech parallel zu den Kettenblättern stehen, bei Direct-Mount-Modellen tut es das automatisch.
Den unteren Endanschlag einstellen
Um den unteren Endanschlag einzustellen, muss man zunächst in den leichtesten Gang schalten und dann den Schaltzug entspannen, indem man die entsprechende Rändelschraube im Uhrzeigersinn dreht. Zwischen dem inneren Leitblech und der Kette sollte ein Abstand von etwa 0,5 Millimetern bestehen, gegebenenfalls muss man mit der Schraube „L“ nachjustieren.
Die Zugspannung einstellen
Dann stellt man die Zugspannung mithilfe der Rändelschraube so ein, dass die Kette auf Druck am Schalthebel präzise auf das größere Kettenblatt wandert und umgekehrt. Das Prinzip ist identisch dem beim Einstellen der hinteren Shimano Schaltung.
Häufige Probleme und Lösungen
Sollten die geschilderten Arbeitsschritte nicht zur richtigen Einstellung der Shimano Schaltung führen, kann das verschiedene Ursachen haben: So können etwa die Ritzel, die Kettenblätter und/oder die Kette stark abgenutzt sein, hier hilft der Austausch.
Schlimmstenfalls sind Leitbleche am Umwerfer, der Schaltkäfig des Schaltwerks oder das Schaltauge verbogen. Hier hilft der Gang zum Händler, es sei denn man traut sich zu, verbogene Teile geradezubiegen, falls es überhaupt möglich ist und hat das benötigte Werkzeug.
Wartung und Pflege
Um eine optimale Leistung der Shimano Schaltung zu gewährleisten, ist regelmäßige Wartung und Pflege unerlässlich:
- Reinigung: Grobe Verschmutzungen, insbesondere an Ritzeln, Kette und Schaltröllchen, können Probleme beim Schalten verursachen.
- Schmierung: Für geschmeidige Schaltvorgänge muss die Kette sauber und gut geschmiert sein. Die Gelenke des Schaltwerks müssen leichtgängig sein.
- Bauteile prüfen: Regelmäßig Kassette, Schaltwerk, Schalträdchen und Kette auf Verschleiß und Beschädigungen prüfen.
- Schaltzug und Außenhülle: Sicherstellen, dass der Schaltzug reibungsarm durch die komplette Hülle gleitet.
Überblick über die Einstellschrauben
Ein modernes Schaltwerk verfügt über drei Einstellschrauben:
- B-Schraube: Für den Grad der Umschlingung der Kette auf der Kassette und für den Abstand des oberen Schalträdchens zum jeweiligen Ritzel zuständig.
- L-Schraube: Stellt die obere Begrenzung des Schaltwerk-Schwenkbereichs ein, am größten Ritzel der Kassette.
- H-Schraube: Stellt die untere Begrenzung des Schaltwerk-Schwenkbereichs ein, am kleinsten Ritzel der Kassette.
Die Endanschläge einstellen (H-Schraube und L-Schraube)
Die Endanschläge begrenzen den Schwenkbereich des Schaltwerks und verhindern, dass die Kette über die Kassette hinausgeworfen wird.
- Endanschlag unten (H-Schraube): Das obere Schaltröllchen muss in einer Flucht unter dem kleinsten Ritzel der Kassette stehen.
- Endanschlag oben (L-Schraube): Die Kette muss auf dem größten Ritzel sitzen und das Schaltwerk darf nicht weiter in Richtung Speichen fahren können.
Schaltzug klemmen und Zugspannung einstellen
Der Schaltzug sollte minimal vorgespannt sein. Die Zugspannung kann über die Rändelschraube am Schaltgriff eingestellt werden.
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