Viele Fahrradhersteller setzen auf die Shimano Tourney Naben, besonders bei Trekking Pedelecs. Doch warum ist das so? Oftmals findet man diese Naben in ansonsten hochwertig ausgestatteten Fahrrädern, bei denen andere Komponenten, wie beispielsweise die Schaltung, mindestens zur Deore-Gruppe gehören. Ist die Tourney Nabe tatsächlich so gut, wie sie manchmal dargestellt wird, oder wird hier an einer unauffälligen Stelle gespart?
Aufbau und Wartung der Tourney Naben
Shimano Tourney Naben sind einfach aufgebaut und verfügen über Konuslager. Diese Lager sind wartungsfreundlich, jedoch nicht vollständig gedichtet. Daher ist es ratsam, sie regelmäßig zu reinigen, zu fetten und einzustellen. Einige Quellen geben an, dass die Naben Labyrinth- und Kontaktdichtungen haben, während Shimano selbst von Schleifdichtungen spricht.
Gerade die Brot-und-Butter-Kategorie bei Shimano gilt als nahezu unzerstörbar. Viele Radfahrer berichten von guten Erfahrungen mit diesen Naben, solange die Lager vernünftig eingestellt sind und kein Schmutz oder Wasser eindringt. Andernfalls kann es zu Problemen kommen, und eine beschädigte Lagerschale bedeutet oft das Ende der Nabe.
Probleme und Schwachstellen
Trotz der grundsätzlichen Robustheit gibt es auch Berichte über Probleme mit Shimano Tourney Naben, insbesondere im Pedelec-Betrieb:
- Freilaufdefekte nach relativ kurzer Nutzungsdauer (ca. 1000 km).
- Geräuschentwicklung, die durch einen verschlissenen Kunststoffring verursacht wird, der alle 1000-2000 km ausgetauscht werden muss.
- Schwergängigkeit des Freilaufs, wodurch fast ausschließlich der Motor wirkt.
Diese Probleme deuten darauf hin, dass die Nabe für die höheren Belastungen im Pedelec-Betrieb möglicherweise nicht optimal ausgelegt ist.
Alternativen und Upgrades
Wer höhere Ansprüche an seine Naben stellt, kann auf höherwertige Modelle, wie beispielsweise die Shimano XT, umsteigen. Diese Naben sind in der Regel besser gedichtet und bieten eine höhere Lebensdauer. Allerdings sollte man auch hier die spezifischen Schwachstellen der jeweiligen Modelle beachten. Bei den aktuellen 135mm Schnellspann XT Naben (M8000) können beispielsweise die Sperrklinken brechen.
Kosten und Nutzen
Die Entscheidung für oder gegen eine Shimano Tourney Nabe hängt letztendlich von den individuellen Bedürfnissen und dem Einsatzzweck ab. Wer hauptsächlich bei gutem Wetter unterwegs ist und bereit ist, die Naben regelmäßig zu warten, kann durchaus zufrieden sein. Für Vielfahrer oder Pedelec-Nutzer, die Wert auf eine hohe Lebensdauer und geringen Wartungsaufwand legen, empfiehlt sich jedoch der Griff zu höherwertigen Alternativen.
Ein weiterer Aspekt ist der Preis. XT Tretlager kosten nur wenige Euro mehr. Die Hersteller der Räder sparen jeden Euro, den der Kunde nicht im Werbeprospekt nachschauen kann.
Shimano Umwerfer im Vergleich
Ein Vergleich verschiedener Shimano Umwerfer zeigt, dass es für jeden Bedarf und Anspruch das passende Modell gibt:
| Modell | Schaltstufen vorne | Schaltstufen hinten | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|---|
| Shimano Tourney FD-TY710 | 3 | 7 bis 8 | geeignet für MTB, Zugführung von unten oder oben möglich, relativ viele Zähne am größten Kettenblatt | instabiles Design |
| Shimano Deore XT FD-M785 | 2 | 10 | geeignet für MTB und Trekkingbike, Zugführung von unten oder oben möglich, besonders leichter Umwerfer | wenig Schaltstufen vorne vorhanden |
| Shimano Deore XT FD-T8000-L-3 | 3 | 10 | geeignet für MTB und Trekkingbike, Zugführung von unten oder oben möglich, leichter Umwerfer | instabiles Design |
Es gibt auch andere Schaltgruppen wie Shimano Altus, Acera, Alivio, Deore und SLX.
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