Reverse Black One Laufräder Test: Ein umfassender Überblick

Das Reverse Black ONE Pedal ist das Vorzeige-Flatpedal von Reverse. Auch wenn es nicht mehr zu den neuesten Modellen gehört, vereint es wie kein anderes die wichtigsten Eigenschaften eines Pedals. Für den Pedal-Test haben wir das Reverse Black ONE mit auf den Trail genommen und uns das CNC gefräste Schmuckstück einmal genauer angeschaut.

Reverse Black One Pedale im Detail

Reverse hat mit dem Black ONE-Pedal ein echtes Leichtgewicht im Programm. Gerade mal 313 g bringt das Plattformpedal auf die Waage und ist so mit Abstand das leichteste im Test. Im kompletten Testfeld ist das Reverse Black One mit 313g das leichteste Flatpedal. Aber auch im „globalen“ Vergleich ist das Black-One das leichteste. Das Ziel des Reverse Black One Serie war es, ein möglichst geringes Gewicht auf die Waage zu bringen. Das Pedal war so ausgelegt, dass es bei minimalem Gewicht ein Maximum an Grip generieren sollte.

Mit Abmessungen von 100 x 100 x 14,5 mm ist es von der Kontaktfläche mit oberen Bereich zu finden. Das CNC gefräste Schmuckstück baut extrem flach. In Sachen Lager ist man bei Reverse mit dem BlackOne keine Kompromisse eingegangen und hat auf die Gleitlager von IGUS vertraut.

Die farbliche Auswahl beschränkt sich beim Reverse Black ONE auf die Pins: Die bekommt man in Schwarz oder acht anderen Farben, das Pedal selbst bleibt seinem Namen immer treu.

Fahreigenschaften und Performance

Rauf aufs Rad und die ersten heimischen Flowtrails sind kein Problem. Das Pedal generiert genug Grip, um auch noch ein wenig zu Spielen. Wird es allerdings etwas wilder und steiler, kommt das Reverse BlackOne an seine Grenzen. Aufgrund der ausgeprägten Wölbungen auf der Plattform, fehlt in der Mitte ein Satz Pins, wie es zum Beispiel das Crankbrothers Stamp hat. Allerdings punktet das Reverse Black One mit einer offenen Bauform.

Das Reverse Black One ist ein superleichtes Pedal für Trailriding, Flowtrails oder Spass auf dem Pumptrack. Wer sich hier als Fahrer sieht, wird von dem Reverse Black One leicht zu überzeugen sein.

Reverse Black One Junior Pedale

Bei den schicken schwarzen Junior-Pedalen vertraut Reverse auf die Technik der hochwertigen Black One MTB-Pedale. So ist die Achse wie beim großen Bruder gleich dreifach gelagert mit hochwertigen Igus-Gleitlagern sowie zwei mehrfach gedichteten Industrielagern. Das sollte selbst für harte Einsätze im Bikepark ausreichen. Der Alu-Käfig wurde gewichtoptimiert und in der Größe auf die kleinen Füße angepasst. Die 307 Gramm leichten Alu-Pedale sind mit jeweils acht auswechselbaren Pins pro Seite versehen, die sich praktischerweise mit einem 3er-Inbus leicht aus- und eindrehen lassen - schließlich ist in der Lernphase der ein oder andere Bodenkontakt nicht ausgeschlossen und ein Pin schnell mal verbogen.

Auf dem 100 x 83 Millimeter großen Käfig finden Kinderfüße bis Größe 39 ausreichend Platz. Die neun Millimeter langen Pins ragen drei Millimeter über den Pedalkörper hinaus und entwickeln auch beim gemäßigten Einsatz im Bikepark ausreichend Grip. Wer noch mehr Halt auf dem Pedal sucht, findet längere Pins im Ersatzteillager auf der Reverse-Webseite. Laut Hersteller kann das Black One Jr. MTB-Pedal zudem komplett gewartet werden - entsprechende Ersatzteile sind ebenfalls im Online-Shop erhältlich.

Defekt und Rückrufaktion

Kurz vor der ersten Liftfahrt beim letzten Bikepark-Besuch stellte sich dann etwas Ernüchterung ein - beim Nachwuchs kullerten sogar kleine Tränchen - der Pedalkäfig rutschte auf der Achse zwei Zentimeter nach außen. Beim Check in der Werkstatt stellte sich heraus, dass sich ein Lager verschoben hatte. Das Pedal war erst mal defekt, der Tag konnte aber durch ein schickes Leih-Bike gerettet werden.

Im Gespräch mit Peter Schmid, dem Geschäftsführer von Reverse, konnten wir die Ursache des Defekts inzwischen aufklären. Dasselbe Problem war bei einer Teamfahrerin aufgetreten. Schuld war eine Mutter im Inneren des Pedals, welche die beiden Industrielager an Ort und Stelle hält. Sie war nicht ausreichend angezogen und hat sich im Lauf der Zeit gelöst. Gefahr für den Fahrer bestand dabei zum Glück nicht, weil die Achse selbst durch eine Schraube an der Außenseite gesichert wird.

Reverse hat mittlerweile alle bisher verkauften Black One Jr. Pedale zum Service zurückgerufen und nachgebessert. Als kleines Trostpflaster gabs zu den gewarteten MTB-Pedalen ein Paar Griffe aus der Youngstar-Serie gratis dazu.

Reverse Seismic Lenker und Vorbau

Ein absoluter Geheimtipp dürfte die aktuell höchste Entwicklungsstufe der Freundenstädter sein. Der Reverse Seismic soll für top Performance und maximale Reduktion von Erschütterungen sorgen. In unserem Test ist der Seismic Bar von Reverse in der 790mm XC Version mit 10mm Rise gekommen.

Obwohl der Lenker schmale 197g wiegt, gibt es auch Alternativen mit 25mm, die für die Benutzung im Downhill freigegeben sind. Sicherheitfreigaben in der Kategorie 5 im E-Safety-Level Check und inklusive EFBE E-MTB Tritest. Reverse hat hierbei an den verschiedenen Kontaktpunkten wie Vorbau und Griffe eine angeraute Oberfläche hinzugefügt, um das Verdrehen des Lenkers zu erschweren. Ebenso an den Kontaktpunkten von Griffen und Schellen ist die Unterseite des Lenkers mit Sandpapier versehen, um auch hier ein Verdrehen von Griffen, Brems- und Triggerschellen auszuschließen.

Farblich habt ihr die Auswahl zwischen Rot, Grün, Orange, Blau, Schwarz. Das Ziel hinter dem Seismic Konzept von Reverse war es, einen stabilen Carbon Lenker zu entwicklen, der aber bei langen Abfahrten in rauem Gelände die Vibrationen zu minimieren und damit auch das Ermüden der Armmuskulatur.

Bei Reverse verfolgte man viele Ansätze, die sich unter anderem auch an dem Spank Vibrocore Gedanken bedienten. Allerdings nicht mit dem gewünschten Erfolg, dass die Vibrationen wirksam reduziert werden. In enger Zusammenarbeit mit dem Testlabor EFBE in Deutschland hat man nach einer Lösung gesucht. Das Ergebnis war eine spezielle Verarbeitungstechnologie von Carbon-Laminaten.

Genau das hat Reverse mit dem Black-One Vorbau gemacht. Ein Vorbau für zwei Lenkerdurchmesser. Passend zum Lenker kommt der Reverse Components Black One in schwarz mit orangefarbnenen Decals. Klugerweise sind die Anzugsmomente direkt am Vorbau aufgedruckt. Wichtig ist hierbei zu beachten, dass die oberen Schrauben mit 6nm angezogen werden, während die unteren mit nur 1nm angezogen werden dürfen.

Fahreindruck des Seismic Cockpits

XC Cockpits sind in der Regel für die Schmalschultrigen Fahrer konzipiert. Dementsprechend findet man bei Lenkern mit einem Rise von 5-10mm meistens nur eine Lenkerbreite von bis zu 760mm. Für jemanden, der breitschultiger ist und eher im Enduro und Allmountain Segment zuhause ist, ist das immer eine Umgewöhnung.

Trotz des Seismic Features lenkt sich das Reverse Cockpit sehr direkt und gibt ein gutes Feedback vom Trail an den Fahrer weiter. Zunächst war ich recht skeptisch, was die zusätzliche Dämpfung betrifft. Allerdings fühlt es sich gerade auf ebenen Trails mit viel Tretanteil und Wurzeln richtig gut an. Zusätzlich sei an der Stelle noch einmal gesagt, wie gut die aufgerauten Flächen am Lenker funktionieren.

Optisch ist das Reverse Seismic Cockpit ein echter Hingucker. Etwas gedämpft wird das, durch die sehr prominenten Decals. Mir persönlich wäre da eine eher dezentere Variante lieber gewesen. Richtig gut ist allerdings die Herangehensweise von Reverse, was die verschiedenen Standards betrifft.

Zusammenfassung des Black One Pedal Tests

Insgesamt punktet das Black One von Reverse vor allem durch das geringe Gewicht und den ästhetischen Pedalkörper. Das „Kleine Schwarze“ aus dem Hause Reverse Components ist der nächste Kandidat in unserem Pedalcheck. Gleich vorweg, das Reverse Black One ist mit angegebenen 309 g (pro Paar) das leichteste Pedal in unserem Testfeld.

Das Pedalset in schlichtem Schwarz kommt mit 4 Ersatzpins in der Packung daher. Individualisten können sich einen passenden farbigen Satz Pins besorgen. Hier bietet Reverse die Auswahl zwischen Schwarz, Rot, Orange, Gold, Blau, Hellblau, Grün und Violett. Die Pins ragen beim Reverse Pedal 4 mm über das Pedal hinaus. Bereits in der Hand ist das geringe Gewicht deutlich spürbar. Ein erster Blick auf das Pedal zeigt auch, wie dieses Gewicht zustande kommt: Der Pedalkörper ist sehr ästhetisch gearbeitet und hat auch nur dort Material, wo es notwendig ist. An verschiedenen Stellen gibt es offene Strukturen, Löcher und filigrane Streben. Auch die Pedalgröße trägt zum geringen Gewicht bei.

Die Größe ist mit 100 mm x 100 mm angegeben und es befinden sich 10 Alu-Pins pro Pedalseite, die mittels 3 mm Inbusschlüssel gewechselt werden können. Beim Anlegen des Messschiebers fiel auf, dass die tatsächliche Aufstandsfläche für den Fuß, also gemessen ohne den Überstand der Pedalunterseite, 92 mm X 100 mm beträgt. Das stellte sich für mich als Herausforderung heraus, da ich so sehr konzentriert auf meine Fußposition auf dem Pedal achten musste.

Das nachgewogene Gewicht betrug 312 g, lag also absolut im Toleranzbereich von ca. 1 % Abweichung, die auch bei uns zustande gekommen sein kann. Auf der Verpackung sind sogar 325 g angegeben, also wie auch beim DMR Vault sehr unterschiedliche Angaben, in diesem Fall jedoch mit dem besseren Ende für den Kunden.

Praxiserfahrungen mit den Black One Pedalen

Im Praxistest brauchte ich anfangs eine kurze Umgewöhnungszeit, um mit der geringeren Pedalgröße im Unterschied zu unserem Referenzpedal, dem DMR Vault, klar zu kommen. So musste ich mich anfänglich sehr konzentrieren, den Fuß korrekt auf dem Pedal stehen zu haben, um auch den maximalen Grip zu erhalten. Ich rutschte beim Pedallieren gelegentlich leicht vom Pedal, bevor ich wieder den optimalen Stand hatte. Mögliche Ursache dafür könnte auch die Form des Pedalkörpers sein. Denn anders als beim DMR Pedal, steht man beim Black One eher auf der Pedalachse, da die Pedalränder eine andere Höhe haben als die Achse selbst. Auch die 1 mm kürzeren Pins meine ich beim Fahren in Punkto Grip gespürt zu haben.

Positiv fiel die deutlich geringere Pedalhöhe auf. Gerade einmal 12 mm misst das Pedal an der dünnsten Stelle. An der Pedalaussenseite sind es 14 mm, immer noch 3 mm weniger als unser Referenzpedal. Dadurch ist der Fuß der Pedalachse noch näher und das Feedback noch direkter. Der etwas geringer ausfallende Grip wird dadurch gut kompensiert. Im Downhill hatte ich so auch nie Probleme und hatte immer einen festen Stand. Der filigrane Pedalkörper hat jedoch noch einen kleinen Nachteil. Die kleinen Löcher um die Pins auf der Gegenseite mit einem Tool zu erreichen und die diversen Öffnungen sind willkommene Behausungen für den hiesigen Trail-Dreck.

Auch die Pedalhöhe fällt positiv auf, wodurch das Feedback von der Pedalachse noch direkter ist. Die verhältnismäßig kleine Aufstandsfläche für den Fuß war für mich anfangs ungewohnt, ist allerdings kein Nachteil, wenn man sich darauf einlassen kann und seine Fußposition entsprechend kontrolliert. Fahrer mit kleineren Füßen als ich (sub Gr. 44) sollten hier keine Probleme haben. Der Grip ist insgesamt gut, allerdings geringer als bei unserem Referenzpedal dem DMR Vault.

Unterm Strich bekommt man für 119,90€ (UVP) vor allem ein leichtes und schickes Pedal, das mit sehr gutem Feedback aufgrund der geringen Pedalhöhe und insgesamt gutem Grip punktet. Wehrmutstropfen bei dem schönen Pedal sind meiner Meinung nach die Schmutzfallen, aber dafür gibt es ja die Zahnbürste in der gut sortierten Werkstatt. Wem die 312 g nicht reichen, kann auch eine Titanachse nachrüsten und das Gewicht so auf 244 g drücken.

Technische Daten Reverse Black One Junior Pedale

Merkmal Wert
Pedalgröße 100 x 83 mm
Pedalhöhe 14 mm
Lagerung 1x IGUS schmierfreie Gleitlager / 2x mehrfach gedichtete Industrielager
Pin-Setup 16 Stahlpins pro Pedal, Länge: 9mm
Pinhöhe 3 mm Überstandshöhe zum Pedalkörper
Gewicht 307 g im Paar
Material Aluminium (Pedal) / CrMo (Achse)
Preis 99,90 Euro

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