Es gibt viele Kleinigkeiten an einem Bike, die unglaublich stören können - aber eine rasselnde oder springende Schaltung ist wohl am nervigsten. Die Kraft landet nicht mehr dort, wo man sie braucht, oder man kommt nicht mehr in den gewünschten Gang.
Austausch von Schalthebeln
Es ist möglich, Einzelteile wie den Schalthebel (Flightdeck) einer Shimano Ultegra 6500 Gruppe aus dem Jahr 1997 durch modernere zu ersetzen. Für eine weiterhin gute Funktion empfiehlt es sich, einen wenig gebrauchten 6510-er Hebel zu beschaffen. Die 6500-er Hebel verschleißen schneller und schalten dann, vor allem rechts, nicht mehr richtig runter. Auch die (genau so alten) 5500-er Hebel der 105-er Gruppe sind 2*9, also passend. Ansonsten passt alles, was als "Shimano-9-fach" kompatibel angeboten wird.
Die aktuellen Hebel, die passen würden, sind die Sora. Außerdem wird der Schaltzug hier am Lenker entlang und nicht direkt zum Unterrohr geführt, dass benötigt, wegen der vermehrten Biegungen besseres Bowdenzug(gleit)material und wird eventuell auch durch eine stärkere Rückholfeder am Sora-Schaltwerk ausgeglichen.
Deine Ultegra hat 9 Ritzel hinten, also kannst du auch heute noch alles verwenden, was Shimano 9-fach ist.
Einstellung der Schaltung
Unterschiedlichste Faktoren beeinflussen die Schaltperformance, z.B. kann eine verschlissene und zu lange Kette über die Ritzel rutschen und so den Spaß beim Ride ruinieren. Das Vorgehen zur Einstellung der Schaltung funktioniert für alle Hersteller ähnlich. Schaltet für den Einstellvorgang die Kette an der Kurbel am besten auf das große Kettenblatt. Dadurch ist das Schaltwerk gestreckter, wodurch ihr die korrekte Ausrichtung leichter überprüfen könnt.
Endanschläge des Schaltwerks
Zuerst solltet ihr die Endanschläge des Schaltwerks checken und einstellen. Hierfür dienen die zwei kleinen Schrauben am Schaltwerk, die meist mit H und L gekennzeichnet sind. Dabei steht H für High, womit man den Endanschlag am kleinsten Ritzel bzw. am größten Gang justiert. Das L steht für Low - mit dieser Schraube stellt ihr den Anschlag am größten Ritzel, bzw.
Die erste Einstellung erfolgt an der H-Schraube. Schaltet dafür auf das kleinste Ritzel. Die Röllchen des Schaltwerks sollten in einer Linie unterhalb des kleinsten Ritzels sitzen. Ist das nicht der Fall, muss das Schaltwerk mittels der H-Schraube in die korrekte Position gebracht werden. Achtung: Das Schaltwerk sollte auf keinen Fall rechts vom kleinsten Ritzel sein, da die Kette sonst zwischen Rahmen und Kassette springen kann.
Beim nächsten Schritt stellt ihr den oberen Endanschlag ein. Schaltet hierfür auf das größte Ritzel. Die Röllchen des Schaltwerks sollten nun in einer Linie unterhalb des größten Ritzels sitzen. Ist das nicht der Fall, muss das Schaltwerk mittels der L-Schraube in die korrekte Position gebracht werden. Das Drehen nach rechts bewegt den Endanschlag vom Laufrad weg, nach links geht es zum Laufrad hin.
Falls ihr nicht auf das größte Ritzel schalten könnt, müsst ihr die Zugspannung mittels der Einstellschraube am Schaltwerk erhöhen. Das Drehen gegen den Uhrzeigersinn erhöht hier die Spannung. Nun sollte die Kette auf das große Ritzel springen.
Schaltet hierfür auf das kleinste Ritzel und drückt dann das Schaltwerk von Hand zum größten Ritzel, ohne den Schalthebel zu betätigen. Achtung: Das Schaltwerk sollte sich auf keinen Fall links vom größten Ritzel bewegen lassen, da sonst die Gefahr besteht, dass die Kette zwischen Speichen und Kassette springt. Die Endanschläge sind nun eingestellt und müssen für den Rest des Einstellvorgangs nicht mehr verändert werden.
Schalt-Index
Der nächste Schritt ist die Einstellung des Schalt-Indexes. Schaltet hierfür zuerst auf das kleinste Ritzel und dann einen Gang nach oben. Springt die Kette nicht korrekt auf das zweite Ritzel, muss die Zugspannung des Schaltzuges erhöht werden. Springt die Kette nicht korrekt auf das zweite Ritzel, muss die Zugspannung des Schaltzuges erhöht werden.
Zur Kontrolle, ob die Gänge nun richtig schalten, könnt ihr alle Gänge schrittweise durchschalten. Schaltet nicht zu schnell, da sonst der korrekte Schaltvorgang nicht richtig überprüft werden kann.
Falls die Schaltung nur auf einem Teil der Kassette gut funktioniert, solltet ihr das Schaltauge überprüfen - es könnte evtl. Schwergängige Züge beeinflussen die Schaltperformance stark. Falls sich trotz korrekter Einstellung kein sauberes Schaltverhalten zeigt, müssen sie evtl.
Einstellung des Umwerfers
Das Einstellen des Umwerfers ist generell etwas einfacher als das Einstellen des Schaltwerks. Die Einstellung der Anschläge erfolgt wie beim Schaltwerk über die H- und L-Schraube. Dabei steht H für High, womit man den oberen Anschlag am großen Kettenblatt einstellt.
Anschläge des Umwerfers
Im ersten Schritt wird der untere Anschlag des Umwerfers eingestellt. Schaltet hierfür die Kette auf das kleine Kettenblatt und das größte Ritzel. Der Umwerfer steht korrekt, wenn das innere Leitblech etwa 1 mm von der Kette entfernt ist. Ist das Leitblech zu nah an der Kette, kommt es zum Kontakt und zur Geräuschentwicklung.
Im zweiten Schritt wird der obere Anschlag des Umwerfers eingestellt. Schaltet hierfür die Kette auf das große Kettenblatt und das kleinste Ritzel. Der Umwerfer steht korrekt, wenn das äußere Leitblech etwa 1 mm von der Kette entfernt ist - wenn das Leitblech zu nah an der Kette ist, kommt es zum Kontakt und zur Geräuschentwicklung.
Schaltperformance prüfen
Im nächsten Schritt solltet ihr die Schaltperformance vom kleinen auf das große und vom großen auf das kleine Kettenblatt überprüfen. Funktioniert das einwandfrei, muss keine weitere Einstellung erfolgen.
Funktioniert der Wechsel vom kleinen auf das große Kettenblatt nicht richtig, dann ist die Zugspannung des Schaltzuges zu gering. Funktioniert der Wechsel vom großen auf das kleine Kettenblatt nicht richtig, ist die Zugspannung des Schaltzuges zu hoch. Falls die Schaltung trotz korrekter Einstellung Geräusche macht, ist evtl. Schwergängige Züge beeinflussen die Schaltperformance stark. Falls sich trotz korrekter Einstellung kein sauberes Schaltverhalten zeigt, sollten sie evtl.
Feinjustierung des Umwerfers
-
Position kontrollieren: Schalten Sie aufs größte Ritzel und aufs kleinste Kettenblatt. Die Unterkante des Umwerfer-Leitblechs sollte gleichmäßig etwa zwei Millimeter über dem großen Kettenblatt verlaufen. Moderne Kettenblätter haben teils unterschiedlich geformte Zähne - die höchsten sind der Maßstab für den Abstand!
-
Ausrichtung prüfen: Schauen Sie von oben, vorne und hinten auf Umwerfer und Kettenblatt. Das äußere Leitblech muss parallel zu den Kettenblättern stehen. Fällt Ihnen die Einschätzung schwer, drücken Sie den Schalthebel leicht, damit das Leitblech direkt über den Zahnspitzen steht.
-
Umwerfer justieren: Ist eine dieser beiden Bedingungen nicht erfüllt, entspannen Sie den Schaltzug, indem Sie aufs kleine Kettenblatt schalten. Lösen Sie die Befestigungsschraube des Umwerfers an der Rahmenbefestigung oder an der Klemmschelle am Rahmen, indem Sie sie ein bis zwei Umdrehungen gegen den Uhrzeigersinn bewegen.
-
Justieren Sie den Umwerfer und halten Sie ihn in der richtigen Position fest. Drehen Sie die Schraube wieder gemäß Herstellerempfehlung fest (bei Sockelbefestigung meistens 5 bis 7 Newtonmeter).
-
Schellen an Carbonrahmen müssen Sie umsichtig festschrauben. Beginnen Sie mit 2,5 Newtonmeter und steigern Sie in Schritten von 0,5 Newtonmeter, bis die Schelle verdrehsicher sitzt.
-
Hält der Umwerfer bei 3,5 Newtonmeter noch nicht, tragen Sie an der Schellen-Innenseite Carbonmontagepaste auf. Kontrollieren Sie dann erneut, ob das Leitblech nun richtig ausgerichtet ist.
Detaillierte Schritte zur Umwerfereinstellung
-
Kontrollieren Sie den Abstand des inneren Leitblechs zur Kette bei entspanntem Zug (Kette auf dem kleinen Blatt). Drehen Sie dazu die Kurbel - die Kette darf nicht streifen, der Abstand muss jedoch so klein wie möglich sein. Mehr als ein halber Millimeter Abstand kann dazu führen, dass die Kette beim Schalten abgeworfen wird. Stellen Sie den Abstand mit der innen liegenden Endanschlagschraube ein.
-
Diese Schraube lässt sich meist nur schwer drehen, weil der Umwerfer mit hoher Federkraft aufliegt; entlasten Sie die Schraube, indem Sie den Werferkäfig von Hand etwas nach außen schwenken. Drehen Sie die innere Schraube in Viertelumdrehungen im Uhrzeigersinn ein, bis die Stellung des Umwerfers stimmt.
-
Überprüfen Sie die Zugspannung: Dazu muss die Spannschraube des Umwerferschaltzuges am Unter- oder Steuerrohr ganz hineingedreht und der Schaltgriff entspannt sein (Kette auf dem kleinen Kettenblatt). Ziehen Sie den Zug probeweise vom Unterrohr weg - der Umwerfer sollte sich dann möglichst unmittelbar bewegen.
-
Ist dies nicht der Fall, drehen Sie die Spannschraube an der Klemmschelle eine Umdrehung heraus. Straffen Sie den Zug, indem Sie ihn festhalten, die Zugklemmschraube ein bis zwei Umdrehungen öffnen, den Zug straffziehen und wieder klemmen (Drehmoment 5 bis 7 Newtonmeter). Schalten Sie auf ein mittleres Ritzel und aufs große Kettenblatt.
-
Klettert die Kette nicht, ist die Zugspannung noch zu gering. Spannen Sie den Zug mit der Spannschraube an Steuerrohr oder Unterrohr um eine halbe Umdrehung entgegen den Uhrzeigersinn. Versuchen Sie erneut, auf das große Blatt zu schalten. Straffen Sie den Zug so lange, bis das problemlos klappt.
-
Lassen Sie die Kette auf dem großen Blatt, schalten Sie aufs kleinste Ritzel. Der Umwerfer muss möglichst eng an die Kette justiert werden, damit diese nicht nach außen abgeworfen wird. Schalten Sie aufs kleine Kettenblatt. Drehen Sie die äußere Endanschlagschraube eine Viertelumdrehung ein. Schalten Sie wieder hoch. Wiederholen Sie das so oft, bis die Einstellung stimmt.
Zusätzliche Tipps
-
Gegenkontrolle: Bei Shimano-Umwerfern prüfen Sie die richtige Zugspannung, indem Sie aufs größte Kettenblatt und größte Ritzel schalten. Bei entspannter Trimmstufe (sofern vorhanden) darf der Umwerfer zur Kette einen Abstand von maximal 0,5 Millimetern haben.
-
Funktionstest: Testen Sie die Schaltungseinstellung vor der Fahrt gründlich! Während das Rad im Montageständer hängt, schalten Sie bei wechselnder Kurbeldrehzahl mehrmals schwungvoll vom großen aufs kleine Blatt, wenn hinten das größte Ritzel aufliegt. Wiederholen Sie die Prüfung mit der Kette auf dem kleinsten Ritzel.
-
Probefahrt: Machen Sie nach der Einstellung eine Testfahrt abseits des Straßenverkehrs und schalten Sie nochmals alle Gänge durch.
-
Kontrolle: Kontrollieren Sie die Schrauben der Zugbefestigungen und die Befestigung von Schaltwerk und Umwerfer mit einem Drehmomentschlüssel gemäß den Angaben Ihres Schaltungsherstellers nach 100 bis 300 Kilometern Fahrt, danach alle 2.000 Kilometer.
Werkzeug und Hilfsmittel
- Innensechskant-Schlüssel
- Drehmoment-Schlüssel mit Bits
- Schlitz- oder Kreuzschlitzschraubendreher
- Carbon-Montagepaste
Verwandte Beiträge:
- Shimano GRX Schaltwerk 11-fach: Test & Kaufberatung
- Shimano Dura Ace Kassette 11-fach: Test, Vergleich & Kaufberatung
- Shimano XT Übersetzung: Die optimale Übersetzung finden
- Shimano EP8 App Einstellungen: Optimale Einstellungen für Deine E-Bike Tour
- Elektroroller 80 km/h: Modelle, Test & Kaufberatung
- Shimano Naben Unterschiede enthüllt: Der ultimative Vergleich für jede Fahrradmarke!
Kommentar schreiben