Shimano Ultegra Brems-Schalthebel im Test: Eine umfassende Analyse

Die Shimano Ultegra-Gruppe ist bekannt für ihre Vielseitigkeit und hohe Leistung. Shimano stellt seine neue Dura-Ace Schaltgruppe mit dem Slogan „For those who never compromise“ vor und will damit auf die kompromisslose Performance seiner neuesten High-End Rennradschaltung hinweisen.

Die Evolution der Shimano Ultegra

Die Ultegra 6800 ist deutlich von der Shimano Dura-Ace 9000 beeinflusst. Das fällt vor allem beim neuen 4-Arm-Kurbelsatz auf. Mit der aktuellen Generation wird Shimanos Vorsprung gegenüber der Konkurrenz deutlich, einen spürbaren Unterschied zwischen Ultegra und der viel teureren Dura-Ace hingegen gibt es nicht.

Technische Details und Innovationen

Wir sprechen von effizienterem Schalten, verkürzten Hebelwegen, neue Dual-Pivot Bremsen mit 10% mehr Bremskraft als der Vorgänger, 11-fach kompatibel und handgemachten Laufrädern. Die Oberfläche wurde mit einer Technologie namens Sil-Tec behandelt. Die gleiche Technologie kommt auch bei der Dura-Ace 9000 zum Einsatz um den Kettenabrieb zu reduzieren.

Die Schalthebel

Die schlanke Form des ST-6800 Dual-Control Hebels folgt ganz klar der Dura-Ace 9000. Dank des geänderten Designs, ist das Schalten nun leichter und der Hebelweg deutlich kürzer als beim Vorgänger. Außerdem sorgt der Carbonbremshebel für optimale Kraftübertragung. Beim ersten Griff an die Schaltbremshebel fällt deren leicht geänderte Form auf. Die Griffkörper sind schlanker, die Oberseite ist etwas flacher, sodass die Hände bequem aufliegen.

Schaltwerk und Umwerfer

Die zwei komplett überarbeiteten Umwerfer (vorne und hinten) sind deutlich leichter und kompakter als ihre Vorgänger. Vor allem der hintere Umwerfer erinnert wieder stark an das Design der Dura-Ace 9000. Der neue Federmechanismus sorgt für schnelleres und genaueres Schalten. Der vordere Umwerfer (FD-6800) wurde entwickelt um mit Shimanos beschichteten Zügen und dem ST-6800 STI Schalthebel kürzere Hebelwege und eine direktere Schaltung zu ermöglichen.

Bremsen

Die Ultegra-Aero Bremse hat direkte Aufhängungsmöglichkeiten für die Gabel und für den Hinterbau. Die Verwindung der Bremsarme wurde deutlich reduziert und die Bremsleistung verbessert. Die mitgelieferten R55C4 Bremsbeläge sind nur für Aluminiumfelgen geeignet.

Die Ultegra R8000 im Detail

Ein Jahr nach der Top-Gruppe Dura-Ace hat der japanische Komponentenriese nun die Nummer zwei unter seinen Rennradgruppen grunderneuert. Technisch und optisch orientiert sich die neue Ultegra R8000 stark an der Dura-Ace R9100. Andere Materialien und Fertigungstechnologien stellen aber sicher, dass die Ultegra deutlich günstiger ist als die Dura-Ace und somit für breite Käuferschichten erschwinglich bleibt.

Erste Eindrücke der Ultegra R8000

Die Schalt-/Bremshebel zeigen sich nur moderat überarbeitet. Die inneren Schalthebel sind etwas größer als bisher und aus allen Griffpositionen perfekt zu erreichen. Wie bei der Dura-Ace weisen die Griffgummis eine Textur auf der Oberfläche auf und greifen sich auch ohne Handschuhe äußerst angenehm. Der Abstand der Bremshebel zum Lenker ist wie bisher stufenlos einstellbar.

Schaltperformance der R8000

Zumindest mit neuen Zügen sind die Bedienkräfte beim Schalten so frappierend niedrig, dass sich in Bezug auf die teure elektrische Di2-Schaltung fast die Sinnfrage stellt. Formal folgt das Schaltwerk dem von den Mountainbike-Gruppen und der Dura-Ace R9100 bekannten Shadow-Design. Die Schaltwerksaufhängung sitzt nun im Windschatten des Parallelogramms.

Bremsleistung der R8000

Ähnlich beeindruckend wie das Schaltsystem funktionieren die neuen Bremsen. Die Zangen profitieren spürbar von einer steiferen Konstruktion und sprechen noch knackiger an als ihre Vorgänger. Die leicht geänderte Form trägt auch dem Trend zu breiteren Reifen Rechnung. Unverändert blieben die schon bei der alten Ultegra verwendeten SP41-Züge mit Silikonschmierung und die bewährten Bremsbeläge vom Typ R55C4.

Kurbel und Antrieb der R8000

Blickfang der Ultegra 8000 ist die markante vierarmige Kurbel, die wie bisher aus Aluminium gefertigt wird. Mit tiefgrau eloxierter Oberfläche wirkt die Antriebseinheit edel und hochwertig. Bei der Befestigung vertraut Shimano weiter der bewährten Hollowtech-2-Technologie mit durchgehender 24-Millimeter-Welle. Anders als bei der Dura-Ace-Kurbel wird das äußere Kettenblatt nicht komplett aus Aluminium gefertigt. Stattdessen setzt Shimano auf einen Verbund aus Leichtmetall und Kunststoff.

Shimano Ultegra Di2 und Dura Ace Di2

Mit dem 12. Ritzel, neuen Schaltungstechnologien und verbesserter Bremsperformance sitzen die Ultegra und Dura Ace Di2 Gruppen an der Spitze der Rennrad Gruppen von Shimano. Die Hyperglide+ Technologie aus den neuesten MTB Gruppen wurde in die neuesten Di2 Gruppen adaptiert und macht Schaltvorgänge geschmeidiger und schneller. Die größte Neuerung neben dem 12. Ritzel ist die kabellose Übertragung von Schaltbefehlen der Bremsschalthebeln.

Vergleich der Shimano Rennrad-Schaltgruppen

Wer ein neues Rennrad kauft, muss neben dem Fahrrad selbst auch eine Schaltgruppe auswählen, die das gute Stück zieren darf. Und die Auswahl an verschiedenen Arten von Shimano Schaltgruppen für Rennräder ist riesig; die Shimano Tiagra-, Shimano 105- und Shimano Ultegra-Gruppe sind nur einige Beispiele. Aber wie gut sind all diese Shimano Schaltgruppen und was sind die Unterschiede zwischen den Shimano Gruppen?

Die Rangordnung der Gruppen

Der Einsteiger Bereich startet bei der Tiagra Gruppe und die hochwertigste Gruppe, Shimano Dura Ace, wird von den besten Teams der Welt bei den härtesten Rennen gefahren. Egal ob von der gemütlichen Wochenendausfahrt oder den anspruchsvollsten Einsatz, von Shimano gibt es eine passende Gruppe für jeden Bedarf. Der Name gibt also die Information über die Qualitätsstufe der Gruppe.

Generelle Unterschiede zwischen den Schaltgruppen

Von Gruppe zu Gruppe werden hochwertigeren Materialien und genauere Fertigungstoleranzen verwendet. Das bedeutet, dass die hochwertigen Gruppen aufwändiger zu fertigen sind und die hochwertigen Materialien zusammen mit dem größeren Herstellungsaufwand einen höheren Preis, allerdings auch eine genauere Schaltperformance und geringeres Gewicht erzeugen.

Die Shimano Tiagra

Wie oben bereits erwähnt, ist die Tiagra Gruppe an Einsteiger gerichtet und bietet einen günstigen Preis mit guter Funktionalität, allerdings leichten Abstrichen in puncto Gangauswahl und Ergonomie. Tiagra verfügt über eine Kurbel mit zwei oder drei Kettenblättern, obwohl eine dreifach Kurbel im Rennrad Bereich recht selten anzutreffen ist, und einer 10-Fach Kassette. Seit der 4700er Serie ist die Tiagra auch mit hydraulischen Scheibenbremsen erhältlich.

Die Shimano 105

Bei jeder neuen Generation der 105er schreiben die Fachzeitschriften “die 105er ist näher an Ultegra als je zuvor” und es stimmt. Die R7000 Ist fast identisch zur Ultegra was die Ergonomie und Übersetzungen angeht. Die Brems-Schaltgriffe gibt es sogar in einer kleineren Version für Fahrer*innen mit kleinen Händen.

Die Shimano Ultegra

Jetzt kommen zum ersten mal in der Gruppenreihenfolge Leichtbaukomponenten und besonders hochwertige Materialien zum Einsatz. Das bedeutet zum einen Gewichtsersparnis und etwas genauere Schaltvorgänge sowie ein präziseres Schaltgefühl. Sowohl die Kette als auch die Kassette bekommen eine spezielle Beschichtung, die für schnellere Schaltvorgänge sorgt.

Die Shimano Dura Ace

Carbon, Titan und ein unvergleichliches Finish. Die Dura Ace ist als Top Gruppe bis ins letzte Detail entwickelt und definitiv an die Rennfahrer und absoluten Enthusiasten gerichtet. Hier geht es darum, die letzten Gramm Gewichtsersparnis herauszukitzeln und weniger um eine Verbesserung der hervorragenden Schaltperformance der Ultegra.

Die Shimano Ultegra 6800 im Überblick

Die neue Ultegra 6800 sieht gut aus und bietet viel. Komplett soll sie (je nach Version) rund 2300 Gramm wiegen, der Preis soll auf Niveau der aktuellen Ultegra 6700 liegen.

Schalt-/Bremshebel ST-6800

Der Brems-/Schalthebel ST-6800 der neuen Shimano Ultegra 6800 ist ergonomischer als sein Vorgänger, seine Mechanik ist für 11 Ritzel und 2 Kettenblätter ausgelegt. Gewicht (Set): 425 g

Schaltwerk RD-6800 SS

Das Standard-Schaltwerk der neuen Shimano Ultegra 6800 ist für elf Ritzel ausgelegt. Gewicht: 195 g

Schaltwerk Longcage RD-6800 (GS)

Das Schaltwerk mit langem Käfig der neuen Shimano Ultegra 6800 ist für große 11-fach-Kassetten ausgelegt - bis zu 32er-Ritzel sind damit schaltpar. Gewicht: 207 g

Umwerfer FD-6800

Der Umwerfer der neuen Shimano Ultegra 6800 ist für 2 Kettenblätter ausgelegt. Gewicht: 89 g (Das Modell mit Befestigungs-Schelle soll 104 g wiegen).

Kassette CS-6800

Die Kassette CS-6800 der Shimano Ultegra 6800 hat elf Ritzel - das ist der neue Standard bei Rennrad-Schaltungen. Es werden für die neue Ultegra 6800 Ritzelpakte von 11-23 bis 11-32 Erhältlich sein. Gewicht (11-23): 212 g

Kurbelsatz FC-6800

Auf den Kurbelsatz der neuen Shimano Ultegra 6800 passen alle Kettenblattgrößen. Für die neue Ultegra 6800 werden folgende Kombinationen erhältlich sein: 53/39; 52/36; 50/34 und 46/36. Gewicht (53*39 mit Innenlager): 765 g

Kette CN-6800

Die Kette der neuen Shimano Ultegra 6800 ist für 11-fach optimiert, sie hat keine Laufrichtung. Gewicht (114 glieder): 212 g

Bremskörper BR-6800

Die Bremsen der neuen Shimano Ultegra 6800 11-fach sollen 10 Prozent mehr Leistung bringen. gewicht (Paar): 335 g

Aero-Bremse BR-6810-F

Für die neue Shimano Ultegra 6800 11-fach ist auch eine Bremse zur Direktmontage an Aero-Gabeln erhältlich. Gewicht: 168 g

Nabe FH-6800

Der hintere Nabenkörper der neuen Shimano Ultegra 6800 wurde komplett neu konstruiert, damit die 11-fach-Kassetten auf den breiteren Freilaufkörper passen. Mit Adapter-Ring passen aber auch weiterhin alle 10-fach-Kassetten auf die 11-fach-Naben.

Laufradsatz WH-6800

Passend zur neuen Shimano Ultegra 6800 11-fach bringen die japaner auch einen neuen laufradsatz. DR WH-6800 bietet 11-fach-Kassetten Platz.

Gewichte der neuen Shimano Ultegra R8000

Hier ist eine Übersicht der Gewichte der verschiedenen Konfigurationen der Shimano Ultegra R8000:

Komponente Mechanische Ultegra R8000 mit Felgenbremsen Ultegra R8000 Di2 mit Felgenbremsen Mechanische Ultegra R8000 mit Scheibenbremsen Ultegra R8000 Di2 mit Scheibenbremsen
STI-Brems-/Schalthebel 438 Gramm 295 Gramm 550 Gramm 360 Gramm
Schaltwerk 200 Gramm 242 Gramm 200 Gramm 242 Gramm
Umwerfer (für Sockel) 92 Gramm 132 Gramm 92 Gramm 132 Gramm
Kurbelsatz (52/36 Zähne) 681 Gramm 681 Gramm 681 Gramm 681 Gramm
Innenlager 63 Gramm 63 Gramm 63 Gramm 63 Gramm
Kassette 11-fach 11-30 Z. 269 Gramm 269 Gramm 269 Gramm 269 Gramm
Kette (114 Glieder) 257 Gramm 257 Gramm 257 Gramm 257 Gramm
Bremsen (v./h.) 360 Gramm 360 Gramm 280 Gramm -
Bremsscheiben (160 mm) - - 257 Gramm -
Gesamt 2.360 Gramm 2.299 Gramm 2.649 Gramm -

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