Als Shimano im vergangenen August zeitgleich mit der Top-Rennrad-Gruppe Dura-Ace auch die neue Schaltung und Scheibenbremse der Ultegra vorstellte, war das ein Novum.
Normalerweise erscheint das Komponenten-Ensemble aus der zweiten Reihe mit einigem zeitlichen Versatz, weil das mehr Aufmerksamkeit verspricht.
Beim jüngsten Generationswechsel ging die Shimano Ultegra im Rummel um die neue Dura-Ace jedoch beinahe unter.
Und wenn sie ins Gespräch kam, dann meist nur, weil sie nirgends zu bekommen war.
Denn Corona macht Shimano weiterhin einen dicken Strich durchs Geschäft: Fabrikschließungen, Transportprobleme und die anhaltend riesige Nachfrage führen dazu, dass die meisten Interessenten die neuen Shimano-Komponenten zum Start in die Rennradsaison nur von Bildern kennen.
Weil die teure Dura-Ace Priorität hatte, blieb die Ultegra zunächst eine Ankündigung.
Radhersteller, Händler oder Online-Shops konnten lange nicht mal Prognosen für ein Lieferdatum geben.
Die neue 12fach-Ultegra R8100 an den ersten Rennradmodellen
Ein halbes Jahr nach der Vorstellung der Shimano Ultegra R8100 tröpfelt die Gruppe nun sehr langsam in die Läden - zunächst wohl nur an Kompletträdern, einige Beispiele zeigt unser begleitender Radtest in der April-Ausgabe.
Auch TOUR konnte erst im Februar ein Muster von Shimano-Importeur Paul Lange ergattern.
Im ersten ausführlichen Labor- und Praxistest musste die neue Ultegra-Generation mit dem Kürzel 8100 sogleich beweisen, was sie kann: Bleibt die Shimano Ultegra eine Ausstattung fürs Rennrad, mit der man nichts falsch macht?
Oder bergen der technische Fortschritt und die viele Elektronik, die in der Gruppe steckt, auch Risiken, etwa für Haltbarkeit und Zuverlässigkeit?
Im TOUR-Test versuchen wir, diesen Fragen auf den Grund zu gehen.
Wie immer ist das Design an die Top-Gruppe angelehnt und unterscheidet sich hauptsächlich in der Anmutung der Oberflächen.
Umwerfer und Schaltwerk wurden deutlich schlanker, die Kurbel greift das neue Design der Dura-Ace auf.
Doch während die Dura-Ace an den meisten Teilen Klavierlack-ähnlichen Glanz zur Schau stellt, wirken die mattschwarzen Ultegra-Teile zurückhaltender und weniger edel.
Am auffälligsten ist der Unterschied an der Kurbel, die auch etwas schlichter geformt ist.
Ihre Oberfläche ist dafür weniger empfindlich für Schleifspuren als die Hochglanz-Beschichtung der Dura-Ace.
Shimano setzt weiterhin auf die bewährte Hollowtech-II-Konstruktion, die hohlen Kurbelarme bestehen aus je zwei verklebten Aluminiumschalen.
Der Kurbelsatz der Ultegra wurde um 35 Gramm schwerer, eine ähnliche Gewichtszunahme fiel auch schon bei der Dura-Ace auf.
Möglicherweise ist das eine Reaktion auf eine Anzahl versagender Dura-Ace- und Ultegra-Kurbeln der vorangegangenen Generation, bei denen sich nach langer Nutzung die Verklebung der Kurbelarme löste.
Auch bei den Bremshebeln sieht und spürt man einen Unterschied - sie bestehen wieder aus Alu statt Carbon, was sie etwas schwerer macht und das Griffgefühl metallisch-kalt.
An anderen Teilen wurde geringfügig gespart, insgesamt wiegt die Zwölffach-Ultegra fast aufs Gramm genau so viel wie ihre Vorgängerin.
Schnelle Signale
Der erste Eindruck auf dem Rad stimmt positiv: Shimano bleibt seiner Linie treu und überträgt den technischen Fortschritt der Top-Gruppe uneingeschränkt auf die Nummer zwei.
Das spürt man beim Schalten wie beim Bremsen, auch wenn die Verbesserungen auf den ersten Kilometern eher subtil wirken.
Die Schaltknöpfe sind minimal größer und besser zu unterscheiden, ihr „Klick“ ist definierter als bisher.
Schaltvorgänge gehen tadellos und geschmeidig, die Bremsen packen kräftig zu und lassen sich vor allem bei hoher Bremsleistung spürbar besser dosieren.
Mit dem zwölften Ritzel am Hinterrad schließt die Ultegra zum derzeitigen Stand der Technik auf.
Fortan gibt es nur noch zwei Ritzelpakete, was die Konfiguration deutlich erleichtert.
Fahrer der 11-30-Kassette können sich über eine enge Ein-Zahn-Abstufung bis zum 17er-Ritzel freuen, die der 11-34 über einen echten Berggang ohne große Einbußen bei der Abstufung.
Auch bei der Kurbel gibt es nur noch zwei Varianten: kompakt mit 50/34 Zähnen und eine sportlichere 52/36-Abstufung - die für Profis gedachte 53/39-Variante bietet nur noch die Dura-Ace.
Schalten in Gedankenschnelle
Wichtigste Neuerung neben dem zwölften Ritzel ist die Signalübertragung via Funk von den Griffen zum Schaltwerk.
Die Ultegra-Schaltkomponenten selbst sind weiterhin verkabelt und werden von einem zentralen Akku mit Energie versorgt.
Das Schaltwerk fungiert als Kommandozentrale, verarbeitet die Befehle und dirigiert auch den vorderen Umwerfer.
Dass die Schaltvorgänge dennoch schneller sein sollen als bisher, klingt zunächst erstaunlich.
Unsere Messungen zeigen immerhin, dass die Schaltung auf der Funkstrecke kaum Zeit verliert: Nicht einmal vier Hundertstel Sekunden vergehen vom Druck auf den Schaltknopf, bis der Umwerfer zuckt.
Mit den altbekannten Kabeln reduziert sich die Reaktionszeit aber noch einmal um die Hälfte.
Ausschlaggebend dafür dürften schnellere Stellmotoren und optimierte Kettenwechsel sein, was sich allerdings schwer messen lässt und nach unserem Eindruck sicher nicht rennentscheidend ist.
In der Praxis hört man den Unterschied jedenfalls mehr, als dass man ihn spürt: Das Motorgeräusch des Umwerfers fällt deutlich kürzer aus als bisher.
Wieviel Saft braucht der Funk?
Trotz gleich gebliebener Akku-Kapazität (500 Milliamperestunden) packt das Schaltwerk mit einer Akku-Ladung 32.000 Gangwechsel und kommt damit ähnlich weit wie das bisherige verkabelte.
Noch mehr beeindruckt der neue Umwerfer.
Seinen Verbrauch konnte Shimano radikal senken, obwohl er nicht weniger kraftvoll zu Werke geht: Mit bis zu elf Kilo Kraft drückt der Käfig beim Schalten gegen die Kette, und das mit mehr Speed.
Mit 25.200 Schaltvorgängen ist er dabei ausdauernder als der Vorgänger (17.200 Wechsel).
Mit der weiterhin möglichen Verkabelung lässt sich sogar noch mehr Reichweite rausholen.
Um die Knopfzellen in den Griffen braucht man sich wenig zu sorgen: Während unseres Dauertests, der den Hauptakku viermal komplett entleerte, mussten wir sie nicht wechseln.
Die von Shimano angegebene Lebensdauer von bis zu zwei Jahren erscheint plausibel.
Doch es lohnt sich vorzusorgen: R1632-Knopfzellen sind nicht an jeder Ecke erhältlich.
Wechseln lassen sie sich relativ leicht.
Vorbildlich resistent
Bei der Mechanik geben sich die Japaner keine Blöße.
Trotz zusätzlichem Ritzel und schmalerer Kette zeigt sich die Ultegra vorbildlich resistent gegen Verschleiß.
Die von der MTB-Gruppe XT entliehene Kette ist enorm verschleißfest - ähnlich wie die sehr haltbaren Elffach-Ketten.
Auch die Ritzel sind vergleichbar hart wie die Vorgänger.
Nur an den Kettenblättern messen wir eine etwas weichere Legierung - doch der Unterschied ist gering; zudem hielten Shimano-Blätter in der Vergangenheit überaus lange.
Maßstäbe setzt Shimano mit den Scheibenbremsen.
Die Servo-Wave-Technologie, bisher nur von Mountain- und Gravelbikebremsen bekannt, leitet die Bremskraft vom Hebel nicht mehr linear weiter.
Stattdessen wird die Bremse mit zunehmendem Hebelweg immer stärker.
Das ist gerade dann spürbar, wenn es brenzlig wird, zum Beispiel bei Vollbremsungen auf steilen Abfahrten: Die neue Shimano-Bremse ist hier die kraftvollste Rennradbremse bisher und mit geringem Krafteinsatz bestens dosierbar.
Angenehmer Nebeneffekt: Weil die Beläge anfangs mehr Weg zurücklegen, lassen sie im „Ruhezustand“ mehr Abstand zur Scheibe.
Das ist pro Seite nur ein Zehntel Millimeter, doch das allgegenwärtige Schleifen nach starken Bremsungen konnten wir nicht mehr feststellen.
Dazu beitragen dürften auch die steiferen MTB-Scheiben (XTR bei Dura-Ace, XT bei der Ultegra).
Ein Schwachpunkt bleibt die hitzeempfindliche Sandwich-Konstruktion mit Alu-Kern: Schwere Fahrer können die Bremse in Extremsituationen immer noch zum Ausfall bringen und sollten in den Bergen lieber Vollstahl-Scheiben verwenden.
Fluch des Fortschritts
Trotz Neuerungen und Anleihen bei der Top-Gruppe Dura-Ace (>> zum Praxistest der Shimano Dura-Ace 9200) dürfte Shimano nervös auf ein Feedback des Marktes zur neuen 12fach-Ultegra warten.
Denn dass sie so gut beim Publikum ankommt wie frühere Ultegra-Generationen, ist keineswegs ausgemacht.
Zwar waren Scheibenbremsen und elektronisches Schalten schon zuvor teurer, zudem sind die Zeiten günstiger Online-Preise vorbei.
Der Listenpreis der neuen Ultegra R8100 liegt sogar etwas unter dem der Vorgängergruppe und bliebe gegenüber der fast 4.000 Euro teuren Dura-Ace vergleichsweise günstig.
Trotzdem verteuern die neuen Komponenten auch die Rennrad-Kompletträder für 2022, wie unser Test von sechs Marathon-Rennrädern mit der neuen Ultegra in TOUR 4/2022 zeigt.
Dass die mechanische Ultegra mit „alter“ Elffach-Technik weitergebaut wird, mag ein Trost sein - man kann es aber auch als Abstellgleis für mechanische Rennrad-Komponenten verstehen.
Enorme Reichweite
Die Reichweite des Akkus im Labortest: Ein selbst gebauter Roboter betätigt die Schaltknöpfe, ein Zähler dokumentiert die Bewegungen von Schaltwerk und Umwerfer.
Trotz Funkbetrieb hält das Schaltwerk ähnlich lange durch wie bei der Vorgänger-Di2 (32.000 Schaltvorgänge).
Der Umwerfer schafft mit einer Akku-Ladung nun fast 50 Prozent mehr Wechsel (25.200 statt bisher 17.200).
Eine Verkabelung der Griffe erhöht die Reichweite, dann schafft der Umwerfer knapp 30.000 Wechsel, also etwa 17 Prozent mehr.
Shimano 105 Di2: Eine günstige Alternative?
Die Shimano 105 Di2 liefert überzeugende Funktion und nahezu perfekte Ergonomie.
Dass Schalt- und Bremsverhalten nicht ganz an die Top-Gruppen herankommen, lässt sich für den Preis verschmerzen, auch der Gewichtsunterschied zur Ultegra ist geringer als erwartet.
Die bislang günstigste Elektroschaltung, die Sram Rival eTap AXS Rennrad-Schaltung, bekommt einen starken Konkurrenten: Im Vergleich hat die Shimano 105 Di2 in den meisten Disziplinen die Nase vorn.
Mechanisches Schalten ade?
Shimano stellt damit, nach dem Wechsel zur Scheibenbremse, innerhalb kurzer Zeit eine weitere Weiche zum tiefgreifenden Umbau des Rennrades.
Das schmeckt längst nicht allen.
Dass das Rennrad künftig abhängig von elektrischer Energie ist und die Funktion der Komponenten weniger transparent, ist für viele noch das kleinere Übel.
Die Preisentwicklung dagegen dürfte vielen potenziellen Kunden Bauchschmerzen bereiten, denn die elektronischen Schaltungen sind deutlich teurer als die mechanischen.
Gerade von der 105, seit 40 Jahren Shimanos attraktives Angebot an preisbewusste Rennradenthusiasten, hatten sich viele eine unkomplizierte und günstige Alternative zur Hightech-Technik erhofft.
Andererseits kann die eigentliche Intention von Shimano, nämlich die fortschrittliche Shimano Di2-Technologie auch für weniger solvente Zielgruppen erschwinglich zu machen, durchaus ein Erfolgsmodell werden.
So bietet die Shimano 105 Di2 die wichtigsten Schlüsseltechnologien der Profi-Gruppen: zwölf Ritzel am Hinterrad, elektrisches Schalten, Einstellung und weitere Funktionen per Smartphone-App und eine Signalübertragung via Funk.
Unser Test klärt, wie gut sich die Gruppe im Vergleich zu den Top-Gruppen Shimano Dura-Ace und Ultegra schlägt - aber auch im Vergleich zum Hauptkonkurrenten von SRAM, der für die Rival eTap Rennrad-Schaltung einen ähnlichen Preis aufruft.
Das Design der 105-Komponenten orientiert sich wie üblich an den teureren Gruppen, anders als bisher muten die Oberflächen aber nicht wie Sparvarianten an.
Im Gegenteil: Die fein gebürsteten, graphitgrau eloxierten Flächen der Aluminiumteile wirken sogar wertiger als das matte Schwarz der Shimano Ultegra, vor allem bei der markanten Kurbel fällt das auf.
Positive Überraschung
Eine weitere positive Überraschung enthüllt die erste Testfahrt: Erstmals dürften die Hebel zu allen Händen passen.
Weil zwischen Bremshebel und Lenkerbogen mehr Luft ist, umgreifen auch große Hände die Griffkörper bequem in Bremsgriffhaltung; gleichzeitig sind die Hebel angenehm schlank und erlauben selbst Fahrerinnen und Fahrern mit kurzen Fingern guten Halt.
Die Griffmulden sind lang und bequem, die Höcker bieten eine vollwertige Griffposition weiter vorn.
Ein klarer Fortschritt, vor allem gegenüber den SRAM-Gruppen, deren Griffe im Vergleich etwas klobig und kantig wirken.
Dazu sind die Schaltknöpfe der 105 klar zu unterscheiden und geben ein angenehmes Feedback.
Eine Neuerung im Innenleben sind die zwei Knopfzellen-Batterien, die in jedem Griffhöcker sitzen und den Funksender versorgen - Dura-Ace und Ultegra verfügen nur über eine Batterie pro Hebel.
Das steigert die Lebensdauer noch einmal erheblich; schon für die Ultegra verspricht Shimano bis zu zwei Jahre, was uns nach unserem Dauertest der Gruppe (siehe TOUR 4/2022) durchaus plausibel erschien.
Nachteil: Die versteckten Knöpfe auf den Griffhöckern, die man bei Dura-Ace und Ultegra mit beliebigen Funktionen von Schaltbefehlen bis hin zur Bedienung des Radcomputers belegen kann, fehlen der 105.
Shimano 105 Di2 - neue Gewichtsklasse
Beim Wiegen der Komponenten wartet die nächste Überraschung: Der Unterschied zur Shimano Ultegra Di2 ist erstaunlich gering.
Weniger als 200 Gramm liegen zwischen unseren Testgruppen, das ist weniger Abstand als bei bisherigen Generationen.
Zum Vergleich: Die Dura-Ace ist gut 300 Gramm leichter als die Ultegra.
Und die Rival eTap AXS von SRAM muss mit gut 150 Gramm Mehrgewicht im Vergleich zur neuen 105 einen weiteren Punktabzug im Duell der günstigen Elektroschaltungen hinnehmen.
Auf unseren ausgiebigen Testfahrten fällt schon am ersten Anstieg das merkwürdige Umwerfergeräusch auf, das deutlich lauter und schriller klingt als bei den teureren Gruppen, die zuletzt sehr viel leiser wurden als ihre Vorgänger.
Verbaut Shimano aus Kostengründen hier den Motor der letzten Di2-Generation?
Bestätigen wollte Shimano uns diese Vermutung nicht.
Weil aber auch das Motorengehäuse sichtbar größer ausfällt als bei Dura-Ace und Ultegra, liegt der Verdacht nahe.
Ein funktionaler Nachteil ist das nicht; das Schaltverhalten ist Di2-typisch selbst unter Last eine Wucht.
Kettenklemmer, Schleifen oder Rasseln lassen sich selbst mit wildesten Manövern nicht provozieren.
Auch über die Ritzel am Hinterrad läuft die Kette gewohnt geschmeidig.
Allerdings verfügt die von der MTB-Gruppe Deore bekannte Kette, die Shimano der 105 beilegt, nicht über die sogenannte “Hyperglide+”-Technologie, die die Schaltvorgänge bei Dura-Ace und Ultegra noch einmal schneller und effizienter machen soll.
Dass die Schaltvorgänge dadurch ein klein wenig lauter und langsamer ablaufen, kann man im direkten Vergleich wahrnehmen, wenn man darauf achtet; störend ist das allerdings nicht.
Gegenüber der Rival eTap AXS von SRAM punktet Shimano auch hier: Weil die Signale in der Di2-Umgebung schneller verarbeitet werden, reagiert das Schaltwerk gefühlt verzögerungsfrei auf den Knopfdruck.
SRAMs Übertragungsprotokoll benötigt einen Sekundenbruchteil Bedenkzeit.
Auch bei den Bremsen der 105 fehlt eine Neuerung, die uns beim Test der Shimano Dura-Ace und der Ultegra überzeugt hatte: die Servo-Wave-Technologie, bei der sich mit zunehmender Handkraft die Bremskraft überproportional erhöht.
Spürbar wird das auf steilen Abfahrten und bei hohem Tempo, wenn viel Bremsleistung gefordert ist.
Dann fährt es sich mit den teuren Gruppen spielerischer, während man mit den 105-Hebeln etwas kräftiger zupacken muss.
Davon abgesehen überzeugen die Stopper mit angenehmem Druckpunkt und astreiner Modulation, sofern hochwertige Bremsscheiben am Rad montiert sind.
Auch bei den 105-Bremsen wurde der Abstand der Beläge zur Scheibe vergrößert, womit das ständige Schleifen, das bei Shimano-Discs kurzzeitig nach starken Bremsungen auftritt, nahezu eliminiert ist.
Schrauber wird freuen, dass sich die Bremsen nun deutlich einfacher entlüften lassen.
Mit der neu positionierten Entlüftungsschraube kann der Bremssattel beim Service an Rahmen bzw. Gabel angeschraubt bleiben.
Shimano 105 Di2 - Übersetzungen
Die Konfigurationsmöglichkeiten bei der neuen 105 sind radikal gestrafft: So gibt es nur noch ein Schaltwerk, das alle Übersetzungen bedient.
Das macht die Sache deutlich übersichtlicher.
Es gibt mit 50/34 und 52/36 noch zwei Kurbeloptionen sowie zwei Kassetten mit den Abstufungen 11-34 und 11-36.
Während die Profi-Kurbel 53/39 kaum jemand vermissen wird, könnten die bergtauglichen Kassetten für Radler, die enggestufte Übersetzungen bevorzugen, besonders auf flachem Terrain zu grob abgestuft sein.
Wer ein feineres Getriebe wünscht, muss eine teurere Ultegra-Kassette wählen.
Das Mischen von Bauteilen innerhalb der Di2-Umgebung ist erfreulicherweise bis auf wenige, eher unbedeutende Ausnahmen kein Problem.
So packen die auf 34 Zähne limitierten Schaltwerke von Ultegra und Dura-Ace die große 105-Kassette nicht; vorn ist der 105-Umwerfer auf eine maximale Kettenblattgröße von 52 Zähnen beschränkt.
Ältere Laufräder mit Elffach-Freilauf können mit der neuen 105 weiterhin genutzt werden.
Wer mit dem Gedanken spielt, von einer mechanischen auf eine elektrische Schaltung umzurüsten, für den ist die 105 Di2 ein attraktives Angebot.
Je nach Konfiguration soll die Gruppe rund 1500 Euro kosten, zirka 600 Euro weniger als die Ultegra.
Die günstigsten Kompletträder mit der 105 liegen bei etwas mehr als 3000 Euro.
Wettbewerber SRAM ist mit der Rival eTap AXS derzeit zwar minimal günstiger, doch die überzeugende Funktion der Shimano 105 Di2 erscheint uns den Aufpreis wert.
Die bisherige Elffach-105 gibt es wie die Ultegra bis auf Weiteres als mechanische Version, auch Ersatzteile bleiben verfügbar.
Wer (noch) nicht elektrisch schalten will, kann den Wechsel also noch hinauszögern.
Neue Laufräder
Mit der 105 Di2 bietet Shimano erstmals auch Carbonlaufräder mit Aero-Felgen auf 105-Level an.
Sie sind moderne 21 Millimeter breit und für Tubeless-Reifen geeignet, sie können auch mit älteren Elffach-Schaltungen kombiniert werden.
Zwei Felgenhöhen stehen zur Wahl, die flachere 32-Millimeter-Variante soll rund 1500 Gramm pro Satz wiegen, die 46 Millimeter hohen Allrounder gut 100 Gramm mehr.
Der Preis liegt jeweils bei 1249 Euro.
Shimano Dura-Ace und Ultegra 12-fach: Die Neuerungen
Die neue Shimano 12-fach kommt nur noch als elektronische Schaltung „Di2“ auf den Markt.
Mechanisch geschaltet wird bei der 12-fach nun nicht mehr.
Lange überfällig im Hause Shimano - jetzt mit einer Zwischenlösung zu SRAM (komplett kabellos).
Der Akku bleibt nach wie vor in der Sattelstütze verbaut, er umfasst nach wie vor ca 500 mAh und hält ca. 1.000km.
Das neue Schaltwerk ist das “Gehirn” der Schaltung und übernimmt den Empfang der Daten von den Hebeln.
Ein Kabel geht vom Akku zum Schaltwerk, das zweite führt vom Akku zum Umwerfer, mehr wird nicht benötigt.
Shimano lässt seine Kunden nicht im Stich und bietet die neue 12-fach Schaltgruppen ebenfalls für die Felgenbremse an.
Dabei nutzt Shimano die neue BR-R8100 (Ultegra) bzw.
Schön zu lesen, es wird kein spezieller Freilaufkörper benötigt oder gar neue Laufräder, um die 12-fach Gruppe nutzen zu können.
Man kann das neue 12-fach Ritzelpaket problemlos auf den Shimano 11-fach-Freilaufkörper montieren.
Shimano gibt an, dass sich mit Hyperglide+ die Laufruhe und Schalt-Effizienz und vor allem die Schaltzeiten bei Di2 noch einmal merklich verbessern würde.
Das sowieso schon schnelle Di2 Schalten wirkt einfach nochmal um einen Ticken präziser und schneller.
Im Vergleich zum Vorgänger sind die Schaltzeiten nun ca.
Die neue Version kommt mit einer besseren Bremsleistung und weniger Geräuschen an den Kunden.
Dafür ist der Abstand von ca.
Shimano hat ordentlich an der Handhabung für das Cockpit geschraubt.
Die ULTEGRA FC-R8100-P Powermeter-Kurbel bietet ca. 2% Genauigkeit mit einem Integriertem, wasserdichten und aufladbaren Lithium-Ionen-Akku. (ca. 300 Stunden Fahrzeit).
Shimano hat seine bekannte E-Tube App etwas überarbeitet. Diese wirkt nun noch aufgeräumter und übersichtlicher.
Wie immer unterscheiden sich die beiden Gruppen in dem Oberflächen-Finish und im Gewicht.
Die Dura-Ace Variante bringt ca. 250-300 Gramm weniger auf die Waage als die Ultegra.
Besitzt man noch keine elektronische Schaltung, wäre jetzt genau der perfekte Zeitpunkt für ein Upgrade.
Verfügbarkeit und Preis
Wie so oft bei aktuellen Fahrradkomponenten spielt die Verfügbarkeit aktuell eine SEHR große Rolle.
Der Preis beläuft sich, sollte man eine bekommen, auf ca.
Die Dura-Ace Version kostet ca.
Vergleich der Gewichte: Shimano Ultegra R8100 vs. Dura-Ace
Die Unterschiede zwischen den Einzelkomponenten sind gering, sie summieren sich aber zu gut 300 Gramm.
| Komponente | Ultegra R8100 (g) | Dura-Ace (g) |
|---|---|---|
| Kurbelsatz | 711 | 681 |
| Schaltwerk | 262 | 249 |
| Umwerfer | 116 | 96 |
| Kassette | 291 | 253 |
| Bremshebel (Paar) | 415 | 350 |
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