Der Schalthebel ist ein zentrales Bedienelement deines Fahrrads: Er sitzt direkt am Lenker und steuert über mechanische oder elektronische Impulse den Gangwechsel. Mit einem kurzen Druck oder einem Hebelzug versetzt du die Kette präzise auf ein anderes Ritzel oder Kettenblatt. Kabellos oder kabelgebunden, reagieren sie auf Knopfdruck. Die mechanischen Schalthebel funktionieren über Zugspannung. Elektronische Schalthebel arbeiten nahezu widerstandsfrei, sind besonders präzise und brauchen kaum Wartung.
Der Schalthebel mag auf den ersten Blick klein wirken - doch seine Funktion ist entscheidend für dein Fahrgefühl. Ob sportlich, komfortabel oder technisch ambitioniert: Es gibt für jeden Einsatzzweck das passende System.
Schaltgruppen im Überblick
Wer ein neues Rennrad kauft, muss neben dem Fahrrad selbst auch eine Schaltgruppe auswählen, die das gute Stück zieren darf. Und die Auswahl an verschiedenen Arten von Shimano Schaltgruppen für Rennräder ist riesig; die Shimano Tiagra-, Shimano 105- und Shimano Ultegra-Gruppe sind nur einige Beispiele. Zunächst ist es hilfreich zu wissen, welche Teile deines Rennrads eigentlich Teil einer Schaltgruppe sind. Dies sind natürlich in erster Linie die Schalthebel und deine Umwerfer. Alles, was zum Antrieb deines Rennrads gehört, ist in der Schaltgruppe enthalten. Und schlussendlich gehören auch deine Bremsen zur Gruppe. Bei den Herstellern der Gruppen werden glücklicherweise die gleichen Namen ziemlich konsequent für die eigenen Schaltgruppen verwendet.
Die Shimano Schaltgruppen im Detail
Es ist ein Missverständnis zu glauben, dass du mit der billigsten Schaltgruppe keine Qualität erhältst. Der Unterschied liegt hauptsächlich in der Qualität der verwendeten Materialien und dem Gewicht der Schaltgruppe.
- Shimano Tourney: Eine ideale Schaltgruppe für die ersten Kilometer.
- Shimano Claris: Laut Shimano ist diese Schaltgruppe ideal für sportliche Fahrten oder den Einsatz in der Stadt. Die Shimano Claris-Gruppe ist bei den Einsteigerrennrädern häufig zu sehen, da sie relativ preiswert, dennoch sehr langlebig und gut schaltbar ist.
- Shimano Sora: Die letzte der Einsteiger-Schaltgruppen. Dank dem 9-Gang Dreifach- oder Zweifachschaltwerk kannst du dich für einen sehr großen Schaltbereich entscheiden.
- Shimano Tiagra: Mit der Shimano Tiagra-Gruppe kommst du zu den Schaltgruppen für die erfahreneren Rennradfahrer. Du kannst hier eine größere Kassette mit bis zu 10 Kränzen montieren. Du siehst Shimano Tiagra viel auf den teureren Rennrädern des mittleren Segments. Dies ist auch die letzte Schaltgruppe, in der du noch die Auswahl zwischen einem Zweifach- oder Dreifachschaltwerk hast, sodass du entweder 20 oder 30 Gänge haben kannst.
- Shimano 105: Die beliebteste Schaltgruppe von Shimano. Eine Shimano 105-Gruppe kann hinten 11 Kränze haben und vorne bekommt man zwei Kettenblätter, also insgesamt 22 Gänge. Darüber hinaus wurde die Shimano 105-Gruppe 2018 umfassend überarbeitet. Jetzt kannst du dich auch für hydraulische Scheibenbremsen entscheiden.
Shimano Ultegra im Fokus
Mit der Shimano Ultegra-Schaltgruppe erhältst du eine echt professionelle Schaltgruppe für dein Rennrad. Alles ist aus leichten und sehr langlebigen Materialien gefertigt. Das Schalten funktioniert wie es sich gehört, leise und praktisch reibungslos. Hier kannst du auch kein Dreifachschaltwerk mehr nehmen. Natürlich gibt es bei Shimano Ultegra auch eine Variante mit hydraulischen Scheibenbremsen.
Eine sehr schöne Option ist, dass du dich ab Ultegra für eine Gruppe mit elektronischer Schaltung entscheiden kannst. Dies hat den Vorteil, dass du dich nie wieder mit einer schleifenden Kette rumschlagen musst. Mit einer Ultegra Di2-Gruppe kannst du elektronisch schalten. Das elektronische Schalten mit einer Shimano Ultegra Di2 11-fach-Schaltgruppe ist nicht kabellos. Du musst also immer noch kleine elektronische Kabel durch deinen Fahrradrahmen verlegen. Natürlich benötigst du auch einen Ultegra-Akku, um die ganze Elektronik mit Strom zu versorgen.
Shimano Dura Ace
Shimano Dura Ace ist die beste Schaltgruppe von Shimano. Hier bekommst du wirklich das Beste vom Besten. Die gesamte Dura Ace-Gruppe ist so optimiert, dass du wirklich jedes bisschen Kraft, das du in sie steckst, in Geschwindigkeit umwandelst. Und natürlich ist die Schaltung sehr präzise und super zuverlässig. Entscheidest du dich für die Version mit hydraulischen Scheibenbremsen? Hole dir dann auch sofort die Dura Ace-Bremsscheiben. Wenn die normale Dura Ace noch nicht gut genug ist, kannst du dich auch für Shimano Dura Ace Di2 entscheiden. Der Vorteil ist, dass beim Schalten keine Probleme mehr entstehen durch ein ausgeleiertes Kabel.
Die neuesten Ergänzungen: 12-fach Ultegra R8100 Di2 und Dura Ace R9200 Di2
Willst du dich bei Shimano Schaltkomponenten wirklich für das Beste vom Besten entscheiden? Dann solltest du die neuesten und fortschrittlichsten Ergänzungen der Shimano-Gruppen wählen: Die Shimano 12-fach Ultegra R8100 Di2 und die Shimano 12-fach Dura Ace R9200 Di2!
Abgesehen davon, dass es sich bei diesen Schaltgruppen um 12-fach-Gruppen handelt und nicht, wie bei ihren Vorgängern, um 11-fach-Gruppen, wurden die Schaltgeschwindigkeit und die Qualität der Ultegra und Dura Ace Di2 12-fach erheblich verbessert. Daher bieten diese Gruppen ein unvergleichliches Schalterlebnis bei jeder Belastung.
Shimano MTB-Schaltungen
Shimano Schaltungen gelten bei MTB-Sportlern seit Jahren als ausgereifte und stets verlässliche Schaltgruppen mit Top-Performance. Hier ein Überblick über verschiedene Modelle:
- Shimano XT M8100: Das erste Mal in der Geschichte der XT kommt die Mittelklasseschaltung aus Japan in einer 1x12-Version auf den Markt.
- Shimano SLX M7100: Günstiger und schwerer, steht die SLX der Schwestergruppe XT nur in wenigen Dingen nach.
- Shimano XTR M9100: Die Japaner stellten 2018 ihre erste 1x12-Mountainbike-Schaltung vor.
- Shimano XTR M9000 Di2: 2014 präsentierte Shimano die erste elektronische Schaltung fürs Mountainbike.
Weitere Shimano Gruppen
- Shimano XTR M9000: In der mechanischen Ausführung ist die Shimano XTR noch günstiger als ihre elektronische Schwestergruppe mit Di2-Technik zu haben.
- Shimano XT M8000: Für Sparfüchse die eine solide Gruppe für wenig Taler suchen, kommt die M8000er XT in die engere Auswahl.
- Shimano XT M8000 Di2: Nachdem Shimano die elektronische Di2-Technologie auf der XTR präsentierte, rollten die Japaner ihre Elektro-Offensive auch auf die Mittelklassegruppe XT aus.
Die Di2-Technologie
Bereits 2010 war die elektronische Schaltgruppe mit dem Namen Shimano Di2 erstmals im Profi-Peloton aufgetaucht. Nach ettlichen Stunden Forschung und unzähligen Prototypen konnte man vor über 10 Jahren mit der neuen, elektronischen Dura-Ace 7970 Di2 die uralte mechanische Schaltung mit Seilzügen durch ein kabelgebundenes elektronisches System mit Stromversorgung über einen externen Akku ersetzen.
Mit der Einführung der Shimano Dura-Ace R9150 wurde auch die erste hydraulische Scheibenbremse nahtlos in die Di2 Familie integriert. Nachdem sich die Shimano Di2 nun auf Straße durchgesetzt hatte, wurden mit der neuen GRX-Gruppe die gleichen technologischen Vorteile auch für den Gravel-Fahrer nutzbar. Kompromisslose Performance, 12-fach Antrieb und Wireless - das alles zeigt Shimano mit bei seinem neusten Lineup.
Neueste Innovationen bei Dura-Ace
Mit dem Slogan „For those who never compromise“ stellt Shimano seine neue Dura-Ace Schaltgruppe vor und will damit die kompromisslose Performance seiner neuesten High-End Rennradschaltung unterstreichen.
Die größte Neuerung dürfte dabei direkt ins Auge stechen, denn mit einer 12-fach Kassette, welche auch auf 11-fach Rotoren passt, stockt man nun die Bandbreite noch einmal deutlich auf und bietet im Zuge dessen auch weitere interessante Verbesserungen und Features, wie beispielsweise neue Brems-Schaltgriffe mit überarbeiteter Ergonomie.
Aus technischer Sicht kommt hier auch eine wesentliche Veränderung der gesamten Dura-Ace und Ultegra Plattform ins Spiel, denn da es sich bei der neuen Shimano Dura-Ace (und auch Ultegra) um Wireless-Schaltgruppen handelt, gibt es keine Kabel mehr, welche für die Ansteuerung von Umwerfer und Schaltwerk durch den Rahmen geführt werden müssen. Die Schalthebel arbeiten also mit einer drahtlosen Verbindung.
Als ein zusätzliches, essentielles Thema wurde auch das Bremssystem komplett überarbeitet. Durch die neue Servo Wave-Technologie haben Fahrer einen kürzeren Weg bis die Bremse greift und können eine direktere Verbindung zwischen Bremsbelägen und Bremsscheiben herstellen, was eine bessere Modulation der Bremsen ermöglicht.
Die neue Kurbelganitur ist ab sofort sowohl auf Dura-Ace, als auch Ultegra Level auch als Powermeter verfügbar.
Vergleich von Rennrad-Schaltgruppen
Das Thema „Die Wahl der richtigen Gruppe für ein Rennrad“ lässt niemanden kalt. In den letzten Jahren ist Campagnolo etwas aus dem Blickfeld verschwunden. Wir haben in diesen Test die innovative elektronische Version des Klassikers Chorus aufgenommen. Diese liegt in einem Preisbereich weit unterhalb der Edel-Gruppen Record und Super Record.
Die leichteste Seriengruppe auf dem Markt kommt von den US-Amerikanern von Sram. Dieser Hersteller kann keine solche Rennradsportgeschichte aufweisen wie der Konzern aus Italien. Am Marktführer Shimano führt ohnehin kein Weg vorbei.
Srams Force 22 ist das Pendant zu Shimanos Ultegra 6800. Beide Gruppen übernehmen einige der Funktionen der Top-Gruppen von Srams Red und Shimanos Dura Ace 9000, jedoch zu einem deutlich günstigeren Preis.
Grundsätzlich ist die Gruppe farblich in schwarz-grau mit weißen Details sehr dezent gehalten. Hierdurch passt sie sich jeder Farbkombination der übrigen Bauteile und des Rahmens an.
Mit der Force 22 bekommt nun auch das Force-Ensemble die neue Form der Bremshebel, welche ergonomische Vorteile gegenüber den Vorgängern aufweisen. So sind gerade die Bremsgriffgummis durch die eingelassenen Konturen griffiger. Auch fällt die Bedienung aus dem Unterlenker dank längerer Schalt- und Bremshebel deutlich leichter.
Shimano Ultegra im Detail
Stellt man beim Sonntags-Radtreff die Frage nach der Schaltgruppe, kommt oft die Antwort: „Keine Ahnung, aber sie geht.“ Ein Blick aufs Rad des Ahnungslosen offenbart dann meistens eine Shimano Ultegra. Sie ist der Bestseller unter den Rennradgruppen. Keine Gruppe wandert so oft über die Ladentheke wie die Ultegra. Sei es am Komplettrad oder als Zubehörteil, der Name Ultegra steht für Preis-Leistung - und für eine große Stückzahl.
Im edlen eisgrauen Finish kommt die Ultegra daher und passt optisch sowohl zu Top-Carbonrahmen als auch zu Einsteigermodellen aus Alu. Vielseitigkeit ist hier das Zauberwort, damit besticht Shimanos Topseller.
Vom Fahrgefühl steht die Ultegra der ungleich teureren Dura Ace in nichts nach. Noch nie zuvor war das Ultegra Ensemble funktionell so nah an der Topgruppe Dura Ace wie in der aktuellen Generation.
Bei Wartung und Pflege ist die Ultegra sehr sparsam und beansprucht wenig Zeit. Einmal eingestellt surrte die Kette ohne Nachjustieren bis zum Austausch nach 5.500 Kilometern. Einziger Wermutstropfen bleibt das hohe Gewicht der Gruppe.
Shimano Ultegra Di2
Die Shimano Ultegra Di2 6870 begeistert mit einer tollen Schaltperformance unter allen Bedingungen. Funktional und ergonomisch steht sie der elektronischen Top-Gruppe Dura Ace Di2 9070 in nichts nach. Den Gewichtsvorteil der Dura Ace lässt sich Shimano teuer bezahlen.
Die Ultegra 6870 ist leichter als ihr Vorgänger, die Ultegra 6770 und das, obwohl aus der 10-fach eine 11-fach Gruppe wurde. Das Gewicht ließ sich vor allen Dingen an Schaltwerk und Umwerfer einsparen, welche nun optisch nicht mehr so massiv wirken wie zuvor.
Montage der Gruppe ist im Grundsatz kinderleicht. Stecker und Kabel zusammenstecken und „smmmt“ (elektronisches Surren)- die Schaltung funktioniert.
Campagnolo Chorus EPS
Die elektronische Gruppe des italienischen Traditionsherstellers konnte im Dauertest durchaus überzeugen. Die Elektroversion der Gruppe ist ebenso wie die mechanische von der Wertigkeit und Performance her zwischen der Athena und der Record angesiedelt.
Im Praxistest fiel sofort die traditionelle Stärke von Campagnolo auf: die Ergonomie. Die Bremsschalthebel sind recht schmal und kompakt und liegen so optimal in der Hand.
Sram Red 22
Die leichteste Seriengruppe in unserem Test besticht durch ihre Funktionalität und ihr enorm geringes Gewicht. Die Montage ist schnell gemacht, jetzt wo man bereits mit der YAW-Technologie des Umwerfers vertraut ist (Siehe Sram Force 22 Abschnitt).
Im Test waren wir von der Bremsperformance auf Zipp 404 Firestrike Clincher Felgen überzeugt. Im Trockenen und selbst im Nassen war die Bremsperformance sehr zufriedenstellend und bestens dosierbar.
Wie auch bei anderen Gruppen von Sram sorgt auch bei der Red 22 die neue Technologie dafür, dass auf jedem der beiden Kettenblätter alle elf Gänge des Ritzelpakets gefahren werden können.
Shimano Dura Ace
Radprofis fahren immer das teuerste Material - sollte man meinen. Umso erstaunlicher ist es, dass einige Weltklasse Athleten die günstigere mechanische Dura Ace der elektronischen Dura Ace Di2 vorziehen.
Der erste Eindruck der Dura Ace macht bereits deutlich, dass es sich hier um eine Topgruppe handelt. Nur bei Schaltwerk und Umwerfer wäre das Upgrade zur Di2 möglich, die übrigen Teile sind identisch und dementsprechend die Speerspitze der Shimano Road Gruppen.
Edles Schwarz und auf Hochglanz polierte Oberflächen wechseln sich ab, ergänzt durch einen Hauch Carbon an Schaltwerkskäfig und Bremshebeln.
Die mitgelieferten, beschichteten Schalt- und Bremszüge senken die Bedienkräfte auf ein Minimum und sorgen für butterweiche und präzise Gangwechsel - ohnehin schon immer ein Markenzeichen von Shimano.
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