Die Shimano XT Bremse wird von vielen als eine der besten Enduro-Bremsen angesehen. Sie bietet eine ausgezeichnete Dosierbarkeit und gleichzeitig eine hohe Bremskraft. Die gute Modulation unterstützt den Fahrer bei der Suche nach Grip, und das Hebelgefühl sowie die Hebelweite runden das Gesamtpaket ab. Im Handel genießen die Shimano-Bremsen den Status eines Sorglos-Produktes: Dranschrauben und genießen.
Stärken und Schwächen der Shimano XT Bremse
Die Shimano XT Bremse zeichnet sich durch folgende Stärken aus:
- Dosierbarkeit
- Bremskraft
- Hebelergonomie
Allerdings gibt es auch einen Schwachpunkt:
- Die Bremshebel brechen zu schnell.
Stürze kommen vor, und dabei kann ein Bremshebel abbrechen. Die XT-Hebel hinterlassen einen filigranen Eindruck. Sie verfügen über eine Sollbruchstelle, die die Gebereinheit bei einem Sturz schützen soll. Diese Sollbruchstelle scheint jedoch zu dünn zu sein, was dazu führen kann, dass die Hebel auch bei leichten Stürzen oder Baumkontakt brechen.
Alternativen und Modifikationen
Da Ersatzhebel auf Dauer teuer werden können, gibt es Alternativen. FLO Motorsports bietet Pro 120 MTB Levers an, die speziell für Shimanos XT-Bremse entwickelt wurden. Diese Hebel sind CNC-gefräst und sollen unzerbrechlich sein. Ein Federdesign ermöglicht es dem Hebel, bei einem Sturz auszuweichen. Das Hebelgefühl ist etwas anders als bei den Originalen, aber die Haltbarkeit ist deutlich höher.
Shimano XT M8000 Schaltgruppe im Detail
Mit der neuen XT möchte Shimano ein breites Einsatzgebiet abdecken. Die Gruppe wird als 1x11, 2x11 und 3x11 angeboten. Die 1x11 Gruppe wird mit einer 11-42 Kassette gefahren, während 2-fach und 3-fach mit einer Bandbreite von 11-40 Zähnen ausgeliefert werden. Ähnlich wie bei der XTR können auch an der XT Kurbel die Spider getauscht werden, um die Einfach-Kurbel auf 2-fach umzurüsten und umgekehrt.
Die Trigger machen einen hochwertigen Eindruck, und der Daumenhebel aus Metall liegt gut am Daumen an. Der kleine Trigger-Hebel (2-Way-Release-Hebel) kann sowohl mit dem Daumen als auch mit dem Zeigefinger bedient werden. Mit dem Daumen lassen sich in einem Rutsch vier Gänge schalten. Die Schalthebel sind dank der I-Spec II-Schelle am Bremshebel montiert und lassen sich individuell anpassen.
Das Shadow Plus Schaltwerk verfügt über eine starke Feder, die eine Kettenführung überflüssig macht. Eine Neuerung ist der High Direct Mount Side Swing Umwerfer, der von vorne angesteuert wird. Diese Technik erleichtert das Schalten und ermöglicht es Rahmenbauern, das Hinterrad näher an das Sattelrohr zu bauen.
Fahrgefühl und Performance
Die Schaltung funktioniert einwandfrei und ohne Probleme. Der deutliche und knackige Druckpunkt für das Runterschalten am Hinterrad bietet eine gute Unterstützung beim Biken. Die Schaltung schaltet sauber, exakt und zuverlässig, sowohl unter Voll- als auch unter Halblast. Ein weiterer Pluspunkt ist die hohe Federspannung des Schaltwerkes.
Weitere Aspekte der Shimano XT M8000
Die Shimano XT M8000 ist eine unauffällige Schaltgruppe, die schnell und exakt in den gewünschten Gang wechselt. Die Kette springt nicht ab, und der Verschleiß hält sich in Grenzen. Shimano überzeugt mit dem Entwicklungspotenzial in der Schaltung, ohne direkt elektronisch zu werden.
Shimano XT Bremse im Praxistest
Im Praxistest begeisterte die XT mit guter Bremskraft, Top-Ergonomie und Dosierbarkeit. Allerdings kann die Bremsscheibe bei extremer Belastung und einem Fahrergewicht von 85 Kilo oder mehr schmelzen. Dieses Problem wurde jedoch von Shimano überarbeitet, sodass es bei der neuesten M8000-Linie nicht mehr auftritt.
Die Dosierbarkeit ist gut, erfordert aber mehr Gefühl als bei den besten im Test. Die Shimano XT M8000 bietet jetzt eine gute, zuverlässige Performance und ist für Fahrer geeignet, die auf einen harten Druckpunkt und viel Biss stehen.
Shimano XT M8100 Vierkolben Bremse
Die aktuelle Vierkolbenbremse ist auf XTR-, XT- und SLX-Level erhältlich. Die Highlights der neuen Bremsen-Generation von Shimano sind im Bremshebel zu finden. Er ist mit einer breiten Klemme am Lenker befestigt und stützt sich beim Bremsen an einem zweiten Auflagepunkt ab. Die Servo-Wave-Technologie sorgt für ein schnelles Anliegen der Beläge an die Scheibe. Die werkzeuglose Hebelweitenverstellung bietet einen breiten Einstellbereich.
Die neu designten Kühlrippen der ICE-TECH-Bremsbeläge sehen gut aus, klappern aber auf ruppigen Strecken. Die ICE-TECH-Bremsscheiben mit den Kühlflächen kommen mit Dauerbremsen gut zurecht, sind aber nur mit Centerlock-Naben kompatibel.
Auf dem Trail überzeugt die Shimano XT M8100-Bremse mit ihrer Bremspower, die sie auch ohne viel Handkraft früh und konstant bereitstellt. Auch auf langen Abfahrten konnte die hitzebeständige Bremse nicht überfordert werden. Ein Problem bleibt jedoch bestehen: Der Druckpunkt der Shimano XT M8100-Bremse wandert vor allem auf ruppigen Trails.
Mit der neuesten Generation der XT-Vierkolbenbremse ist Shimano nicht nur optisch ein Highlight gelungen. Die XT M8100 zählt auch zu den kraftvollsten und standfestesten Bremsen auf dem Markt.
Modifikationen und neue Features
Für das neue Modelljahr wurde die XT Bremse modifiziert und hat eine neue Gebereinheit bekommen. Diese wirkt schlanker, hat eine schmalere Lenkerklemme, und Shimano Shifter lassen sich über die I-Spec II Kombi-Klemme am Bremshebel montieren. Gleich geblieben sind die individuellen Einstellmöglichkeiten: Werkzeuglos kann man die Hebelweite und mit einem Schraubendreher den „Free Stroke“ bzw. Druckpunkt verändern. Die Hebelergonomie ist identisch mit dem Vorgänger. Bei der Druckpunkteinstellung konnten keine nennenswerten Unterschiede festgestellt werden. Der Druckpunkt ist definiert, aber tendenziell weich, und die Leistung lässt sich gut dosieren. Bei schnell aufeinanderfolgenden Bremsungen wandert der Druckpunkt deutlich. Mit den original verbauten Resin Belägen hat man mit der XT Bremse in den meisten Situationen genug Power, die sich mit einem Finger abrufen lässt. Bei Vollbremsungen ab 60 km/h trat starkes Fading auf, und die Scheibe schleifte im Anschluss, was sich aber nach wenigen Minuten wieder legte. Beim Dauerbremsen zeigte sich ein ähnliches Bild: Die Leistung war konstant hoch, und erst im steileren Stück der Teststrecke trat deutliches Fading auf. Bei den Metall-Belägen war es ähnlich: Während sie im kalten Zustand gefühlt stärker zupackten, ließ die Leistung mit zunehmender Temperatur nach.
Shimano XT M8100 Schaltgruppe
Es sind fünf Jahre vergangen, seitdem Shimano mit der XT M8000 einen Evolutionsschub verpasste. Nun gibt es die Shimano XT M8100, die den zwölften Gang von der XTR Gruppe „erbt“. Die neue XT bietet die Wahl zwischen 1-fach und 2-fach Antrieben, zwischen der 10-51 Kassette und auch einer 10-45 Variante für Freunde kleinerer Gangsprünge. Wie bei der XTR lässt Shimano seinen Fahrern auch im Jahr 2019 noch die Wahl zwischen einem oder zwei Kettenblättern. Im 1-fach Setup hat man damit 510% (10-51) oder 450% (10-45) Bandbreite. Setzt man vorn auf eine Lösung mit zwei Kettenblättern, kann man sogar satte 632% Bandbreite bekommen. Beide Kassetten setzen auf den neuen Microspline Freilauf. Die Kassetten bestehen aus jeweils 10 Stahl- und zwei Aluminiumritzeln. So bekommt man eine lange Haltbarkeit bei den kleineren Ritzeln und spart Gewicht bei den beiden größten. Wer vorn mit einem Kettenblatt unterwegs ist, hat die Wahl zwischen 28, 30, 32, 34 oder 36er Kettenblatt, das per Direct Mount direkt am Kurbelarm befestigt wird. Bei der Shimano XT M8100 gibt es zwei Schaltwerke: Entweder für 1-fach oder 2-fach Antriebe. Gemeinsam haben sie das vergrößerte obere Leitröllchen mit 13 Zähnen. Bei der XT M8100 setzt Shimano weiterhin auf den ISPEC-EV Montagestandard. Es ist weiterhin möglich, zwei Ritzel auf einmal nach unten bzw. drei nach oben zu schalten. Ergonomisch bleibt vieles beim Bewährten, positiv fällt die gummierte Oberfläche des großen Schalthebels auf.
Neue XT Bremsen
Neben der Schaltgruppe präsentierte Shimano auch die neuen XT Bremsen. Bei der 2-Kolben Variante gibt es beim Bremssattel keine Neuerungen, während die 4-Kolben Version mit dem Vorgänger nichts mehr gemein hat. Diese basiert auf der 4-Kolben Version der XTR M9100 und nutzt auch deren Beläge. Neu sind in beiden Fällen die Bremsgeber: Auf den ersten Blick ähneln sie ihren Vorgängern, bei genauerer Betrachtung fällt jedoch eine Abstützung des Ausgleichsbehälters am Lenker auf. Die Features der Bremse kennt man bereits vom Vorgänger: Werkzeuglose Hebelweiteneinstellung ist ebenso an Bord wie die Free-Stroke Einstellung. Die neuen XT Scheiben sind ausschließlich für Centerlock erhältlich und mit der Icetec Freeza Technologie ausgestattet.
Neue Laufräder
Es gibt auch neue Laufräder aus der XT Reihe: Hier hat man die Wahl zwischen einer Variante für die XC Racer und Marathonisti und den Trail- und Enduropiloten. Bei ersteren halten Straight Pull Speichen die 24mm breiten Alufelgen an den neu konstruierten XT Naben. Die Felge der Enduro-Variante ist 30mm breit, der Aufbau kommt ohne Straight Pull aus. Beide Varianten sind jeweils in 27,5″ und 29″ erhältlich und ausschließlich für Boost Gabeln bzw. Rahmen. Das Gewicht ist durchaus konkurrenzfähig: Die XC Variante kommt auf 1.764g (27,5″) bzw. 1.840g (29″), der Trail Laufradsatz ist mit 1.846g (27,5″) bzw.
Fahrtest der Shimano XT M8100
Schon auf den ersten Metern im Uphill zeigte sich ein deutlicher Unterschied zum Vorgänger. Die Schaltwechsel gingen spürbar schneller vonstatten, ohne jedoch das Shimano-typische smoothe Schaltverhalten vermissen zu lassen. Selbst ungeschickte Schaltvorgänge mit großen Druck auf dem Pedal brachten die Gruppe nicht aus dem Tritt. Es ist schwierig, viele Worte über die Performance der neuen Shimano XT M8100 zu verlieren. Dafür war sie im besten Sinne zu unauffällig: Kein Haken, kein Klappern - auch nach mehreren Tagen feuchten und teils nassen Bedingungen. Wir waren bei der Enduro-Testrunde auf einem Scott Genius mit einem Kettenblatt vorn und der neuen 10-51 Kassette unterwegs. Auffällig war die geringe Geräuschkulisse der Gruppe - eine Wohltat für jeden Fahrer. Deutlich auffälliger und das ebenfalls im höchsten Sinne positiv war die Performance der Bremse. Wir waren mit der neuen 4-Kolben Anlage unterwegs - mit einem Wort: Bissig! Knackiger Druckpunkt, geballte Bremspower ohne dabei große Abstriche bei der Dosierbarkeit machen zu müssen. Die Haptik des Geberkolbens konnte uns gleich beim Einstellen überzeugen.
Tabelle: Shimano XT M8000/M8100 Komponenten im Vergleich
| Komponente | Shimano XT M8000 | Shimano XT M8100 |
|---|---|---|
| Gänge | 11-fach | 12-fach |
| Kassettenbandbreite | 11-42 (1x11), 11-40 (2/3x11) | 10-51 oder 10-45 (1x12), 632% (2x12) |
| Freilauf | Standard Shimano/SRAM | Microspline |
| Schaltwerk | Shadow Plus | Vergrößertes Leitröllchen (13 Zähne) |
| Bremsen | 2-Kolben, 4-Kolben | Überarbeitete 4-Kolben Version basierend auf XTR M9100 |
| Bremsscheiben | Icetech | Icetech Freeza (Centerlock only) |
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