Shimano XT FH Naben im Test: Ein umfassender Überblick

Der japanische Hersteller Shimano produziert eine vielfältige Auswahl an hochwertigen Naben. Nach der Vorstellung der neuen Shimano XTR 12-Fach Gruppe, lässt Shimano nun die neue XT 12-Fach Gruppe aus dem Sack. Somit ziehen die Japaner mit der Konkurrenz gleich und legen in vielen Details visuell sowie technisch noch eins oben drauf.

Technische Details und Vergleich

Die Deore XT FH-M756 Nabe ist mit einem Freilauf und einer Achse aus Stahl, einem innen liegenden Fettmantel, einer Labyrinth-, O-Ring und Schleifdichtung und einem hochwertigen CBN Konuslager ausgestattet. Dies sorgt für einen geringen Wartungsaufwand. Die Einstellung ist leicht zu handeln und der Lauf ist durch die Boron-beschichteten, polierten Lagerlaufflächen ausgesprochen weich. Eine Reparatur ist im Bedarfsfall nicht möglich.

Eine Alternative zur Shimano XT Nabe ist die KX-M Hinterradnabe, die zusätzlich über einen leichten Freilaufkörper aus Aluminium mit einer "Anti-Bite" Stahlverstärkung verfügt, um auch bei starkem Treten Beschädigungen durch die Kassette zu vermeiden. Hier ist auch ein 6-Sperrklinken System und eine sehr große 54-Zähne Verzahnung vorhanden, welche für einen sicheren und schnellen Kraftschluss sorgt. Die KX-M Nabe ist inklusive des Freilaufsystems im Bedarfsfall, dank der verwendeten Rillenkugellager, leicht zu reparieren. Eine Umrüstung auf 12x142 mm Steckachse ist möglich. Es können auch 12-fach Microspline oder Sram XD Freilaufkörper nachgerüstet werden.

Beide Naben haben 135 mm Einbaubreite und werden komfortabel mit einem 5 mm Schnellspanner montiert. Der Einsatz erfolgt an City-, Trekking und Mountainbikes. An die XT Nabe passen 8 bis 11-fach MTB Kassetten. Die KX-M Nabe hat einen breiteren Freilauf und es lassen sich zusätzlich auch 11-fach Rennradkassetten montieren.

Beide Naben sind für die Montage von 6-Loch Bremsscheiben vorbereitet. Beide zuverlässigen Hinterradnaben erhalten Sie mit 32 oder 36 Loch in schwarz. Wollen Sie später flexibel sein, dann fahren Sie mit der KX-M Nabe goldrichtig, denn Sie können Sie jederzeit auf andere Achsen und Freilaufkörper umrüsten.

Die neue Shimano DEORE XT Gruppe im Detail

Unser HIBIKE Gravity Teamfahrer Eric Junker wird dieses Jahr mit der Komponentengruppe bei Enduro Rennen und seinen Bike-Trips unterwegs sein. Um den Unterschied zwischen der 2-Kolben- und 4-Kolben-Bremse herauszustellen, wird in einem Zeitabstand von acht Wochen die hier beschriebene 2-Kolben-Bremse durch die 4-Kolben-Bremse ersetzt.

Kurbel und Kassetten

Die neuen XT 1×12-fach Kurbeln zeichnen sich durch die DYNAMIC CHAIN ENGAGEMENT + Technologie aus, deren spezielles hochpräzise gefertigtes Zahnprofil dafür sorgt, dass die Kette auf rauem Gelände optimalen Halt auf dem oberen Teil des Kettenblattes findet. Gleichermaßen gut löst sie sich wieder vom Kettenblatt und stellt somit sowohl Effizienz, Leichtgängigkeit, als auch Geräuscharmut des Antriebs sicher. Verfügbar ist die Kurbel in Boost- und Non-Boost-Spezifikation.

Die Kassetten der XT sind in den Optionen 10-45 Z oder 10-51 Z verfügbar. Für geringe Gangsprünge ist die 10-45er-Kassette optimal. Für eine große Bandbreite hingegen ist die 10-51Z-Version die Wahl. Beide weisen die HYPERGLIDE+ Technologie auf, welche für eine sehr hohe Schaltgeschwindigkeit, Präzision und Leichtgängigkeit sorgt und zu einem leisen Antrieb beiträgt. Die Kasette der neuen Deore XT wird montiert. Die Kassette wiegt 468 Gramm. Die Kassetten verfügen über eine Spider-Konstruktion aus Aluminium.

Kette und Schaltwerk

Die XT HYPERGLIDE+ Kette wurde von Grund auf überarbeitet und optimiert, sie ist ein integraler Bestandteil des neuen Antriebsstrangs. Mit ihren neu geformten Kontaktflächen zu Kettenblatt- und Kassettenzähnen sorgt sie für schnelle, präzise und leichtgängige Schaltvorgänge in beide Richtungen und das auch unter sehr hoher Last.

Mit einer Version für 1-fach- und 2-fach-Systeme sorgen die beiden neuen XT Schaltwerke für schnelle als auch präzise Gangwechsel über den sehr großen Übersetzungsbereich. Leit- und Spannrollen mit 13 Zähnen und ein Gummidämpfer dämmen Geräusche und erhöhen den Fahrkomfort. Zudem sorgen sie dafür, dass die Kette dort bleibt, wo sie sitzen soll - egal was passiert. 281 Gramm wiegt das neue XT Schaltwerk.

Schalthebel und Bremsen

Der neue XT I-SPEC EV Schalthebel ist extrem flexibel einstellbar und somit für jeden Fahrertyp stets ergonomisch. 133 Gramm wiegt der neue XT Schalthebel. Die neue DEORE XT kommt wahlweise mit Zwei-Kolben-Bremsen oder Vier-Kolben-Bremsen.

Das neue Bremshebel-Design, der nun schräggestellt montiert wird und sich an zwei Punkten am Lenker abstützt, sorgt für mehr Steifigkeit als auch für direkteres Feedback und mehr Bremsleistung. Abgerundet wird dies durch die SERVO WAVE Technologie. Die bei den Bremsscheiben verwendete ICE TECHNOLOGY FREEZA sorgt für noch bessere Wärmeableitung, was wiederrum eine konsistente Bremsleistung und eine höhere Lebensdauer der Bremsbeläge mit sich bringt.

Erster Eindruck und Testfahrt

Für den Test der neuen XT Gruppe, fahre ich einen passenden Custom Shimano Laufradsatz mit Center Lock Naben. Sie sind mit HB-MT900 & FH-MT901 Naben, Pancho Wheels Vibe Black Edition Alu TLR Felgen und DT Swiss Competition Speichen ausgestattet. Sie verfügen über eine komfortable Innenbreite von 30 mm - so übersteht man auch die härtesten Trails.

Mein erster Eindruck: Ungewohnt leise fliege ich mit meinem Trek Enduro Bike durch den Wald. Das liegt an dem neuen Nicht-Sound des Scylence-Freilaufs. Dieser Nicht-Sound ist zuallererst gewöhnungsbedürftig. Durch den nicht vorhandenen Klang des neuen Scylence-Freilaufs ist es möglich mein Gehör auf die Reifen zu fokussieren. Untergrundwechsel welche mir sonst nie durch Geräuschveränderung auffallen, nehme ich nun bewusst wahr.

Wie erwartet, präsentiert Shimano eine perfekte Schaltung auf höchstem Niveau. Während der Ausfahrt ist die Schaltung sehr leise und sehr präzise. Die Gänge lassen sich durch die neue HYPERGLIDE+ Technologie auch in stark belasteten Situationen oder bei schnellem Antritt einwandfrei schalten. Bei der neuen Shimano XT habe ich das Gefühl, als wenn ihr das nichts ausmacht: die Kette wird ebenso sanft und vor allem leise wie bei entspannten Schaltvorgängen geführt. Das gibt mir als Racer eine gewisse Entspannung und Sicherheit. Probleme wie Kettenklemmer sowie den bekanntlichen „Supergau“, einen Kettenabwurf, sind weit entfernt.

Von Vorteil finde ich auch, dass man die Federkraft der neuen Shimano DEORE XT individuell einstellen kann. Alles in allem fühlt sich die Schaltung sehr kontrolliert, weich und leise an. Das liegt sicherlich auch an der bekannten Shadow+ Funktion. Die Schaltung nimmt stets den richtigen und direkten Weg zum jeweiligen Ziel.

Die Kommando-Ausführung zum Schaltwerk funktioniert tadellos und knackig. Auch das Feedback für den Fahrer setzt Shimano meiner Meinung nach super um. Die genaue Abstufung lässt sofort wissen, dass ein Schaltvorgang vollzogen wurde. Das Schalten in die schweren Gänge ist, wie von Shimano gewohnt, über Zeigefinger als auch Daumen möglich. Des weiteren ist mir das Mehrfachschalten in die schweren Gänge sehr positiv aufgefallen.

Der profilierte Gummi-Einsatz am Schalthebel gibt mir endlich einen griffigeren Untergrund gegenüber einem Hebel aus reinen Metall. Auch bei schlechtem Wetter habe ich somit bessere Kontrolle. Durch die passende Lenkerfernbedienung zum Verstellen der Sattelstütze bietet Shimano ein super aufgeräumtes und einheitliches Komplettpaket. Diese SL-MT800 Lenkerfernbedienung ist I-spec EV-kompatibel und funktioniert mit allen gängigen Variostützen.

Bremsen und Naben

Auf den ersten Blick hat sich an den neuen Shimano DEORE XT Bremsen kaum etwas geändert. Sie überzeugen visuell mit ihrer filigranen und schlanken Bauweise. Durch die oben beschriebene andere Bauweise ist ein direktes Feedback auf dem Trail spürbar. Schon wie bei dem großen Bruder der XTR, wird es durch den Freilauf sowie den Nabenkörper möglich, dass sich zwei Mitnehmerplatten vollständig voneinander lösen. Somit hört man kein Geräusch, wenn man mal nicht in die Pedale tritt. Der Micro Spline Freilauf macht das Gesamtpaket dann sogar noch etwas leichter.

Besonders aufgefallen sind mir das schnelle Einrasten und die höhere Steifigkeit der Hinterradnabe. Das fördert die rasche Beschleunigung und vermindert die unnatürliche Ablenkung. Die neue Bremsscheibe kann nur mit Center Lock Nabe verbaut werden. Grundsätzlich überzeugt mich das System sehr! Es ist einfach, sicher und dazu noch super schnell montiert.

Fazit zum ersten Eindruck

Es ist spürbar, dass die neue Shimano DEORE XT Gruppe auf dem großen Bruder der XTR Gruppe basiert. Wie gewohnt bringt die Shimano DEORE XT Gruppe eine hohe Schaltgenauigkeit mit sich. Mein erster Eindruck ist, dass hier noch mal eins oben drauf gesetzt werden konnte. Mit ihrem ansprechenden modernen Design passt sie an wirklich jedes Bike und ist in Windeseile montiert. Dabei hilft auch das vorhandene Kettenschloss.

Das für mich wertvollste Merkmal ist das extrem ruhige und leise Schalten. Shimano steht mit seiner Deore XT Baugruppe bereits viele Jahrezehnte für hohe Qualität, Stabilität und Langlebigkeit.

Eignung für E-Bikes

Kann man die XT Hinterradnaben also problemlos für moderne E-Bikes bzw. Pedelecs nutzen? Aus eigener Erfahrung müssen wir dieses leider verneinen. Die hohen Antriebskräfte mit Drehmomenten von derzeit aktuell bis 75 Newtonmetern beim Beschleunigen, aber auch die starken Kräfte beim Bremsen erfordern ein sehr hohes Maß an Stabilität bei der verbauten Hinterradnabe am Elektro-Fahrrad. Sonst drohen auf Dauer Beschädigungen, wie z.B. Flanschabrisse oder ein Verbiegen der Achse.

Die Bauweise ist filigran und der Freilaufkörper besteht aus Aluminium. Shimano hat für diese Nabe ein neues Freilaufkörpersystem entwickelt. verfügt nur über 2 Konuslager, die recht weit auseinanderliegen. linker Nabenflansch hat nur eine Stärke von rund 3 mm und ist zusätzlich noch ausgefräst.

Fazit: Wir empfehlen spezielle E-Bike Hinterradnaben von anderen Herstellern, die z.B. 4-fach gelagert sind und deutlich stabiler konstruiert sind.

Langzeittest und Erfahrungen

Wir haben Shimanos neue 11fach-XT-Gruppe beim BC Bike Race in Kanada und bei der Craft BIKE Transalp einer schonungslosen Belastungsprobe unterzogen - und waren überrascht. Shimanos neues Volumenmodell XT mit dem Kürzel M8000 hat zweifellos eine harte Zeit bei uns. Zwei Einsätze bei Etappenrennen. Schonungsloser geht es kaum. Dies ist also eine erste Statusmeldung, der Dauertest geht weiter.

Fazit: Die Elffach-XT-Gruppe überzeugt durch ihre einwandfreie Funktion, ihre Zuverlässigkeit und Haltbarkeit. Einzig die Oberflächen könnten widerstandsfähiger sein. Vernünftiger Preis im Vgl. zur XTR.

Kundenbewertungen

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Ausgewählte Kundenbewertungen

  • Cristinel S. (28.08.2025): Good component. Good price and good delivery.
  • Christoph I. (04.04.2024): Super Preis Leistung. Ich habe noch nichts aus zu setzen.
  • mehmet b. (12.05.2020): Top Shop des vertrauens seid Jahren. Wie gewohnt alles unkompliziert und ultra schnell trotz Pandemie. Gewohnte Qualität von shimano hat am E-bike die alte xt mit 13000 km ersetzt alles prima :-) Preis Leistung unschlagbar.
  • Oliver F. (03.08.2017): Überragende Hinterradnabe für mein Disc Rennrad / Winterrad. Auch nach Kilometern mit Salz und schlechtem Wetter kein Verschleiß oder Spiel. Mach ohne jegliche Geräuche das was es soll.

Diskussionen und Meinungen

Es gibt auch Stimmen die Sagen, dass ein einmal gut aufgebautes Laufrad nicht mehr auseinander gebaut bzw repariert werden sollte, da die ursprüngliche Qualität danach nicht mehr erreicht werden kann. Eine Speiche, das zugehörige Loch in der Felge und in der Nabe, biegt sich, wenn das Rad erstmals gespannt wird.

Das Problem mit den Freilauf gibt es von 770 bis 8000, da dicke Aluachse und folglich weniger Platz für Freilaufinnereien. Gehäufte Flanschbrüche deuten eher auf Fehler in der Einspeichung hin. Da kan n man selbst Hochflanschnaben sprengen. Ich hatte bisher noch keine Shimano MTB Hochflanschnabe mit defektem Flansch in der Hand.

Bei den 610/615 Laufbahnen: Pitting/ Verschleiß. Die alten Naben hielten ewig, wir haben heute noch 530er in betrieb, die die erste Wartung nach 8 Jahren bekamen und bis heute keine Probs machen. Insofern würde ich bei einem guten Bike / Laufrad grade bei der Nabe nicht sparen!

Laut Explosionszeichnung haben die 780er und 8000er den selben Freilauf. Vielleicht sind die Produktionsanlagen am Verschleißene gewesen und bei den 8000er ist die Fehlerhäufigkeit noch größer.

UR600 heißt auch der beste Shimano Dynamo. Sprich Shimano lässt die Bedürfnisse von Trekkingradlern auch zukünftig nicht außer acht. Außerdem scheint es ein echter 11fach Freilauf zu sein,der auch die breiteren 11x Rennkassetten aufnimmt. Man sieht es am mithelieferten Spacer. Schön, wenn man feinere Abstufungen haben möchte. EDITUR600 mit seinem Freilauf ist gar für E-Bikes konstruiert.

Meiner Beobachtung nach hängt die Lebensdauer einer Shimano HR Nabe vor allem davon ab, ob sie dicht bleibt. Vor allem die Antriebsseite scheint da schlechter zu sein. Und wenn da mal Wasser und Material reingekommen ist, dann wars das mit dem guten Stück. ...in diesem Sinne. ....Meiner Beobachtung nach hängt die Lebensdauer einer Shimano HR Nabe vor allem davon ab, ob sie dicht bleibt.... Das passt auch generell zu dem Thema "Lagerschäden". Die mit weitem Abstand häufigste Ursache ist Verschmutzung und Korrosion durch ein ungenügend wirksames Dichtsystem. Dazu gehört nicht nur die Dichtung selbst, sondern das gesamte Umfeld.

Shimano kann Vieles selbst bauen/ nach Vorgaben produzieren lassen, weil sie so groß sind. ... klar, solche Sonderteile rechnen sich nur in hohen Stückzahlen, sonst ist das völlig daneben. Trotzdem stellt sich immer die Frage, warum baut man etwas selbst, wenn es am Markt Normteile gibt, die in Stückzahlen auch günstig sind?

Außerdem sorgt das üppige Fett in Shimano Naben für eine gute Abdichtung und Haltbarkeit. Fett sorgt nur bedingt für Abdichtung, wenn Wasser eingewalkt wird, ist die Korrosion da. Ein stehender Fettkragen dichtet und ist wasserabweisend, aber wenn es mit Wasser zwangsverquirlt wird, ist es vorbei.

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