Shimano XT Laufradsatz WH-M8120 im Test: Ein umfassender Überblick

Shimano hat mit dem XT WH-M8120 einen neuen Laufradsatz für den härteren Einsatz im Programm. Dieser Laufradsatz schlägt sich trotz preislichem Respektabstand zur Konkurrenz wacker.

Technische Details und Besonderheiten

Nach wie vor verfügen die Naben über sogenannte Winkel-Konatakt-Konuslager. Für einen perfekten Lagerlauf sollte man diese vom Fachhändler einstellen lassen. Interessant ist der Freilaufkörper aus Stahl und die einstellbaren Lager. Shimano ist mittlerweile fast der einzige Hersteller, der auf einen Freilaufkörer aus Stahl setzt. Damit gibt es keine Probleme, dass sich einzelne Ritzel ins Alu „fressen“ und nur schwer wieder abziehen lassen.

Felgen und Speichen

Shimano zeigt mit der vergleichsweise schmalen Felge und den 28 Speichen der Konkurrenz die kalte Schulter, wenn es um die seitliche Stabilität geht. Das Hinterrad ist hier gar das steifste. Der Ausschlag der Messuhr beim Rundlauf ist aber mit bis 0,5 Millimeter an beiden Rädern vergleichsweise hoch.

Vergleich mit anderen Laufradsätzen

Im Vergleich zu anderen Laufradsätzen im Testfeld, wie z.B. Veltec ETR Extradrei und Race Face Aeffect R, zeigen sich deutliche Unterschiede in Gewicht, Steifigkeit und Beschleunigung.

Alu-Laufräder im Vergleich

Hier ist eine Übersicht über einige getestete Alu-Laufräder:

Laufradsatz Preis pro Paar Gewicht v./h. Max. Systemgewicht Material Felge/Speiche Maulweite v./h. Speichenanzahl
Crankbrothers Synthesis Enduro Alloy 600 Euro 913.5 g / 111 g keine Angabe Alu/Stahl 31/29 mm 28/32
DT Swiss XM 1700 Spline 719 Euro 897 g/993 g 120 kg Alu/Stahl 30/30 mm 28/28
Mavic Crossmax XL S 29 750 Euro 881 g/1010 g 120 kg Alu/Stahl 30/30 mm 24/24
Newmen Evolution SL A.30 680 Euro 831 g/971 g 125 kg Alu/Stahl 30/30 mm 28/28
Race Face Aeffect R 600 Euro 923,5 g/1070 g keine Beschränkung Alu/Stahl 30/30 mm 28/28
Shimano Deore XT WH-M8120 430 Euro 933 g/1079 g keine Angabe Alu/Stahl 30/30 mm 28/28
Spank 350 Vibrocore 699 Euro 917 g/1119 g keine Angabe Alu/Stahl 30/30 mm 28/28
Veltec ETR Extradrei 549 Euro 827,5 g/964,5 g keine Angabe Alu/Stahl 30/30 mm 32/32

Carbon-Laufräder im Vergleich

Hier ist eine Übersicht über einige getestete Carbon-Laufräder:

Laufradsatz Preis pro Paar Gewicht v./h. Max. Systemgewicht Material Felge/Speiche Maulweite v./h. Speichenanzahl
Acros Enduro-Carbon-LRS 29" 1199 Euro 731 g/819 g keine Beschränkung Carbon/Stahl 29/29 mm 28/28
Crankbrothers Synthesis Enduro Carbon 1699 Euro 829 g/1017 g keine Angabe Carbon/Stahl 31/29 mm 28/32
DT Swiss XMC 1501 Spline One 1599 Euro 766 g/ 863 g 120 g Carbon/Stahl 30/30 mm 28/28
Newmen Advanced SL A.30 1450 Euro 715 g/864,5 g 125 g Carbon/Stahl 29/29 mm 28/28
Race Face Next R31 1699 Euro 816 g/912 g keine Beschränkung Carbon/Stahl 31/31 mm 28/28

Testergebnisse und Fazit

Der Aufbau der Laufräder ist sehr gut, die Steifigkeitswerte sind mit Crankbrothers die besten im Test. Lediglich bei der Trägheitsmessung und dem Gewicht fällt das XT Rad zurück. Es ist einer der günstigsten Laufradsätze im Test und auch wenn man es optisch nicht vermutet, einer der stabilsten.

Weitere Laufrad-Tests und Tuning-Möglichkeiten

Laufräder gelten als das beste Tuning fürs MTB. Ein neuer Laufradsatz kostet ein Vielfaches, dennoch gelten die Rundlinge als das Tuning-Mittel schlechthin. Ist dem wirklich so? Und für wen oder wann lohnt die Investition? Ist Carbon dabei das Nonplusultra, oder eignen sich auch gute Alu-Sätze?

Die Gewinner auf einen Blick: Bei den Alu-Laufrädern werden die Veltec ETR Extradrei Testsieger. Bei den Carbon-Laufrädern sichern sich die Acros Enduro-Carbon-LSR 29" den Testsieg.

Shimano Deore XT WH-M8120 im Detail

Shimanos XT-Laufradsatz schlägt sich trotz preislichem Respektabstand zur Konkurrenz wacker. Der Aufbau der Laufräder ist sehr gut, die Steifigkeitswerte sind mit Crankbrothers die besten im Test. Lediglich bei der Trägheitsmessung und dem Gewicht fällt das XT Rad zurück.Shimanos XT-Laufradsatz schlägt sich trotz preislichem Respektabstand zur Konkurrenz wacker.

Shimano XT M8100 Gruppe im Test

Neben den Laufrädern wurde auch die neue Shimano XT M8100 Gruppe vorgestellt. Diese „erbt“ den zwölften Gang von der im letzten Jahr vorgestellten XTR Gruppe. Wie schon bei der Top-Gruppe bietet sich den Käufern der neuen XT die Wahl zwischen 1-fach und 2-fach Antrieben, zwischen der sehr breit abgestuften 10-51 Kassette und auch einer 10-45 Variante für Freunde kleinerer Gangsprünge.

Kompatibilität und Freilauf

Beide Kassetten setzen auf den neuen Microspline Freilauf. Das ist mutig von Shimano, aber folgerichtig: Nach der Einführung mit der XTR Gruppe im letzten Jahr haben mittlerweile einige Dritthersteller (z.B. DT Swiss, Mavic, I9) diesen Freilauf im Programm und man ist damit nicht auf Naben aus Japan festgelegt.

Schaltwerke und Schalthebel

All das wird natürlich erst mit den entsprechenden Schaltwerken möglich: Hier gibt’s bei der Shimano XT M8100 zwei: Entweder für 1-fach oder 2-fach Antriebe. Gemeinsam haben sie das vergrößerte obere Leitröllchen mit 13 Zähnen, das die Kettenführung und damit die Schaltqualität verbessern soll. Bei der XT M8100 setzt Shimano weiterhin auf den ISPEC-EV Montagestandard, mit dem sich die Schalthebel an der Schelle der Bremsen befestigen lassen.

Bremsen

Neben der Schaltgruppe präsentierte uns Shimano auch die neuen XT Bremsen, die die großen Fußstapfen des Vorgängers füllen sollen. Neu sind in beiden Fällen die Bremsgeber: Auf den ersten Blick ähneln sie ihren Vorgängern wie ein Ei dem anderen, bei genauerer Betrachtung fällt jedoch eine Abstützung des Ausgleichsbehälters am Lenker auf.

Laufräder der XT Reihe

Zu guter Letzt gibt’s auch neue Laufräder aus der XT Reihe: Wie bei den Bremsen hat man auch hier die Wahl zwischen einer Variante für die XC Racer und Marathonisti und den Trail- und Enduropiloten. Das Gewicht ist durchaus konkurrenzfähig: Die XC Variante kommt auf 1.764g (27,5″) bzw. 1.840g (29″), der Trail Laufradsatz ist mit 1.846g (27,5″) bzw..

Fahrtest und Performance

Schon auf den ersten Metern im Uphill zeigte sich ein deutlicher Unterschied zum Vorgänger. Die Schaltwechsel gingen spürbar schneller vonstatten, ohne jedoch das Shimano-typische smoothe Schaltverhalten vermissen zu lassen. Auffällig war die geringe Geräuschkulisse der Gruppe - eine Wohltat für jeden Fahrer. Deutlich auffälliger und das ebenfalls im höchsten Sinne positiv war die Performance der Bremse.

Scylence-Nabe

Mein erster Eindruck: Ungewohnt leise fliege ich mit meinem Trek Enduro Bike durch den Wald. Das liegt an dem neuen Nicht-Sound des Scylence-Freilaufs. Durch den nicht vorhandenen Klang des neuen Scylence-Freilaufs ist es möglich, mein Gehör auf die Reifen zu fokussieren. Die größte Überraschung bringt sicherlich die Lautlosigkeit der Scylence-Nabe mit sich.

Shimano XTR Di2 M9200 Gruppe

Mit der neuen XTR-Funkschaltung schlägt Shimano zurück. Schnell, haltbar und edel soll der elektronische Antrieb sein. Die XTR Di2 M9200 kommt ohne Kabel oder Seilzug, dafür mit einer Vielzahl an Konfigurierungsmöglichkeiten für Crosscountry- und Enduro-Fahrer. Mit im Gepäck: überarbeitete Scheibenbremsen und Laufräder mit dem Logo der Shimano XTR.

Karl Platts erste Meter

Marathon-Legende und Shimano-Athlet Karl Platt schraubte die neue XTR an sein Racebike. Im Gelände war er die Teile bis dahin noch keinen Meter gefahren. Statt den Hebelkräften eines Schaltzugs gibt’s direktes Feedack. Die Schaltgeschwindigkeit der XTR M9200 macht richtig Laune. Bei der Shimano XTR Di2 M9200 sieht der Profi durchaus Parallelen.

Funktionen der XTR Di2

Ganz ohne Züge und Kabel ist der Shimano XTR M9200 Antrieb im Handumdrehen montiert. Schöne neue Welt: Zur Kopplung von Schaltwerk und -hebel braucht es die Shimano E-Tube-App. Die Schaltgeschwindigkeit von dezent bis blitzschnell lässt sich in der App einstellen.

Performance im Gelände

Fährt man auf der Shimano XTR Di2 M9200 durchs Gelände, vergisst man fast, ob am Ausfallende ein elektronisches oder ein mechanisches Schaltwerk hängt. Die Haptik des Schaltgefühls ist Shimano sehr gut gelungen. Die Gangwechsel funktionieren definiert und selbst unter Last problemfrei. Die neue XTR ist schnell.

Bremsen der XTR

Eine große Stärke aller Shimano-Bremsen bringt auch die neue XTR wieder mit: Montage und Entlüftung sind ein Kinderspiel. Ebenfalls erfreulich bekannt: die kurze Einbremsdauer. Für eine leichte Race-Bremse legt die Zweikolben-XTR eine ordentliche Power an den Tag.

Laufräder der XTR

Ganz ähnlich, wie der Rest der neuen XTR-Gruppe, bauen die Carbon-Felgen der getesteten Enduro-Variante optisch bullig. Der Tubeless-Aufbau gelingt mittels vormontierten Ventilen und Felgenband problemfrei und schnell. Auf dem Trail verrichteten die Laufräder ihren Job unauffällig. Die Felgen mit 30 Millimeter Innenweite lassen sich mit wenig Luftdruck fahren und geben dem Reifen eine gute Basis zum Abstützen. Der auf 3,5 Grad verkleinerte Eingriffswinkel des Freilaufs sorgt für einen direkten Antritt und ist auf Augenhöhe mit anderen hochwertigen Laufradsätzen.

Eignung für E-Bikes

Shimano steht mit seiner Deore XT Baugruppe bereits viele Jahrezehnte für hohe Qualität, Stabilität und Langlebigkeit. Kann man die XT Hinterradnaben also problemlos für moderne E-Bikes bzw. Pedelecs nutzen? Aus eigener Erfahrung müssen wir dieses leider verneinen. Die hohen Antriebskräfte mit Drehmomenten von derzeit aktuell bis 75 Newtonmetern beim Beschleunigen, aber auch die starken Kräfte beim Bremsen erfordern ein sehr hohes Maß an Stabilität bei der verbauten Hinterradnabe am Elektro-Fahrrad.

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