Shimano Deore XT M8000: Ein umfassender Test der 11-fach Schaltgruppe

Die Deore XT-Schaltgruppe von Shimano ist seit Jahren eine der beliebtesten MTB-Schaltungen auf dem Markt. Für das Jahr 2016 präsentieren die Japaner nun eine komplett runderneuerte XT-Gruppe. Mit der Vorstellung der neuen M8000-Gruppe soll die Erfolgsgeschichte der XT nahtlos weitergeführt werden. Technologisch zeigt sich die XT auf dem neuesten Stand, viele Details der aktuellen Elffach-XTR-Gruppe wurden übernommen. Die neue Deore XT soll allen Anforderungen von Cross Country bis zum harten Trail- und Enduro-Einsatz gerecht werden. Für Biker ist sie im Gegensatz zur XTR vor allem wegen des geringeren Anschaffungspreises interessant.

Die wichtigste Neuerung: 11-fach-Kassette

Dem neuesten Stand der Technik folgend wurden auch der Deore XT von Schlatungs-Gigant Shimano die modernsten 11-fach-Anlagen in die Wiege gelegt, die bereits ihre große Schwester, die XTR, auszeichnen. Damit hebt sie die Messlatte sowohl im anspruchsvollen Race-Segment als auch im harten Enduro-Einsatz auf ein neues Level. Mit dem „Dyna-Sys11“ genannten 11-fach-Schaltsystem sollen sich stets maximal effiziente Gänge fahren lassen. Zudem sorgt die Technologie mit durchdachtem Materialeinsatz und neuen Schaltwerk-, Umwerfer- und Kettenblatt-Designs für verbesserte Antriebsstabilität bei allen Wetterbedingungen und mehr Schaltkomfort.

Kombinierbarkeit mit Single-, Zwei- und Dreifach-Kurbel

Wie bereits bei der XTR steht für die neue M8000 das gesamte Spektrum an 1x11-fach-, 2x11-fach und 3x11-fach-Übersetzungen zur Verfügung. Dieses Konzept nennt Shimano „Rider Tuned“. Welche der vielen Optionen auch immer ausgewählt wird - bei allen sorgen Highend-Materialien wie Carbon oder metallische Verbund-Konstruktionen für Schaltpräzision, optimale Kettenführung und lange Haltbarkeit. Bei den Zweifach-Kurbeln stehen drei Übersetzungsvarianten mit 34/24, 36/26 und 38/28 Zähnen zur Verfügung, die auf höchste Antriebseffizienz ausgerichtet sind. Die beschnittene Kurbel-Bandbreite, die durch die 10-Zähne-Sprünge, entsteht, wird durch die größere Bandbreite der 11-40er-Kassette teils wettgemacht. Trotzdem ist man mit einer 36/26er-Kurbel samt 11-40er-Kassette (503 % Übersetzungsbandbreite) nicht mehr so breit aufgestellt wie mit einer alten XT-Kurbel mit 38/24-Zähnen und 11-36er-Ritzel (518 %)

Zudem bietet die Dreifach-Version mit 40/30/22 Zähnen die kleinsten Gänge und die größte Bandbreite für maximale Vielseitigkeit. Die Zweifach XT-Kurbel mit 36/26 Zähnen sowie die Einfach-Option mit 32 Zähnen sind zudem auch in einer B-Version mit 3 Millimeter weiter außen liegender Kettenlinie verfügbar. Die Zahnprofile der Einfach-Kettenblätter bei den neuen XT-Kurbelgarnituren weisen - wie die XTR - eine deutlich breitere Form der Stahlzähne sowie ein spezielles Hakendesign auf. Während erstere insbesondere beim Treten für eine sichere Führung der Kette sorgt, garantiert letzteres einen effizienten Schutz vor dem Abspringen der Kette - selbst im rauen Gelände. Insgesamt wird durch dieses neue Zahndesign die Kette um 150 Prozent stärker auf dem Kettenblatt gehalten bzw. geführt, was die Sicherheit, aber auch die Haltbarkeit deutlich verbessert.

Neue Kassette mit 11-42er-Abstufung

Dank der „Rhythm Step”-Abstufung sorgt die neue Shimano XT für unterbrechungsfreien Vortrieb. Dazu wurden die Gangstufen genau so gewählt, dass die Sprünge gering ausfallen und die Trittfrequenz möglichst konstant bleibt. Unabhängig von der Wahl eines Einfach- Zwei- oder Dreifach-Systems trägt dies dazu bei, dass die aufgewendete Energie des Fahrers stets effizient in Vortrieb umgewandelt wird und der Flow auf dem Trail erhalten bleibt. In Zahlen: Bei den neuen 2- und 3-fach-Antrieben steht dadurch eine breite Übersetzung zur Verfügung, die dank der Kombination mit der 11-40er-Kassette dennoch für enge Abstufungen zwischen den Gängen ausgelegt ist und effiziente Gangsprünge ermöglicht. Neu bei der Deore XT ist dagegen eine speziell (und ausschließlich) für die Einfach-Systeme entwickelte 11-42er-Kassette (CS-M8000). Mit dieser Abstufung stellt sie die am breitesten übersetzte Kassette dar, die Shimano je vorgestellt hat. Im Zusammenspiel mit der 11-fach-Kette mit asymmetrischen HG-X11 Laschen (montagerichtungsgebunden) und SIL-TEC-Oberflächenbeschichtung sorgen die XT-Kassetten für reibungsloses Schaltverhalten.

Leichtere und haltbarere Innenlager

Die neuen Deore XT-Kurbeln drehen sich in einem überarbeiteten HOLLOWTECH II-Innenlager, wahlweise als Press-Fit oder Schraub-Typ. Dank kleinerer und leichterer Lager und eines bereits bei der XTR bewährten Dichtungssystems sind die neuen Innenlager sowohl leichter als auch rotationseffizienter und sorgen daher neben der verbesserten Verschmutzungsresistenz auch für mehr Speed.

11-fach-Schaltwerk mit geringeren Bedienkräften und einstellbarem Reibungsdämpfer

Schaltwerk wie Umwerfer der neuen Deore XT wurden einer kompletten Überarbeitung unterzogen. Dabei bringt das neue Schaltwerk selbstverständlich Shimanos optimierte SHADOW+-Technologie mit und zeichnet sich darüber hinaus durch einen flachen Anstellwinkel und ein flaches Profil aus. An geringeren Schaltkräften haben die Japaner ebenso gearbeitet wie an einer verbesserten Kettenstabilisierung. Die neu designten Schaltröllchen wurden noch stärker für schräg laufende Ketten optimiert und tragen mit ihren größeren Zähnen zur Verbesserung der Schaltleistung bei. Der Reibungsdämpfer des SHADOW+-Mechanismus' wurde wie bei der XTR mit einer Einstell-möglichkeit versehen, mit der der Mechanismus entweder für maximale Stabilität oder für minimale Bedienkräfte optimiert werden kann. Das neue XT-Schaltwerk ist Direct Mount-kompatibel und in der GS-Ausführung (mittellanger Käfig) für 1- und 2-fach-Systeme sowie in der SGS-Ausführung mit langem Käfig für 3-fach-Antriebe verfügbar.

Kraftvoller Umwerfer mit optimierter Zuganlenkung

Zudem hat Shimano den neuen Deore XT-Umwerfern die „Side Swing“-Technologie spendiert. Die 2-fach- und 3-fach-Umwerfer sollen mit leichtgängigen, aber zugleich kraftvollen Schaltvorgängen das Schaltverhalten vorne auf ein ganz neues Niveau heben - auch bei modernen Bikes mit langen Federwegen. Neben der optimierten Zuganlenkung, die die Schalteffizienz verbessert, zeichnen sich die neuen Umwerfer durch einem optimierten Freiraum für breite Reifen aus. Das ermöglicht es Herstellern, Bikes mit kürzeren Kettenstreben zu entwickeln und damit Handling und Wendigkeit zu verbessern. Zur Montage stehen die klassischen Versionen mit hoher und niedriger Klemmschellenposition, D-Type und E-Type zur Verfügung. Darüber hinaus sind die Zweifach-Umwerfer auch in einer Top Swing- bzw. Down Swing-Ausführung erhältlich.

Neue XT-Schalthebel: bessere Ergonomie, weniger Bedienkräfte

Da bekanntermaßen die Interaktion zwischen dem Fahrer und seinem Antriebssystem in erster Linie über die Schalthebel erfolgt, wurde diesen Mensch-Maschine-Schnittstellen bei der neuen Deore XT-Gruppe höchster Stellenwert beigemessen. Die mit taktil unterschiedlichen Oberflächen versehenen Schalt- und Auslösehebel sowie die „Optislick“-Züge sorgen laut Shimano für um 20 Prozent verringerte Schaltkräfte und verbessern die Ergonomie spürbar. INSTANT-RELEASE, MULTI-RELEASE und 2-WAY-RELEASE sorgen für schnelle und flexible Bedienung, der weiter optimierte „Vivid Index“-Mechanismus für eine klare taktile Rückmeldung und Präzision. Die Hebel sind sowohl für klassische Klemmschellen-Montage als auch in zwei I-Spec-Versionen verfügbar.

Erster Test der Shimano Deore XT M8000

Keine Schaltgruppe ist bekannter als die Shimano Deore XT. Seit mittlerweile über 33 Jahren ist sie nun schon erhältlich und nach Angaben von Shimano das Rückgrat im Schaltungssegment des Mountainbikesports. In Riva del Garda hatten wir jetzt erstmals die Möglichkeit, die neue 11-fach-Schaltgruppe Shimano M8000 ausgiebig zu testen. Während sich die Highendgruppe XTR vor allem an Racer richtet, wollte Shimano das Einsatzgebiet der neuen Deore XT so vielseitig und variabel wie möglich gestalten. Aus diesem Grund wird die Gruppe sowohl als 1-fach-, 2-fach- und 3-fach-Variante angeboten. Die fein abgestufte Kassette verfügt bei der 1×11-Variante über eine Bandbreite von 11-42-Zähnen, bei der 2×11 und 3×11 über 11-40 Zähne.

Wie auch bei der Topgruppe XTR kann auch bei der neuen XT der Spider der Kurbel gewechselt werden und sie kann so von 1- auf 2-fach umgebaut werden. Mit 3-fach ist dieser Tausch jedoch nicht möglich. Eine große Neuerung ist, neben dem Wechsel auf 11-fach, der neue Side Swing-Umwerfer. Bei ihm wird das Kabel nicht mehr über Umlenkungen an den Umwerfer geführt, sondern läuft direkt vom Rahmen aus auf ihn zu. Das soll den Kraftaufwand verringern und noch schnellere Schaltvorgänge ermöglichen. Nicht nur die Kurbel, auch die Schalthebel erinnern bei der neuen Shimano Deore XT stark an die höherpreisige Topgruppe XTR. Im Vergleich zum Vorgängermodell wurde bei ihnen vor allem die Ergonomie der Hebel überarbeitet, wodurch sich laut Shimano eine Kraftersparnis von bis zu 20 % beim Schalten der hinteren Gänge erreichen ließ. Außerdem verfügen die Hebel nun über eine angenehmere Oberflächenstruktur für noch mehr Grip am Trigger und lassen sich dank der überarbeiten I-Spec II-Schelle noch besser an die Hand des Fahrers anpassen.

Am Schaltwerk setzt Shimano weiterhin auf die bekannte und bewährte Shadow Plus-Technologie, um Kettenschlagen mithilfe des Reibungsdämpfers zu minimieren. Bei der neuen Deore XT ist dieser nun aber zusätzlich mithilfe einer Inbus-Schraube von außen einstellbar. Was macht man als erstes, wenn man eine neue Schaltgruppe ausprobiert? Man schaltet direkt nach dem Aufsteigen erst einmal wild alle Gänge durch: rauf, runter, runter, rauf, einmal über die gesamte Bandbreite. Hier direkt die erste positive Überraschung: Die neue Shimano XT hämmert die Gänge förmlich rein. Nie gingen Schaltvorgänge mit einer Deore XT schneller und präziser. Ein Unterschied zum Topmodell XTR ist ohne direkten Vergleich bei diesem Modell nur noch schwer festzustellen.

Besonders gut gefiel uns direkt von Anfang an der neu designte Schalthebel, der dank der neuen Struktur auf den Schaltpaddeln guten Grip und ein angenehmes Schaltgefühl bietet. Die präzise Rasterung, die kurzen Schaltwege speziell am hinteren Schaltwerk und das definierte Klicken gefallen, doch am meisten begeistert die Leichtgängigkeit des neuen Side Swing-Umwerfers. Die neuen Schalthebel verfügen außerdem über die bekannte Rapidfire Plus-Technologie, wodurch sich sowohl beim Hoch- als auch beim Runterschalten direkt zwei Gänge nacheinander am Hebel durchdrücken lassen.

Auf der Abfahrt gelang es dem Shadow-Plus-Schaltwerk leider einmal nicht bei mehreren, heftigen direkt aufeinanderfolgenden Schlägen in Folge, die Kette an Ort und Stelle zu halten und so mussten wir sie durch eine Kurbelumdrehung zurück in Position befördern - komplett verloren haben wir sie jedoch nicht. Die neue Shimano Deore XT überzeugt nicht nur durch ihre extrem schnellen und präzisen Schaltvorgänge, sondern auch durch das edle Finish und die hochwertige Verarbeitung. Dank der enormen Übersetzungsbandbreite und der individuellen Wahlmöglichkeiten findet hier jeder die für sich perfekte Abstufung.

Für den Antrieb unseres Enduro-Projekts setzen wir auf die neuste Version der Shimano XT-Gruppe. Bereits bei einigen Tests von Komplett-Bikes konnten die M8000-Komponenten überzeugen, denn der Hersteller kombiniert ein gutes Gewichtsverhältnis mit einem robusten Aufbau sowie einer optimalen Funktionsweise - und das zu einem fairen Preis. Deshalb dieser Antrieb als 1×11-Konfiguration die beste Wahl für das Enduro. Die Shimano XT-Gruppe steht seit jeher für ein gutes Preis-Leistungsverhältnis, denn die Komponenten bieten nicht nur Features aus der Oberklasse, sondern sind robust und damit auch lange haltbar. Eine bestmögliche Funktion streben die Japaner ohnehin an. Trotzdem wurden alle Bestandteile der Shimano XT-Gruppe auch hinsichtlich Gewicht optimiert.

Ausprobieren durften wir die neue Antriebs-Gruppe von Shimano bereits an einigen Test-Bikes. Dabei konnten die einzelnen Komponenten stets mit einer soliden Funktion überzeugen. Doch nicht nur durch die genannten Eigenschaften ist diese Gruppe für den Einsatz an unserem Enduro interessant: Für das Modelljahr 2016 bietet Shimano den XT-Antrieb erstmals in einer 1×11-Variante an. Zudem wurden die Komponenten kräftig überarbeitet, sodass die M8000-Version alle modernen Features mitbringt, die heutzutage vorausgesetzt werden. In den folgenden Absätzen stellen wir die Komponenten für den Antrieb unseres Enduro-Projekts kurz vor und erläutern, wo der Hersteller Verbesserungen zum Vorgänger vorgenommen hat.

Komponenten im Detail

Für das Modelljahr 2016 wurde das XT-Schaltwerk von Grund auf überarbeitet und ist für den Einsatz von Cross Country über All Mountain bis hin zu Enduro konzipiert. Mit an Bord ist auch die Shadow-Plus-Technologie in Form eines Reibungsdämpfers, der die Kette selbst in brenzligen Situationen ruhig hält und damit ein Abspringen verhindern soll. Diese einfache aber effiziente Lösung sorgt zudem dafür, dass der Antrieb leise arbeitet. Daneben soll das Dyna-Sys11-System für geschmeidige Gangwechsel durch eine optimale Abstufung der Ritzel sorgen. Bei den Materialien setzt Shimano auf Aluminium, Fiberglas und Stahl, wodurch gegenüber dem XTR-Schaltwerk rund 60 Gramm Mehrgewicht entstehen. Preislich liegen zwischen beiden allerdings knapp 90 Euro Differenz. Erhältlich ist das XT-Schaltwerk RD-M8000 in den Varianten „GS“ (kurz) und „SGS“ (lang). Letztere ist für Mehrfachantriebe oder die brandneue 11-46-Kassette gedacht. Wir nutzen allerdings die GS-Variante.

Passend zum Schaltwerk kommt der 1×11-Trigger der M8000-Serie zum Einsatz. Shimano verspricht bei den neuen Hebeln eine um 20 Prozent geringere Auslösekraft. Außerdem haben die Japaner an der Ergonomie gefeilt und der optimierte Vivid-Index-Mechanismus sorgt für eine taktile Rückmeldung. Zum Lieferumfang des Schalthebels gehört unter anderem ein Zug mit beschichteter Außenhülle, die vor Korrosion schützen soll.

Wie bereits beim Schaltwerk erwähnt, greifen wir für unser Enduro-Build auf die 11-42-Kassette der XT-Serie zurück. Grund hierfür ist, dass die 11-46-Version zum Start noch nicht bereitstand und die nächstkleinere Abstufung für unseren Einsatzzweck ohnehin ausreicht. Auch bei dieser Komponente ist noch einmal die laut Hersteller optimale und effiziente Abstufung der Gänge zu nennen. Die Shimano XT-Kassette setzt sich aus vier einzelnen Ritzeln und zwei Alu-Spidern zusammen. Letztere tragen beide jeweils drei Zahnkränze. Bis auf das größte Ritzel aus Aluminium bestehen alle anderen aus Stahl. Durch diesen Aufbau spart der Hersteller gegenüber dem Vorgänger Gewicht ein.

Passend zum XT-Antrieb bietet Shimano eine schmale Kette aus Stahl an, die sich durch eine reibungslose und zuverlässige Schalt-Performance auszeichnen soll. Dazu trägt die SIL-TEC-Beschichtung bei. Der Hersteller verspricht, dass Produkte mit dieser Oberflächenbehandlung glatter laufen und weniger Verschleiß aufweisen. Aufgrund des laufrichtungsgebundenen und asymmetrischen Aufbaus der Kette, werden die Schaltvorgänge auch unter Last geschmeidig durchgeführt. Wir nutzen die Variante mit 116 Gliedern, die wir individuell auf unser Enduro anpassen können.

Da unser Rahmen in Form des Alutech Fanes 2016 über einen Boost-Hinterbau verfügt, nutzen wir die entsprechende B-Variante der Shimano XT-Kurbel. Diese bietet eine um drei Millimeter weiter außen liegende Kettenlinie und ist somit ausschließlich für Hinterbauten mit 148 Millimeter breiten Ausfallenden geeignet. Ansonsten unterscheidet sich diese spezielle Boost-Variante nicht vom Standard-Modell. Dementsprechend kommt dasselbe Material und Feature-Set zum Einsatz. Zu letzterem zählt die hohle Stahl-Achse mit 24 Millimetern Durchmesser sowie die Kurbelarme aus Aluminium, die laut dem Hersteller höchste Festigkeit mit einem moderaten Gewicht verbinden sollen. Beim Gewicht gibt Shimano 687 Gramm für das Modell mit 175 Millimeter an. Die FC-M8000-Kurbel kommt ab Werk ohne Kettenblatt daher. Dieses muss optional erworben werden. Angeboten werden drei Varianten mit 30, 32 oder 34 Zähnen.

Doch zu den Besonderheiten der Shimano XT-Kettenblätter zählt unter anderem das spezielle Zahnprofil, das ein Abspringen der Kette auch ohne den Einsatz von Kettenführungen effektiv verhindern soll - selbst bei harter Fahrweise. Der Hersteller nutzt für dieses Feature die Bezeichnung „Retention Technology“. Beim Material wird auf Stahl und Kunststoff mit Carbon-Faser-Verstärkung gesetzt.

Komplettiert wird der Antrieb aus Shimano XT-Komponenten letztlich von dem passenden Innenlager im BSA-Format mit Gewinde. Die überarbeitete Hollowtech-II-Version soll weniger Gewicht mit einer höheren Rotationseffizienz verbinden. Dazu nutzt der Hersteller kleinere Lager mit einer verbesserten Dichtung, die so auch beim XTR-Derivat verwendet wird. Damit steigt auch die Resistenz gegen eine Verschmutzung des Lagers.

Shimano XT mit Dyna-Sys-Technologie (3x10)

Mit einer großen Bandbreite von 3×10-fach MTB-Komponenten mit Dyna-Sys Technologie führt Shimano das neue Antriebssystem auf breiter Front ein. Bereits in diesem Frühjahr werden die neuen DEORE XT und SLX Komponentengruppen sowie die nicht gruppengebundenen, aber dennoch Dyna-Sys spezifischen Kurbelgarnituren FC-M552 in Silber und Schwarz verfügbar sein. Die Neuheiten, die die bisherigen 9-fach-Komponenten nicht ersetzen, sondern zusätzlich in die Produktpalette aufgenommen werden, sind ganz einfach am Dyna-Sys Logo zu erkennen. Optisch unterscheiden sie sich ansonsten nicht von den bisherigen 9-fach-Modellen und passen sich somit nahtlos in die bestehenden Komponentengruppen ein.

Um die Effizienz deutlich zu erhöhen und ein bemerkenswertes Niveau an Zuverlässigkeit zu erreichen, hat Shimano das Standard-Setup des Antriebssystems verbessert. War bislang eine Kettenblattabstufung an der Kurbel von 44-32-22 Zähnen in Verbindung mit einer 9-fach-Kassette Standard, werden die neuen Kurbelgarnituren eine Abstufung von 42-32-24 haben, während hinten standardmäßig an einer 10-fach-Kassette geschaltet wird.

Vorteile des Dyna-Sys-Systems

  1. Eine 10-fach HG-Kassette bietet den Vorteil, dass sich der Fahrer noch länger und in noch mehr Fahrsituationen vorne auf dem schon bislang meistgenutzten mittleren Kettenblatt mit 32 Zähnen bewegen kann. Ist dennoch irgendwann der Punkt erreicht, an dem vorne aufs kleine Blatt geschaltet werden muss, fällt dieser Schritt dank der neuen 24-Zähne-Konfiguration nun deutlich weniger heftig aus. Bei den bisherigen Systemen war der Fahrer beim Herunterschalten vorne gezwungen, mit zwei oder drei „Ausgleichs-Schaltvorgängen“ hinten einen stabilen Tritt aufrechtzuerhalten.

  2. Engere Gangabstufungen resultieren in kleineren Schaltschritten.

Shimano Linkglide und Hyperglide+ Technologie

Extra langlebige Haltbarkeit durch Shimanos LINKGLIDE Technologie. Diese Fähigkeit ist entscheidend für drehmomentstarke e-Bikes um den Schaltkomponenten eine gewisse Haltbarkeit zu gewährleisten.

AUTO Shift und FREE Shift Funktion

Die Auto Shift Funktion sorgt in Kombination mit einem elektronischen Schaltwerk für einen automatischen Schaltvorgang, sodass du immer im optimalen Gang unterwegs bist. Free Shift ist bei eMTB Fahrten die perfekte Unterstützung, wenn du in Kurvenreichen Trails unterwegs bist. Diese Funktion sorgt dafür, dass der Schaltvorgang ohne pedalieren erfolgt und du voll Konzentration auf das planen und halten deiner Linie legen kannst.

Dyna-Sys-Parts im Detail

Schaltwerk

  • Kennzeichen der neuen Dyna-Sys-Parts: das markante "D".
  • Dyna-Sys-Schaltwerk für Shimano XT:
    • Modellbezeichnungen: RD-M773-SGS/RD-M773-GS SHADOW
    • Gesamtkapazität 43Z (SGS), 35Z (GS)
    • Leit- und Spannröllchen mit gedichteten Lagern
  • Dyna-Sys-Schaltwerk für Shimano SLX:
    • Modellbezeichnung: RD-M663-SGS SHADOW
    • Gesamtkapazität: 43Z

Schalthebel

  • Für Shimano XT:
    • Modellbezeichnung: SL-M770-10/R
    • 2-Way-Release, Multi-Release
    • Abnehmbare optische Ganganzeige
  • Für Shimano SLX:
    • Modellbezeichnung: SL-M660-10R
    • RAPIDFIRE PLUS
    • 2-Way-Release, Multi-Release
    • Abnehmbare optische Ganganzeige

Umwerfer

  • Modellbezeichnungen für Shimano XT (4 Versionen):
    • FD-M770-10 TOP SWING Umwerfer
    • FD-M770-10E TOP SWING Umwerfer (Innenlagermontage)
    • FD-M771-10 DOWN SWING Umwerfer
    • FD-M771-10D Direct Mount Umwerfer
  • Modellbezeichnungen für Shimano SLX (4 Versionen):
    • FD-M660-10 TOP SWING Umwerfer
    • FD-M660-10E TOP SWING Umwerfer (Innenlagermontage)
    • FD-M661-10 DOWN SWING Umwerfer
    • FD-M661-10D Direct Mount Umwerfer

Kurbelgarnitur

  • Für Shimano XT:
    • Modellbezeichnung: FC-M770-10 HOLLOWTECH II
    • 42-32-24 Zähne
    • Mittleres Kettenblatt aus Stahl/Carbon-Verbundwerkstoff
  • Für Shimano SLX:
    • Modellbezeichnung: FC-M660-10 HOLLOWTECH II
    • 42-32-24 Zähne
    • Mittleres Kettenblatt aus Stahl/Glasfaser-Verbundwerkstoff

Kassette

  • Für Shimano XT:
    • Modellbezeichnung: CS-M771-10
    • Abstufungen: 11-36Z / 11-34Z / 11-32
    • Zwei Spider, auf die jeweils drei Ritzel montiert sind
    • Aluminium-Verschlussring
  • Für Shimano SLX:
    • Modellbezeichnung: CS-HG81-10
    • Abstufungen: 11-36Z / 11-34T
    • Zwei Spider, auf die jeweils drei Ritzel montiert sind

Kette

  • Für Shimano XT:
    • Modellbezeichnung: CN-HG94
    • HG-X 10-fach-Kette
    • Laufrichtungsgebundene Kette
    • Finish: Zink-Legierung
    • Nicht mit 10-fach-Rennradketten kompatibel!
  • Für Shimano SLX:
    • Modellbezeichnung: CN-HG74
    • HG-X 10-fach-Kette
    • Laufrichtungsgebundene Kette
    • Finish: Grau
    • Nicht mit 10-fach-Rennradketten kompatibel!

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