Das Grundprinzip für die perfekte Einstellung eines MTB-Schaltwerks hat sich über Jahrzehnte kaum verändert, unabhängig von Hersteller und Schaltgruppe. Wer das Zusammenspiel aus Endanschlägen, Zugspannung und Abstand zwischen Schaltwerk und Kassette versteht, kann jede Mountainbike-Schaltung präzise einstellen. Aktuelle Zwölffach-Antriebe sind besonders sensibel, da sie einen geringen Abstand zwischen den einzelnen Ritzeln aufweisen. Oft entscheiden schon halbe Umdrehungen an den entsprechenden Stellschrauben über eine tadellose Funktion. An die perfekte Einstellung muss man sich deshalb in kleinen Schritten herantasten.
Diese drei Hauptaspekte sind entscheidend für eine korrekte Einstellung:
- Die Endanschläge/Begrenzungsschrauben des Schaltwerks
- Der Abstand zwischen Schaltwerk und Kassette
- Die Zugspannung
Diese Dinge lassen sich mit wenig Werkzeug, etwas Erfahrung und Fingerspitzengefühl schnell einstellen.
Die wichtigsten Punkte eines Shimano XT 12-fach-Schaltwerks
Die folgende Erklärung bezieht sich auf die Schrauben eines aktuellen Shimano XT 12-fach-Schaltwerks. Der Aufbau ist bei allen anderen 12-fach-Schaltwerken und älteren Shimano-Schaltwerken ähnlich.
- Das Schaltauge (A): Es verbindet Schaltwerk und Rahmen. Da es schnell verbiegt, kann man es tauschen oder mit dem passenden Werkzeug ausrichten.
- Die Umschlingungsschraube (oft auch B-Schraube genannt): Sie sorgt für den richtigen Abstand zwischen Schaltwerk und Kassette. Dreht man sie hinein, entfernt sich das obere Schaltröllchen von der Kassette.
Im Gegensatz zu Sram-Schaltungen benötigt man bei Shimano kein Werkzeug, um die Umschlingung korrekt einzustellen. Blickt man im leichtesten Gang von innen auf den Schaltwerkskäfig, ist eine mit Pfeil und "51T" versehene Hilfslinie zu erkennen. Die Zähne des größten Ritzels müssen mit der Hilfslinie fluchten.
- Die obere Anschlagschraube: Bei Shimano ist sie mit einem H (high gear) gekennzeichnet und begrenzt den Schwenkbereich des Schaltwerks nach außen. Sie verhindert, dass die Kette zwischen Rahmen und Ritzel fällt.
- Die untere Anschlagschraube: Bei Shimano ist sie mit dem Buchstaben L (low gear) versehen und begrenzt den Schwenkbereich des Schaltwerks nach innen. Sie verhindert, dass die Kette zwischen Speichen und Ritzel fällt.
- Zugklemmung (E): Diese Schraube klemmt den Zug am Schaltwerk. Die Zugspannung wird am Schalthebel justiert.
Zusätzlich gibt es an MTB-Schaltwerken von Shimano eine Schaltwerksdämpfung, die die Kette im Gelände beruhigt. Shimano empfiehlt, die Dämpfung mit dem Kunststoff-Hebel zu deaktivieren, um die Schaltung einzustellen.
Stark gebrauchte Antriebe lassen sich oft aufgrund abgenutzter Ketten und Ritzel nicht mehr korrekt einstellen. Deshalb sollte man vorher unbedingt die Antriebsteile Kette, Kassette und Kettenblatt auf Verschleiß überprüfen. Und natürlich altern auch die Schaltzüge, die für eine einwandfreie Funktion der MTB-Schaltung entscheidend sind!
So stellen Sie Ihre Shimano 1x12-Schaltung ein
Im Prinzip benötigen Sie nur einen 2- und einen 4-mm-Inbusschlüssel. Zum optionalen Öffnen/Schließen der Kette nutzen Sie eine Kettenschlosszange oder einen Kettennieter. Der Meterstab hilft beim Einstellen des Schaltwerkabstands.
- Zug lösen, Kette öffnen: Grundsätzlich geht es auch ohne diesen Schritt, exakter wird die Einstellung aber, wenn Sie vorab den Zug am Schaltwerk mit dem 4-mm-Inbus lösen sowie die Kette (per Kettenschloss/-zange oder Kettennieter) öffnen und ausfädeln.
- Äußerer Anschlag: Über die obere der beiden Anschlag- schrauben stellen Sie mit dem 2-mm-Inbus den äußeren Anschlag ein. Positionieren Sie das Schaltwerk so, dass das obere Schaltröllchen und das äußerste Ritzel perfekt fluchten.
- Innerer Anschlag: Analog zu Schritt 3 stellen Sie den inneren Anschlag ein. Legen Sie am Schalthebel den kleinsten Gang (= größtes Ritzel) auf. Nun die untere der beiden Schrauben mit 2-mm-Inbus so rein-/rausdrehen, dass das Schaltröllchen exakt unter dem Ritzel steht.
- Abstand: Über die weit oben am Schaltwerk liegende „End-adjustment“-Schraube (einst als „B-Screw“ bekannt) stellen Sie den vertikalen Abstand des Schaltwerks ein. Er sollte von der oberen Leitplatte bis zur gedachten Linie von Zahn zu Zahn (gr. Ritzel) 46 mm betragen.
- Kettenstabilisator ausschalten: Der Kettenstabilisator sorgt für eine erhöhte Spannung des Schaltwerks und unterbindet damit Kettenschlagen. Zur Feinjustage der Zugspannung empfiehlt es sich, den Kettenstabilisator auszuschalten („Off“-Stellung).
- Kette ablängen: Wenn Sie eine neue Kette verwenden wollen, orientieren Sie sich an der Länge Ihrer alten. Oder Sie längen Sie wie folgt ab: Kette auf Blatt und großes Ritzel, Kettenenden zusammenführen und fünf (Hardtail) bzw. sechs (Fully) Glieder überlappen lassen.
- Kette einfädeln: Achten Sie auf die Laufrichtung: Fädeln Sie die Kette mit der Shimano-Aufschrift nach außen (zu Ihnen) von unten durch den Schaltkäfig. Kette vernieten oder Kettenschloss über der Kettenstrebe zusammenstecken und mit Druck aufs Pedal verschließen.
- Zug klemmen: Nun den Zug in die Führung der Klemme am Schaltwerk legen und mit dem 4-mm-Inbus festziehen. Anzugsmoment: 6-7 Nm. Achtung: Das Schaltwerk dabei nicht versehentlich Richtung Achse drücken, sonst stimmt die Spannung von Beginn an nicht.
- Spannung justieren I: Schalten Sie alle Gänge mehrmals durch. Legen Sie dann einen (mittleren) Gang ein, der 5-7 Schaltgänge vom größten Ritzel entfernt ist. Bleibt die Kette bei einem größeren Ritzel hängen, erhöhen Sie vorab die Zugspannung.
- Spannung justieren II: Erhöhen Sie die Spannung (Schraube rausdrehen!), bis die Kette auf dem mittleren Ritzel (siehe Schritt 10) Geräusche macht, also am nächsthöheren Ritzel schleift. Dann die Schraube wieder fünf Klicks reindrehen!
Weitere Tipps und Hinweise
- Drehe die Schaltzugspanner der Schalthebel im Uhrzeigersinn bis auf Block. Danach eine Umdrehung zurückdrehen.
- Checke die geschlossene Zugbefestigungsschraube. Anschließend die Kette auf den kleinsten Gang schalten.
- Das Umwerferleitblech muss zwei bis drei Millimeter über den Zahnspitzen stehen. Von oben betrachtet wird das Leitblech parallel zum Kettenblatt ausgerichtet.
- Umwerfer und Schaltwerk besitzen Anschlagschrauben für den inneren und äußeren Endanschlag.
- Mit dem Schraubendreher das innere Umwerferleitblech ausrichten. Der Abstand sollte einen Millimeter zur Kette betragen.
- Ist das Leitblech zu nah am Rahmen, drehe die Schraube im Uhrzeigersinn. Schleift die Kette beim Kurbeln am Leitblech, drehe die Schraube gegen den Uhrzeigersinn.
- Richte nun die Kette auf das Schaltwerk aus. Dafür kommt die L-Schraube zum Einsatz.
- Liegt das obere Schaltwerkröllchen zu weit rechts, drehe die L-Schraube gegen den Uhrzeigersinn. Das Schaltwerk bewegt sich in Richtung Speichen.
- Als nächstes stellst du den Abstand zwischen Schaltwerksröllchen und dem größten Ritzel ein.
- Der Abstand der Zähne von Röllchen und Ritzel sollte sechs Millimeter betragen.
- Schalte die Kette auf das größte Kettenblatt und das kleinste Ritzel (Bergabgang).
- Mit der H-Schraube am Umwerfer richtest du das äußere Leitblech auf die Kette aus. Der Abstand sollte einen Millimeter betragen.
- Steht das Leitblech von der Kette ab, drehe die Schraube im Uhrzeigersinn.
- Die H-Schraube am Schaltwerk richtet die Kette aufs kleine Ritzel aus. Das Schaltwerksröllchen muss unter dem Ritzel stehen.
- Kurbeln und auf das fünfte Ritzel schalten. Die Kette muss zwischen den benachbarten Ritzeln laufen.
Vorbereitung ist der Schlüssel
Bevor du verzweifelt versuchst, deine Schaltung einzustellen und zu keinem brauchbaren Ergebnis kommst, solltest du sicherstellen, dass alle Komponenten intakt und voll funktionsfähig sind, besonders wenn du dein Bike schon etwas länger fährst oder viel im Gelände unterwegs bist. Häufig funktioniert eine Schaltung aufgrund eines schwergängigen Schaltseils oder wegen eines verbogenen Schaltauges nicht ordentlich. Dann kann auch der beste Profi die Schaltung nicht mehr ordnungsgemäß einstellen. Bist du also nicht erfolgreich mit der Einstellung, solltest du diese Faktoren untersuchen.
Die Bedeutung der Umschlingung
Als Umschlingung wird der Winkel bezeichnet, den die Kette die Kassette umschlingt. Normalerweise ist dieser wichtig, um die Umschlingung der kleinen Ritzel richtig einzustellen, bei den 12-fach-Antrieben ist er allerdings fest vorgegeben. An den Shimano-Schaltwerken befindet sich auf der Rückseite des Schaltwerkskäfigs eine Markierung, die sich mit dem größten Ritzel der Kassette decken soll. Das Schaltwerk wird auf den leichtesten Gang geschalten und so eingestellt, dass sich die äußersten Zähne des größten Ritzels mit der Markierung decken.
Die richtige Einstellung der Anschläge
Mit den Anschlägen wird verhindert, dass die Kette über das größte oder kleinste Ritzel hinaus kann und in die Speichen gerät oder den Rahmen beschädigt. Bei falscher Einstellung der Anschläge kann es auch passieren, dass die Kette beispielsweise nicht in den größten oder kleinsten Gang wechselt und im Gang davor hängen bleibt.
Es gibt zwei Anschlagsschrauben, eine für jedes Ende der Range. Bei Shimano sind diese mit einem L und einem H gekennzeichnet, was für Low- und High-Speed steht. Low begrenzt also den Anschlag zum größten Ritzel mit der meisten Zähne Zahl (für langsame Geschwindigkeiten) und High ist für das kleinste Ritzel mit der niedrigsten Zähne Zahl (für hohe Geschwindigkeiten) zuständig.
Die Anschläge sollten so eingestellt werden, dass die Kette leicht auf das entsprechende Ritzel wechselt, ohne darüber hinaus schalten zu können. Besonders die Einstellung des H-Anschlags ist wichtig, denn sie kann bei falscher Einstellung die Seilspannung beeinflussen.
Einstellung High-Speed Anschlag
Um die Einstellung des H-Anschlags zu prüfen, schalte auf das kleinste Ritzel und löse den Schaltzug vom Schaltwerk, um den Einfluss der Seilspannung zu eliminieren. Jetzt sollte die Kette genau mittig unter dem kleinsten Ritzel laufen. Wenn du das Schaltwerk per Hand nach oben drückst und wieder loslässt, sollte die Kette problemlos und schnell auf das kleinste Ritzel schalten. Mit dem Hineindrehen des Anschlags sitzt das Schaltwerk weiter innen und umgekehrt.
Einstellung Low-Speed Anschlag
Bei der Einstellung des Low-Speed Anschlags ist wichtig, dass die Kette auf keinen Fall über das größte Ritzel hinaus schalten kann. Schaltest du also alle Gänge bis zum größten Ritzel hinauf, darf sich der Schalthebel auf dem größten Ritzel nicht oder nur noch minimal drücken lassen und das Schaltwerk sollte sich nicht mehr in Richtung Speichen bewegen. Ist der Anschlag zu weit innen eingestellt, schaltet die Kette nicht oder nur schwer auf das größte Ritzel.
Einstellung der Seilspannung
Mit der Seilspannung wird die Position des Schaltwerks unter allen Ritzeln kontrolliert. Das heißt, wenn die Kette die Kassette nicht nach oben steigen möchte, braucht das Schaltwerk etwas mehr Seilspannung und du musst die Einstellschraube herausdrehen.
Wichtige Vorab-Kontrollen
Ob Shimano- oder SRAM-Antrieb: Die Kettenschaltung am Mountainbike oder E-MTB sauber einzustellen, sollte zum Standard-Repertoire gehören. Viele tun sich damit schwer. Dabei ist es nicht so schwer, wie manche denken. Essenziell ist das mechanische Verständnis. Drehe nicht nur an der Schraube, sondern schau, was genau dann passiert. Welchen Einfluss hat welche Schraube aufs System?
Alle Teile des Antriebs und der Schaltung müssen zueinander kompatibel sein. Schaltwerk und Schaltgriff müssen vom gleichen Hersteller und idealerweise aus der gleichen Serie stammen. Essenziell sind hier aber die Schaltstufen: ein 12-fach Schaltwerk kann nur von einem 12-fach-Schaltgriff gleichen Herstellers angesteuert werden; es kann ausschließlich eine 12-fach-Kassette und -Kette benutzt werden. Shimano- und SRAM-Bauteile können NICHT gemixt werden. Dies führt unweigerlich zu Problemen bis hin zur kompletten Fehlfunktion. Auch wenn andere Hersteller kompatible Teile anbieten, schwöre ich persönlich auf Originalbauteile des jeweiligen Gruppen-Herstellers, um die beste Performance zu gewährleisten.
Grobe Verschmutzungen, insbesondere an Ritzeln, Kette und Schaltröllchen, können Probleme beim Schalten verursachen. Eine gründliche Reinigung ist daher obligatorisch. Für geschmeidige Schaltvorgänge muss die Kette sauber und gut geschmiert sein. Die Gelenke des Schaltwerks müssen leichtgängig sein. Sind sie verdreckt oder ist die Schmierung durch häufiges Waschen mit dem Hochdruckreiniger nicht mehr gegeben, darfst Du ihnen nach dem Säubern gern einen Tropfen Kettenöl spendieren. Dasselbe gilt für die Lager der Schalträdchen. Grundsätzlich sollen alle Komponenten, die mit im Spiel sind, vor dem Einstellen der Schaltung sauber und natürlich technisch einwandfrei sein. Die Hauptursache für schlecht funktionierende Schaltungen ist zu viel Reibung. Weniger Dreck bedeutet weniger Reibung. Alle beweglichen Teile müssen sauber und geschmiert sein.
Bauteile prüfen
- Kassette: Wenn Du das größte Ritzel im montierten Zustand an zwei gegenüberliegenden Stellen fasst und die Kassette dann zu kippen versuchst, darf nur wenig bis kein Spiel spürbar sein. Kontrolliere bitte das Anzugsmoment der Kassette am Freilauf (40Nm). Die Kassette sollte in puncto Verschleiß im grünen Bereich sein. Spitze Zähne, auch „Haifischzähne“ genannt, sind ein klares Indiz dafür, dass die Kassette getauscht werden muss. Kontrolliere die Kassette auch auf etwaige Beschädigungen wie beispielsweise krumme oder abgebrochene Zähne. Ist dies der Fall, muss sie ebenfalls getauscht werden.
- Schaltwerk: Das Schaltwerk muss fest und mit vorgeschriebenem Drehmoment am Schaltauge verschraubt sein. Selbstverständlich darf es nicht verbogen oder verzogen sein, was beim ernsthaften Mountainbiken schon mal vorkommt. Kontrolliere auch das seitliche Spiel der Schalträdchen (idealerweise bei abmontierter Kette), indem Du daran wackelst. Sind die Lager verschlissen, kippen die Rädchen hin und her. Das Schaltwerk ist dann nicht mehr in der Lage, die Kette sauber unter dem gewünschten Ritzel in Position zu bringen und sie in der Flucht zu den Ritzeln zu halten.
- Kette: Möchtest Du die Kette weiter benutzen und keine neue verbauen, solltest Du sie vorher mit einer Kettenlehre auf Längung prüfen. Gerade am Mountainbike schlägt die Kette durch die starken Vibrationen und Schläge zusätzlich seitlich aus. Spürst Du beim seitlichen Tordieren der Kette starkes Spiel und lässt sich die Kette sehr weit „biegen“, muss sie getauscht werden.
- Reibungsdämpfer: Moderne 11- und 12-fach-Schaltwerke von Shimano und SRAM beherbergen eine Mechanik zur Erhöhung der Kettenspannung, die in der Verbindung von Schaltwerkskörper zum Käfig steckt. Da diese Technik ebenfalls einem Verschleiß unterliegt, kontrolliere die Funktion bzw. die Wirkung der Kupplung: Der Käfig darf sich nur mit spürbarem Kraftaufwand nach vorne bewegen lassen - Du spürst ein deutliches Losbrechmoment im Gelenk, bevor du gegen die Federkraft andrückst. So soll es sein! Prüfe den Widerstand des Käfigs sowie eventuelles Spiel in den Gelenken und Röllchen.
- Schaltauge: Ein sichtbar verzogenes Schaltauge lässt eine saubere Einstellung der Schaltung per se nicht mehr zu. Je nachdem kannst Du es mit einem Richtwerkzeug korrigieren, allerdings ist es bei modernen Rahmen mit Steckachse meist massiver, aus CNC-gefrästem Alu, daher schwer zu richten. Wir empfehlen, bei Beschädigung direkt ein neues Schaltauge zu verbauen.
- Schaltzug und Außenhülle: Damit der Schaltgriff exakte „Befehle“ an das Schaltwerk weiterleiten kann, muss der Schaltzug und die schützende Außenhülle akkurat angeschlossen sein. Wenn Du einen neuen Schaltzug installierst, solltest Du auch immer gleich prüfen, ob er reibungsarm durch die komplette Hülle gleitet. Falls nicht, musst Du besser auch die Hülle tauschen. Zu enge Radien bei der Verlegung der Außenhülle erhöhen die Reibung unnötig und sollten daher vermieden werden.
Überblick der Einstellschrauben
Bevor es an das Einstellen geht, hier noch ein kurzer Überblick der 3 Einstellschrauben eines modernen Schaltwerks. Die Schrauben und deren Funktion sind bei SRAM und Shimano aber gleich, auch deren Anordnung ist sehr ähnlich.
- B-Schraube (B-Screw): Diese Schraube ist für den Grad der Umschlingung der Kette auf der Kassette und für den Abstand des oberen Schalträdchens zum jeweiligen Ritzel zuständig.
- L-Schraube (Low Limit Screw): Diese Schraube stellt die obere Begrenzung des Schaltwerk-Schwenkbereichs ein, am größten Ritzel der Kassette.
- H-Schraube (High Limit Screw): Diese Schraube stellt die untere Begrenzung des Schaltwerk-Schwenkbereichs ein, am kleinsten Ritzel der Kassette.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Einstellung
- Endanschlag unten (H-Schraube): Schau Dir an, wann und wo das Schaltwerk mit seinem rückseitigen „Häkchen“ gegen die Endanschlags-Schraube fährt. Zuerst wird der „untere“ Endanschlag eingestellt, also für die Begrenzung auf dem kleinsten Ritzel. Dies machst Du mit der H-Schraube (High Limit Screw oder H-Screw). Hierbei steht das „high“ sinnbildlich für den schwersten Gang. Wenn Du auf das kleinste Ritzel schaltest, muss das obere Schaltröllchen in einer Flucht unter dem kleinsten Ritzel der Kassette stehen und darf nicht weiter Richtung Rahmen verfahren. Am besten geht diese erste Einstellung vonstatten, wenn noch kein Bowdenzug und keine Kette montiert sind. Drehst Du die Endanschlags-Schraube im Uhrzeigersinn, wird der Anschlag nach links, also Richtung Speichen, verschoben. Durch Drehen der Schraube gegen den Uhrzeigersinn stellst Du den Anschlag weiter nach rechts, Richtung Rahmen.
- Schaltzug klemmen und Zugspannung einstellen: Befindet sich das Schaltwerk mit dem Röllchen unter dem kleinsten Ritzel, soll der Schaltzug minimal vorgespannt sein. Am Schaltgriff befindet sich am Ausgang für den Schaltzug-Außenhülle eine kleine Rändelschraube, die werkzeuglos verstellt werden kann. Sie sollte komplett im Uhrzeigersinn hereingedreht werden und dann ca. 1-2 Umdrehung gegen den Uhrzeigersinn wieder heraus. So hast Du in beide Richtungen Spielraum beim Einstellen. Ist der Schaltzug in dieser Einstellung am Schaltwerk zu stark gespannt, zu sehr entspannt oder befindet sich das Schalträdchen nicht exakt unter dem kleinsten Ritzel, muss die Klemmung des Zuges am Schaltwerk nachgestellt werden.
- Endanschlag oben (L-Schraube): Nun stellen wir den "oberen" Endanschlag ein, also am größten Ritzel der Kassette. Hierzu schalte in den leichtesten Gang. Der Endanschlag wird mit der L-Schraube (Low Limit Screw oder L-Screw) justiert.
Was tun, wenn die Einstellung nicht klappt?
Sollten die geschilderten Arbeitsschritte nicht zur richtigen Einstellung der Shimano Schaltung führen, kann das verschiedene Ursachen haben: So können etwa die Ritzel, die Kettenblätter und/oder die Kette stark abgenutzt sein, hier hilft der Austausch. Schlimmstenfalls sind Leitbleche am Umwerfer, der Schaltkäfig des Schaltwerks oder das Schaltauge verbogen. Hier hilft der Gang zum Händler, es sei denn man traut sich zu, verbogene Teile geradezubiegen, falls es überhaupt möglich ist und hat das benötigte Werkzeug.
Diese detaillierte Anleitung sollte Ihnen helfen, Ihr Shimano XT Schaltwerk optimal einzustellen und wieder einwandfreie Schaltperformance zu erzielen.
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