Shimano XT Scheibenbremsen im Test: Ein Klassiker im Detail

Mit den Deore XT-Komponenten erschließt sich der japanische Hersteller Shimano seit vielen Jahren den Mittelklasse-Markt. Seien es Ketten, Schaltungen, Kurbeln oder wie in unserem neuesten Test: Die Bremsen der Deore XT-Baureihe. Viele Fahrer setzen seit geraumer Zeit auf die preisgünstigen Stopper.

Design und Technik

Die Deore XT-Bremsen wirken anfangs etwas unaufgeräumt. Im Vergleich zu anderen erhältlichen Bremsen kommen hier viele Schrauben zum Vorschein. Der polierte Ausgleichsbehälter der Bremse kann jedoch überzeugen - er verleiht ihr einen edlen Look. Der Bremssattel wird via Post Mount befestigt und kommt in einem schlichten Schwarz. Wenn nötig kann dieser mit Kühlrippen versehen werden. Damit möchte man die Bremse vor zu hoher Hitze und dem daraus resultierenden Fading schützen. Die Zwei-Kolben-Bremse kann hinsichtlich ihres Druckpunktes sowie in der Hebelweite eingestellt werden und lässt somit die wichtigsten Einstellmöglichkeiten zu.

Durch das One-Way-Belüftungssystem soll sich die Deore XT-Bremse zudem leicht entlüften beziehungsweise befüllen lassen. Wie für Shimano üblich kommt auch hier Mineralöl zum Einsatz. Die verbauten Ice-Tech-Scheiben, eine zweiteilige Konstruktion der Scheibe, stellte Shimano erstmals 2010 vor. Die Bremsfläche wird dabei in einem Sandwichverbund gefertigt - Edelstahl außen und ein Kern aus Aluminium sollen eine bessere Hitzebeständigkeit ermöglichen. Die Scheibe wird über das Center-Lock-System befestigt und wiegt knapp 150 Gramm.

Performance auf dem Trail

Auf dem Trail macht die Shimano Deore XT einen soliden Eindruck. Der Geberkolben wird bei Shimano über eine Rolle abgelenkt, wodurch eine gute Dosierbarkeit entstehen soll. Das Losbrechmoment unseres Testmodells ist jedoch ungewöhnlich groß. Ist dieser Anfangspunkt überwunden lässt sich der Hebel aber wie gewohnt leichtgängig bedienen. Die Bremse lässt sich gut dosieren und packt im Notfall kräftig zu. Der Hebel ist angenehm ergonomisch geformt und hinterlässt keine nervigen Blasen an den Fingern. Die Ice-Tech-Bremsscheibe in Kombination mit den semimetallischen Bremsbelägen machten keine störenden Quietsch-Geräusche. Auch nach längeren Abfahrten bei hohen Temperaturen kann man nur geringfügiges Fading feststellen.

Mit 588 Gramm ohne Scheiben entspricht die Vierkolbenbremse Shimano XT um 1 g fast exakt dem Durchschnittsgewicht. Häufig an Serien-Bikes verbaut, präsentiert sich die XT als Allround-Lösung mit hochwertiger Haptik. Die optische Gestaltung entspricht dem klassischen Shimano-Design, mit breiter, abgestützter Geber-Einheit. Die Bremse bietet eine durchdachte, einteilige Klemmung und freie Kombinationsmöglichkeiten mit I-SPEC.

So kann ein Cockpit-Chaos verhindert werden, indem Dropper- und Schaltungshebel an der Bremsschelle befestigt werden. Die Klemmung kann leicht gelöst werden und dank einteiliger Ausführung geht nichts verloren - wir sind Fans! Einfache Anpassungen sind dank werkzeugloser Hebelweitenverstellung und der „free Stroke“-Schraube möglich, wobei Letztere eher eine Placebo-Wirkung hat. Die Shimano XT-Bremse funktioniert wie die Marken-Geschwister mit Mineralöl und ist dadurch relativ unproblematisch bei Haut- oder Lackkontakt. Solange das Öl nicht auf die Bremsbeläge gelangt, seid ihr safe.

Was das Entlüften angeht, sind die Shimano-Bremsen eine der einfachsten im gesamten Testfeld. Das von Shimano entwickelte „One-Way-Bleeding“ soll verhindern, dass sich Luftblasen im System festsetzen. So genügt es in der Regel, den Trichter mit Mineralöl auf die Gebereinheit zu schrauben und einige Male den Bremshebel zu betätigen. Im Trail-Test zeigt die Shimano XT eine sehr gute Bremspower. Das Bremsgefühl kann man dabei als „digital“ beschreiben: Der Druckpunkt ist sehr knackig und sehr definiert in einem schmalen Bereich verglichen zu Hope, Trickstuff oder Hayes.

Die Power setzt direkt zu Beginn des Druckpunkts ein und ist dann mit Fingerspitzengefühl gut dosierbar. Der Leerweg ist leichtgängig und ähnelt - wie das ganze Bremsgefühl - stark der Leichtbau-Bremse Shimano XTR. Auf dem Trail sind die XT und XTR ziemlich gleich, erst im Labortest werden die Unterschiede deutlich: Hier erreicht die XT eine gute Verzögerung im Mittelfeld, vor der Shimano SLX und hinter Hayes Dominion T4, dicht gefolgt von der Shimano XTR. Mit Sinter Green-Belägen kann die Bremspower der Shimano XT aber noch deutlich gesteigert werden.

Durch die ICE-TECH-Bremsscheiben und -Beläge mit Kühllamellen entwickelt die Bremse viel weniger Hitze: In unseren Laborversuchen zeigt das Thermometer 25° C weniger als als bei der SLX im direkten Vergleich. Das führt zu Fading auf langen Abfahrten. In Summe lässt die Shimano XT keine Wünsche offen, hebt sich aber auch in keine Richtung besonders ab. Die Shimano XT überzeugt mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis, starker Power und gutem Feeling. Auf dem Trail zeigt sie keinen spürbaren Unterschied zum teureren XTR-Topmodell, bietet jedoch Sparpotenzial von über 200 €.

Das Handling ist einfach, sowohl beim Einstellen als auch beim Entlüften.

Shimano XT BR-M8020 Vierkolbenbremse

Shimano präsentierte im Rahmen der Eurobike 2017 die neue Shimano XT Scheibenbremse BR-M8020. Der neue Vierkolbenbremssattel, den der Hersteller von einer bestehenden Vierkolbenbremse übernahm und somit mit bewährter Technik die XT-Familie erweitert, spricht aggressive Trailrider sowie eMTB-Fahrer an, die hohe Bremskraft bei guter Dosierbarkeit suchen. Während Shimano beim Bremshebel auf den bewährten XT M8000 Bremsgriff setzt, liegt das neue voluminöse Gehäuse des Vierkolbensattels schwer in der Hand und erklärt das Mehrgewicht von ca. 30 g pro Bremssattel zur Shimano BR-M8000 (Bremshebel und Leitung sind die Gleichen).

Die Kühlrippen der IceTec Beläge und die Kühlhülse am Ansatz der Bremsleitung, zur besseren Wärmeableitung, veranschaulichen noch mehr, dass größter Wert auf Haltbarkeit und Bremskraft gelegt wurde. Der kurze, ergonomische Bremshebel liegt gut in der Hand, ist angenehm abgerundet und hat eine werkzeuglose Hebelweiteneinstellung. Die Verstellung des Leerwegs (Druckpunkt) wird über eine Kreuz-Schlitzschraube vorgenommen.

Die zweite Generation I-Spec erlaubt es den Schalthebel und Bremsgriff an einer Klemmschelle zu montieren, trotzdem ist eine unabhängige Ausrichtung beider Komponenten möglich. Das funktioniert unwahrscheinlich gut, spart Gewicht und das Cockpit sieht aufgeräumt aus. Mechanische Sicherheitsvorkehrungen an allen wichtigen Schrauben und Bolzen, Oberflächenbeschaffenheit und Verarbeitungsqualität hinterlassen einen sehr guten Eindruck, was meine Erwartungen an ein Produkt in dieser Preisklasse erfüllt. Shimano setzt auch bei der Vierkolbenbremse auf die bewährten Bremsgriffe der XT-Serie. Die Ergonomie der Bremshebel ist hervorragend.

Das Prinzip einer hydraulischen Vierkolbenbremse ist das gleiche Prinzip wie bei einer herkömmlichen hydraulischen Zweikolbenbremse, wie sie an den meisten Mountainbikes zu finden ist. Dabei wird der Trägerstoff (Mineralöl oder DOT) über eine angelegte Kraft am Bremshebel von dem Geberkolben zum Bremskolben weitergegeben. Je mehr Flüssigkeit vom Geberkolben in das System gedrückt wird, desto weiter werden die Bremskolben hinausgedrängt und der Anpressdruck der Bremsbeläge auf die Scheibe erhöht sich.

Bei einer Vierkolbenbremse drücken, anders als bei der Zweikolbenbremse, je zwei Kolben, mit unterschiedlichem Durchmesser, auf einen Bremsbelag. Das gewährt eine bessere Flächenpressung bei größerer Reibfläche der Bremsbeläge und bewirkt so die höhere Bremskraft. Darüber hinaus kann ein Vierkolbenbremssattel Hitze, die vor allem beim Bremsen auf längeren Abfahrten entsteht, über die größere Fläche des Bremssattels besser abführen. Begünstigt wird das schnelle Abführen von Hitze durch Beläge und Bremsscheibe mit IceTech Technologie und langer Kühlhülse am Ansatz der Bremsleitung. Äußerlich unauffällig bietet die Shimano XT BR-M8020 maximale Bremspower.

Montage und Praxiseinsatz

Shimano ist für eine problemlose Montage bekannt und so geht es auch bei diesem Modell gewohnt leicht von der Hand. Der Shimano-Bremsgriff lässt sich durch die geteilte Klemme, ohne Demontage der Griffe, schnell montieren. Auch gelingt das schleiffreie Einstellen des Bremssattels durch einen großen Spalt zwischen Scheibe und Belägen schnell. Das Kürzen der Leitung und damit verbundene Entlüften der Bremse erweist sich dank Shimanos One-Way Entlüftung als äußerst effektiv. Befüllt ist die Bremse mit Mineralöl, welches umwelt- und hautfreundlicher ist als das von der Konkurrenz verwendete Dot. Shimanos XT Vierkolbenbremse lässt sich fein dosieren und gibt ein gutes Feedback.

Bevor ich die neue Bremse auf dem Trail testen konnte, bremste ich die neuen „Resin“-Beläge zunächst auf einer Asphaltstraße ein. Moderates Einbremsen ist wichtig, um Bremsscheibe und Bremsbelag aneinander zu „gewöhnen“. Erst wenn ein Materialaustausch von Scheibe und Belag stattgefunden hat, erzielt eine Bremse hohe Reib- und gute Verschleißwerte und die Bremse steht verlässlich und kraftvoll zur Verfügung.

Erst danach ging es auf nasse und steile Trails im Teutoburger Wald. Hier war weniger die maximale Bremskraft gefordert, vielmehr musste durch ein dosiertes Betätigen des Bremsgebers die Bremskraft so generiert werden, dass der Reifen viel Traktion auf den Boden bringt. Kontrollierte Verzögerungen lassen sich mit niedrigen Fingerkräften über die ergonomischen, kurzen Hebel einleiten, sodass die Gratwanderung zwischen Traktion und Traktionsverlust gelingt.

Schließlich ist die Bremskraft einer Bremse nur nutzbar, wenn sie vom Fahrer dosiert werden kann und nicht unmittelbar zum Blockieren der Reifen führt. Kommt es zur brenzligen Situation, in der die Bremse den Fahrer schnell und sicher zum Stehen bringen muss, ermöglicht die gleichmäßige Modulation der Bremsleistung dosierbare Standfestigkeit, um auch schwerere Fahrer sicher und schnell zum Stehen zu bringen. Um maximale Standfestigkeit und Bremspower zu erreichen, empfehle ich am Vorderrad eine 200 mm Bremsscheibe zu montieren.

Insbesondere auf langen Abfahrten macht sich die Servo Wave Technologie positiv bemerkbar. Diese spart viel Kraft, da durch eine Übersetzung der Hebelkraft nur geringe Fingerkräfte benötigt werden. So wandern die Bremsbeläge zu Beginn des Bremsvorgangs zügig zur Bremsscheibe und verfügen dann immer noch über einen großen Teil des Hebelweges - um die Bremskraft gezielt zu dosieren. Wer maximale Bremspower braucht, der ist mit Shimanos Vierkolbenbremse bestens bedient!

Fazit zur Vierkolbenbremse

Nach einmonatigem Testzeitraum liefert die Shimano XT Scheibenbremse BR-M8020 keinen Grund zur Beanstandung. Die organischen „Resin“-Beläge geben sich trotz Nässe unauffällig leise und zeigen keinen übermäßigen Verschleiß. Auch findet keine Luft in das System. Ergonomische Bremshebel, Standfestigkeit und Fertigungsqualität genügen höchsten Ansprüchen - Shimano liefert hier also erneut ein Spitzenprodukt in gewohnter Qualität ab.

Die Shimano BR-M8020 Vierkolbenbremse empfiehlt sich meines Erachtens bestens Bikern, denen maximale Bremskraft und Fading-Sicherheit besonders wichtig sind. Für das sehr geringe Mehrgewicht zur Shimano BR-M8000 Zweikolbenbremse wird man durch noch mehr Bremskraft bei hervorragender Dosierbarkeit entschädigt.

Allrounder Shimano XT Vierkolbenbremse

Ein echter Allrounder unter den Scheibenbremsen ist die Shimano XT Vierkolbenbremse. Die Shimano XT mit dem emotionslosen Namen BR-M8020 wurde konzipiert, um dem Fahrer mehr Power zur Verfügung zu stellen. Shimano spricht von 20 % mehr Bremskraft gegenüber der kleinen XT mit nur zwei Kolben. Dennoch soll die XT ein akzeptables Gewicht an den Tag legen und mit gewohnter Shimano Performance überzeugen.

Die Shimano XT BR-M8020 besitzt vier Bremskolben. Während die vier Kolben des Bremssattels aus Keramik bestehen, um hitzebeständiger zu sein, wurde der Bremssattel zweiteilig und aus Aluminium konstruiert. Der Bremshebel ist ebenfalls aus Aluminium gefertigt. Wie wir schon einleitend geschrieben haben, hat Shimano mit der XT Vierkolbenbremse eine Bremse, die an fast jedem Mountainbike gut aufgehoben ist.

So haben wir sie nicht nur an unserem Enduro Race Bike, sondern auch am Trailbike montiert. Auch an abfahrtslastigen E-Bikes findet man die Bremse in der Ausstattungsliste wieder. Und an allen Bikes konnte uns die Bremse mit einer guten Bremskraft überzeugen, sodass wir uns selten bis nie mehr Bremspower gewünscht haben.

Was die Dosierung anbelangt, ist es unserer Meinung nach oftmals eine Sache der Gewöhnung. Aufgrund der Servowave Technologie fällt der Leerweg etwas größer (20 mm) aus als bei anderen Wettbewerbern. Der Vorteil ist, dass der Abstand der Bremsbeläge zur Bremsscheibe groß ist und die XT kaum anfällig gegenüber schleifenden Bremsscheiben ist.

Dennoch mussten wir die Bremse nach der ersten richtigen Tour nochmal ausrichten, weil sich die Scheibe verformt hatte, nachdem sie einmal richtig heiß wurde. Diese Erfahrung haben wir bei allen Bikes gemacht, an denen wir die jeweils neue Bremse bzw. Scheibe montiert hatten. Allerdings hat sich hier der weite Abstand der Bremsbeläge bezahlt gemacht. Einziger kleiner Kritikpunkt: die untere Schraube wird vom Gehäuse leicht „überdeckt“.

Probleme mit Fading, also nachlassender Bremskraft, konnten wir nicht ausmachen. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Bremskraft mit den nachgerüsteten Sinter-Metall Bremsbelägen spürbar höher war als mit den organischen Bremsbelägen. Toll ist auch, dass es für die XT einige Bremsbeläge von anderen Anbietern gibt.

Shimano Bremsen wird oft nachgesagt, dass sie einen wandernden Druckpunkt haben bzw. sich gerne aufpumpen. Dies konnten wir bei unseren XT Bremsen nicht feststellen. Generell lässt sich sagen, dass die XT uns mit einem sehr geringen Wartungsaufwand überzeugen konnte - sieht man vom gelegentlichen Entlüften der Bremse ab.

Ein Aspekt, mit dem Shimano Bremsen schon lange überzeugen können, ist ihre Ergonomie. Das trifft auch auf die XT BR-M8020 zu. Die Entwickler haben viel Wert auf eine optimale Hebelergonomie gelegt. Für die Verstellung der Hebelweite wurde der XT eine große Range spendiert, (40 - 65 mm vom Griff gemessen) sodass jeder seine ideale Einstellung findet, egal ob mit großen oder kleinen Händen. Einstellen lässt sich dies werkzeuglos.

Dagegen kann die Verstellung des Leerwegs nicht überzeugen. Hier konnten wir schlichtweg keine Veränderung feststellen, wenn wir an der Free Stroke Schraube gedreht haben. Dennoch haben wir die Schraube genutzt. Beim Entlüften haben wir diese so weit herausgedreht, dass sie gerade noch so im Gewinde saß. Anschließend haben wir die Bremse entlüftet. Danach haben wir die Schraube wieder reingedreht. Die Free Stroke Schraube soll eigentlich dazu dienen, den Leerweg zu verstellen. Eine Funktion konnten wir nicht wirklich feststellen.

Die Shimano XT hat sich als sehr treuer Begleiter bewährt. Sie hat uns sowohl am Enduro Race Bike als auch am Trail Bike überzeugt und auch am abfahrtsorientierten E-Bike hat sie ihren Mann gestanden. An allen Bikes konnte sie mit einer guten Bremskraft sowie einer guten Dosierbarkeit überzeugen. Weiter positiv im Gedächtnis bleibt die geringe Wartungsintensität und Defektanfälligkeit. Auch mit einer optimalen Hebelergonomie sowie einem weiten Verstellbereich der Hebelweite konnte die Shimano XT punkten.

Vierkolben-Scheibenbremsen im Vergleich

Im Testfeld hatten wir sowohl Budget-Bremsen, die üblichen Verdächtigen, die sich an den meisten Serien-Bikes finden, als auch echte Boutique-Bremsen, die eurem Kontostand alles abverlangen. Was alle Scheibenbremsen gemeinsam haben? Vier Bremskolben und eine hydraulische Betätigung - also mit einer Flüssigkeit. Das Testfeld bewegt sich preislich zwischen erschwinglichen 240 und stolzen 1.300 €, wobei sich das Gros der Teilnehmer zwischen 400 und 700 € einpendelt. Die Preise haben wir jeweils als unverbindliche Preisempfehlung im Set, also 2 Bremsen, aber ohne Bremsscheiben verglichen. In der Realität liegen einige Bremsen natürlich auch im Set und auf dem freien Markt deutlich unter UVP. Shimano-Bremsen, die seit langem unverändert auf dem Markt sind, bekommt man beispielsweise fast um die Hälfte der UVP.

Stärken und Schwächen der Shimano XT

Die gute Modulation hilft bei der Suche nach Grip. Das Hebelgefühl und die Hebelweite runden das Gesamtpaket ab. Stürze kommen vor, und dabei bricht ein Bremshebel mal ab. Ärgerlich. Die XT-Hebel aber machen mir einen besonders filigranen Eindruck. Sie verfügen über eine Sollbruchstelle, damit die Gebereinheit bei einem Sturz keinen Schaden nimmt. Gefühlt ist diese allerdings sehr dünn, zu dünn und bricht auch bei leichten Stürzen oder Baumkontakt. Die XT ist eine der besten Bremsen auf dem Markt. An die Hebelergonomie kommt die Konkurrenz nicht ran. Schwachpunkt: Die Bremshebel brechen zu schnell.

Shimano XT M8100 im Dauertest

Letztes Jahr haben auch Shimano XT- und SLX-Bremsen das neue Design und Features der High-End XTR-Bremse verpasst bekommen. Die Unterschiede zwischen den Modellen sind klein, sodass sich wir uns für den Dauertest der XT M8100-Vierkolbenbremse entschieden haben.

Die großen Highlights der neuen Bremsen-Generation von Shimano stecken im Bremshebel. Er ist nicht nur mit einer breiten Klemme am Lenker befestigt, sondern stützt sich auch beim Bremsen an einem zweiten Auflagepunkt an den Lenker. So soll der Hebel beim Betätigen noch steifer und das Fingergefühl noch direkter sein. Typisch Shimano kommt die Servo-Wave-Technologie zum Einsatz, bei der zu Beginn die Beläge schnell an die Scheibe gedrückt werden. Im Verlauf des Hebelwegs verändert sich das Hebelverhältnis und die Bremse wird kräftiger.

Genau dadurch erzeugt Shimano das typische Fingergefühl, bei dem die XT M8100 sehr schnell,aber dennoch gut dosierbar zupackt. Ebenso typisch ist die werkzeuglose Hebelweitenverstellung, die einen breiten Einstellbereich bietet. Die neu designten Kühlrippen der ICE-TECH-Bremsbeläge sehen einfach klasse aus, klappern aber auf ruppigen Strecken laut und nervig. Oftmals reicht es, die Belagfeder etwas weiter zu spreizen und die Beläge neu einzusetzen. Wenn das nichts hilft, lässt sich das Problem mit etwas Klettband zwischen Sattel und Kühlrippen in den Griff bekommen.

Trotz anfänglichen Klappern setzt Felix weiterhin auf die ICE-TECH-Beläge mit Kühlrippen. Auf dem Trail überzeugt die Shimano XT M8100-Bremse vor allem mit ihrer Bremspower, die sie auch ohne viel Handkraft früh und vor allem konstant bereitstellt. Auch auf langen Abfahrten von 1.000 Höhenmetern und mehr konnte Felix trotz seiner 93 kg Gewicht die sehr hitzebeständige Bremse nicht überfordern. Dazu tragen sicherlich auch die leichten ICE-TECH-Bremsscheiben mit Aluminiumkern und großzügigen Kühlflächen ihren Teil bei.

Doch ein Problem konnte Shimano auch mit der neuesten Bremsen-Generation nicht in den Griff bekommen: Der Druckpunkt der Shimano XT M8100-Bremse wandert vor allem auf ruppigen Trails beachtlich. Bei einer Bremsung packt die Bremse genauso zu wie man es sich wünscht, während der Druckpunkt vor der nächsten Kurve viel weiter vom Hebel entfernt sitzt, nur um vor dem nächsten Steilstück fast am Griff zu liegen.

Unser Tester Felix bekam das Druckpunktwandern mit regelmäßigem Entlüften und Überfüllen des Hebels - mit der Trichter-Methode wenigstens schnell und einfach - in den Griff, ganz weg war es allerdings nie. Beim Wechsel der Beläge ist dann allerdings Vorsicht geboten, um die Dichtungen des Bremshebels beim Zurückdrücken der Kolben nicht zu sehr zu belasten. Hier empfiehlt es sich, den Entlüftungstrichter am Hebel anzusetzen und/oder die Druckpunktverstellung ganz zuzudrehen.

Neues Design und Features

Die XT Bremse ist wahrscheinlich die Bremse, die in den vergangenen Jahren am meisten an hochwertigen Bikes verbaut wurde. Für das neue Modelljahr wurde sie modifiziert und sie hat neben einer neuen Farbe eine neue Gebereinheit bekommen. Diese wirkt deutlich schlanker, hat eine schmalere Lenkerklemme und Shimano Shifter lassen sich über die I-Spec II Kombi-Klemme am Bremshebel montieren. Gleich geblieben sind die individuellen Einstellmöglichkeiten.

Werkzeuglos kann man die Hebelweite und mit einem Schraubendreher den „Free Stroke“ bzw. Druckpunkt verändern. Die hervorragende Hebelergonomie der neuen Shimano XT Bremse ist mit der ihres Vorgängers identisch. Die Hebelweite lässt sich einfach werkzeuglos einstellen. Bei der Druckpunkteinstellung hingegen konnten wir keinen nennenswerten Unterschied feststellen. Der Druckpunkt ist definiert, aber tendenziell weich und die Leistung lässt sich gut dosieren.

Bei schnell aufeinanderfolgenden Bremsungen wandert der Druckpunkt deutlich. Mit den original verbauten Resin Belägen hat man mit der XT Bremse in den meisten Situationen genug Power, die sich mit einem Finger abrufen lässt. Bei Vollbremsungen ab 60 aufwärts trat starkes Fading auf und die Scheibe schleifte im Anschluss, was sich aber nach wenigen Minuten wieder legte. Beim Dauerbremsen zeigte sich ein ähnliches Bild, die Leistung war konstant hoch und erst im steileren Stück der Teststrecke trat deutliches Fading auf. Bei den Metall-Beläge war es ähnlich. Während sie im kalten Zustand gefühlt stärker zupackten, ließ die Leistung mit zunehmender Temperatur nach.

Die Shimano XT hat über mehrere Jahre bewiesen, dass sie zu den besten Bremsen gehört. Die Konkurrenz hat jedoch nicht geschlafen. Während es in der Vergangenheit nur wenige Alternativen gab, haben andere auf das Niveau aufgeschlossen.

Technische Daten

Hier eine Tabelle mit den technischen Daten der Shimano XT Bremse:

Eigenschaft Wert
Gewicht Beläge inkl. Haltestift, Feder etc. Variiert je nach Modell
Bremse inkl. Variiert je nach Modell

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