Shimano XTR M9120 Bremse im Test: High-End-Performance auf dem Trail

Die Shimano XTR ist die teuerste und gleichzeitig leichteste Shimano-Bremse im großen Vergleichstest. Shimano steht für solide japanische Qualitätsarbeit und verfügt über ein umfangreiches Portfolio an Fahrradkomponenten.

Neben Bremsen ist die Marke hauptsächlich für Gangschaltung, Antrieb und E-Bike-Motoren bekannt. Das Bremsen-Angebot ist seit vielen Jahren unverändert und wird von der XTR an der Spitze angeführt. Die Shimano XTR Vierkolbenbremse ist vor allem an High-End- und Leichtbau-Bikes zu finden.

Technische Details und Design

Mit 630 € ist es die teuerste Bremse von Shimano und wildert damit im Revier von SRAMs CODE Ultimate. Dazu tragen nicht nur die 552 g des Bremssystems bei, auch die Bremsscheiben sind mit nur 149 g sehr leicht. Optisch sieht die XTR ihren günstigeren Verwandten sehr ähnlich.

Nur die Farbe und die Bremsscheibe unterscheidet sie von der Shimano XT. Zudem ist die Lenkerschelle für eine zusätzliche Gewichtseinsparung ausgefräst. Ansonsten ist die einteilige Klemmung identisch einfach in der Handhabung: Nach Lösen der Schraube und Drücken des Sicherheits-Pins klappt die Schelle auf und kann am Stück abgenommen werden.

Wartung und Entlüftung

Die XTR-Bremse funktioniert wie ihre Geschwister mit Mineralöl, was relativ unbedenklich bei Haut- oder Lackkontakt ist. Solange das Öl nicht auf die Bremsbeläge gelangt, seid ihr safe. Was das Entlüften angeht, sind die Shimano-Bremsen eine der einfachsten im gesamten Testfeld.

Das Shimano-eigene System „One-Way-Bleeding“ sorgt dafür, dass sich keine Luftblasen im System festsetzen. So genügt es in der Regel, den Trichter mit Mineralöl auf die Gebereinheit zu schrauben und einige Male den Bremshebel zu betätigen.

Performance auf dem Trail

Die Shimano XTR-Bremsen beißen auf dem Trail sehr stark zu und zeigen ein nahezu ähnliches Bremsgefühl wie die Shimano XT. Der Leerweg ist leichtgängig und der Druckpunkt knackig und „kurz“ im Vergleich zu den Modellen von SRAM, Hope oder Trickstuff. So setzt die Power direkt zu Beginn des Druckpunkts stark ein und ist dann mit Fingerspitzengefühl gut dosierbar.

Im Labor zeigt sich, dass die Shimano XTR noch einen Tick kräftiger zubeißen als die Konkurrenten im Test - sie muss sich nur hinter SRAMs neuem Bremsanker MAVEN einreihen. Außerdem ist die Bremstemperatur 35° C niedriger als bei der XT, was auf die zweiteiligen Rotoren mit Aluminiumkern zurückzuführen ist - obwohl das Bremsmoment das gleiche ist. Das hilft gegen Fading auf langen, steilen Abfahrten.

Die hydraulische XTR BR-M9120 4-Kolben-Scheibenbremse mit 2-Finger-Bremsgriff von Shimano fügt sich nahtlos in das starke Line-up der neuen XTR M9100 Gruppe ein. Ausgehend von einem Bremssystem, das bereits das Maß aller Dinge bei Mountainbike-Bremsanlagen war, überarbeiteten die SHIMANO Ingenieure die Konstruktion der neuen Bremshebel (BL-M9100/9120). Geändert wurden sowohl die Klemmschelle als auch der Hebelkörper selbst.

Die Klemmschelle rückt weiter in die Mitte des Hebels und ist angewinkelt. Dadurch stützt sich das äußere Ende des Ausgleichsbehälters auf clevere Weise direkt am Lenker ab und schafft dadurch ein zusätzliches Widerlager bei der Hebelbetätigung. Dies erhöht die Steifigkeit und Stabilität deutlich, was letztlich zu einem noch direkteren Bremsgefühl und verbesserter Kontrollierbarkeit führt.

Die Zwei-Kolben-Bremse (BR-M9100) kommt dabei in Kombination mit einem leichten XC-Bremshebel, dessen Griffweite selbstverständlich individuell einstellbar ist. Die Vier-Kolben-Bremse (BR-M9120) ruft ihr immenses Potenzial im Zusammenspiel mit einem speziellen SERVO-WAVE Bremshebel (BL-M9120) ab, dessen Griffweite sich auch werkzeuglos einstellen lässt und der zusätzlich über eine Einstellmöglichkeit für den Leerweg verfügt.

Beide Bremssättel besitzen ein einteiliges Aluminium-Design und werden mit hochsteifen Bremsleitungen kombiniert, sodass die neuen XTR Bremssysteme mit einem deutlich schnelleren Ansprechverhalten und geringerem Leerweg punkten. Passend zu den neu entwickelten Bremssätteln wurden auch die Bremsbeläge und Bremsscheiben überarbeitet. Bei den Vier-Kolben-Bremsen kommen die Bremsbeläge mit Kühlrippen zum Einsatz. (N03/04A, Resin/Metall).

Dagegen sorgen bei den Zwei-Kolben-Bremsen die Beläge ohne Kührippen (K02/04S, Resin/Metall; optional K02/04Ti mit Titan-Trägerplatte) für gute Verzögerung bei geringem Gewicht. Das Design der Bremsscheiben ist eine Weiterentwicklung des erfolgreichen ICE TECHNOLOGIES FREEZA Designs. Während bei den 140mm und 160mm Scheiben insbesondere die nochmalige Gewichtsreduktion um 5g bzw. um 10g attraktiv ist, zeichnen sich die 180mm und 203mm Versionen durch eine weitere Verbesserung der Wärmeableitung um 20°C in intensiven Tests aus und halten sich zudem ebenfalls angenehm zurück auf der Waage (203mm: minus 30g).

Features der Shimano XTR BR-M9120

  • Kürzere Reaktionszeiten auf Bremsenbetätigung für kontinuierliche Fahrkonzentration
  • Höhere Flexibilität und aktionsoptimiertes Cockpit-Layout
  • Aktualisierte Bremsgriffform
  • Übergangslose Funktion
  • Hohe Festigkeit
  • Leistungsstarke Bremskontrolle
  • Schnelleres Ansprechen der Bremse mit kürzerem Leerweg
  • 4-Kolben Bremssattel
  • Bremssattel für Postmount-Aufnahme
  • Optimierter, ergonomischer 2-Finger-Bremsgriff
  • SERVO-WAVE
  • One-Way Entlüftung
  • I-Spec EV kompatibel - Befestigung des Schalthebels am Bremshebel für ein sauberes, aufgeräumtes Cockpit
  • Passende Bremsscheiben RT-MT900 Center-Lock in 140, 160, 180, 203mm separat erhältlich!

Lieferumfang:2 x Bremshebel XTR BL-M9120 links + rechts, 2 x Bremssattel XTR BR-M9120 (4-Kolben), 2 x Bremsleitung SM-BH90-SBM 1000mm + 1700mm lang (kürzbar), 2 x Leitungsanschluss-Kit, 2 x Bremsbeläge N03A Resin mit Kühlrippen, 4 x Befestigungsschraube für Bremssattel. Die Bremsleitungen SM-BH90-SBM sind mit Mineralöl befüllt und an den Bremssätteln BR-M9120 vormontiert!

Shimano hat ein neues Top-Modell in ihrem Bremsen-Line-up gelaunched: einen neuen XTR-Bremshebel und zwei neue XTR-Bremssättel - mit zwei und vier Kolben. Sie soll nicht nur mit einer verbesserten Ergonomie und Dosierbarkeit auftrumpfen, sondern auch eine konstantere Bremsleistung liefern.

Neben einer neuen Shimano XTR M9200 Di2-Schaltgruppe stellt der japanische Komponenten-Hersteller auch eine neue XTR M9200-Bremsen-Serie vor, die aus gleich drei Modellvarianten besteht: Denn es wurden ein neuer XTR BL-M9220-Bremshebel sowie zwei neue Bremssättel - für jeweils 2 und 4 Kolben - entwickelt. Die Idee dahinter? Die neuen Bremsen sollen eine konsistentere Bremsleistung und bessere Modulation ermöglichen.

Während die Vierkolben-Variante weiterhin im Trail- und Enduro Einsatz findet, siedelt sich die Zweikolben-Version im XC-Bereich an. Auch wenn der XTR BL-M9220- Bremshebel weiterhin als Shimano-Bremshebel zu erkennen ist, ist er zusammen mit seiner angepassten Kabelführung die auffälligste Neuerung der Bremse.

Der Drehpunkt des Alu-Hebels ist näher an den Lenker gewandert und hat eine leicht nach oben gebogene Hebelform bekommen, was die Ergonomie verbessern soll. Die Hebelweite könnt ihr - wie beim Vorgänger - werkzeuglos verstellen. Das Verstellrädchen ist dabei formschön im Alu-Hebel integriert und lässt sich auch mit Handschuhen leicht drehen. Eine Druckpunktverstellung gibt es allerdings nicht.

Zum neuen Hebel gesellt sich der ebenfalls neue XTR BR-M9220 Bremssattel, der in seinem von uns getesteten Vierkolben-Design für den Trail- und Enduro-Einsatz gedacht ist. Dabei kommen zwei unterschiedliche Kolbendurchmesser zum Einsatz, womit der Hersteller eine verbesserte Dosierbarkeit verspricht.

Ebenfalls neu: Der gesamte Bremssattel wurde aus einem Teil gefertigt, was die Steifigkeit optimieren und das Gewicht senken soll. Für mehr Power bietet Shimano aber auch den Zweikolben-Sattel mit dem neuen BL-M9220 Bremshebel an, was dann die dritte Modellvariante ergibt.

Beim ersten Einstellen der XTR BL-M9220-Bremshebel muss man etwas aufpassen, denn durch die leicht gebogene Form befindet sich der äußerste Teil des Hebels etwas weiter oben. Zudem liegt der Drehpunkt des Hebels sehr nah am Lenker und wenn ihr euren Hebel etwas weiter weg haben wollt, läuft dieser in einem recht spitzen Winkel vom Lenker weg.

Auf dem Trail liefert die XTR-Vierkolbenbremse die gewohnt starke Brems-Performance, übertrifft ihren Vorgänger aber nicht in dessen Power. Geblieben ist auch das typisch digitale Bremsgefühl von Shimano, was sich mit der neuen XTR-Reihe allerdings etwas besser dosieren lässt und kein direktes Klicken erzeugt, wie man es vom Vorgänger kennt.

Insgesamt überzeugt die neue Shimano XTR-Vierkolbenbremse weiterhin mit guter Bremspower, ohne dabei in irgendwelchen Belangen besonders positiv oder negativ herauszustechen. Die neue Shimano XTR M9220-Vierkolbenbremse liefert eine feinere Dosierbarkeit, ohne den gewohnt digitalen Charakter und die starke Bremsleistung seines Vorgängers zu verlieren.

Der XTR M9120 Bremssattel zeichnet sich durch eine aus einem kaltgeschmiedeten Block gefräste, einteilige MONO-BODY Konstruktion aus, die maximale Steifigkeit bietet. Vier Keramikkolben sorgen für perfekte, Rider-Tuned abgestimmte Bremskraft.

Testergebnisse und Fazit

Testergebnis: „überragend“ in der mountainbike 03/2024 (S. Testergebnis: „9/10“ in der Freeride 02/21 (S. 1999 montierte ich die erste Scheibenbremse an mein Mountainbike - eine Magura Louise mit manueller Belagsnachstellung und 160 Millimeter Bremsscheiben, gefolgt von einer Magura Gustav M, getuned mit Stahlflexleitungen.

Testergebnis: „überragend“ in der mountainbike 03/2024 (S. Testergebnis: „9/10“ in der Freeride 02/21 (S.

Die Shimano XTR ist eine sehr gute Bremse und vereint Bremskraft, leichte Wartung und Handling mit geringem Gewicht. Innerhalb des Testfelds ist der Preis mit 630 € dafür immer noch sehr fair.

Vergleich mit anderen Bremsen

Um die Verzögerung aller Bremsen vergleichen zu können, wurde jede mit einer 200/203 Millimeter Scheibe bestückt. Mit den Storm HC, MDR-P bzw. -C stehen alleine schon drei verschiedene Scheibentypen zur Auswahl, die mit drei unterschiedlichen Belägen kombiniert werden können.

Der Powerstopper hat einen vergleichsweise weicheren Druckpunkt, überzeugt uns aber mit einer hohen Leistung und Standfestigkeit. Der Dauerbremsung zeigte die MT7 ihre „kalte Schulter“ und unterstreicht so ihre Zuverlässigkeit. Auffällig ist, dass die Bremse gerne zum Schleifen neigt, auch wenn der Bremssattel exakt ausgerichtet ist. In puncto Leistung kommt die Hope nicht auf das Niveau der anderen Stopper, Fading war aber keines bzw. nur kaum zu spüren.

Die Bremsleitung im Praxistest hat uns voll überzeugt - die Dominion A4 liefert mit die meiste Power. Selbst bei Vollbremsungen bei ca. 65 km/h war kaum ein Fading vorhanden, Geräusche blieben aus. Erst bei der Dauerbremsung fing sie gelegentlich an zu singen und der Druckpunkt wanderte dabei merklich.

Die Code RSC brauchte deutlich mehr Einbremszeit, bis sie ihre volle Leistung entfaltete. Dann jedoch war ordentlich Bremspower vorhanden; selbst bei einer Vollbremsung aus 65 km/h war kaum Fading zu spüren. Am Bremshebel selbst kann man Hebelweite und Druckpunkt individuell und in großen Bereichen einstellen. Die M9120 ist eine Bremse, vollgepackt mit Innovationen.

Die Bremsscheibe ist in Sandwichbauweise mit einem Aluminiumkern gefertigt, ebenfalls um die Wärmeableitung zu verbessern. Zur individuellen Anpassung lassen sich am Bremshebel Hebelweite und Druckpunkt einstellen. Bei Vollbremsungen ab 50 km/h aufwärts setzt deutliches Fading ein. Ein bekanntes Verhalten von Shimano Bremsen ist das merkliche Wandern des Druckpunkts - so auch bei der XTR.

Die gefrästen Bauteile wirken edel, aber auch minimalistisch. Passend zur hochwertigen Bremse gibt es die Dächle Scheibe mit der Grad Fase am äußeren Umfang für einen leichteren Radeinbau. Der Druckpunkt ist gut definiert, aber nicht mehr so hart. Bei den Vollbremsungen zeigt die Trickstuff eine sehr hohe Leistung.Trickstuff hat sich mit der Direttissima selbst übertroffen.

Brillantes Finish, famoser Formfaktor, sehr zartes Gewicht: Wo XTR draufsteht, ist XTR drin. Wie kaum ein anderer umgarnt der kompakte XTRHebel den Finger. Ob mit Kühlbleche? Wer leicht ist, hat viel Auswahl. Schwere Fahrer müssen genauer hinschauen und erfahren in unserem neuen Bremsentest, womit sie sich bedenkenlos dem Rausch der Tiefe hingeben können.

Die markantesten Unterschiede fanden wir dabei einmal mehr in der Standfestigkeit der Stopper.

Weitere getestete Bremsen:Formula Cura 4, Hayes Dominion A2, Hope Evo Tech 3 E4, Magura MT7 Pro, Shimano Deore 6120, Shimano XTR 9120, Sram Code RSC, Trickstuff Piccola, Trickstuff Piccola HD, TRP DH-R Evo

Unsere bewährte Strecke in Bozen stand wegen der Pandemie nicht zur Verfügung. Wir sind auf die Bremsenteststrecke vom Schwestermagazin TOUR ausgewichen. Was Bremsen wirklich können, zeigt sich vor allem in Extremsituationen. Im BIKE-Labor werden die Bremsen schrittweise an ihre Grenzen gebracht.

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