Shimano XTR Kassette 11 Fach Test: Ein umfassender Überblick

Shimano Schaltungen gelten bei MTB-Sportlern seit Jahren als ausgereifte und stets verlässliche Schaltgruppen mit Top-Performance. In diesem Artikel werfen wir einen detaillierten Blick auf die Shimano XTR 11-fach Kassette und vergleichen sie mit anderen Optionen auf dem Markt.

Shimano MTB-Schaltungen im Überblick

Wir zeigen die verschiedenen Modelle im Detail und beraten bei der Kaufentscheidung:

  • Shimano XTR M9100: Mit der M9100 stellten die Japaner 2018 ihre erste 1x12-Mountainbike-Schaltung vor. Die Kassette übertrumpft durch ihre enorme Bandbreite von 10-51 Zähne knapp die Übersetzungsrange von Sram Eagle-Gruppen. Typisch XTR fällt das Gewicht der Topgruppe angenehm gering aus.
  • Shimano XTR M9000: In der mechanischen Ausführung ist die Shimano XTR noch günstiger als ihre elektronische Schwestergruppe mit Di2-Technik zu haben. Die M9100 wurde gegen Ende der Produktion von Shimano auch als 1x11-Gruppe angeboten.
  • Shimano XT M8100: Diese Schaltung wird im Modelljahr 2020 für Wirbel sorgen: Das erste Mal in der Geschichte der XT kommt die Mittelklasseschaltung aus Japan in einer 1x12-Version auf den Markt. Mit der exakten Bandbreite wie die Topgruppe XTR (10-51 Zähne auf der Kassette) bietet das Modell eine enorme Bandbreite und modernste Technik.
  • Shimano SLX M7100: Günstiger und schwerer: Das ist meist das Credo der SLX-Gruppe im Vergleich zur Mittelklassegruppe XT. In Sachen Funktion und Performance steht die SLX der Schwestergruppe nur in wenigen Dingen nach. Die neueste SLX wird es in 2x12 und 1x12 geben.

Die neue Shimano 11-fach Kassette

Das große Highlight der MTB-Produktneuheiten von Shimano ist die neue 11-fach Kassette mit 11-46 Abstufung. Die Bandbreite liegt damit ziemlich genau bei derjenigen, die auch die Konkurrenz aus dem Hause SRAM mit 10-42 erreicht - jedoch benötigt man für die SRAM Kassette den speziellen XD-Freilauf, wohingegen die Shimano-Kassette auf jeden herkömmlichen 10-fach Freilauf passt.

Ebenfalls neu für das Produktjahr 2017 sind 1×11 Kettenblätter für XT und XTR, die durch die neu entwickelte Dynamic Chain Engagement-Technologie eine bessere Kettenführung gewährleisten und damit Klemmer und Abwürfe verhindern sollen. Zudem verspricht Shimano mit den neuen Kettenblättern einen wesentlich leiseren Antrieb.

Shimano XTR M9000 im Detail

In den letzten 12 Monaten hat Trev den aktuellen XTR M9000 11-fach-Antrieb bei jedem Wetter auf Herz und Nieren geprüft. Von praktisch vertikalen Endurotrails bis zu schwer bepackten Alpentouren war alles dabei und auch vor Stürzen und schlechten Schaltvorgängen blieb er nicht verschont. In der Praxis schaltet das Shimano-Flaggschiff präzise wie ein Laser und Trev gefällt die Möglichkeit, mit einer Hebelbewegung am langen Hebel bis zu 4 Gänge auf einmal zu schalten.

Im Herzstück des Systems, dem XTR M9000-Schaltwerk, sorgen beschichtete Buchsen für weiche Schaltvorgänge und selbst endlose Erschütterungen haben nicht zu unerwünschtem Spiel geführt. Die Kettenspannung lässt sich gut einstellen und die Schwingungen werden sehr gut gedämpft.

Erfahrungen im Gelände

In wirklich rauem Gelände hat Trev ein paar Mal die Kette verloren, sodass er jetzt das M9000 Dyna-Sys 32T-Kettenblatt mit einer Führung fährt. Die 40T-Kassette hat schon einiges mitgemacht, der sichtbare Verschleiß macht sich allerdings im Gebrauch nicht bemerkbar.

Fazit zum XTR M9000 Test

Alles an Trevs Bike hat im Testzeitraum an irgendeinem Punkt Probleme gemacht - bis auf die XTR M9000. Es macht einfach Spaß, Shimanos Flaggschiff zu benutzen.

Shimano XTR M9100 vs. SRAM X01 Eagle

Shimano geht in direkte Konfrontation mit der formidablen SRAM X01 Eagle hinsichtlich Preis und Zielgruppe: Die XTR M9100 zielt auf anspruchsvolle Trail-Biker, die das Beste vom Besten wollen.

Um herauszufinden, welche der beiden Schaltungen der King im Ring ist, haben wir beide Schaltgruppen in unserem knallharten schottischen Outdoor-Testlabor auf die Probe gestellt: Bergauf und bergab, bei Regen und Sonnenschein, mit guter und schlechter Schalt-Technik - und waren dabei alles andere als zimperlich.

Wir fuhren beide Antriebe nur mit einem 32er Kettenblatt in Front und ohne Kettenführung. An dieser Stelle sollte erwähnt werden, dass ihr nun aufhören könnt zu lesen, falls ihr euch für Zweifach- oder Dreifach-Antriebe interessiert: Denn Shimanos XTR M9100 ist die einzige Schaltung für euch, die in einer Vielzahl an Konfigurationen erhältlich ist.

Kettenführung

Shimanos XTR M9100 nutzt ein neues Dynamic Chain Engangement+, das in unseren Augen nahezu identisch aussieht wie SRAMs älteres Zahnprofil und - wenig überraschend - sehr effektiv ist. Wenngleich wir noch kein ganzes Jahr mit Shimanos XTR M9100 unterwegs gewesen sind, haben wir trotz aller Bemühungen wie idiotische Schaltvorgänge und unsere besten Künste im Rückwärts-Kurbeln die Kette nicht dazu gebracht, vom Kettenblatt herunterzuspringen. Shimanos XTR M9100-Schaltwerk besitzt eine stärkere RD+ Clutch, welche die Kette spürbar fester hält und lautloses Fahrvergnügen abliefert.

Gewicht

Bei diesem Kampf der Schwergewichte ist natürlich klar, dass beide alles andere als schwer sind. Die Gewichte wurden sehr effektiv verringert und jede Komponente ist auf ihre bestmögliche Form reduziert worden - man würde vermutlich mehr Fett auf der Schürze eines Fleischers finden.

SRAM hat zwar die Nase vorn, aber nur um ein paar Gramm und hauptsächlich wegen der leichteren X01-Carbon-Kurbel. SRAMs einteilige Kassette mit 10-50 Zähnen ist ebenfalls ein Kunstwerk, mit einem entsprechenden Preis, aber jegliche Gewichtsersparnis wird durch das schwerere X01 Eagle-Schaltwerk zunichte gemacht.

Schaltperformance

Als die SRAM X01 Eagle herauskam, definierte sie geschmeidiges Schalten neu: Die gleichmäßigen Gangsprünge verteilen sich auf den mittleren Kassettenbereich, nur der finale Sprung auf das große 50-Zahn-Ritzel ist spürbar. Im Gegensatz dazu besitzt Shimanos XTR M9100-Kassette eine größere Bandbreite und verschiebt die größeren Sprünge zwischen die Ritzel mit 28 und 39 Zähnen.

Verglichen mit SRAMs X01 Eagle schaltet Shimanos XTR M9100 auf kurzen, knackigen Anstiegen und unter Last schneller und weicher auf die größten Ritzel. Das Einlegen des „Panik-Gangs“ in letzter Sekunde ist also kein Thema.

Einstellung und Wartung

Es gibt keinen Zweifel daran, dass SRAMs X01 Eagle ein grandioser Antrieb ist, aber wie bei einem Supersportwagen sind sorgfältige Einstellung und Wartung nötig, um die beste Performance herauszukitzeln. Falls die B-Tension-Screw falsch eingestellt ist oder die Kabelspannung auch nur um das kleinste Maß nachlässt, beginnt sich die reibungslose Performance in Wohlgefallen aufzulösen und geisterhafte Schaltvorgänge und Verzögerungen treten auf.

In unserem Test hat sich Shimanos XTR M9100 ähnlich pingelig beim Einstellen verhalten, reagierte dafür aber unempfindlicher auf ein suboptimales Setup. Während unserer Testmonate mussten wir nicht ein einziges Mal in die Werkzeugbox greifen. Selbst als wir die B-Tension etwas verstellten, blieben die Schaltvorgänge weiterhin weich und präzise.

Fazit: Shimano XTR M9100 setzt neue Maßstäbe

In diesem Duell der Schwergewichte lieferten sich die beide Kontrahenden einen Kampf auf Augenhöhe, doch am Ende kann es nur einen Sieger geben. Shimano hat den Kampf zurück an SRAMs Türschwelle getragen und trumpft mit leichteren und effizienteren Schaltvorgängen gegenüber der SRAM X01 Eagle auf. Mit zuverlässiger Performance und überragender Ergonomie auf dem Trail sichert sich die XTR M9100 verdient den Sieg.

Shimano XTR Di2 - Die elektronische Schaltung

Nach sieben Jahren ist es endlich so weit: Shimano bringt seine neue XTR-Gruppe auf den Markt - und sie ist jetzt vollständig elektrisch und wireless! Die XTR Di2 gilt seit jeher als das Topmodell im Shimano-Portfolio. Sie vereint leichte Komponenten mit höchster Performance und ist für den Renneinsatz gebaut. Die neue XTR Di2 ist jetzt vollständig wireless - und das merkt man sofort: keine störenden Kabel, aufgeräumtes Cockpit, modernes Setup.

Schaltwerk und Akku

Das Schaltwerk ist für mich das eigentliche Herzstück der neuen XTR. Shimano hat es komplett überarbeitet: Eine breitere Gelenkstruktur und ein spezielles Gleitplattendesign sollen das Schaltwerk robuster und langlebiger machen. Und das merkt man direkt beim Fahren - gerade im ruppigen Gelände. Besonders genial finde ich, dass der Akku jetzt fest im Schaltwerk integriert ist. Der Akku selbst hat 310 mAh - das sind 10 mAh mehr als bei SRAM AXS.

Praxistest

Im Praxistest hat die Schaltung auf ganzer Linie überzeugt: schnell, präzise und spürbar schneller als die Konkurrenz. Aber: Unter Volllast wirkt das Ganze etwas filigraner als ein SRAM-Schaltwerk - es kracht mehr, wenn ich richtig reintrete. Laut Shimano soll das aber keine Probleme verursachen.

Weitere Komponenten der Shimano XTR Gruppe

  • Kurbel: Hollowtech-II bleibt, dazu alle SM-CRM96-Kettenblätter kompatibel. Für Enduro gibt es eine verstärkte Version mit 160 mm Länge.
  • Kassette: Die neue 12-fach-Kassette bleibt dem Micro-Spline-Standard treu, hat jetzt aber sechs Steighilfen und besteht wie bisher aus Stahl, Titan und Aluminium.
  • Bremsen: Die 4-Kolben-Bremse hat für mich das spannendste Upgrade: Die Leitungsanschlüsse wandern Richtung Lenker - perfekt für integrierte Züge.
  • Laufräder: Die neuen Laufräder setzen auf die neuen wartungsarmen Kompaktlager und Boost-Naben (28 oder 32 Loch).

Langzeittest der Shimano XTR M9000 Gruppe

Die Elffach-XTR-Gruppe ist wie ein Ferrari-Motor: ein absolutes Highend-Produkt mit tadelloser Funktion bei geringstem Gewicht, allerdings teuer im Unterhalt.

Shimano XTR Umwerfer/Schaltwerk

Matsch und Schnee konnten Schaltwerk und Umwerfer fast nichts anhaben. Der neue Side-Swing-Umwerfer sowie das Schaltwerk schalten kraftvoll und präzise.

Shimano XTR Kurbel

Bereits nach wenigen hundert Kilometern sahen die Kurbelarme aus, als wäre jemand mit dem Schmirgelpapier drübergegangen. Hier scheint die Beschichtung nicht so widerstandsfähig zu sein wie bei den Vorgängerkurbeln.

Shimano XTR Kette

Bei der Haltbarkeit enttäuschte uns die speziell beschichtete Kette allerdings: Bereits nach 1500 Kilometern war das 50 Euro teure Bolzen-Laschen-Konstrukt laut Verschleiß-Lehre reif zum Wechseln.

Shimano XTR Kassette

Nachdem wir nach 1500 Kilometern eine neue Kette montiert hatten, rutschte sie unter Last übers 11er-Ritzel drüber. Alle anderen Ritzel der 300 Euro teuren Kassette funktionierten allerdings einwandfrei.

Shimano XTR Schalthebel/Züge

Die Schaltvorgänge sind sehr direkt. Die abgedichteten Zughüllen samt der Polymer-beschichteten Züge funktionieren nach 2000 Kilometern einwandfrei und reibungsarm.

Tabelle: Shimano MTB-Schaltungen im Vergleich

Modell Gänge Kassettenbandbreite Besonderheiten
XTR M9100 1x12, 2x12 10-51 Zähne Enorme Bandbreite, geringes Gewicht
XTR M9000 1x11, 2x11 11-40 Zähne Mechanische Ausführung, günstiger
XT M8100 1x12, 2x12 10-51 Zähne Mittelklasse, hohe Bandbreite
SLX M7100 1x12, 2x12 10-51 Zähne Günstiger, etwas schwerer

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