Shimano XTR Schaltwerk Hebel Funktion: Shadow Plus und mehr

In der Welt der Fahrradkomponenten gibt es eine Vielzahl von Technologien und Funktionen, die das Fahrerlebnis verbessern sollen. Eine davon ist die Shadow Plus Technologie von Shimano, die zusammen mit dem Type 2 System von Sram dazu dient, das Kettenschlagen zu minimieren und für einen ruhigeren Antriebsstrang zu sorgen.

Was ist Shadow Plus und Type 2?

Shimano führte die "Shadow Plus" Technologie erstmals 2012 mit der Shimano XTR ein, während Sram 2013 mit ihrer "Type 2" genannten Technik bei XX1, X0 und X9 nachzog. Beide Systeme haben das gleiche Ziel: Sie sollen verhindern, dass der untere Schaltwerksarm während der Fahrt zu stark schwingt.

Dadurch wird verhindert, dass die Kette gegen den Rahmen schlägt oder sogar ganz abspringt. Das Funktionsprinzip beider Systeme ist im Grunde gleich: Über einen zusätzlichen Federmechanismus im unteren Gelenk des Schaltwerksarms wird die Vorspannung erhöht.

Dadurch steigt der Widerstand im Gelenk, und eine höhere Kraft wirkt der Bewegung des Arms entgegen, der sich bei Erschütterungen nämlich sonst gegen die Fahrtrichtung nach vorne dreht. Eine verringerte Kettenspannung sowie das Schlagen und Abspringen der Kette werden durch die höhere Vorspannung des Schaltwerkarms verhindert.

Und das wohlgemerkt, ohne die Bedienkräfte der Schaltung deutlich zu erhöhen. Die Techologien sind für fast alle gängigen Schaltungen verfügbar.

Funktionieren die Systeme?

Ja. Beide Systeme verhindern das große Klappern zuverlässig. Auch die Kette bleibt deutlich länger auf den Kettenblättern, eine separate Kettenführung im klassischen Toureneinsatz bleibt also für viele entbehrlich.

Ganz verhindern lässt sich das Abspringen der Kette aber auch mit einem "beruhigten" Antrieb nicht.

Der On/Off-Hebel und Cage Lock

Das Shadow-Plus-Funktion von Shimano kann über einen kleinen Hebel am Schaltwerk deaktiviert werden. Im Fahrbetrieb gibt es dafür aber keinen Grund, es erleichtert jedoch den Laufradausbau. Laut Shimano ist die Funktion "Off" für den leichteren rad Ein-/Ausbau vorgesehen.

Das Sram Type-2-System ist permanent aktiv. Um das Laufrad bequem ausbauen zu können, kann der Schaltwerkarm in der vorderen Position blockiert werden.

Dafür wird der Arm nach vorne bewegt und der Arretierknopf mit dem Schlosssymbol (Sram nennt es "Cage Lock") betätigt, der den Schaltkäfig blockiert. Zum entriegeln einfach den Schaltkäfig wieder nach vorne drehen bis der Knopf selbstständig herausspringt.

Mit aktiviertem Cage Lock liegt keine Spannung auf der Kette.

Die Shimano XTR Di2 M9200 2025: Ein Meilenstein

Die neue Shimano XTR ist da! Funkelnd und edel flimmern aktuell Hochglanz-Bilder des neuen Schaltungs-Flaggschiffs über die Bildschirme.

Die Shimano XTR Di2 M9200 2025 setzt voll auf Elektronik. Optisch ist das moderne Schaltwerk fast doppelt so groß, wie das Modell von 1982, trotzdem ist es inklusive Akku “nur” gut 130 Gramm schwerer.

Mit einer extra starken Schaltwerksstabilisierung, kompakterem Käfig, stärkeren Links sowie Umlenkrollen, abgerundeten Oberflächen und einer automatischen Recovery-Funktion dürfte die neue XTR zudem die stabilste Shimano-Schaltung aller Zeiten sein.

Shimano Schaltgruppen im Vergleich

Im Marken und Namens Wirrwarr der Bike Industrie stellt sich häufig die Frage, was die vielen Bezeichnungen überhaupt bedeuten und was die einzelnen Klassen der Komponenten an den Bikes wirklich voneinander unterscheidet.

Mittlerweile sind die bekanntesten vier Schaltgruppen von Shimano alle in der 1 x 12 Gang Variante angekommen. Selten werden noch Antriebe mit Umwerfer an Neurädern verbaut.

Hierarchie der Gruppen

  1. Deore: Den Einstieg in die 1 x 12 Gruppen von Shimano bietet die Deore Gruppe.
  2. SLX: Die SLX Gruppe nähert sich funktionell schon der XT Gruppe an.
  3. XT: Der Klassiker unter den Schaltgruppen und den meisten Leuten ein Begriff.
  4. XTR: Bei der XTR (XT-RACE) Gruppe wird ausschließlich das Gewicht und Finish optimiert.

Verwendete Materialien und Gewicht

Welches Material beim Komponentenbau verwendet wird, hat großen Einfluss auf das Gewicht und wie die letztendliche Fertigungsqualität ausfällt. Wichtig für präzise Schaltvorgänge sind auch die Toleranzen, die beim Komponentenbau eingehalten werden müssen.

Die Gewichtsunterschiede der Komponenten sind teilweise recht dramatisch. Von den hochwertigeren Materialien profitiert auch die Haptik.

Verarbeitung und Funktion

Shimano bietet grundsätzlich eine relativ hohe Verarbeitungsqualität, auch in den einfacheren Gruppen. Die hochwertigen Gruppen besitzen ein wertigeres Finish (im besonderen XTR) und wirken durchweg robuster.

Die Ketten der Gruppen unterscheiden sich durch ihre Beschichtungen. Das hat Einfluss auf das Schaltverhalten und auf die Langlebigkeit, auf die wir weiter unten noch näher eingehen.

Bei Shimano kommt die eigene SIL-Tech Beschichtung und Chrombeschichtungen zum Einsatz.

Funktionell unterscheiden sich die Gruppen hauptsächlich durch die Schaltmöglichkeiten des Hebels.

Übersetzungen

Alle vier Gruppen bieten 12 Gänge und eine maximale Übersetzungsbandbreite von 10 - 51 Zähnen an der Kassette. Die drei obersten Gruppen, also SLX, XT und XTR gibt es jeweils mit der Option auf 2 x 12 Gängen und einer Kassette mit maximal 45 Zähnen.

Die Deore Gruppe gibt es nur als 2 x 11 Version. Als Spezial gibt es die XTR Kassette in der feineren und sportlicheren 10 - 45 Zähne Abstufung mit einem kürzeren Käfig am Schaltwerk, was die Bodenfreiheit vergrößert.

Haltbarkeit der Verschleißteile

In Punkto verschleiß Resistenz kommen die oben bereits erwähnten Materialien und Beschichtungen ins Spiel, doch ist nicht zwingend die hochwertigste Gruppe auch die langlebigste.

Die Ketten werden mit unterschiedlichen Beschichtungen versehen (siehe Graphic oben), dank der die XTR Kette die beste Schaltperformance und Verschleißresistenz bietet.

Zusammengefasst

Shimanos 12 Fach Gruppen bieten eine Top Schaltgruppe für jedes Budget.

Die Synchronized-Shift-Funktion der Shimano XTR Di2

Eine Automatikschaltung am MTB? Die Synchronized-Shift-Funktion der Shimano XTR Di2 ist der erste Schritt dahin - und begeistert nicht nur Profis.

Ja, die neue XTR Di2 ist ein Geniestreich, die schnellen und ultrapräzisen Gangwechsel faszinieren. Der eigentliche Clou verbirgt sich aber hinter der Funktion Synchronized Shift - nämlich eine Art Automatikschaltung.

Keine Panik, so langweilig wie am Automobil ist dies nicht, der Biker muss noch immer selber schalten. Aber Synchronized Shift übernimmt quasi die Steuerung des Umwerfers und passt gleichzeitig die Gangwahl am Schaltwerk an.

Und das wirklich automatisch, sodass der linke Schalthebel sogar bei einem 2- oder 3-fach-Antrieb unnötig ist. Wer sich voll auf Synchronized Shift verlassen mag (manuell schalten ist jederzeit auch möglich), montiert ihn einfach ab. Klingt nach Hexerei?

Daher kurz und beispielhaft erklärt. Grundsätzlich gilt: Sobald ein definierter Gangsprung an der Kassette erreicht ist, schaltet der Umwerfer automatisch. Diese Gangsprünge sind fast frei definierbar und lassen sich via PC-Software programmieren.

Shimano goes wireless: Die neue Shimano XTR M9200 Di2

Mit der neuen Shimano XTR M9200 Di2-Schaltgruppe bringt der japanische Komponenten-Gigant erstmals eine vollständig kabellose Schaltgruppe auf den Markt. Verdammt schnell, präzise und robust soll sie sein.

Lange hat es gedauert, aber endlich hat das Warten ein Ende: Der japanische Komponenten-Hersteller Shimano stellt seine neue Shimano XTR M9200 Di2 Wireless-Schaltgruppe vor.

Es ist die erste vollständig kabellose MTB-Schaltgruppe von Shimano und wurde vorgestellt, um dem Trend der Bike-Industrie zu folgen.

Das elektronische RD-M9250-Schaltwerk ist entweder mit einem kurzen als auch mittellangen Käfig verfügbar, um unterschiedliche Kassetten-Bandbreiten abzudecken.

Laut Shimano ist das neue Schaltwerk für die Verwendung mit UDH-Schaltwerken optimiert, auf die nahezu jedes moderne MTB setzt.

Einstellen der Kettenschaltung

Ob Shimano- oder SRAM-Antrieb: Die Kettenschaltung am Mountainbike oder E-MTB sauber einzustellen, sollte zum Standard-Repertoire gehören.

Die Schaltung eines Fahrrads ist ein etwas komplexeres System, in dem mehrere mechanische Bauteile zusammenwirken. Diese müssen optimal aufeinander eingestellt sein, um das Konzept Kettenschaltung reibungsarm und effizient werkeln zu lassen.

Essenziell ist das mechanische Verständnis. Drehe nicht nur an der Schraube, sondern schau, was genau dann passiert. Welchen Einfluss hat welche Schraube aufs System?

Kompatibilität

Um Deine Schaltung bestmöglich einstellen zu können, gibt es ein paar Voraussetzungen. Alle Teile des Antriebs und der Schaltung müssen zueinander kompatibel sein.

Schaltwerk und Schaltgriff müssen vom gleichen Hersteller und idealerweise aus der gleichen Serie stammen. Essenziell sind hier aber die Schaltstufen: ein 12-fach Schaltwerk kann nur von einem 12-fach-Schaltgriff gleichen Herstellers angesteuert werden; es kann ausschließlich eine 12-fach-Kassette und -Kette benutzt werden.

Shimano- und SRAM-Bauteile können NICHT gemixt werden. Dies führt unweigerlich zu Problemen bis hin zur kompletten Fehlfunktion.

Pflege und Schmierung

Grobe Verschmutzungen, insbesondere an Ritzeln, Kette und Schaltröllchen, können Probleme beim Schalten verursachen. Eine gründliche Reinigung ist daher obligatorisch.

Für geschmeidige Schaltvorgänge muss die Kette sauber und gut geschmiert sein. Die Gelenke des Schaltwerks müssen leichtgängig sein.

Grundsätzlich sollen alle Komponenten, die mit im Spiel sind, vor dem Einstellen der Schaltung sauber und natürlich technisch einwandfrei sein. Die Hauptursache für schlecht funktionierende Schaltungen ist zu viel Reibung. Weniger Dreck bedeutet weniger Reibung.

Bauteile prüfen

Nimm Dir zuerst die Kassette vor: Wenn Du das größte Ritzel im montierten Zustand an zwei gegenüberliegenden Stellen fasst und die Kassette dann zu kippen versuchst, darf nur wenig bis kein Spiel spürbar sein.

Kontrolliere bitte das Anzugsmoment der Kassette am Freilauf (40Nm). Die Kassette sollte in puncto Verschleiß im grünen Bereich sein.

Das Schaltwerk muss fest und mit vorgeschriebenem Drehmoment am Schaltauge verschraubt sein. Selbstverständlich darf es nicht verbogen oder verzogen sein, was beim ernsthaften Mountainbiken schon mal vorkommt.

Kontrolliere auch das seitliche Spiel der Schalträdchen (idealerweise bei abmontierter Kette), indem Du daran wackelst. Sind die Lager verschlissen, kippen die Rädchen hin und her.

Ist die Kettenspannung entkoppelt, wackelt es sich umso leichter. Die Kassette muss korrekt auf dem Freilaufkörper montiert werden und spielfrei sein.

Reibungsdämpfer okay?

Moderne 11- und 12-fach-Schaltwerke von Shimano und SRAM beherbergen eine Mechanik zur Erhöhung der Kettenspannung, die in der Verbindung von Schaltwerkskörper zum Käfig steckt.

Mit einer Art Überlastkupplung im Gelenk des Schaltkäfigs wird durch Reibung die Kette gestrafft und so das Kettenschlagen deutlich abgemildert.

SRAM nennt diese Reibungskupplung „Roller Bearing Clutch“ (bei Type 2, Type 2.1 und Type 3 Schaltwerken), bei Shimano dient der Zusatz „Plus“ Im Namen zur Erkennung dieses Features.

Schaltauge

Schlägt das Schaltwerk gegen einen festen Gegenstand, verbiegt das Schaltauge auch gerne mal, obwohl das Schaltwerk selbst vielleicht gar nicht viel abbekommen hat.

Ein sichtbar verzogenes Schaltauge lässt eine saubere Einstellung der Schaltung per se nicht mehr zu. Je nachdem kannst Du es mit einem Richtwerkzeug korrigieren, allerdings ist es bei modernen Rahmen mit Steckachse meist massiver, aus CNC-gefrästem Alu, daher schwer zu richten.

Schaltzug und Außenhülle

Damit der Schaltgriff exakte „Befehle“ an das Schaltwerk weiterleiten kann, muss der Schaltzug und die schützende Außenhülle akkurat angeschlossen sein.

Wenn Du einen neuen Schaltzug installierst, solltest Du auch immer gleich prüfen, ob er reibungsarm durch die komplette Hülle gleitet. Falls nicht, musst Du besser auch die Hülle tauschen.

Überblick der Einstellschrauben

Bevor es an das Einstellen geht, hier noch ein kurzer Überblick der 3 Einstellschrauben eines modernen Schaltwerks. Als Anschauungsobjekt dient hier ein SRAM Eagle 12-fach-Schaltwerk.

  • B-Schraube (B-Screw): Diese Schraube ist für den Grad der Umschlingung der Kette auf der Kassette und für den Abstand des oberen Schalträdchens zum jeweiligen Ritzel zuständig.
  • L-Schraube (Low Limit Screw): Diese Schraube stellt die obere Begrenzung des Schaltwerk-Schwenkbereichs ein, am größten Ritzel der Kassette.
  • H-Schraube (High Limit Screw): Diese Schraube stellt die untere Begrenzung des Schaltwerk-Schwenkbereichs ein, am kleinsten Ritzel der Kassette.

Endanschlag unten (H-Schraube)

Schaltest Du das Schaltwerk in den leichtesten oder schwersten Gang, besteht bei schlechter Justierung die Gefahr, dass sich die Kette unten zwischen dem kleinsten Ritzel und dem Rahmen oder oben zwischen dem größten Ritzel und den Speichen verklemmt, sollte sie über das jeweilige Ritzel springen.

Hierzu lässt sich der Schwenkbereich des Schaltwerks in beide Richtungen mit sogenannten Endanschlägen begrenzen.

Zuerst wird der „untere“ Endanschlag eingestellt, also für die Begrenzung auf dem kleinsten Ritzel. Dies machst Du mit der H-Schraube (High Limit Screw oder H-Screw). Hierbei steht das „high“ sinnbildlich für den schwersten Gang.

Schaltzug klemmen und Zugspannung einstellen

Von hier aus wird nun die Zugspannung eingestellt. Als Faustregel gilt: Befindet sich das Schaltwerk mit dem Röllchen unter dem kleinsten Ritzel, soll der Schaltzug minimal vorgespannt sein.

Am Schaltgriff befindet sich am Ausgang für den Schaltzug-Außenhülle eine kleine Rändelschraube, die werkzeuglos verstellt werden kann. Sie sollte komplett im Uhrzeigersinn hereingedreht werden und dann ca. 1-2 Umdrehung gegen den Uhrzeigersinn wieder heraus.

Endanschlag oben (L-Schraube)

Nun stellen wir den "oberen" Endanschlag ein, also am größten Ritzel der Kassette. Hierzu schalte in den leichtesten Gang. Der Endanschlag wird mit der L-Schraube (Low Limit Screw oder L-Screw) justiert.

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