Für viele war die legendäre Shimano XT über Generationen hinweg die Benchmark, an der sich alle Bremsen messen mussten. Die Shimano XT M8000 scheint ihre zweifelhafte Vergangenheit hinter sich gelassen zu haben und bietet jetzt eine gute, zuverlässige Performance. Sie ist für Fahrer geeignet, die auf einen harten Druckpunkt und viel Biss stehen.
Shimano XT M8000: Eine Analyse
Die neue M8000 vereint die Servo Wave-Technologie und den von der XTR bekannten Hebel mit einem edlen grauen Finish. Auf dem Trail schlägt sich die Bremse großartig, denn die zwei Keramikkolben packen schnell und präzise zu. Wer auf einen harten Druckpunkt und ein direktes Feeling steht, wird den ergonomischen Hebel lieben.
Die Dosierbarkeit ist gut, setzt aber mehr Gefühl voraus als bei den besten im Test. Die Shimano XT M8000 scheint ihre zweifelhafte Vergangenheit hinter sich gelassen zu haben und bietet jetzt eine gute, zuverlässige Performance.
Shimano Zee: Eine kostengünstige Alternative
Die Shimano Zee ist die Bremse für alle Fahrer, die auf langen Abfahrten viel Power und eine zuverlässige Performance zu schätzen wissen, aber nicht auf der Suche nach einem Statussymbol sind. Auf eine werkzeuglose Einstellbarkeit des Hebels muss man zwar verzichten, aber mit einem Inbus lässt sich die Griffweite einfach anpassen und der genoppte Griff gibt auch in Panikmomenten guten Halt.
Der lange Hub der Kolben macht eine schleiffreie Einstellung einfach und dank Servo Wave-Technologie liegen die Beläge schnell an der Scheibe an und werden dann langsamer dagegen gedrückt, um eine gute Dosierbarkeit sicherzustellen. Die vier Kolben (16/18 mm groß) mit den längeren Bremsbelägen sorgen auf dem Trail im Vergleich zur XT oder DEORE für bessere Dosierbarkeit, aber auch für mehr Power, wenn man sie braucht.
Die Zee hat keine Kühlrippen an den Belägen und bleibt im direkten Vergleich hinter der SAINT zurück. Dennoch begeistert die Bremse die enormer Power, die sehr konsistent zur Verfügung steht - selbst bei härtesten Abfahrten. Entlüften funktioniert einfach, ist aber ohnehin unnötig, denn die Zee ist absolut zuverlässig.
Die Shimano Zee ist die erste Wahl für preisbewusste Fahrer auf der Suche nach viel Bremspower und guter Dosierbarkeit. Die organischen Beläge liefern geschmeidige und hohe Bremskraft, selbst auf den härtesten Abfahrten.
Zee vs. XT: Ein detaillierter Vergleich
Bei einem Vergleich zwischen Shimano Zee und Cues stellt sich die Frage, welche Bremse besser für ein 40kg S-Pedelec geeignet ist, insbesondere bei einer Notfallbremsung mit vollem Gepäck. Wenn es nur um die maximale Bremsleistung gepaart mit niedriger Fadingneigung geht, dann würde man zu einer von Shimano höher angesiedelten 4-Kolben Bremsen mit möglichst großer Bremsscheibe und Zulassung für Sinterbeläge greifen.
Der ZEE Bremssattel ist deutlich schwerer, mehr Material heißt mehr Dauerleistung in Downhill. Der Cues 8020 sieht mir identisch zum XT 8120 aus, nur in anderer Farbe.
Die aktuelle Saint bin ich schon gefahren und kann einen Vergleich zur 785er XT mit Metallbelägen ziehen. Die Bremse ist von der Bremskraft der XT noch mal deutlich überlegen, die Hebelkräfte noch mal etwas geringer, die Dosierbarkeit und Druckpunkt sind ähnlich zur XT. Fadingverhalten konnte ich in Ermangelung einer Gefällestrecke bei der Saint nicht testen, bin aber überzeugt, dass die bei der Standfestigkeit etwas über der XT liegen wird. Die 4 Kolben sind m.E. deutlich zu merken, die Saint hat einen enormen Bums. Allerdings ist bei beiden Shimanos die Druckpunktverstellung so ziemlich wirkungslos und eher ein Marketinggag. Die Zee hat den wohl nicht und ist auch schwerer.
Ich habe an meinem Bergradl die Zee verbaut und an meinem Reiserad die Auriga Pro (quasi auf Empfehlung von Andreas). Also soooo schlimm fällt die Auriga im Vergleich zur Zee nicht ab. Beide sind ähnlich gut dosierbar und zuverlässig. In Punkto Standfestigkeit ist die Zee allerdings weit überlegen. Ich bin mal mit dem Reiserad von der Esterbergalm nach Garmisch abgefahren, da sind längere Strecken mit Gefälle jenseits der 24% auf Asphalt dabei. Ich musste zweimal Abkühlungspausen machen, da mir das Fading der Auriga doch zu "heiß" wurde. Und ich nehme für mich in Anspruch kein Angstbremser zu sein. Die gleiche Tour mir dem Mountainbike nötigte der Zee allenfalls ein Gähnen ab.Ich bin rundum zufrieden mit beiden Bremsen in ihren jeweiligen Einsatzgebieten, aber ein kleiner Nachteil der Zee fällt mir doch ein: steht das Bergrad für mehrere Wochen im Keller, ist die Bremswirkung erstmal im Keller. Ich muss sie erstmal, am Besten an einem Gefälle, zunächst "freibremsen" dann beisst sie wieder.
Saint und Zee unterscheiden sich nur in Punkto Außenmaterial und Hebeleinstellung. Konstruktion und Beläge sind identisch. Die Bremsleistung sollte also gleich sein.
Wir fahren eine Zee am Tandem und sind bisher sowohl mit Bremskraft als auch Standfestigkeit sehr zufrieden (zuvor LX). Unterschiede zur Saint:
- Original Bremsbeläge ohne Kühlrippen (Die Kühlrippenvariante kann aber problemlos nachgerüstet werden)
- Keine werkzeuglose Griffweiteneinstellung
- Keine Druckpunktverstellung (Wird an der Saint meist als nicht wahrnehmbar beschrieben)
- Bremsbeläge sind mit Splint anstelle einer Schraube gesichert, Das Gewinde ist allerdings im Zee Bremssattel eingeschnitten.
Der Druckpunkt der Saint ist präzise, knackhart. Härter als bei der XT. Man findet im Netz nicht zu wenige Hinweise auf ungewohnt weichen Druckpunkt bei der Saint.
Tabelle: Vergleich von Shimano Zee und XT
| Merkmal | Shimano Zee | Shimano XT |
|---|---|---|
| Zielgruppe | Preisbewusste Fahrer | Ambitionierte Mountainbike-Sportler |
| Bremskraft | Hoch | Erstklassige Performance |
| Dosierbarkeit | Gut | Sehr gut |
| Einstellbarkeit | Griffweite mit Inbus | Werkzeuglose Griffweiteneinstellung |
| Besondere Merkmale | Robuste Konstruktion | HOLLOWTECH II Technologie |
Folgende Erfahrungen zur Diskussion: alle paar Wochen/Monate müssen Scheiben und Beläge mit Aceton o.ä. abgezogen werden, weil im Normalbetrieb die Bremskraft durch die aufgesammelten Rückstände (Russ, Gummiabrieb, Pflanzenreste, Ölfilm von Pfützen, ....) im Straßenstaub langsam nachläßt (kein Funktions- oder Sicherheitsproblem).
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