Muss es immer Highend sein? Mit dieser Frage im Kopf sind wir auf der Suche nach einem Antrieb und Bremse für unsere Downhill Testplattform gegangen. Da trifft es sich sehr gut, dass Shimano neben der über allen Zweifel erhabenen Saint Gruppe auch die Brieftaschen freundliche Zee Gruppe im Programm hat. Etwas weniger „Bling Bling“ aber ähnliche Performance? Klingt nach einem No Brainer.
Shimano Zee im Detail
Der Zee sieht man auf dem ersten Blick an, dass sie für den Gravity Sport entwickelt wurde. Mit einer robust wirkenden 175 mm langen Kurbel, einem 36er Kettenblatt und eng abgestufter 10 Gang Kassette ist sie perfekt für die Streckenabschnitte die nicht in Falllinie den Berg hinab führen. Für schnelle Gangwechsel lässt die Shimano Zee Schaltung bis zu drei Gangsprünge in einen leichteren Gang und einen Gangsprung in einen härteren Gang zu.
Die Montage samt Einstellung hat uns gerade einmal 10 Minuten gekostet und da sie eine völlig sorglose Schaltung ist, mussten wir bisher kein zweites Mal Hand anlegen. Die Schaltperformance kann dabei nicht ganz mit der Saint oder XTR mithalten, mit einem knackigen Druckpunkt hat man die Gänge aber immernoch schnell genug nach rechts geschubst, um von der Startrampe zu Sprinten.
Damit die Kette auch dort bleibt ist das Schaltwerk mit Shimanos Shadow Plus Technologie versehen, einem Reibungsdämpfer der äußerst gute Arbeit abliefert. Selbst auf den rauesten Strecken hört man kaum ein klappern vom Hinterrad und auch wenn wir eine Kettenführung verwenden, sorgt das Schaltwerk für genug Zug an der Kette, damit sie auch ohne Kettenführung nicht herunter fällt. Für den leichteren Ein- und Ausbau des Hinterrades kann man den Reibungsdämpfer aber auch abstellen.
Dabei haben wir noch die Möglichkeit den Schalthebel seitlich zu verstellen, so dass Fahrer mit großen oder kleinen Händen immer alles im Griff haben. Wie bei jeder Bremse, ist es wichtig das System vor der ersten richtigen Ausfahrt einzubremsen. Hier macht auch die Shimano Zee Bremse keine Ausnahme. Hat man diesen Prozess abgeschlossen, wird man mit einer überragenden Bremskraft belohnt.
Ein sehr knackiger Druckpunkt kündigt dabei den Kontakt der Beläge an der Scheibe an. Zieht man die Hebel weiter Richtung Lenker baut sich die Bremskraft gut kontrollierbar weiter auf. Doch aufgepasst! Wenn man den Bremshebel der Vorderradbremse in einer „Oh Shit“ Situation mit Vehemenz zieht, kann man sich schnell vor seinem Fahrrad wiederfinden. Hierbei ist es egal ob man die mitgelieferten Sinterbeläge oder organische Beläge nutzt, die Bremskraft ist nahezu identisch.
Dabei hat sie in langen alpinen Abfahrten am Ende immer noch so gut zugepackt wie am Anfang, auch wenn die Arme schon längst am Glühen waren. Dafür sorgen unter anderem die Shimano RT 76 Bremsscheiben die aus einem Stahl Reibring auf einem Alumiunspider bestehen. Der Gedanke dahinter ist, die Hitze möglichst schnell vom Bremssattel abzuleiten, um ein Überhitzen des Öls zu verhindern, was in der Praxis hervorragend funktioniert. Wer seiner Bremse noch etwas gutes tun möchte, kann zusätzlich die mit Kühlrippen versehenen Bremsbeläge der Saint verwenden.
Zee im Vergleich zur Saint Gruppe
Die Shimano Saint Gruppe bildet schon seit langem die Speerspitze des Downhillsports im Programm der Japaner. Wie für Highend Produkte üblich kosten sie jedoch ihren Preis und genau da kommt die Zee Gruppe ins Spiel. Entwickelt für den Einsteiger in den Gravity Sport, soll sie mit einem fairem Preis und dennoch hoher Performance Punkten. Damit das funktioniert wurden einige Highlights der Saint übernommen und so könnte man die Zee die kleine Schwester der Saint nennen. Lediglich auf eine werkzeuglose Hebelweiten Verstellung und der Druckpunktverstellung muss an der Bremse verzichtet werden. Die Platten der Bremsbeläge bestehen bei der kleinen Schwester außerdem aus Stahl und besitzen keine Kühlrippen. Das sollte uns aber nicht wirklich stören.
Die Schaltung hat wie von anderen Shimano Produkten bekannt die Rapid-Fire Technologie mit der bis zu 3 Gangsprünge auf einmal möglich sind und das 2-Way-Release mit der es auch möglich ist den Gangwechsel mit dem Zeigefinger einzulegen geerbt. Die technischen Unterschiede scheinen auf den ersten Blick nicht sonderlich gravierend, doch wie schaut´s mit dem Gewicht und Preis aus?
Vom Gewicht her schenken sich die beiden Gruppen wenig. Mit 1879 Gramm ist die Zee Gruppe lediglich 29 Gramm schwerer als die Saint. Beim Preis wird es allerdings schon etwas deutlicher. Bei den üblichen Internethändlern findet man die Saint Gruppe (Kurbel, Schaltgriff, Schaltwerk, Bremse) für ca. 620 €, die Zee Gruppe dagegen schon für ca. 380 €.
Hier eine kurze Übersicht über die Hauptunterschiede zwischen den beiden Gruppen:
| Merkmal | Shimano Saint | Shimano Zee |
|---|---|---|
| Zielgruppe | Professionelle Downhill-Fahrer | Einsteiger in den Gravity Sport |
| Preis (ca.) | 620 € | 380 € |
| Gewicht | 1850 Gramm (ca.) | 1879 Gramm |
| Werkzeuglose Verstellung | Ja | Nein |
| Kühlrippen an Bremsbelägen | Ja | Nein |
Am Lenker sollte eigentlich dank Shimanos I-Spec B Standard zusammenkommen, was zusammen gehört. Leider wurde die direktmontage der Schaltung an den Bremshebel für die Zee Schaltung nicht übernommen. Dank I-Spec B ist es ein leichtes die Bremse und den Schalthebel miteinander zu verbinden, was für eine perfekte Erreichbarkeit und eine aufgeräumte Optik sorgt.
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