Shimano Zee Schaltwerk richtig einstellen: Eine detaillierte Anleitung

Das Einstellen des Schaltwerks einer Kettenschaltung am Fahrrad ist nicht schwer. Rasselnde Ketten und springende Gänge müssen nicht sein. Wir gehen bei dieser Beschreibung davon aus, dass die Schaltung schon am Fahrrad verbaut ist und die Schaltzüge und Außenhüllen unbeschädigt sind. Sind die Außenhüllen beschädigt oder von innen verrostet, kann sich der Schaltzug nicht richtig in der Hülle bewegen und das Einstellen des Schaltwerks bringt nichts.

Die richtige Einstellung des Schaltwerks wird durch drei Schrauben gewährleistet. Am Schaltwerk selbst, können drei Dinge eingestellt werden: oberer Anschlag, unterer Anschlag und die Umschlingung. Über die Anschläge stellen Sie die Maximalauslenkung der Schaltung ein.

Für die Eiligen zeigen wir genauso einfach wie kompetent im Video, wie Sie Ihre MTB-Schaltung von Shimano perfekt einstellen. Das Prinzip gleicht sich, egal ob bei einer 3-fach-, 2-fach- oder modernen 1-fach-Gangschaltung.

Vorbereitung zum Einstellen der Schaltung

Um gut an der Schaltung arbeiten zu können, muss sich das Hinterrad frei drehen lassen. Die beste Lösung: der Montageständer. Speziell bei Carbon-Rahmen sollte man das Bike aber lieber an der Sattelstütze klemmen, da der Rahmen selbst sehr empfindlich ist. Wenn auch diese auch Kohlefaser besteht, liegt vielleicht zuhause noch eine passende "Montage"-Sattelstütze herum. Wenn nicht, oder wer keinen Montageständer hat, kann das Bike auch auf den Kopf stellen. Empfindliche Armaturen und Displays dann aber besser abnehmen oder mit einer weichen Unterlage (Lappen, Schaumstoff) polstern. Kette und Ritzel sollten außerdem gut geputzt sein!

Schritt 1: Wie muss das Schaltwerk stehen?

Lockere oder beschädigte Teile sind die häufigste Ursache für Schaltprobleme. Deswegen vor dem Einstellen der Schaltung zunächst Befestigungsschrauben am Schaltauge und die große Schraube am Schaltwerk sowie das Schaltauge selbst kontrollieren. Dazu einen mittleren Gang einlegen. Die beiden Schaltröllchen müssen in exakt gerader Linie mit dem Ritzel fluchten und parallel zur Fahrtrichtung stehen. Sonst ist das Schaltauge verbogen und muss gerichtet oder ersetzt werden.

Schritt 2: Schaltaußenhülle und Züge kontrollieren

Die zweite typische Fehlerquelle an einer Gangschaltung: Verschleiß bei Zügen und Außenhüllen. Sind sie korrodiert oder haben sich einzelne Litzen gelöst, ist die Reibung in den Hüllen zu hoch, und die Schaltung kann nicht richtig funktionieren. Das kontrolliert man am besten, indem man ohne zu kurbeln vom größten aufs kleinste Ritzel durchschaltet. Dadurch längt sich der Zug so, dass sich an der Außenhülle die Endkappen abziehen lassen. Bei Korrosion oder Beschädigung: alles austauschen und neue Züge und Außenhüllen am Bike montieren! Weiter unten finden Sie noch einen guten Tipp zum Schmieren der Züge.

Schritt 3: Anschläge der MTB-Schaltung einstellen

Springt die Kette von der Kassette, stimmen die Endanschläge nicht. Zum Überprüfen des oberen Anschlags (B: obere Schraube) auf das größte Ritzel schalten. Dann die Kurbel vorsichtig weiterdrehen und den Schalthebel weiter drücken. Wandert die Kette nun übers Ritzel in die Speichen, muss man die rechte Anschlagschraube (B) etwas reindrehen. Der untere Anschlag ist schwieriger zu checken, da das Schaltwerk oft von der Zugspannung in Position gehalten wird. Deswegen: Erstmal schauen, ob das Schaltröllchen exakt mit dem kleinsten Ritzel fluchtet. Dann über die untere Schraube (A) so ausrichten, dass es beim Schaltvorgang leicht und exakt auf das nächste Ritzel springt.

Mit den beiden Anschlagschrauben (im Bild A und B bei einem Shimano-Schaltwerk) kann man den Schwenkbereich des Schaltwerks begrenzen.

Schritt 4: Zugspannung einstellen

Am Shifter wird die Zugspannung der Schaltung so justiert, dass alle Gänge verwendet werden können. Schaltet die Kette nicht in den leichtesten Gang, ist die Spannung zu niedrig, die Verstellschraube muss herausgedreht werden (gegen den Uhrzeigersinn). Diese Schraube ist bei Sram vorgelagert, ein Stück vor dem Schalthebel.

Schaltet die Schaltung nicht in den schwersten Gang, ist die Spannung zu hoch. Wechselt die Kette am Ende gleich schnell auf leichtere wie auf schwerere Gänge, und sind alle Gänge nutzbar, ist die Spannung richtig eingestellt. Reicht der Verstellbereich nicht aus, muss man den Zug am Schaltwerk straffen oder längen.

Die Zugspannung wird mittels Verstellschraube am Schalthebel (hier Sram) eingestellt. Dreht man sie heraus (gegen den Uhrzeigersinn), erhöht man die Spannung des Schaltzugs.

Schritt 5: Umschlingung einstellen

Mit der Umschlingungsschraube (A) stellt man den Abstand von oberem Schaltröllchen und Kassette ein. Ist der Abstand zu groß, schaltet die Schaltung nur sehr behäbig. Ist er zu klein, beginnt die Schaltung in leichten Gängen zu rattern. Bei Shimano sollten im leichtesten Gang etwa zwei Kettenglieder frei zwischen Schaltröllchen und Kassette liegen. Shimanos Zwölffach-Schaltwerke haben innen im Schaltkäfig auch eine Hilfslinie, die im leichtesten Gang mit den Kassettenzähnen fluchten sollte. Bei Sram-Schaltungen sollte man das Chain-Gap-Tool für die Einstellung einsetzen.

Damit alles möglichst reibungslos läuft, sollte man mit der Umschlingungsschraube am Schaltwerk (hier Shimano) die Distanzen zwischen oberem Schaltröllchen und Kassette einstellen.

Shimano Schaltung einstellen

Ab 2020 wurde bei Mountainbikes auch häufiger eine Shimano-1x12-Schaltung verbaut - massenkompatibel in der Deore-Version. Die Japaner hatten einen Moment gebraucht bis sie dem Trend zur Einfach-Schaltung gefolgt sind. BIKE zeigt, wie Sie das Schaltwerk einer Shimano XT mit wenigen Handgriffen perfekt einstellen. Denn das Grundprinzip, wie eine MTB-Schaltung perfekt eingestellt wird, hat sich unabhängig von Hersteller und Schaltgruppe seit Jahrzehnten kaum verändert.

Shimano 1x12-Schaltung einstellen

Durch den geringen Abstand zwischen den einzelnen Ritzeln entscheidet oft schon eine halbe Umdrehung. An die perfekte Einstellung der Gangschaltung muss man sich deshalb in kleinen Schritten herantasten mit der Anleitung: Shimano 1x12-Schaltung einstellen. Dort finden Sie auch ein ausführliches Video dazu.

Im Gegensatz zu Sram-Schaltungen braucht man bei Shimano keine spezielle Lehre, um die Umschlingung korrekt einzustellen. Wenn man von innen auf den Schaltwerkskäfig schaut, sieht man eine mit Pfeil und "51T" versehene Hilfslinie. Die Zähne des größten Ritzels und diese Hilfslinie müssen exakt hintereinander liegen.

Shimano 2x12-Schaltung einstellen

Anders als Sram bietet Shimano nach wie vor eine Option mit zwei Kettenblättern an. Die Vorteile, die für einen 2x12-Antrieb sprechen, sind ersichtlich: Es gibt keine aktuelle MTB-Schaltung mit einer größeren Bandbreite (Gesamtübersetzung) bei gleichzeitig so feiner Abstufung der Gänge. Bei der Einstellung unterscheiden sich die Einfach- und Zweifach-Schaltung dann im zusätzlichen Umwerfer vorn. Dieser ist nicht ganz so sensibel wie das Schaltwerk, muss aber genauso exakt justiert werden, damit die Kette weder ins Tretlager beißt ("Chainsuck" / Kettenklemmer), noch übermütig über das große Kettenblatt hinaus springt. Sie schaffen das aber schnell mit unserer Anleitung: Shimano Schaltung 2x12: Umwerfer einstellen.

Ähnlich wie beim Schaltwerk hat der Umwerfer einer Shimano 2-fach Schaltung zwei Schrauben für den Anschlag (H, L). Schraube D lässt den Umwerfer in der richtigen Distanz zu Kette schweben, ähnlich wie die Umschlingungsschraube an der Schaltung. Und C arretiert lediglich den Schaltzug.

Zum Schluss: 3-fach-Schaltung, Nachspannen und Schmieren

In Zeiten von Lieferschwierigkeiten, bei heiß geliebten alten Schätzchen und dem treuen Stadt-MTB, das seit 1997 bereits seine Dienste tut: Wie Sie auch Ihr betagtes Shimano-Schaltwerk und -Umwerfer einstellen, erfahren Sie in diesem Artikel samt Video.

Ritzel und Schaltröllchen müssen auch bei älteren 2- oder 3-fach-Schaltungen fluchten. Wie erfahren Sie im Video oben.

Shimano empfiehlt - insofern am Schaltwerk vorhanden - für das Einstellen der Schaltung, das Kupplungssystem (Shadow Plus) zu deaktivieren. Wenn man einen neuen Schaltzug verbaut hat, sollte man mit der Hand das Schaltwerk blockieren und dabei mehrfach ein bis zwei Gänge hochschalten. Dadurch wird der Zug etwas gelängt, und man erspart sich das Nachspannen des neuen Zugs nach wenigen Kilometern. Wenn Sie neue Züge verlegen, gönnen Sie vor dem Einbau den Stahlseilchen spezielles Schmierfett. Dazu nehmen Sie etwas Schmierstoff auf die Finger und ziehen den Zug durch das Fett. Danach kann er durch die Außenhülle geschoben werden. So gelingt das zum einen leichter und der Schaltzug ist gegen Korrosion und Schmutz geschützt und er gleitet deutlich reibungsfreier. Aber Vorsicht: Nur Schmierfett verwenden, dass explizit dazu gedacht ist. Zu zähes Fett kann den Zug regelrecht verkleben.

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