Leichtgängige Schalt- und Bremszüge sind enorm wichtig für die Funktion des Rennrades. Verschlissene oder beschädigte Züge sollten deshalb ausgetauscht werden.
Bowdenzug Kontrollieren und Schmieren
Prüfen Sie die Züge regelmäßig auf Beschädigungen, besonders in der Nähe der Anschläge. Quetschungen, Knicke, eingerissene Enden oder Schmutz in den Hüllen erhöhen die Reibung; Schaltung und Bremsen werden dann schwergängig und unpräzise.
Das beste Schmiermittel für Bowdenzüge ist Fett. Es dichtet die Enden gleichzeitig gegen Wasser und Schmutz ab. In Hülsen und Zuganschlägen schützt es vor Korrosion und Knackgeräuschen. Ziehen Sie den gut eingefetteten Zug mehrmals in der Hülle hin und her, damit sich das Fett gut verteilt.
Es lohnt sich, für hochwertige Züge etwas mehr Geld auszugeben. Die beschichteten Shimano-Züge verbessern die Performance aller Shimano-Schaltgruppen enorm. Auch die originalen Campagnolo-Züge sind gut.
Schalt- und Bremszüge Nicht Verwechseln
Schalt- und Bremszüge sind verschieden und dürfen nicht verwechselt oder gemischt werden. Schalt-Innenzüge sind dünner als Brems-Innenzüge und haben einen kleineren Kopf. Schalt-Außenzüge sind etwas schlanker als Brems-Außenzüge und in Längsrichtung verstärkt, damit sie beim Schalten nicht gestaucht werden. Brems-Außenzüge haben eine spiralförmige Verstärkung, das macht sie etwas flexibler beim Verlegen.
Werkzeug und Vorbereitung
Verwenden Sie fürs Kürzen der Züge immer eine gute Bowdenzugzange. Die Hüllen müssen sauber und exakt rechtwinklig abgeschnitten werden. Trennen Sie die Züge oder Hüllen nicht mit Seitenschneider oder Kneifzange, da diese die Züge zu sehr quetschen.
Glätten Sie die Enden der abgeschnittenen Außenhüllen mit einer Feile, damit sie fest und bündig in Anschlägen und Endkappen sitzen. Weiten Sie außerdem den Kabelkanal nach dem Schnitt mit einem spitzen Gegenstand.
Achten Sie darauf, dass Sie ausreichend Endkappen zur Verfügung haben. Die Kappen für Schalt- und Bremszughüllen sind verschieden. Sehr wichtig ist die Quetschkappe auf dem Zugende, denn das abgeschnittene Drahtseil spleißt schnell auf und man kann sich leicht daran verletzen.
Offene Zugenden sollten mit einer Kappe geschützt werden.
Profi-Tipps zur Bowdenzugverlegung
Vermeiden Sie beim Verlegen der Züge enge Biegungen; die Züge sollten in weichen Bögen verlaufen, damit die Reibung so gering wie möglich bleibt.
Für mechanisch betätigte Scheibenbremsen empfehlen sich spezielle druckstabile Brems-Außenhüllen. Sie vermitteln einen definierteren Druckpunkt und erhöhen die Bremsleistung.
Die mit PTFE beschichteten Shimano-Züge (ab 105 aufwärts) verbessern die Funktion aller Shimano- und SRAM-Schaltungen. Sie sind zwar sensibel zu montieren, aber sehr leichtgängig und bleiben lange geschmeidig.
Kabel und Leitungen im Rahmen verlegen
Kabel und Leitungen werden in der Regel durch den Rahmen verlegt. Das bringt manche Herausforderung mit sich.
5 Tricks, wie die Leitung durch den Rahmen kommt
- Züge drin lassen: Sind die Züge noch montiert, dann ziehen Sie sie nicht komplett aus dem Rahmen. Tauschen Sie zunächst nur den Innenzug aus, dann ziehen Sie die alte Außenhülle über den Innenzug heraus und fädeln die neue darüber. Werden die Züge im Rahmeninneren hüllenlos geführt, hilft eine lange, dünne Innenzug-Hülle (Liner), um die Position des Zuges zu halten.
- Demontieren: Schrauben Sie falls möglich alle Anschläge und Zugumlenkungen vom Rahmen und fädeln Sie sie nur lose auf die Züge. Bei der Verlegung durch das Tretlagergehäuse lohnt es sich meist, die Kurbel und eventuell auch das Lager auszubauen.
- Fädelhilfe für Bowdenzug: Bei der Neuverlegung leistet ein Bremszug mit leicht gebogenem Ende gute Dienste. Er ist etwas steifer und schwerer als ein Schaltzug, lässt sich also besser fädeln. Auch ein langer, vorgebogener Draht (etwa 1 mm stark) ist eine gute Fädelhilfe, z.B. für die Leitungen hydraulischer Scheibenbremsen.
- Magnet: Mit einem starken Magneten lassen sich Züge im Rahmen von außen führen. Bei Carbonrahmen funktioniert das gut entlang der Rohrwand, bei Metallrahmen lässt sich immerhin das Ende des Zuges “fangen”.
- Staubsaugertrick: Wenn Kanten und enge Radien die Verlegung erschweren, können Sie es mit Wollfaden und Staubsauger versuchen. Dichten Sie die übrigen Rahmenöffnungen etwas ab, fädeln Sie den Wollfaden durch die Zugöffnung und versuchen Sie, ihn am anderen Ende wieder anzusaugen. An dem Faden können Sie dann einen Liner oder Innenzug durch den Rahmen ziehen.
Steuerzentrale - der Lenker
Am Lenker kommen alle Kabel an, eine saubere Verlegung ist hier besonders wichtig. Was Sie dabei beachten müssen.
Engstelle Schalthebel
Vergewissern Sie sich, wie die Schaltzüge in die Hebel gefädelt werden müssen. Meist geschieht das im entspannten Zustand durch eine Öffnung, entweder seitlich (Shimano, SRAM) oder von unten (Campagnolo) unter dem Griffgummi. Die Kanäle sind schmal und verlaufen selten gerade. Verwenden Sie am besten neue Innenzüge, deren ungekürzte Enden verlötet sind. Gegebenenfalls hilft es, die Enden etwas vorzubiegen.
Züge provisorisch fixieren
Kleben Sie die Außenhüllen zunächst mit Klebeband eng an den Lenker, bevor Sie das Lenkerband wickeln. Achten Sie darauf, dass die Hüllen fest in den Anschlägen sitzen und eng in den Lenkerbiegungen und in ihren Führungen verlaufen. Schneiden Sie erst dann die Hüllen auf Länge, nachdem Sie den Innenzug wieder weit genug herausgezogen haben. Der Lenker muss sich frei drehen lassen und die Züge dürfen sich nicht gegenseitig behindern.
Tücken der Integration von Zügen
Wenn die Leitungen durch Lenker und Vorbau verlaufen, muss die Länge auf den Millimeter passen. Wenn möglich, lassen Sie bei den Arbeiten die Außenhüllen und Bremsleitungen am Lenker montiert. Müssen sie getauscht werden, merken Sie sich ihren genauen Verlauf und die Reihenfolge und Orientierung der Einzelteile, insbesondere des Steuersatzes.
Profi-Tipps für den Lenker
Kürzen Sie die Leitungen, wenn der Lenker in höchster Stellung steht. So bleibt etwas Spielraum, um später die Höhe zu verändern.
Bei kleinen Rahmen kann es sinnvoll sein, die Schaltzüge vor dem Steuerrohr zu kreuzen - dann knicken sie beim Einlenken nicht so stark ab. Der Zug des Schaltwerks führt dann zur in Fahrtrichtung linken Rahmenseite, der des Umwerfers zur rechten. Kreuzen Sie die Züge erneut im oder unter dem Unterrohr.
Elektrische Schaltungen und hydraulische Bremsen
Mit elektronischen Schaltungen und hydraulischen Bremsen gehört der Leitungswechsel nicht mehr zu den Routinearbeiten am Rennrad, weil sie nicht verschleißen. Dafür gibt es bei den modernen Übertragungswegen andere Dinge zu beachten.
Bremsleitungen
Verwenden Sie jedes Mal, wenn Sie die Leitung von Bremskörper oder Griff lösen, ein neues, passendes Anschlussstück. Dafür muss die Leitung am entsprechenden Ende sauber abgeschnitten werden.
Wenn Sie die Bremsleitung lösen, dann schneiden Sie so wenig wie möglich davon ab. Oft entscheiden wenige Millimeter darüber, ob die Leitung nochmals verwendet werden kann oder eine neue montiert werden muss.
Pumpen Sie mit dem Bremshebel die Bremse möglichst vollständig leer. So kann auslaufendes Öl keinen Schaden anrichten.
Elektrokabel
Viele Funktionsstörungen lassen sich auf defekte Verbindungen zurückführen. Sind die Kabel alle einwandfrei, kann es auch an den Steckern liegen: Sie sind vergleichsweise schwergängig und müssen spürbar einrasten.
Funktioniert ein Bauteil nicht, lässt sich der Fehler bei Elektroschaltungen oft nur schwer einkreisen. Verkabeln Sie die einzelnen Verbindungen extern mit einem langen, sicher funktionierenden Kabel. So lässt sich die defekte Leitung oder die Komponente einfach finden.
Di2-Kabel sind anfällig für Beschädigungen: Werden sie gequetscht oder reiben sich an scharfen Kanten, ist ein Kabelbruch schnell passiert. Achten Sie deshalb auf ausreichend Schutz, z.B.
Umwerfer Einstellung (Shimano)
Ein recht unbekanntes und unscheinbares Bauteil am Fahrrad ist der sogenannte Umwerfer. Dieses Teil ist recht knifflig: Es steuert im vorderen Fahrrad-Bereich den Übergang der Fahrradkette zwischen den jeweiligen einzelnen Kettenblättern mit unterschiedlicher Zähneanzahl.
Wenn der Umwerfer nicht korrekt eingestellt ist, kommt es automatisch zu Problemen bei der Schaltung. Dies macht sich zumeist durch ein unangenehmes Schleifgeräusch bemerkbar.
Korrekte Positionierung und Einstellung
Im Normallfall sollte an Ihrem Bike bereits ein entsprechender Umwerfer eingebaut sein; so dass dieser jetzt nur noch richtig eingestellt bzw. korrigiert werden muss, damit ein präziser Schaltvorgang gewährleistet ist. Bei einem Sturz könnte es beispielsweise schnell zum Verstellen des Umwerfers und daraufhin zu Problemen mit der Schaltanlage kommen.
Es ist sehr wichtig, einmal alle für eine korrekte Schaltung notwendigen Bauteile (z.B. Fahrradkette selbst und auch einzelne Zahnräder) auf eventuellen Verschleiß hin zu checken und ggf. direkt auszutauschen.
Das äußere als auch das innere Leitblech des Umwerfers, zwischen denen die Kette durchläuft, müssen unbedingt parallel zu den Zahnrädern und im gleichmäßigen Abstand zur Fahrradkette verlaufen. So kann ein etwaiges Berühren während des Schaltvorganges vermieden werden. Dafür müssen Sie nur die zwei im oberen Bereich des Umwerfers angebrachten Schrauben drehen.
Einstellen der Anschläge
Der Schwenkbereich des Käfigs wird mit der L-Schraube nach innen begrenzt; so wird verhindert, dass die Kette Richtung Innenlager fallen könnte. Um den unteren Anschlag einzustellen, sollte erst einmal vorne auf das kleinste und im hinteren Bereich auf das größte Kettenblatt geschaltet werden.
Danach können Sie über eine Drehbewegung der L-Schraube nach links oder auch nach rechts den Shimano-Umwerfer zum Rahmen hin oder auch weg von diesem bewegt werden - solange bis die perfekte Position gefunden ist.
Die zweite Schraube - die sogenannte H-Schraube - grenzt den äußeren Schwenkbereich ein; ein Abwerfen der Kette über das große Kettenblatt kann so vermieden werden. Hier müssen Sie erst einmal vorne auf das größte und hinten auf das kleinste Ritzel schalten.
Weitere Einstellungen
Ferner muss auch noch die Höhe vom Fahrradumwerfer präzise eingestellt werden. So sollten zwischen äußerem Leitblech sowie den Zähnen des größten Kettenblattes im Idealfall nur ca. Sind beide Anschläge sowie die Höhe millimetergenau eingestellt, sollte im Anschluss unbedingt auch die Spannung des Schaltzuges überprüft werden.
Über die am Schalthebel befindliche Einstellschraube kann die Zugspannung gelockert bzw. erhöht werden, was ganz einfach werkzeugfrei per Hand erledigt werden kann.
Spezifische Probleme und Lösungen
Bei Liegetandems kann es vorkommen, dass der Umwerfer getauscht werden muss und die Seilführung unter dem Tretlager wegfällt. In solchen Fällen kann ein Kunststoffteil mit Führung unter dem Lager montiert werden. Alternativ kann ein Stück Bowdenzughülle als Schutz für den Rahmen dienen.
Roadbike-Werkstatt Tipps
Schaltzüge entscheiden maßgeblich über die perfekte Funktion einer mechanischen Rennrad-Schaltung. Die Gänge lassen sich nicht mehr schnell einlegen, die Kette rattert nach dem Schaltvorgang oder der Schalthebel hat Spiel? Dann wird's nicht nur Zeit, die Schaltung mal zu warten, da dürfen auch neue Schaltzüge eingezogen werden, um die optimale Funktion wieder herzustellen.
Allgemeine Tipps zur Zugführung
- Optisch ansprechend, da in gleichmäßigen Bögen, laufen die Zughüllen von der Vorderseite des Lenkers auf die jeweils gegenüberliegende Seite am Rahmen.
- Der Bogen jeder Zughülle vom Lenker bis zum Anschlag am Rahmen sollte so lang sein, dass maximales Einschlagen des Lenkers gerade noch möglich ist.
- Die Zughülle zum Schaltwerk darf nicht in einem zu engem Bogen geführt werden, um die Reibung möglichst gering zu halten.
Tipps für außen verlegte Züge
- Die Schrauben zum Justieren der Zugspannung (sog. Zugeinsteller) lassen sich bei außen verlegten Zügen am vorderen Zuganschlag einfach anbringen.
- Ob die beiden Schaltzüge am Unterrohr kreuzen oder nicht, ist eine "Glaubensfrage".
- Die Zugführung unter dem Tretlager sollte immer sauber sein - vergiss dieses versteckte Teil nicht, wenn du deinen Renner reinigst.
- Sogenannte Donuts, kleine gelochte Gummistücke zum Auffädeln auf die Züge, verhindern nerviges Klappern am Rahmen und schützen diesen gleichzeitig ein wenig vor Scheuerstellen.
Tipps für innen verlegte Züge
- Das Verlegen der Schaltzüge im Rahmen bei integrierter Zugverlegung ist meist etwas tricky und erfordert Geduld.
- Bevor du die alten Züge herausziehst, schiebe passend abgelängte Innenhüllen, sog. Liner, auf jeden Zug, der durch den Rahmen geführt wird.
- Zuganschläge im Rahmen sind häufig ein Grund für schlechte Funktion der Schaltung. Kontrolliere regelmäßig, ob jede Zugendhülse satt in der Rahmenaufnahme sitzt und ob die Zughülle darin festen Halt findet.
- Zugeinsteller lassen sich bei innen verlegten Zügen einfach nachrüsten: Setze die praktischen Teile in der Zughülle zwischen Lenker und vorderem Zuganschlag ein - an einer auch während der Fahrt gut erreichbare Stelle.
- Klappern Züge im Rahmen, gibt es leider keine Patentlösung.
- Scheuernde Zughüllen sind bei innen verlegten Zügen häufig ein Problem, da die Zuganschläge sehr nah am Rahmen liegen. Schütze den Rahmen an potenziellen Scheuerstellen mit durchsichtiger, selbstklebender Folie.
Gedichtete oder ungedichtete Zughüllenendhülsen?
Gedichtete Zugendhülse schützen die Zughüllen gut vor eindringendem Wasser und Schmutz, sie sind daher ein heißer Tipp für Vielfahrer, die bei jedem Wetter unterwegs sind. Allerdings erhöhen sie die Zugreibung etwas und sind deutlich teurer als die ungedichteten.
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