Sidi Fahrradschuhe im Test: Qualität, Innovation und Nachhaltigkeit

Jeder fängt mal klein an, so auch einer der heutzutage größten Schuhproduzenten im Fahrrad- und Motorradbereich. Vor genau 60 Jahren startete Dino Signori (Sidi) in einer alten Scheune in Maser/Venetien mit der Produktion von Wander- und Sportschuhen.

Das Land florierte, La Dolce Vita wurde zum Lebensgefühl einer ganzen Generation und auch Sidi schwamm auf einer Welle des Erfolgs. In den 70er-Jahren entschloss Dino Signori, Kompetenzen zu bündeln und sich auf Motorrad- und Fahrradschuhe zu spezialisieren. Welch ein Glück für damalige Rennradfahrer! Das Sidi-eigene Klick-Verschluss-System wurde erfunden und der Schuh des Athleten musste nicht mehr mit Schrauben an die Pedale fixiert werden.

Weitere Innovationen und Produkte im Cyclocross- und Mountainbike-Bereich folgten, Nylonsohlen und Klettverschlüsse gestalteten das Radeln angenehmer. Mit Beginn der 90er richtete sich der Fokus nicht nur auf weitere Produktinnovationen, sondern auch auf Design. Schuh-Ikonen wurden geboren und der Grundstein für das Design heutiger Rennradschuhe gelegt.

Laut eigener Aussage war Dino Signori immer der Erste, der kam, und der Letzte, der ging. Mit dieser Entschlossenheit, Disziplin und Leidenschaft führt er sein Unternehmen noch heute und fordert dies auch von den Athleten. Stetiger Wettkampf soll die Produkte an ihre Grenzen bringen und das gewonnene Feedback zu noch besseren Schuhen führen.

Sidi Sixty: Ein Jubiläumsmodell im Test

Zum 60. Firmenjubiläum präsentieren die Italiener den brandneuen Sidi Sixty. Ein weiterer Meilenstein in der langen Firmengeschichte?

Für den nagelneuen Sidi Sixty in der Snake-Edition haben sich die Designer offensichtlich von der Tierwelt inspirieren lassen. Sofort assoziieren wir Attribute wie Kraft und Schnelligkeit mit dem Schuh und nach dem Test steht fest: Das passt! Die von Hand gefertigte Vent-Carbon-Sohle ist extrem steif und die Kraftübertragung dadurch ausgesprochen direkt.

Dank dem definierten TECNO-4-Verschlusssystem schmiegt sich der Sixty angenehm gleichmäßig und ohne Druckstellen an den Fuß, auch wenn der Verstellmechanismus anfangs für manche eventuell nicht ganz so intuitiv zu bedienen ist wie das BOA-System. Ist es möglich, etwas vermeintlich so Banales wie einen Klettverschluss nochmals zu verbessern? Si! Eine integrierte Verzahnung aus kleinen Kunststoffhaken verhindert effektiv ein Verrutschen, eine gelungene Kombination beider Systeme. Auch die mittlere Lasche des Schuhs hat einen Velcro bekommen, damit beim stundenlangen Pedalieren alles an seinem Platz bleibt.

Nachhaltig mitgedacht wurde auch beim Design der Sohle. Das gerne mal verschleißende Fersenteil ist austauschbar und der Sixty für ein langes Leben gerüstet. Clever ist auch die einstellbare Luftzufuhr in der Front der Sohle. Der Sidi Sixty ist in der schicken Snake-Version auf 150 Exemplare in Deutschland limitiert und in 16 Größen verfügbar. Schweißfüße ade!

Der neue Sidi Sixty macht seinem Namen als Jubiläumsmodell alle Ehre. Technische Weiterentwicklungen sind perfekt mit bestehendem Know-how kombiniert worden, die jahrelange Erfahrung steckt in jedem Detail.

Sidi MTB Dust: Ein Gravel Schuh im Fokus

Irgendwie fahre ich seit zwei Jahren mit Winterschuhen durch die Gegend, weil die Sommermodelle alle kaputt sind. Jetzt hatte ich die Nase voll: neue Bike-Schuhe sollten her und die Wahl fiel auf einen Gravel Schuh von Sidi. Zuvor fragte ich mich: Gibt es eigentlich besonders nachhaltig hergestellte Fahrradschuhe? Was würde einen nachhaltigen Fahrradschuh überhaupt auszeichnen?

Ich denke, ein besonders nachhaltiger Schuh sollte verantwortungsvoll hergestellt werden. Vielleicht sogar in Europa, ganz sicher unter fairen Bedingungen und mit hohen Umweltstandards. Ein nachhaltiger Fahrradschuh sollte mit möglichst umweltfreundlichen Materialien hergestellt werden. Die Qualität sollte hoch sein, damit der Schuh lange hält. Er sollte reparierbar sein. Und vor allem: Er muss mir gefallen und gut passen - denn was bringt mir der tollste Schuh, wenn ich ihn nicht gerne trage und mir schon bald ein anderes Modell zulegen will?

Also machte ich mich auf die Suche. Ich stellte fest, dass es nur wenige Hersteller gibt, die mit dem Thema Nachhaltigkeit für sich werben. Am präsentesten zeigte sich während meiner Suche Vaude. Ich hatte allerdings mal einen Vaude MTB Schuh, der mir nicht so recht passte und ständig gedrückt hat. Also suchte ich weiter. Und landete beim Italienischen Schuh-Spezialisten SIDI.

SIDI Schuhe sind für ihre hohe Qualität bekannt - aber wie sieht es mit dem Rest auf meiner „Nachhaltigkeits-Checkliste“ aus? Stilvoll wie ein klassischer italienischer Radschuh - funktionell wie ein moderner MTB Schuh: Der Sidi Gravel Schuh kombiniert das Beste aus allen Schuh-Welten.

Beginnen wir mal mit dem Produktionsstandort. SIDI gibt es seit mehr als 60 Jahren. Das Unternehmen wurde 1960 von Dino Signori gegründet. Dessen Inititialien in umgekehrter Reihenfolge ergeben den Firmennamen. Seither werden in der norditalienischen Provinz Treviso nahe Venedig SIDI Motocrosstiefel und Schuhe hergestellt. Die Gegend ist bekannt für dieses Handwerk: Auch Alpinestars und Gaerne kommen hierher. Allerdings wurde ein Großteil der Produktion vor geraumer Zeit nach Rumänien ausgelagert. Nur die Highend Schuhe entstehen noch vor Ort im italienischen Headquarter. Immerhin: Rumänien ist nicht so weit weg und die Qualitätskontrolle erfolgt zumindest noch in Italien.

Bezüglich Qualität eilt SIDI Schuhen ihr Ruf voraus: Hier bin ich recht unbesorgt und zuversichtlich, ein absolut hochwertiges Produkt zu bekommen. Was mir gut gefällt ist die Tatsache, dass viele Teile an meinem favorisierten Gravel Schuh von Sidi, dem MTB Dust, erneuert werden können. Dazu gehören der Drehverschluss mit Seilzugsystem sowie die vorderen Gumminoppen des Sohlenprofils, die beim Laufen einem erhöhten Verschleiß ausgesetzt sind.

SIDI verspricht auf seiner Webseite, möglichst viele Recycling Materialien zu verwenden. Die Verpackungen wurden bereits komplett nachhaltig gestaltet: Der äußere Karton ist FSC zertifiziert. Die verwendeten Farben sind auf pflanzlicher Basis hergestellt, Klebstoffe aus Maisstärke. Es kommt kein Plastik zum Einsatz und sämtliches verwendetes Papier, bis hin zur Bedienungsanleitung, ist recyclebar. Das klingt doch schonmal vernünftig.

Der Sidi MTB Dust soll es also sein. Rein optisch gefällt er mir, weil er eher wie ein klassischer Radschuh aussieht und nicht wie ein klobiger MTB Schuh. Er kommt in dezenten Schwarz-/Brauntönen, nutzt ein Drehverschluss-System und besitzt eine profilierte, aber nicht zu hohe Sohle. Ideal also auch für den Graveleinsatz. Es handelt sich offenbar um einen sehr hochwertigen Schuh, der natürlich seinen Preis hat: Für rund 250 Euro wechselt der Gravel Schuh von Sidi seinen Besitzer oder seine Besitzerin.

Sidi MTB Dust - erste Testeindrücke

Der Schuh wird tatsächlich im Recycling-Karton geliefert und ist in Papier, nicht in Plastik eingewickelt. Auf der Verpackung steht ganz klein, aber gut lesbar: Made in Italy. Der Schuh selbst macht einen richtig edlen Eindruck. Der Drehverschluss wirkt robust und sorgt dafür, dass der Schuh perfekt sitzt. Um ihn zu betätigen, muss zunächst am Drehverschluss selbst ein kleiner Hebel nach oben geklappt werden.

Das ist minimal fummliger, als man das von anderen Systemen kennt, aber ich gewöhne mich schnell daran. Um den Verschluss nach der Fahrt zu öffnen, müssen zwei kleine „Druckknöpfe“ betätigt werden. Dann lässt sich der gesamte Verschluss nach oben/außen ziehen und du kannst den Schuh ausziehen. Insgesamt ein klein wenig unhandlich, dafür wirkt das Ganze sehr robust und wertig.

Minimal fummelig, dafür hochwertig, robust und im Falle eines Defekts austauschbar. Viele gute Eigenschaften des Drehverschlusses am Gravel Schuh von Sidi. Während der Fahrt gibt es ausschließlich Grund zur Freude: Der Schuh sitzt hervorragend und ist wirklich bequem. Er wirkt ausgewogen sportlich, bietet also einen guten Mix aus Steifigkeit und Komfort. Viele eher aus dem Road-Bereich stammende Gravelschuhe sind nur „bocksteif“ - der Gravel Schuh von Sidi kombiniert das mit einer angemessenen Portion Gemütlichkeit.

Auf einer Graveltour ist es mir wichtig, dass ich mit einem Schuh auch laufen kann, ohne auszusehen, als würde ich auf rohen Eiern tanzen. Wie gut geht das mit dem Gravel Schuh von Sidi? Da der Schuh seine Wurzeln im MTB Bereich hat, funktioniert das Gehen ziemlich gut. Natürlich fühlt es sich nicht an wie mit einem Wanderschuh - dafür ist die Sohle dann doch etwas zu hart. Trotzdem hast du eine gute Auflagefläche und vor allem ein griffiges Profil, sodass du auch auf harten Böden souverän wirkst. Im Gelände bieten die tiefen Stollen natürlich echte Vorteile: Der Grip ist richtig gut. Wenn es mal steil oder besonders rutschig ist: Mit dem Gravel Schuh von Sidi kommst du trotzdem sicher voran.

Der MTB Dust ist mit Klick-Systemen aus dem Mountainbike-Bereich kompatibel. Wie zum Beispiel mit den Klickies von Crank Brothers.

Ein letzter Punkt in meiner Wertung bezieht sich auf die Optik. Mal ehrlich, das ist doch auch wichtig! So ein Schuh muss dir schon gefallen, oder nicht? Was das betrifft, kann mich persönlich der Gravel Schuh von Sidi absolut überzeugen. Die hochwertigen Materialien und die dezente, edle Farbgebung passt nach meinem Empfinden perfekt. Sidi gelingt es hier stilsicher, einen modernen Look mit klassisch italienischem Charme unter einen Hut zu bringen. Die ersten Eindrücke vom Sidi MTB Dust sind also richtig gut. Jetzt muss er nur noch ein paar Sommer lang halten.

MTB Dust als Gravel Schuh von Sidi - mein Fazit

Viele Schuhhersteller gibt es nicht, die nachhaltig hergestellte Radschuhe bewerben. Auch SIDI hat sich das nicht besonders auffällig auf die Fahnen geschrieben. Als traditioneller italienischer Schuh-Produzent liegt eine gewisse Nachhaltigkeit in der Firmen-DNA begründet. Höchste Qualitätsansprüche sind bei SIDI der wichtigste Faktor.

Sidi Atomus GTX: MTB-Schuhe für anspruchsvolle Trails

Bereits mit ihrem Erscheinungsbild brechen die SIDI Atomus GTX MTB-Schuhe mit dem Bild feiner italienischer Stilettos. Massive Verstärkungen schützen Zehen und Fuß vor Krafteinwirkungen. Eine profilierte Sohle und die Aufschrift “Gore-Tex” machen klar: Diese MTB-Schuhe sind für den erbarmungslosen Einsatz im Gelände gemacht.

SIDI bringt 60 Jahre Erfahrung in der Entwicklung solch leistungsstarker Treter mit und hat sich unter anderem einen Namen als Hersteller von Motocross-Stiefeln gemacht. Wir waren deshalb sehr gespannt, wie sich die Klickschuhe für den Enduro- und Trail-Einsatz schlagen würden.

In den SIDI Atomus GTX steckt die namensgebende Gore-Tex-Membran. Sie soll schwitzige Füße verhindern und gleichzeitig wasserdicht sein.

SIDI Atomus GTX im Detail

  • Einsatzbereich: Enduro / Trail
  • System: Klickpedal-Schuhe
  • Gewicht: 1188 g (BIKE-Messung, Größe EUR 48, inkl. Cleats)
  • Preis: 179 Euro
  • Größen: EUR 36 - EUR 50 (ganze Größen)
  • Besonderheiten: Gore-Tex-Membran, Aufprallschutz, Schnürverschluss, Seitenstütze

Dafür, dass die SIDI Atomus GTX mit so vielen Heavy-Duty-Features ausgestattet sind, sehen sie erstaunlich schnittig aus. Der Sneaker-Look gefällt mir und die klassische Schnürung ist herrlich unkompliziert. - Jan Timmermann, BIKE-Redakteur

Das Sohlenprofil der SIDI Atomus GTX soll dämpfen und im Gelände für Grip sorgen.

Der Panzer unter den Mountainbike-Schuhen

SIDI beschreibt den Atomus GTX als Schuh für besonders anspruchsvolle Trails. So soll dieser nicht nur mit großzügigem Schutz und guter Dämpfung, sondern auch mit einer langen Haltbarkeit überzeugen. In der Hand wirkt der Italiener tadellos verarbeitet. Das Gewicht fällt auffällig hoch aus, ist gemessen am anvisierten Einsatzgebiet aber nicht verwunderlich. Dicke Hartgummi-Aufsätze schützen die Zehen und den Hinterfuß. Im Bereich der Zehengelenke ist der Protektor besonders dick. Eine zusätzliche, flexible Plastik-Platte soll den seitlichen Fuß vor Verletzungen schützen. Das Obermaterial besteht aus sogenanntem Ripstop-Gewebe und soll nicht nur wasserfest, sondern auch besonders reißfest sein. SIDIS Materis-Sohle baut eher dick und soll bei harten Landungen den Impact abdämpfen.

Die SIDI GTX sind schwer gepanzert. Dickes Gummi schützt Vorder- und Hinterfuß.

Passform und Features

Unter den 15 verschiedenen Größen sollte jeder Biker den passenden SIDI Atomus GTX finden. Die Passform fällt durchschnittlich aus, nur Fahrer mit besonders breitem Vorderfuß könnten an den Zehengelenken auf langen Fahrten Druckprobleme bekommen. Eine Anprobe lohnt in jedem Fall. Über den Schnürverschluss lässt sich der Schuh angenehm fixieren von eher locker bis bombenfest. Die Schnürsenkel lassen sich mittels eines Gummizuges auf dem Schuh verstauen und waren im Test nie im Weg. Eine dezente Polsterung an der Zunge und im Knöchelbereich erhöht den Tragekomfort. Die hintere Lasche hilft beim An- und Ausziehen. Über den Zwei-Schrauben-Montagepunkt ist der SIDI Atomus GTX mit einer Vielzahl von Cleats kompatibel. Das Einstellen gelingt gewohnt und unproblematisch.

Optisch erinnern die SIDI GTX an eine Mischung aus Sneakern und Arbeitsschuhen mit Stahlkappen. Für den harten Enduro-Einsatz ein schlüssiges Design.

Der SIDI Atomus GTX auf dem Trail

Im Test mit Pedalen und Cleats von Time ließen sich die SIDI Atomus GTX jederzeit einfach ein- und ausklicken. Obwohl die Sohle recht dick baut, gab es keine Probleme mit dem Anecken an Pedalkäfig oder -achse. Die Sohle bietet einen guten Kompromiss aus Steifigkeit und Dämpfung. So sorgen die Atomus GTX für einen sicheren Stand auf dem Bike und eine gute Kraftübertragung. Für Racer könnte das hohe Gewicht ein Kritikpunkt sein, alle anderen können die Grammzahl vergessen und sich auf einen hohen Schutzfaktor freuen. Auch abseits des Bikes machen die Atomus GTX eine gute Figur. Die Querrippen der Sohle verleihen beim Schieben ordentlich Grip. Das gilt auch für steile Hänge und rutschigen Untergrund. Auffallend schwitzig wurden unsere Füße in den SIDIs nicht. Gleichzeitig sorgt die Gore-Tex-Technologie für Feuchtigkeitsschutz von außen. Wird es jedoch richtig nass, kann das Wasser von oben in den Schuh laufen. An seiner Öffnung ist er nämlich eher tief geschnitten.

Die SIDI Atomus GTX überzeugen mit erstklassiger Verarbeitung und brachial starkem Schutz. Gore-Tex-Membran, Dämpfung, Grip und Steifigkeit können im Trail-Einsatz punkten. Für noch mehr Schutz vor Schlägen und Elementen wäre ein höherer Schaft oder sogar eine knöchelhohe Version konsequent. Schwer und teuer.

SIDI Motus: Flatpedal-Schuh für Alltag und Trail

Der SIDI Motus beweist einmal mehr, dass die Italiener etwas von Ästhetik und Schuhmode verstehen. Doch der Flatpedal-Schuh soll weit mehr können als nur gut auszusehen. Von Familienausflug bis Trail-Action soll er der perfekte Begleiter sein. Wir haben den SIDI Motus im Test auf die Probe gestellt.

SIDI erhebt für die Motus Schuhe einen selbstbewussten Alleskönner-Anspruch. Egal ob Runde um den Block oder Ganztages-Tour durchs Gelände: Die Italiener sollen immer mit. Rational betrachtet macht das auf jeden Fall Sinn. Wer sich extra Bike-Schuhe für eine dreistellige Summe kauft, will sich vermutlich nicht für jede Gelegenheit ein weiteres Paar anschaffen. Der Motus muss also für alles herhalten. Auf der emotionalen Seite punktet der schicke SIDi mit einer astreinen Verarbeitung und ansprechendem Design. Doch wie steht es um die Kernkompetenzen? Wir wollten herausfinden, ob der Flatpedal-Schuh tatsächlich so vielseitig ist wie er beworben wird und welche Qualitäten wirklich in ihm stecken.

Unterschiedliche Zonen in der Sohle sollen für eine gute Dämpfung sorgen. Über die Lamellen lässt sich der Fuß beim Laufen gut abdrücken.

SIDI Motus im Detail

  • Einsatzbereich: Everyday-Riding
  • System: Flatpedal-Schuhe
  • Gewicht: 645 g (BIKE-Messung, Größe EUR 40)
  • Preis: 139 Euro
  • Größen: EUR 36 - EUR 50 (ganze Größen)
  • Besonderheiten: Schnürverschluss mit Garage, reflektierende Details

Längst nicht alle Flatpedal-Schuhe sehen so schnittig aus, wie der SIDI Motus. Diese Treter könnte man getrost auch zum Pendeln oder im Büro anziehen. Bei Design und Verarbeitungsqualität lassen die Italiener nichts anbrennen. - Jan Timmermann, BIKE-Redakteur

Die klassische Schnürung des SIDI Motus vereinfacht die Handhabung. Die Schnürsenkel können beim Biken in der Schuh-Zunge verstaut werden.

Für alles gewappnet

Laut SIDI sollen die Motus Schuhe in jedem Terrain und Einsatzzweck glänzen, seien das Erkundungstouren in die Natur, Ausflüge mit Kind und Kegel, Trail-Riding oder sogar Renneinsatz. Die Italiener können sich auch 60 Jahre Erfahrung in der Entwicklung von Offroad-Schuhwerk berufen und ließen einiges ihrer für den Motocross-Sport entwickelten Technologien in den Motus einlaufen. So besteht der Oberschuh aus besonders reißfesten und gleichzeitig leichtem Ripstop-Gewebe. Apropos leicht: mit 645 Gramm in Größe 40 bringt das Paar tatsächlich verhältnismäßig wenig auf die Waage. Das geringe Gewicht verspricht eine spätere Ermüdung von Füßen und Beinen auf langen Ausritten. Auch die Materis-Gummimischung der Sohle stammt ursprünglich aus dem Motocross-Bereich. Ein flaches Profil soll für stabilen Stand und hohen Komfort sorgen.

Reflektierende Elemente an allen Seiten und saubere Nähte verleihen dem SIDI Motus einen hochwertigen und funktionalen Charakter.

Passform und Features

Unter den 15 verschiedenen Größen sollte jeder Biker den passenden SIDI Motus finden. Die Passform fällt durchschnittlich aus. Auch für breite Füße bietet der Vorderschuh ausreichend Platz. Der Schnürverschluss ist unkompliziert und ermöglicht eine sichere Fixierung der Schuhe. Damit die Schnürsenkel nicht dem Kettenblatt zum Opfer fallen oder hängen bleiben können, können sie in einer Art Garage verstaut werden. Auf der Zunge findet sich ein Fach, das mit Klettverschluss geöffnet beziehungsweise geschlossen werden kann und die Schnürsenkel aufnimmt. Dauert die Tour einmal länger und das Tageslicht schwindet, sorgen reflektierende Details für eine eine bessere Sichtbarkeit und Sicherheit.

Das Material des SIDI Motus ist robust, passt sich dem Fuß aber gut an. So sitzt der Fuß sicher und bequem.

So schlägt sich der SIDI Motus in der Praxis

Trotz ihres leichten Gewichts fühlt sich der Fuß im Motus gut aufgehoben und geschützt. Die Schuhe umschließen den Fuß großzügig und bieten an den Zehen sowie an der Ferse Verstärkungen für zusätzlichen Schutz. Die flache Sohle liegt auf Flatpedals gut auf und sorgt für einen sicheren Stand auf dem Bike. Der Grip ist gut, wenn auch nicht auf Top-Niveau. Dafür fällt die Gummimischung der Sohle dann doch etwas hart aus. Vorteil: Das robuste Material verspricht Langlebigkeit. Das stabile aber flexible Obermaterial sowie die leichte Polsterung um Schaft und Zunge sorgen für Komfort. Auch auf sechs Stunden langen Touren bekamen wir keine Probleme mit Druckstellen oder ähnlichem. Abseits des Bikes macht der Motus einen passablen Läufer. Auch hier ist die steife Sohle kein Performance-Wunder, die quer versetzten Lamellen der Sohle greifen aber auch in losen Boden und an steilen Steigungen. In der Dunkelheit reflektiert der Schuh auffällig gut, ohne dass die Elemente die cleane Optik beeinträchtigen.

Der SIDI Motus ist leicht und komfortabel. Zusammen mit einem vernünftigen Schutz macht ihn das zu einem angenehm unauffälligen Begleiter für den ganzen Tag auf dem Bike. Die robuste Sohle kann alles gut aber nichts ausgezeichnet. Damit erfüllt der Flatpedal-Schuh das zentrale Merkmal eines Allrounders. Qualität und Optik sind dem Preis durchaus angemessen.

Sidi Shot 2: Rennradschuhe im Test

TOUR hatte die Rennradschuhe Shot 2 von Sidi mit exklusivem Verschlusssystem im Test. Wie schlägt sich das Modell?

Vorweg: Der Testfahrer ist Problemfüßler. Jahrelang gut passende Top-Schuhe wie die von Specialized sitzen wegen veränderter Leisten bei den neueren Modellen nicht mehr gut. Die Suche nach Nachfolgern für bewährte Treter, die schmalen Füßen mit langen Zehen passen, war langwierig. Der erste Erfolg: der Sidi-Top-Schuh Shot 2 - seit Neuestem als Limited Edition in den Größen 38 bis 48 erhältlich.

Dank des vom Hersteller exklusiv verwendeten Verschlusssystems Double Tecno3 Flex, der individuell einstellbaren Fersenkappe und des schmalen Schnitts sitzt der Schuh an mittleren bis schmalen Füßen wie angegossen.

Dazu ist er leicht und bietet gute Kraftübertragung dank äußerst steifer Carbonsohle. Für Triathlon ist die italienische Ware nicht ideal: Der Einstieg ist etwas eng und kompliziert - das Video-Tutorial des Herstellers empfehlenswert.

Modell Einsatzbereich Gewicht (Größe EUR 40) Preis (ca.) Besonderheiten
Sidi Sixty Rennrad 522g (Gr.I) N/A Vent-Carbon-Sohle, TECNO-4-Verschlusssystem, limitierte Edition
Sidi MTB Dust Gravel/MTB N/A 250 Euro Recycling Materialien, austauschbare Teile, Drehverschluss-System
Sidi Atomus GTX Enduro/Trail 1188g (Größe EUR 48) 179 Euro Gore-Tex-Membran, Aufprallschutz, Schnürverschluss
Sidi Motus Everyday-Riding 645g (Größe EUR 40) 139 Euro Schnürverschluss mit Garage, reflektierende Details
Sidi Shot 2 Rennrad N/A N/A Double Tecno3 Flex Verschlusssystem, Carbonsohle

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