SIDI Gravel MTB Test: Ein umfassender Überblick

Bereits mit ihrem Erscheinungsbild brechen die SIDI Atomus GTX MTB-Schuhe mit dem Bild feiner italienischer Stilettos. Massive Verstärkungen schützen Zehen und Fuß vor Krafteinwirkungen. Eine profilierte Sohle und die Aufschrift “Gore-Tex” machen klar: Diese MTB-Schuhe sind für den erbarmungslosen Einsatz im Gelände gemacht. SIDI bringt 60 Jahre Erfahrung in der Entwicklung solch leistungsstarker Treter mit und hat sich unter anderem einen Namen als Hersteller von Motocross-Stiefeln gemacht.

SIDI Atomus GTX im Detail

  • Einsatzbereich: Enduro / Trail
  • System: Klickpedal-Schuhe
  • Gewicht: 1188 g (BIKE-Messung, Größe EUR 48, inkl. Cleats)
  • Preis: 179 Euro
  • Größen: EUR 36 - EUR 50 (ganze Größen)
  • Besonderheiten: Gore-Tex-Membran, Aufprallschutz, Schnürverschluss, Seitenstütze

Dafür, dass die SIDI Atomus GTX mit so vielen Heavy-Duty-Features ausgestattet sind, sehen sie erstaunlich schnittig aus. Der Sneaker-Look gefällt und die klassische Schnürung ist herrlich unkompliziert.

Der Panzer unter den Mountainbike-Schuhen

SIDI beschreibt den Atomus GTX als Schuh für besonders anspruchsvolle Trails. So soll dieser nicht nur mit großzügigem Schutz und guter Dämpfung, sondern auch mit einer langen Haltbarkeit überzeugen. In der Hand wirkt der Italiener tadellos verarbeitet. Das Gewicht fällt auffällig hoch aus, ist gemessen am anvisierten Einsatzgebiet aber nicht verwunderlich. Dicke Hartgummi-Aufsätze schützen die Zehen und den Hinterfuß. Im Bereich der Zehengelenke ist der Protektor besonders dick. Eine zusätzliche, flexible Plastik-Platte soll den seitlichen Fuß vor Verletzungen schützen. Das Obermaterial besteht aus sogenanntem Ripstop-Gewebe und soll nicht nur wasserfest, sondern auch besonders reißfest sein. SIDIS Materis-Sohle baut eher dick und soll bei harten Landungen den Impact abdämpfen.

Passform und Features

Unter den 15 verschiedenen Größen sollte jeder Biker den passenden SIDI Atomus GTX finden. Die Passform fällt durchschnittlich aus, nur Fahrer mit besonders breitem Vorderfuß könnten an den Zehengelenken auf langen Fahrten Druckprobleme bekommen. Eine Anprobe lohnt in jedem Fall. Über den Schnürverschluss lässt sich der Schuh angenehm fixieren von eher locker bis bombenfest. Die Schnürsenkel lassen sich mittels eines Gummizuges auf dem Schuh verstauen und waren im Test nie im Weg. Eine dezente Polsterung an der Zunge und im Knöchelbereich erhöht den Tragekomfort. Die hintere Lasche hilft beim An- und Ausziehen. Über den Zwei-Schrauben-Montagepunkt ist der SIDI Atomus GTX mit einer Vielzahl von Cleats kompatibel. Das Einstellen gelingt gewohnt und unproblematisch.

Der SIDI Atomus GTX auf dem Trail

Im Test mit Pedalen und Cleats von Time ließen sich die SIDI Atomus GTX jederzeit einfach ein- und ausklicken. Obwohl die Sohle recht dick baut, gab es keine Probleme mit dem Anecken an Pedalkäfig oder -achse. Die Sohle bietet einen guten Kompromiss aus Steifigkeit und Dämpfung. So sorgen die Atomus GTX für einen sicheren Stand auf dem Bike und eine gute Kraftübertragung. Für Racer könnte das hohe Gewicht ein Kritikpunkt sein, alle anderen können die Grammzahl vergessen und sich auf einen hohen Schutzfaktor freuen. Auch abseits des Bikes machen die Atomus GTX eine gute Figur. Die Querrippen der Sohle verleihen beim Schieben ordentlich Grip. Das gilt auch für steile Hänge und rutschigen Untergrund. Auffallend schwitzig wurden unsere Füße in den SIDIs nicht. Gleichzeitig sorgt die Gore-Tex-Technologie für Feuchtigkeitsschutz von außen. Wird es jedoch richtig nass, kann das Wasser von oben in den Schuh laufen. An seiner Öffnung ist er nämlich eher tief geschnitten.

Gravelschuhe im Vergleich

Ähnlich wie bei Gravelbikes stellt sich auch bei den passenden Schuhen die Frage nach dem tatsächlichen Mehrwert gegenüber den klassischen Klickschuhen. Natürlich lassen sich Graveltouren auch mit Cross-Country- oder Straßenklickschuhen bewältigen - doch das ist nicht immer optimal. Unsere Tests haben gezeigt: Die Investition in spezielle Gravelschuhe lohnt sich. Hochwertige Gravelschuhe vereinen den Tragekomfort von Rennradschuhen mit einer alltagstauglichen Sohle. Dank ihrer speziellen Außensohle ermöglichen sie sicheres Gehen, was bei Straßenradschuhen oft problematisch ist. Ihr griffiges Profil bietet zudem besseren Halt auf schotterigen Wegen. Besonders auf längeren Touren zahlt sich der Gehkomfort aus - sei es beim Café-Stopp oder abends am Lagerfeuer.

Einige Modelle im Überblick:

  • Bontrager GR2: Geeignet für lange Abenteuertouren und Cyclocross-Wettkämpfe. Komfortables Tragegefühl und gute Einstellbarkeit durch das Schnürsystem.
  • Fizik Terra Atlas: Ein bequemer und unauffälliger Begleiter für Gravel- und Offroad-Radfahren. Einfache Bedienung durch Boa-Drehverschluss.
  • Quoc Grand Tourer II: Stil und Performance vereint. Komfortabel, gute Druckverteilung und sehr gute Laufeigenschaften.
  • Shimano RX8: Sportliches Fahrgefühl durch enge Passform und steife Sohle. Geeignet für lange Tage auf dem Gravelbike.
  • Sidi Gravel: Gelungene Optik und hoher Fahr- sowie Gehkomfort. Boa-Verschluss funktioniert prima.
  • Specialized S-Works Recon: Profimaterial mit steifer Carbonsohle. Eher für Rennen geeignet, kann auf längeren Touren unbequem sein.

Welche Pedalplatten (Cleats) passen bei Gravel-Schuhen

An Gravelschuhen kommt das Zwei-Loch-Klicksystem zum Einsatz, das sich auch im MTB- und Tourenbereich bewährt hat. Dieses kompakte System ermöglicht zum einen, eine Außensohle drum herum konstruieren zu können, auf der Sie gehen können. Ebenso wichtig ist, dass die kleinen Metall-Cleats auch verdreckt noch funktionieren.

Müssen es wirklich Gravel-Schuhe sein?

Ehrlicherweise sei an dieser Stelle gesagt: Mit den meisten Cross-Country- und Trekking-Klickschuhen können Sie ganz vortrefflich graveln. Besonders Neulinge finden hier oft auch etwas günstigere Modelle. Reinrassige Gravel-Schuhe zeichnen sich jedoch durch ein etwas geringeres Gewicht aus, und rennorientierte Modelle bieten zudem eine steifere Sohle, ähnlich einem Rennradschuh.

Was leisten spezielle Gravel-Schuhe?

Weitere Qualitätsmerkmale von Gravel-Schuhen sind zum Beispiel verstärkte Zehenboxen und Fersenkappen, damit die Füße im Geröll besser geschützt sind. Hochwertige Modelle verfügen überdies oft über Boa-Drehverschlüsse oder Schnürsenkel statt Klett- oder Ratschenverschlüsse, mit denen sich die Schuhe sehr gut einstellen lassen.

Nachhaltigkeit bei Fahrradschuhen

Ein besonders nachhaltiger Schuh sollte verantwortungsvoll hergestellt werden. Vielleicht sogar in Europa, ganz sicher unter fairen Bedingungen und mit hohen Umweltstandards. Ein nachhaltiger Fahrradschuh sollte mit möglichst umweltfreundlichen Materialien hergestellt werden. Die Qualität sollte hoch sein, damit der Schuh lange hält. Er sollte reparierbar sein.

SIDI Schuhe sind für ihre hohe Qualität bekannt. Was mir gut gefällt ist die Tatsache, dass viele Teile an meinem favorisierten Gravel Schuh von Sidi, dem MTB Dust, erneuert werden können. Dazu gehören der Drehverschluss mit Seilzugsystem sowie die vorderen Gumminoppen des Sohlenprofils, die beim Laufen einem erhöhten Verschleiß ausgesetzt sind. SIDI verspricht auf seiner Webseite, möglichst viele Recycling Materialien zu verwenden. Die Verpackungen wurden bereits komplett nachhaltig gestaltet: Der äußere Karton ist FSC zertifiziert. Die verwendeten Farben sind auf pflanzlicher Basis hergestellt, Klebstoffe aus Maisstärke. Es kommt kein Plastik zum Einsatz und sämtliches verwendetes Papier, bis hin zur Bedienungsanleitung, ist recyclebar. Das klingt doch schonmal vernünftig.

Sidi MTB Dust - erste Testeindrücke

Der Schuh wird tatsächlich im Recycling-Karton geliefert und ist in Papier, nicht in Plastik eingewickelt. Auf der Verpackung steht ganz klein, aber gut lesbar: Made in Italy. Der Schuh selbst macht einen richtig edlen Eindruck. Der Drehverschluss wirkt robust und sorgt dafür, dass der Schuh perfekt sitzt.

Während der Fahrt gibt es ausschließlich Grund zur Freude: Der Schuh sitzt hervorragend und ist wirklich bequem. Er wirkt ausgewogen sportlich, bietet also einen guten Mix aus Steifigkeit und Komfort. Viele eher aus dem Road-Bereich stammende Gravelschuhe sind nur „bocksteif“ - der Gravel Schuh von Sidi kombiniert das mit einer angemessenen Portion Gemütlichkeit.

Da der Schuh seine Wurzeln im MTB Bereich hat, funktioniert das Gehen ziemlich gut. Natürlich fühlt es sich nicht an wie mit einem Wanderschuh - dafür ist die Sohle dann doch etwas zu hart. Trotzdem hast du eine gute Auflagefläche und vor allem ein griffiges Profil, sodass du auch auf harten Böden souverän wirkst. Im Gelände bieten die tiefen Stollen natürlich echte Vorteile: Der Grip ist richtig gut.

Was das betrifft, kann mich persönlich der Gravel Schuh von Sidi absolut überzeugen. Die hochwertigen Materialien und die dezente, edle Farbgebung passt nach meinem Empfinden perfekt. Sidi gelingt es hier stilsicher, einen modernen Look mit klassisch italienischem Charme unter einen Hut zu bringen.

Weitere Aspekte bei der Auswahl von Gravelschuhen

Gravelschuhe müssen mehr „können“ als Rennrad-Modelle: Sie müssen komfortabel sein und dennoch für eine gute Kraftübertragung sorgen. Sie sollen auf dem Pedal wie auch auf dem Boden performen. Denn: Während Offroad-Touren gehören Geh- beziehungsweise Schiebepassagen oftmals dazu. Daher sollten auch der Gehkomfort, die Trittsicherheit und der Sohlengrip passen.

Jeder Fuß ist anders. Den idealen Schuh für alle gibt es demnach nicht. Einige Hersteller wie etwa Fizik, Northwave, Rapha, Shimano, Sidi, Specialized, Suplest bieten halbe oder gar Zweidrittel-Größen. Wer Größen außerhalb der Norm von 38 bis 47 benötigt, wird für kleine Schuhe bei Fizik, Northwave, Rapha, Specialized - die Größen ab 36 bieten - und vor allem Adidas fündig. Hier sind sogar 35er-Modelle erhältlich. Wer auf großem Fuß lebt, findet Größe 49 bei Specialized, während Adidas und Shimano sogar Größe 50 anbieten. Spezifische Herren- und Damenmodelle finden sich nur bei Shimano und Sidi.

Damit der Schuh auch nach Stunden angenehm sitzt, gehen die Hersteller unterschiedliche Wege. So findet sich bei Adidas eine integrierte Socke, die Staub und Dreck aus dem Schuh hält. Bei DMT und Rapha gibt es gewebte Materialien, die besonders geschmeidig und luftig ausfallen. Specialized setzt auf die leichte Hightech-Faser Dyneema, die einigen aus dem Kletterbereich bekannt sein dürfte. Sie fällt besonders reiß- und abriebfest aus. Bei Sidi überzeugt der Materialmix Politex durch sein generelles Wohlfühlklima.

Generell ist beim Obermaterial ein luftiges Design vorteilhaft, weil so das Fußklima nicht zu schwitzig wird. Geräumige Zehenboxen, wie sie vor allem bei Bontrager, Fizik, Northwave, Specialized und Triban zu finden sind, steigern den Tragekomfort während langer Touren und bieten Platz beim Abrollen auf Gehpassagen. Bei Adidas, DMT und Suplest hingegen sind die Platzverhältnisse im Vorfußbereich etwas beengt. Wer hier Probleme hat, sollte die Modelle länger anprobieren.

Beim Anprobieren fällt auf, dass Adidas und DMT keine Zunge besitzen. Zu dem erforderlichen Tragekomfort trägt auch ein ergonomisches Fußbett bei. Hier glänzen Quoc, Rapha, Scott und Shimano durch nachjustierbare Modelle. Suplest nutzt sogar eine hochwertige Einlage des spezialisierten Sohlen-Produzenten Solestar.

Die Sohlen der Test-Schuhmodelle von Shimano, Specialized und Suplest sind sehr steif und daher vor allem für Racer interessant. Für viele andere Fahrertypen kann dagegen ein gewisser Flex der Sohle an manchen Stellen teils Sinn ergeben.

Da man mit Klickpedalen nicht nur drücken, sondern auch ziehen kann, sollten die Schuhe auch in dieser Tretbewegung eine gute Führung bieten. Insbesondere Fizik, Shimano, Specialized und Suplest zeigen hier deutliche Stärken. Die Modelle von Adidas und DMT fallen hier aufgrund ihres recht weichen Materials etwas ab.

Bis auf die Modelle von Adidas, Bontrager, Sidi und Triban zeigen hier kaum Testschuhe Auffälligkeiten. Anders verhält es sich mit der Steifigkeit beim Gehen. Hier kann ein ausgeprägter Flex, wie er etwa beim Vaude-Schuh festzustellen ist, sogar Vorteile bringen. Dass auch steife Schuhe mit einem guten Sohlendesign gut abrollen können, beweisen vor allem die Testmodelle von Rapha und Quoc.

Mehr Trittsicherheit in tiefen Böden und bergauf bieten Schraubstollen. Sie können bei den Bontrager-, Gaerne-, Mavic-, Northwave-, Sidi-, Specialized- und Suplest-Schuhen montiert werden.

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