Motorradfahrer Sicherheit Tipps

Die ersten Frühlingstage sind endlich da, das schöne Wetter lockt und man hört sie oft schon aus weiter Ferne: Traditionell sind die ersten wärmeren Tage im Jahr der Auftakt für die Kradfahrer. Jeder Biker möchte nicht nur unbeschwert Motorrad fahren, sondern dabei auch noch gesund und unversehrt sein Ziel erreichen. Doch hier ist Vorsicht geboten, denn das Unfallrisiko ist hoch. Jedes Jahr verunglücken zahlreiche Motorradfahrende im Straßenverkehr. Im Jahr 2023 kamen 550 Menschen auf Krafträdern ums Leben, das sind knapp 20 Prozent aller Verkehrstoten.

Risiken und Gefahren

Das hohe Unfallrisiko für Motorradfahrer liegt zum einen darin begründet, dass Kradfahrer aufgrund ihrer schmalen Silhouette erst sehr spät von anderen Verkehrsteilnehmern wahrgenommen werden und damit leicht übersehen werden können. Oft wird die Geschwindigkeit oder Entfernung eines sich nähernden Motorrades auch ganz einfach falsch eingeschätzt. Darüber hinaus haben Motorradfahrer natürlich nicht die Sicherheitseinrichtungen, die ein Auto bietet: Weder verfügen sie über eine Knautschzone oder eine Fahrgastzelle.

Unfälle entstehen aber nicht nur durch Fehler anderer Verkehrsteilnehmer. In jeder Fahrsituation wird das Risiko für einen Unfall mit durch das eigene Verhalten beeinflusst. Laut ADAC Unfallforschung passieren bei schönem Wetter über 90 Prozent aller tödlichen Motorradunfälle. Rund mehr als zwei Drittel der tödlich verunglückten Motorradfahrer ist auf Bundes- und Landstraßen und klassischen Ausflugsstrecken ums Leben gekommen.

Sicherheitsmaßnahmen für Motorradfahrer

Als Motorradfahrer werden Sie weder von einer Karosserie, noch einem Airbag oder dem Sicherheitsgurt geschützten. Daher sind sowohl aktive und passive Sicherheit extrem wichtig. Passive Sicherheit ist die sogenannte Schutzausrüstung. Im Auto dienen die eben aufgezählten Sicherheitsgegenstände zur passiven Sicherheit. Diese Ausrüstungsgegenstände sind nach der Anschaffung vorhanden, auch ohne ihr aktiven Beitrag.

Ausrüstung für mehr Sicherheit

  • Eine Jacke mit großflächigen Protektoren an Schulter, Ellenbogen/Unterarm, Rücken
  • Eine (Leder-)Hose mit Protektoren an Hüfte und Knie/Unterschenkel
  • separater Rückenprotektor

Tourenfahrer kombinieren gern Textiljacken und Lederhosen. Endurofahrer bevorzugen zudem Cross-Stiefel. Sie schützen die gefährdeten Unterschenkel und Füße am besten. Daher sollte man den Schutz vor solchen Gefahren besonders beachten und sich über geeignete Schutzausrüstung informieren. Auf den verlinkten Seite wird erklärt, worauf bei diesen Produkten speziell zu achten ist.

Das Licht muss bei einem Motorrad ständig an sein. Das verlangt die Straßenverkehrsordnung und es ist auch sinnvoll. Die Beleuchtung trägt dazu bei, dass ein Motorrad früher erkannt wird. Kontrastreiche Kleidung und Fahrzeuglackierungen sowie Scheinwerferlampen mit erhöhter Lichtausbeute sind in diesem Zusammenhang ebenfalls sinnvoll.

Aktive Sicherheit durch Fahrweise und Training

Mit einer vorausschauenden Fahrweise und Training auf geeignetem Gelände kann die Sicherheit weiter gesteigert werden. Dieser Teil der Sicherheit ist in der Regel um so höher, je mehr Zeit investiert wird und sollte auch regelmäßig wiederholt werden. Verschiedene Anbieter bieten sogenannte Fahrsicherheitstrainings an. Besonders für Motorradeinsteiger aber auch Biker nach längerer Pause sind diese Veranstaltungen interessant, da hier noch einmal kritische Fahrsituationen in Ruhe erprobt werden können.

In den Kursen wird auch das Balancegefühl, das Kurven- und Bremsverhalten trainiert. Im Regelfall bietet die Kreispolizeibehörde solche Trainings auch in Kooperation mit der Verkehrswacht an, die mittlerweile bereits seit 13 Jahren erfolgreich besteht. Entwickeln Sie persönliche Strategien, um besser Motorrad zu fahren. Dabei helfen die Fahrtipps der ADAC Experten.

Angebot: ADAC Motorrad-Fahrsicherheitstrainings. Lernen Sie, Ihre Maschine richtig zu beherrschen und in jeder Situation die Kontrolle zu behalten. Das ADAC Trainingsangebot richtet sich an Einsteiger, Wiederaufsteiger und routinierte Fahrer.

Vor der Fahrt

Mensch und Motorrad - beide müssen fit sein. Halten Sie sich körperlich mit Sportarten fit, die Ausdauer und Schnelligkeit trainieren. Dann sind auch lange Ausfahrten kein Problem. Je nach Wetter und Fahrweise: gesund und ausgewogen essen, viel trinken (Mineralwasser, Saftschorlen).

Die Technik des Motorrads muss zu 100 Prozent funktionieren: Bremsanlage, Reifen, Feder-Dämpfer-Elemente, Fahrwerklager (Schwingen-, Lenkkopf-, Radlager), Beleuchtungsanlage, Antrieb (z.B. Kette) und Motor sollten in optimalem Zustand sein. Stellen Sie alle Bedienelemente passend ein, dazu zählen Hand- und Fußhebel, Lenker und ggf. Sitzbankhöhe.

Überprüfen Sie Ihr Motorrad nach der langen Winterpause auf seine Verkehrssicherheit! Testen Sie zu Beginn jeder Fahrt die Bremsen. Dies gilt besonders nach längerer Standpause der Maschine. Beseitigen Sie eventuelle Mängel sofort. Achten Sie darauf, dass das Abblendlicht beim Fahren immer brennt!

Wie bei jeden technischen Gerät können sicherheitsrelevante Bauteile des Motorrads über die Zeit verschleißen oder Ausfallen. Bremse, Licht und Reifen sind sogar von ihrer Konstruktion her Verschleißteile. Viele Motorradfahrer führen daher den jährlichen Frühjahrs-Check durch. Das kann man als technisch erfahrener Motorradfahrer natürlich selbst erledigen aber dieses sinnvolle Ritual wir auch von vielen regionalen Werkstätten mit besonderen Angeboten unterstützt.

Tipps für sicheres Fahren

  • Aufwärmen: Motorradfahren ist Sport, und Sport braucht eine Aufwärmphase. Fahren Sie sich und das Motorrad deshalb zu jedem Fahrtbeginn "warm".
  • Volle Konzentration: Wenn Sie Motorrad fahren, fahren Sie nur Motorrad. Lassen Sie keine Ablenkungen und Störungen zu.
  • Entspannte Sitzhaltung: Achten Sie auf eine entspannte und gesammelte Sitzhaltung, besonders wenn es zur Sache geht.
  • Körpersignale beachten: Die Anspannung und die Reaktionen Ihres Körpers sind ein guter Gradmesser für die körperliche und mentale Beanspruchung beim Fahren.
  • Bremsen trainieren: Überwinden Sie die Angst vor dem Bremsen, trainieren Sie es bis zum Maximum.

Tipps für das Kurvenfahren

  • Blickführung: Trainieren Sie die spezielle Blickführung für Kurvenfahrt.
  • Zusammenspiel der Komponenten: Trainieren Sie deshalb das Zusammenspiel von Gas, Kupplung, Vorderrad- und Hinterradbremse bei zügiger Kurvenfahrt und in Schräglage.
  • Eigener Fahrstil: Lassen Sie sich also nicht zu Aktionen provozieren, die nicht zu Ihnen und Ihrem Fahrstil passen.
  • Mentales Training: Spielen Sie in vergleichsweise harmlosen Verkehrs- und Fahrsituationen im Geiste durch, welche Möglichkeiten Sie in einer tatsächlich schwierigen Situation gehabt hätten.
  • Trickkiste der Physik: Wohin man schaut, dorthin fährt man auch. Außerdem können Sie Gefahren durch einen weitreichenden Blick früher erkennen.

Weitere Sicherheitstipps

  • Unfallvermeidung: Für Motorradfahrer sollte immer die Unfallvermeidung an erster Stelle stehen.
  • Situations-Scan: Besonders im dichten Verkehr und bei Gruppenfahrten ist die Position anderer Verkehrsteilnehmer für geplante Fahrmanöver entscheidend.
  • Vorstellungskraft: Wenn der Blick auf den nächsten Strecken- und Verkehrsbereich versperrt ist, kann es helfen, sich eine realitätsnahe Vorstellung von dem zu machen, was auf einen zukommen könnte.
  • Sichtbarkeit: Machen Sie sich immer so gut sichtbar wie möglich. Schalten Sie im Zweifelsfall am Tag auf das Fernlicht um.
  • Schnell reagieren: Reagiere schnell, sehr schnell, entschlossen und für andere berechenbar.
  • Abstand halten: Ausreichend Abstand zu halten hat nur Vorteile.
  • Fahrlinie wählen: Wählen Sie die Fahrlinie auf Ihrem Fahrstreifen möglichst rechts, vor allem in Linkskurven.

Gebrauchtes Motorrad kaufen

Wenn Sie sich auf dem Markt für gebrauchte Motorräder umsehen wollen, sind Sie nicht allein - pro Jahr wechseln fast eine halbe Million gebrauchte Bikes den Besitzer.

  1. Nehmen Sie sich die Zeit für detaillierte Informationen über Ihr Wunsch-Bike: Im Freundeskreis, in Fachzeitschriften oder bei Motorradhändlern.
  2. Verwenden Sie beim Kauf diese Checkliste:

Checkliste für den Gebrauchtkauf

  • Korrekte Identität? Die Fahrgestellnummer mit dem Fahrzeugbrief vergleichen. Gibt es auffällig viele Vorbesitzer?
  • Kilometerstand? Die Aussagen des Verkäufers durch das Kundendienstheft, durch Reparaturrechnungen oder durch Prüfberichte der Hauptuntersuchung bestätigen lassen.
  • Technischer Zustand? Reifen (Beulen, Risse), Bremsen (Bremsbeläge, Bremsscheiben, Bremsleitungen), elektrische Anlage (Funktion), Motor (Ölverlust) und Fahrwerk checken.
  • Technische Veränderungen? Zum Beispiel bei Motor, Reifen und Verkleidung. Ist alles in die Papiere eingetragen? Liegen Prüfzeugnisse vor?
  • Originalzustand? Wichtig, wenn es um Garantieleistungen des Herstellers geht. Vom Verkäufer im Kaufvertrag zusichern lassen.
  • Auspuffanlage? Für die Auspuffanlage muss eine gültige Betriebserlaubnis vorliegen bzw. eine dementsprechende Kennzeichnung auf dem Schalldämpfer erkennbar sein. Im Zweifel einen DEKRA Sachverständigen fragen.
  • Probefahrt? Manche Mängel machen sich erst im Betrieb bemerkbar. Darum grundsätzlich typische Fahrsituationen testen.
  • Kaufvertrag? Alle Angaben des Verkäufers schriftlich festhalten, vor allem Laufleistung, Originalzustand, Unfallschäden (mit Schadenhöhe laut Reparaturrechnung).

TIPP: Das DEKRA Siegel für Gebrauchtfahrzeuge ist ein zuverlässiger Qualitätsnachweis und wird ausschließlich von spezialisierten Zweiradsachverständigen durchgeführt.

Spezielle Tipps von Experten

Umso wichtiger ist es also, den Bewerbern/-innen um einen Motorradführerschein ein waches, nachhaltiges Bewusstsein für das große Gefahrenpotenzial des Motorradfahrens zu vermitteln. Gerade das Kurvenfahren muss gelernt sein und immer wieder neu geübt werden. Doch wie können Motorradfahrer gezielt für Schräglagen trainiert werden? Wie kann der Motorradfahrer mit der Fahrphysik seines Bikes am besten vertraut gemacht werden? So beginnen die Übungen für Fahranfänger zunächst mit klassischen Slaloms, die mit 30 km/h gefahren werden. Die fortgeschrittenen Biker werden demgegenüber mit speziellen Schräglagefahrten und -trainings auf ausgewiesenen Trainingsarealen fit für die Straße gemacht.

Laut Lüth bieten sich hier Trainingseinheiten an, bei denen der Motorradfahrer auf der Straße vom Fahrlehrer bzw. In Sachen „richtige Blickführung“ beim Motorradfahren zieht Lüth einen Vergleich zum Snowboard- bzw. Skifahren. So müsse der Blick immer entsprechend der Kurve - linke Kurve: vorausschauender Blick nach links, rechte Kurve: vorausschauender Blick nach rechts - in die jeweilige Richtung gehen.

Gruppenausfahrten

Steigende Temperaturen und strahlender Sonnenschein locken viele Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer wieder auf die Straßen. Besonders beliebt sind gemeinsame Ausfahrten auf kurvenreichen Landstraßen. Gerade bei Gruppenausfahrten lauern zusätzliche Gefahren. Wie lassen sich diese minimieren und was gilt es bei Gruppenausfahrten zu beachten? Diese 10 Tipps sorgen für maximalen Fahrspaß:

  1. Routenplanung: Wählen Sie eine Strecke, die allen Beteiligten gerecht wird.
  2. Gruppengröße: je kleiner die Gruppe, desto besser.
  3. Reihenfolge: Erfahrene Fahrerinnen und Fahrer sollten die Gruppe anführen und abschließen.
  4. Kommunikation: Besprecht vor der Fahrt das geplante Vorgehen und die Regeln in der Gruppe.
  5. Abstand halten: Halte genügend Abstand zur Vorderfrau oder zum Vordermann.
  6. Überholvorgänge vermeiden: Gegenseitiges Überholen innerhalb der Gruppe sollte tabu sein.
  7. Pausen einplanen: Regelmäßige Pausen beugen Konzentrationsverlust und Übermüdung vor.
  8. Tempolimits einhalten: Auch wenn es in der Gruppe Spaß macht, müssen die Geschwindigkeitsbegrenzungen unbedingt eingehalten werden.
  9. Defensiv fahren: Die wichtigste Regel lautet: Fahre immer so, dass du jederzeit anhalten kannst.
  10. Ausrüstung: Neben dem fahrerischen Können ist auch die richtige Ausrüstung für die Sicherheit entscheidend.

Motorradfahren in der Gruppe ist ein tolles Erlebnis. Sicherheit steht dabei immer an erster Stelle. Mit der richtigen Vorbereitung und dem nötigen Respekt vor den Gefahren des Straßenverkehrs steht einer gelungenen Ausfahrt nichts im Wege.

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