Der 7-Kapellen-Radweg: Eine spirituelle Reise durch das Schwäbische Donautal

Die Idee zum Projekt "7 Kapellen" entlang der Radwege im Schwäbischen Donautal der Denzel-Stiftung entstand im Jahr 2017. Inzwischen ist auch ein Radweg fertiggestellt - der 7 Kapellen-Rundweg - der die einzelnen Kapellen auf einer Strecke von ca. 153 km miteinander verbindet.

Die sieben Kapellen wurden im Rahmen eines besonderen Kulturprojekts der Denzel-Stiftung errichtet. Alle Kapellen sind aus Holz, nach Entwürfen von Architekten erbaut, dem Rohstoff, mit dem auch die Stifter jahrelang erfolgreich wirtschafteten. Alle Kapellen sind idyllisch gelegen mitten in der Natur. Die Wegkapellen sind herausragende, architektonische Meisterwerke - wahre Unikate. Sie stellen sowohl in der Landschaft als auch für den Geist des Besuchers ein Orientierungssystem dar. Sie laden Radler zur Rast und Besinnung ein und bieten Schutz. Entstanden sind die Sieben Kapellen im Rahmen einer Initiative der Siegfried und Elfriede Denzel Stiftung aus Wertingen.

Der Sieben-Kapellen-Weg zieht eine 153 Kilometer lange Runde durch das Schwäbische Donautal. Der Rundweg führt auf rund 153 Kilometern durch Bayerisch-Schwaben - genauer gesagt durch die Region zwischen Ulm und Augsburg. Mit etwa 1.000 Höhenmetern ist die Tour ideal für ein langes Wochenende. Der Sieben-Kapellen-Radrundweg ist mehr als nur eine Fahrradtour. Es ist eine Einladung, langsamer zu werden und die Landschaft bewusst wahrzunehmen. Auf dem Sieben-Kappellen-Radungweg geht es nicht darum, möglichst viel Strecke oder Höhenmeter abzureißen. Ganz im Gegenteil - der Genuss und das Durchatmen steht hier im Vordergrund.

Die Kapellen: Architektonische Meisterwerke

Jede der sieben modernen Kapelle wurde von einem anderen, renommierten Architekten entworfen: Hans Engel aus Augsburg, Wilhelm Huber aus Betzigau, Alen Jasarevi aus Mering, Frank Lattke aus Augsburg, Prof. Christoph Mäckler aus Frankfurt am Main, Prof. Volker Staab aus Berlin sowie John Pawson aus London. Einzige Vorgabe an die Architekten war: Die Wegkapellen, die an keine Konfession gebunden sind, müssen aus Holz bestehen und ein Kreuz enthalten, außen oder innen. Und sie müssen naturnah an einem exponierten Ort stehen.

Jede der Kapellen ist, trotz oder gerade wegen ihrer modernen Schlichtheit, ein architektonisches Kunstwerk. Alle Kapellen sind idyllisch gelegen mitten in der Natur. Sie stehen oft dort, wo man ohnehin anhalten würde: an einem Waldrand, auf einer Anhöhe, mit Blick über die Landschaft. Die Kapellen sind nicht dominant, sondern fügen sich ganz harmonisch in die Landschaft ein. Und genau dort laden sie zum Innehalten ein.

Einige der Kapellen im Detail:

  • Kapelle von John Pawson (Unterliezheim): Sie steht für die Kunst des Weglassens, der Verzahnung von Wald und Landschaft, von Gehen und Innehalten, Hell und Dunkel, Riechen, Fühlen und Sehen.
  • Kapelle von Frank Lattke (Oberbechingen): Sie liegt auffällig exponiert direkt am Radweg und ist ganz anders als die erste. Keine Tür, kein klassischer Eingang - stattdessen führt ein schmaler Gang aus Lamellen ins Innere.
  • Kapelle von Hans Engel (Gundelfingen): Die Verbindung von Außen und Innen, Natur und Architektur ist in der Kapelle Gundelfingen besonders intensiv erlebbar.
  • Kapelle von Wilhelm Huber (Emersacker): Die Decke leuchtet in sattem Blau, das Licht fällt durch Glasplatten und taucht den Raum in eine fast meditative Atmosphäre.
  • Kapelle Kesselostheim: Vier kreuzförmig angeordnete, 14 Meter hoch aufragende Holzbalken tragen quadratisch eingebaute Lamellen, durch die der Wind pfeift. An der Spitze werden sie durch ein Kreuz verbunden, über das sich vom Innern der Blick in den offenen Himmel richtet.
  • Kapelle Oberthürheim: Kapelle Oberthürheim will als ein Ort des Einhaltens gesehen werden.

Die Route: Vielfalt und Naturschönheiten

Der Rundweg führt auf rund 153 Kilometern durch Bayerisch-Schwaben - genauer gesagt durch die Region zwischen Ulm und Augsburg. Die Strecke verläuft größtenteils auf ruhigen Nebenstraßen, Wald- und Schotterwegen, durch kleine Orte und Felder. Die Tour kannst du in zwei oder drei Tagesetappen radeln mit jeweils 50 bis 80 Kilometer.

Hier wechseln sich sanfte Hügel, bunte Wiesen, kleine Dörfer und ruhige Wälder ab. Entlang der Strecke entdecken Sie die historischen Kleinstädte Wertingen und Gundelfingen mit ihren idyllischen Altstädten. Auch die sehenswerte Klosteranlage Maria Medingen liegt entlang des Wegs. Wer die Natur erkunden möchte, sollte einen Abstecher zu einem der zahlreichen Beobachtungstürme der Region machen. Abkühlung und Erfrischung versprechen die vielen Kneippanlagen und Badeseen entlang der Tour.

Praktische Tipps für die Tour

  • Fahrrad: Ein Gravelbike oder Trekkingrad mit guten Reifen ist ideal - denn du fährst auf sehr unterschiedlichen Untergründen: Asphalt, Schotter, Wald- und Wiesenwege. Für Rennradfahrer ist die Tour allerdings nicht geeignet, da der Schotteranteil doch sehr hoch ist. Mit einem E-Bike ist die Tour ebenfalls machbar - der Rundweg hat moderate Anstiege.
  • Verpflegung: Es gibt einige Cafés, Gasthöfe und Dorfläden entlang der Strecke - aber nicht in jedem Ort, daher mein Vorschlag, schau dir vorher an, wo du Einkehren kannst.
  • Beschilderung: Der Sieben-Kapellen-Radrundweg ist durchgängig sehr gut ausgeschildert.
  • Anreise: Die Tour ist ein Rundweg - du kannst also flexibel an verschiedenen Punkten starten. Gute Bahnhöfe mit Anbindung sind z. B. Gundelfingen an der Donau (über Günzburg) oder Schwenningen (über Donauwörth). Auch mit dem Auto bist du flexibel. Entlang der Strecke gibt es in fast allen Orten Parkmöglichkeiten.
  • Beste Reisezeit: Ein Morgen im September. Nebel liegt über dem Land. Noch. Es soll sonnig werden.

Empfohlene Etappen

Wo du deine Etappen startest, ist grundsätzlich egal bzw. es hängt auch ein bisschen davon ab, wie viele Kilometer du pro Tag radeln möchtest und wie du anreist. Eine gute Möglichkeit ist, z.B. auch dass du deine Etappen so planst, dass du die Nächte in den größeren Städten verbringst.

Beispiel für eine 3-Tages-Tour:

Tag Start Ziel Besondere Highlights
1 Bissingen Oberbechingen Kapelle von John Pawson, Kapelle von Frank Lattke
2 Oberbechingen Wertingen Kapelle von Hans Engel, Kapelle von Wilhelm Huber
3 Wertingen Bissingen Maria Medingen, Kapelle Kesselostheim, Kapelle Unterliezheim

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