Die Sieben-Seen-Radtour: Naturerlebnisse in Deutschland und Patagonien

Die Sieben-Seen-Tour verbindet auf einem Rundweg Natur pur und historische Stadtkerne. Ob in Brandenburg oder im Allgäu, diese Touren bieten abwechslungsreiche Landschaften und unvergessliche Erlebnisse. Auch in Patagonien lockt eine atemberaubende Route durch dichte Wälder und entlang idyllischer Seen.

Deutschland: Vielfalt und Erholung auf zwei Rädern

Brandenburg: Entdeckungstour durch die Havel-Seenplatte

In Brandenburg laden 7000 Kilometer ausgebaute Radwege zum Erkunden ein. Die Sieben-Seen-Tour in Brandenburg/Havel ist ein 35 Kilometer langer Rundweg, der Natur und Geschichte verbindet. Die Strecke führt vorbei an unberührten Flussauen, durch grüne Wiesen und Wälder zu geheimen Badestellen und idyllisch gelegenen Ausflugslokalen.

Start und Ziel ist Brandenburg an der Havel, gut erreichbar mit dem Zug. Vom Steintorturm führt die Route vorbei an der Jacobskapelle und überquert die Wilhelmsdorfer Straße und die Bundesstraße 1. Entlang der Strecke gibt es zahlreiche Möglichkeiten für eine Pause, wie die Försterbrücke mit Blick auf den Krugpark oder das Restaurant Buhnenhaus in Wilhelmsdorf.

Ein Highlight ist das Freizeitparadies Malge am Breitlingsee, wo sich zahlreiche Badestrände zur Abkühlung anbieten. Zwischen Malge und Kirchmöser verläuft der Radweg am Ufer des Breitlingsees entlang, bevor er durch den Plauer Schlosspark führt. Hier können Sie das Fontane-Denkmal und die Seeterrasse bewundern, bevor Sie über die Plauer Brücke zurück nach Brandenburg radeln.

Allgäu: Genussradeln zwischen Seen und Bergen

Eine ideale Radtour für den Sommer ist die ca. 23 Kilometer lange Sieben-Seen-Radrunde, die von Nesselwang aus gleich an sieben schönen Gewässern vorbeiführt. Naturgenuss und tolle Ausblicke auf die Allgäuer Bergwelt werden bei dieser Radtour, die einen leichten Anspruch hat, natürlich ebenfalls geboten.

Start- und Zielpunkt ist der Willkommensplatz bei der Kirche in Nesselwang. Die Route führt durch das malerische Wertachtal nach Hirschbühel, Schönewald und Rückholz. Entlang der Strecke liegen der Trollweiher, der Luimooser Weiher und der Schwaltenweiher, wo die Seeterrasse Goldhasen zu einer Einkehr einlädt. Weiter geht es zum Neuweiher, Attlesee und Kögelweiher, bevor Sie nach Nesselwang zurückkehren.

Traumhafte Landschaftsimpressionen, eine wohltuende Luft und reichlich Bademöglichkeiten zur Abkühlung entlang der Strecke machen die Sieben-Seen-Radrunde zu einer Top-Tour für die warmen Monate.

Friedberg: Rundtour durch die Seenlandschaft

Die Stadt Friedberg hat eine überwiegend flache Rundtour zusammengestellt. Die Radtour beginnt in mitten der Friedberger Altstadt und führt stadtauswärts am Schäfflersee (privat) vorbei Richtung Wulfertshausen. Nach den Friedberger Ortsteilen Stätzling und Derching erreicht man den Derchinger Baggersee mit Liegewiese, einem Kinderschwimmbecken und einer Badeinsel. Der weitere Weg bringt Sie zu mehreren kleineren Seen, welche durch den Kiesabbau mit einer Rekultivierung der Flächen entstanden.

Im Anschluss leitet die Rundtour alle Radler durch herrliche Landschaft östlich von Augsburg zum Autobahnsee. Weiter geht es an den Schrebergärten vorbei zum Friedberger See. Nicht ganz so bekannt sind die beiden Afraseen. Der Afrasee 1 bietet schöne Liegebuchten sowie eine Fischerhütte mit Biergarten.

Patagonien: Abenteuerliche Radtour durch die Anden

Patagoniens Sieben-Seen-Route im Norden Argentiniens ist eine allzeit klassische Tour. Die Wahrheit ist jedoch, dass niemand mit Sicherheit weiß, welches genau die sieben Seen sind, weil die Strecke mit vielen verschiedenen großen und kleinen Seen gesprenkelt ist und jeder einzelne einen Besuch wert ist.

Diese Strecke führt von San Carlos de Bariloche nach San Martin de los Andes und ist sicherlich eine der schönsten Touren in Patagonien. Sie führt durch dichte Wälder vorbei an idyllischen Seen, verschneiten Bergen und bietet Natur pur. Die Hauptstrecke führt über die gut ausgebaute Ruta 40, aber landschaftlich fast noch schöner und nicht zu verpassen ist die unbefestigte Ruta 63.

An allen Seen gibt es Aussichtspunkte mit Hinweistafeln, von denen man jeweils die Ausblicke auf diese menschenleere und wunderschöne Landschaft genießen kann. Dabei wird man auch immer wieder von beeindruckenden Raubvögeln begleitet.

Kurz nach dem Lago Falkner kommt man an den Cascada Vullignanco vorbei. Vom Straßenrand aus hat man eine guten Aussicht auf die grüne Schlucht mit Wasserfall. Etwa 5 Fahrminuten weiter erscheint eine etwas unscheinbare Abzweigung zum Lago Hermoso. Diesen kleinen Abstecher auf einer recht guten Schotterstraße solte man nicht verpassen, denn am See angekommen erwartet einen wiederum eine spiegelglatte Wasseroberfläche mit herrlicher Bergkulisse. Hier gibts auch einen etwas abgelegenen Campingplatz und sogar ein keines Restaurant sowie einen kleinen Strand. Wieder zurück auf der Ruta 40 gehts weiter auf der wiederum befestigten Straße und nach wenigen Kilometern erscheint dann der vorletzte der 7 Seen, der Lago Machónico, bevor man San Martin de los Andes am Lago Lácar erreicht.

Die alternative Route über die Ruta 63

Bei der Rückfahrt von San Martin de los Andes nach San Carlos de Bariloche bietet sich die Ruta 63 an, die mehr oder weniger parallel zur Ruta 40 durch die Berge führt. Die Landschaft hier ist völlig gegensätzlich, beginnt aber erst einmal mit einer wiederum herrlichen Seenlandschaft rund um den Lago Meliquina.

Dann öffnet sich die Landschaft ein wenig und die etwas staubige Straße schlängelt sich am Rio Caleufú entlang durch eine hügelige und landschaftlich abwechslungsreiche Gegend. Und dann erreicht man den schönsten Abschnitt dieser Strecke, den Paso Córdoba. Die Straße führt serpentinenartig durch eine wunderschöne, sanft mit niedrigem Gras- und Buschbewuchs bedeckten Berglandschaft.

Von hier aus sind es noch rund 20 Km, bis man die befestigte Ruta 237 erreicht. Bei diesem letzten Teilstück zeigt sich die Natur nochmal von ihrer schönsten Seite. Es geht durch eine hügelige Landschaft mit Bergkulisse, interessanten Gesteinsformationen und durch teils enge Felsdurchbrüche. Am Ende dieser Schotterstraße wird man noch belohnt mit einer Fahrt entlang des malerischen Flusses Rio Traful, der sich schließlich fast wie ein kleiner See weitet.

Auf der Schnellstraße RN 237 gehts dann in rund einer Stunde Fahrzeit nach San Carlos de Bariloche.

Weitere Seen in Patagonien

Die folgende Beschreibung ist eine Strecke abseits der konventionellen Sieben Seen, beginnend in Villa Pehuenia, einem kleinen Dorf gelegen am Ufer des Lago Alumine. Der Ort erinnert wegen der wenigen Geschäfte und dem großen Potenzial sehr an das Bariloche in den 1930-er Jahren. Er liegt rund 300 km von der Stadt Neuquen entfernt und ist von der weitreichenden Einbeziehung der Mapuche-Gemeinschaft in die lokale Wirtschaft gekennzeichnet.

Einige Kilomter entfernt befindet sich ein kleiner See, der Lago Moquehue, mit einer Vielzahl an Campingplätzen. Eine der möglichen Ausflüge in dieser Gegend ist der Aufstieg zum Vulkan Batea Mahuida, den man auch mit dem Auto bis auf 100 m unterhalb des Gipfels befahren kann. Hier kann man eine Landschaft genießen, die komplett anders als die sonst übliche Landschaft Patagoniens ist, denn die meisten Bäume gehören hier zur Koniferenart der Araukarien oder Pehuenes und die Vegetation ist wüstenartiger.

Ein paar Kilometer weiter südlich befindet sich der Lago Norquinco. Gewaltige Berge, der Klang des Windes über dem See, Lenga- und Colihue-Wälder, eine patagonischen Bambusart, und wenig touristische Infrastruktur prägen die Landschaft dieses ruhig gelegenen Sees, der gemeinsam mit dem Nachbarsee Lago Quillen dem Besucher ein weniger touristisches Patagonien zeigt und damit in verzücktes Erstaunen versetzt. Beide Seen haben eine kleine Lagune (Pillhue und Hui-Hui), die beide mit dem Fahrrad in ungefähr zwei Stunden über einen unbefestigten Weg mit wenigen Steigungen zu erreichen sind; ideal für einen Tagesspaziergang und einen Sprung ins glasklare Wasser.

Beim vierten See handelt es sich um den enormen und eisigen Lago Huechulafquen. Nur 24 km von der Stadt Junin de los Andes entfernt, finden sich zahlreiche Campingplätze und Trekkingmöglichkeiten, wie zum Beispiel der Aufstieg zu einem Aussichtspunkt mit Blick auf denVulkan Lanin, der höchste Berg der patagonischen Anden. Auch wenn der sich windende Schotterweg mit dem Lanin im Hintergrund auf Wiesen und Wälder im Heidi-Stil trifft, begleitet der See den Wanderer zu jedem Zeitpunkt. Mal reflektiert er die Sonne in seinem Spiegelbild, mal funkelt er durch die buschigen Äste.

Nach einer Stunde Wanderung in Richtung Westen endet der Weg und verschiedene Campingplätze heißen den Wanderer am nächsten See, dem Lago Paimun, willkommen. Hier gibt es Übernachtungsmöglichkeiten für jeden Geschmack: Heißwasser-Duschen, Toiletten und Grill für den einen, nichts als Natur für den anderen oder eine Mischung aus beidem. Der Lago Paimun hat die Eigenschaft, sehr grün zu sein, weil sein Spiegelbild die dichte Vegetation, die ihn umgibt, reflektiert. Das Baden ist möglich, es empfiehlt sich allerdings, das Wasser im Sommer während der Mittagsstunden zu testen und beim Baden immer in Bewegung zu bleiben…das Wasser ist sehr kalt!

Davor kann man noch am Lago Lolog vorbeigehen und eine Picknickpause mit anschließender Siesta an seinen Ufern einlegen. So kann man Energie für die fehlenden Kilometer bis zum kleinen Lago Nanthue tanken, ein Ausläufer des großen Lago Lacar.

Überblick über die Sieben-Seen-Radtouren
Region Streckenlänge Schwierigkeitsgrad Highlights
Brandenburg/Havel 35 km Leicht Havel-Seenplatte, Plauer Schlosspark, historische Stadtkerne
Nesselwang (Allgäu) 23 km Leicht Allgäuer Bergwelt, Badeseen, Einkehrmöglichkeiten
Friedberg (Augsburg) Variabel Leicht Seenlandschaft, Naherholungsgebiete, Friedberger Altstadt
Patagonien Variabel Mittel bis Schwer Andenlandschaft, dichte Wälder, idyllische Seen

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