Die Ducati Scrambler 1100 ist mehr als nur ein Motorrad - sie ist ein Lebensgefühl. Mit ihrem markanten Design und ihrer kraftvollen Leistung zieht sie sowohl erfahrene Biker als auch Einsteiger in ihren Bann. Die Ducati-Scrambler-Baureihe wurde technisch gründlich überarbeitet und auch am Image der Modelle Icon, Full Throttle und Nightshift wurde gefeilt. Nun ist es Zeit für ein gründliches Update.
Eine neue Generation?
Wer nur flüchtig hinschaut, erkennt einfach "die Scrambler". Dabei wurde eine ganze Reihe Details nicht nur verändert, sondern gründlich weiterentwickelt. Die Marketingabteilung will das glauben machen: Als "Next Gen Freedom" wird sie angepriesen. Jung, bunt und spaßig wird sie für knapp 11.000 Euro platziert.
Design und Individualisierung
Primär ist die neue Ducati Scrambler moderner und leichter geworden, aber auch bunter. Leuchtende Farben sind gesetzt, alleine für die Icon gibt es sechs Dekorsets, die in unter einer Stunde montiert sein sollen und für überschaubare 285 Euro einen ganz neuen Look bieten. Der Hersteller sieht die Tribute Pro als Hommage an den luftgekühlten Zweizylinder und feiert damit dessen 50-jähriges Jubiläum bei Ducati. Die spezielle Lackierung "Giallo Ocra" mit dem einst von Giugiaro entworfenen Logo auf dem Tank sowie die schwarzen Speichenräder zeichnen dieses Modell aus.
Motor und Leistung
Ride-by-Wire ersetzt die früheren Bowdenzüge und macht zwei Fahrmodi ("Road", "Sport") möglich. Der Zweizylinder überzeugt durch feine Gasannahme, eine sehr angenehme Leistungsabgabe und genügend Power. Das Zweiventiltriebwerk gibt sich drehfreudig und agil, ist aber für seine Größe nicht sparsam: Unter fünf Liter wird kaum ein Scramber-Fahrer 100 Kilometer weit kommen. Viel mehr als 200 Kilometer am Stück sind im 13,5 Liter-Tank also nicht drin.
In der Urban Motard arbeitet der 803 Kubikzentimeter große "kleine" Twin mit einer Leistung von 53,7 kW/73 PS. Beim Drehmoment (66,2 Nm zu 90,5 Nm) ist der Abstand zum Elfhunderter-Motor wesentlich größer. Als Antrieb kommt der bestens bewährte L2 aus der altgedienten Monster 1100 zum Einsatz. Ducati bezeichnet die Zweizylindermotoren aufgrund des 90-Grad-Zylinderwinkels und der entsprechenden Einbaulage mit nahezu liegendem bzw. stehendem Zylinder als L2 und nicht wie üblich als V2.
Der auf Euro 4 getrimmte, luftgekühlte Zweiventiler passt ausgezeichnet zum neo-klassischen Konzept, wenngleich die Leistung auf 86 PS relativ stark reduziert wurde. Mit 88 Newtonmetern musste auch das maximale Drehmoment Federn lassen, allerdings wird es nun bereits bei 4.750 U/min erreicht und bleibt bis nahezu 7.000 U/min konstant. Die maßgebenden Konstruktionsmerkmale der 800er wurden beibehalten, doch die 1100er ist klar das erwachsenere Motorrad. Sie ist größer, die Sitzposition ist um 20 Millimeter höher (810 mm) und der Radstand um 69 Millimeter länger (1.514 mm). Und mit 211 Kilogramm bringt sie 25 Kilogramm mehr auf die Waage als beispielsweise das 800er-Basismodell Icon.
Fahrwerk und Handling
Die machen allerdings Spaß. Denn die 185 Kilogramm leichte Scrambler ist ein ausgesprochen leicht zu handhabendes, dabei kein bisschen nervöses Motorrad geworden. Schon kleine Kommandos am Lenker genügen und die Italienerin tut, was ihr Fahrer von ihr erwartet. Willig schnappt sie nach jeder Kurve und absolviert diese präzise und stabil, sie federt und dämpft sportlich, aber nicht ungehobelt und bremst stabil und gut dosierbar, wenngleich der Biss eher verhalten erscheint. Die Bedienung ist einfach, der Sitz in leicht zugänglichen 79,5 cm Höhe montiert. Alle Schalter und Hebel sind griffgünstig platziert, der Lenker angenehm geformt.
Der Stahlgitterrahmen nimmt den L2-Motor ebenfalls als tragendes Element in die Pflicht, wobei der Heckrahmen nun aus Aluguss gefertigt und angeschraubt ist, was allfälliges Customizing erleichtert. Die Marzocchi Upside-down-Gabel und das Kayaba-Monofederbein sind stärker dimensioniert, wobei letzteres wie bei den kleinen Modellen direkt angelenkt und auf der linken Fahrzeugseite positioniert ist. Die Urban Motard rollt auf 17 Zoll Speichenrädern und trägt einen hohen vorderen Kotflügel. Die seitlichen Nummerntafeln greifen den Supermoto-Stil auf.
Elektronik und Ausstattung
Gab sich die erste Generation diesbezüglich noch vollkommen puristisch, hat Ducati nun fast alles integriert, was heute en vogue ist: Die schräglagenabhängig regelnde Traktionskontrolle ist vierstufig einstell- oder auch abschaltbar, dazu hält sich ein Kurven-ABS in Reserve. Eher freut man sich über die neue Technik, denn es gibt nun Voll-LED-Beleuchtung inklusive eines charakteristischen Tagfahrlichts sowie ein gut ablesbares, stilistisch einfach gehaltenes TFT-Display im Cockpit. Das Bordcomputer-Menü ist klar strukturiert und deshalb gut bedienbar. Die Elektronisierung geht allerdings, wenn auch gegen Mehrpreis, noch weiter: Sogar ein Quickshifter zum kupplungslosen Gangwechsel ist lieferbar. Gegen Zuzahlung bei der Icon, in Serie bei den teureren Versionen Nightshift und Full Throttle.
Auch die Pro-Varianten werden von einem 63 kW/86 PS starken Euro-5-V2 angetrieben und bringen fahrfertig knapp über 200 Kilogramm auf die Waage. Die neuen Scrambler 1100 sind als einzige in ihrem Segment mit Kurven-ABS ausgestattet. Neben Traktionskontrolle, LED-Scheinwerfern und USB-Stecker unter der Sitzbank bietet das Bike drei verschiedene Fahrmodi zur Auswahl: ACTIVE, der sportlichste, JOURNEY sowie CITY. Letzterer regelt am sanftesten und reduziert die Leistung auf 75 PS. Jeder der Fahrmodi ist jedoch auch ganz individuell programmierbar. Außerdem sorgt das moderne Ride-By-Wire-System für ein sehr sanftes Ansprechen des V2-Motors.
Besondere Modelle
Im Vergleich zu den davor verfügbaren 1100er-Scramblern zeichnen sich die Pro-Versionen durch einen hochgelegten, doppelläufigen Endschalldämpfer sowie ein Stummelheck mit geänderter Sitzbank aus. Die Sport Pro bietet als Besonderheiten ein Öhlins-Fahrwerk, Brembo-Bremsen mit radial montierten Vierkolben-Monoblock-Bremssätteln sowie einen tieferen Lenker mit Rückspiegeln im Café-Racer-Stil.
Technische Daten
Die folgende Tabelle zeigt die technischen Daten der Ducati Scrambler 1100:
| Merkmal | Daten |
|---|---|
| Motor | Luftgekühlter Zweizylinder-V-Motor (90°), 1079 ccm |
| Leistung | 63,0 kW bei 7500/min |
| Max. Drehmoment | 88,0 bei 4750 U/min |
| Tankinhalt | 13,5 l |
| Leergewicht | ca. 210 kg |
| Sitzhöhe | 810 mm |
Preis
Die Ducati Scrambler 1100 kostet ab 10.590 Euro zuzüglich Nebenkosten. Die "große" Scrambler 1100 ging 2018 als klassisches Retrobike an den Start und musste es mit Großkalibern wie BMW R nineT (109 PS) oder Triumph Thruxton R (97 PS) aufnehmen. Die Scrambler 1100 Special (14.290,-- Euro) hat als einzige schicke Drahtspeichenräder mit schwarz lackierten Felgen.
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