Motorradsitzbank neu beziehen: Eine DIY-Anleitung

Eine Motorradsitzbank zu beziehen ist kein Hexenwerk! Mit den richtigen Werkzeugen, Polsterstoffen aus leicht zu verarbeitendem und robustem Outdoor-Kunstleder und dieser DIY-Anleitung können Sie verschlissene, durchgesessene oder aufgequollene Sitzpolster in etwa ein bis zwei Stunden erneuern.

Materialien und Werkzeuge

Möchten Sie Ihre Motorradsitzbank neu beziehen, so kommen Sie mit einfachem Polsterwerkzeug aus:

  • Spitzzange / Schraubendreher
  • Drahtbürste
  • Scharfes Messer / elektrisches Küchenmesser / Schere
  • Tacker
  • Tacker-Klammern (ca. 6 - 8 mm)
  • Fön

Schritt-für-Schritt-Anleitung

1. Schritt: Altes Sitzpolster entfernen

Befreien Sie das Sitzkonstrukt zunächst vom alten Sitzpolster. Die Klammern des Bezuges lassen sich mit einer Spitzzange oder einem Schraubendreher entfernen. Etwaige Kleberückstände vom Schaumstoff lassen sich mit einem Drahtschwamm sauber beseitigen.

2. Schritt: Neuen Sitzbezug ausmessen

Vermessen Sie nun den neuen Sitzbezug mit einer Nahtzugabe von circa 4 Zentimetern - als Vorlage dient im Zweifelsfall der alte Bezugsstoff. Mit einem scharfen Messer bringen Sie jetzt den Sitzbezug sowie das innere Polstermaterial (evtl. Gelpolster sowie Polsterschaumstoff) in die gewünschte Form.

3. Schritt: Innenpolster ausrichten

Verwenden Sie große Sorgfalt auf das Ausrichten des Innenpolsters unter dem Polsterbezug: Nachdem Sie den Sitzkern mit Polstermaterial und Bezugsstoff ummantelt haben, fixieren Sie den Stoff zunächst mit einem Tacker locker im Frontbereich des Sitzkerns.

4. Schritt: Sitzpolster auf Spannung bringen

Nun muss großflächig warme Luft her: Mit einem Fön bringen Sie das Sitzpolster auf die optimale Spannung. Tackern Sie das Sitzpolster direkt nach dem Erkalten in immer kleiner werdenden Abständen fest.

5. Schritt: Stoffreste entfernen

Entfernen Sie überstehende Stoffreste mit der Stoffschere.

6. Schritt: Motorradsitzbank wieder befestigen

Das DIY-Projekt "Motorradsitzbank polstern" ist fast fertig - kalibrieren Sie abschließend die Sitzposition auf Ihrem Motorrad.

Materialien: Echtleder vs. Kunstleder

Für die Motorradsitzbank wird meist hochwertiges Kunstleder oder Echtleder verwendet. Echtleder ist langlebiger und bietet eine natürliche Optik, während Kunstleder oft leichter zu reinigen ist und weniger pflegeintensiv. Bei der Auswahl des Leders für die Motorradsitzbank sollte darauf geachtet werden, dass es strapazierfähig und wetterbeständig ist, um den Anforderungen des Motorradfahrens gerecht zu werden.

In der Vergangenheit war es keine Frage: Materialeigenschaften wie eine hohe Reiß- und Abriebfestigkeit machten hochwertiges Echtleder zum Material der ersten Wahl für den Bezug von Motorradsitzen. Heute gibt es High Tech Lederimitate, welche der tierischen Faser in Optik und Haptik nicht nachstehen. Zudem punkten die modernen Kunstfasergewebe mit einem Plus an Strapazierfähigkeit, Langlebigkeit und Pflegefreundlichkeit. Das Polstermaterial besteht aus einem innovativen Faser-Mix: Polyester, PVC und Polyacryl (PAN), aufgebracht auf einem robustem Geweberücken, ermöglichen eine unkomplizierte Verarbeitung.

Empfehlung: Outdoor & Boot Kunstleder Ocean

Geht es speziell darum, eine Motorradsitzbank zu polstern, so fällt unsere erste Empfehlung auf die Produkte der Serie Outdoor & Boot Kunstleder Ocean mit Sanitized®Ausrüstung.

Eigenschaften der Serie Outdoor & Boot Kunstleder Ocean mit Sanitized®Ausrüstung:

  • extrem hohe Strapazierfähigkeit (Scheuertouren: 300.000 Martindale)
  • flammhemmende Ausrüstung gemäß EN 1021 1+2
  • widerstandsfähig gegen die Bildung von Schimmel- und Stockflecken dank patentierter Sanitized®Ausrüstung
  • pflegefreundlich: leicht zu säubern mit Haushaltsspülmittel und Wasser statt kostenintensiver Lederpflegemittel
  • antimikrobielle, antifungale Beschichtung
  • BV 0062 Wheel Mark Zertifizierung (Kreuzfahrt- und Fährschiffe)
  • Salzwasser und Chlorwasserbeständig
  • sehr hohe Lichtechtheit Stufe 7
  • Alkoholresistent
  • Phthalates-Free
  • Wasserdicht
  • UV-Beständig

Verbundschaumstoff als Polstermaterial

Unsere Empfehlung ist Verbundschaumstoff. Das ist ein fester Schaumstoff, der aus verschiedenen Schaumstoffflocken zusammengepresst wurde. Durch die starke Verpressung ist Verbundschaumstoff sehr robust und langlebig - ein entscheidender Grund, warum er sich ideal als Motorradsitzpolster eignet. Grundsätzlich ist Verbundschaumstoff ein fester Schaumstoff im Vergleich zu anderen Schaumstofftypen. Zudem gibt es Verbundschaumstoff in verschiedenen Festigkeitsstufen. Für die Motorradsitzbank hat sich Verbundschaumstoff RG 120 bewährt - ein fester Verbundschaumstoff.

Zum einen ist Verbundschaumstoff ein sehr einfach zu verarbeitendes Material, sodass man sich das Polster für den Motorradsitz problemlos selbst zurechtschneiden kann. Zum anderen bieten wir die Möglichkeit sich den Verbundschaumstoff für die Motorradsitzbank von uns zuschneiden zu lassen. Möchten Sie das alte Polster austauschen und erneuern, ist es ganz leicht: Messen Sie einfach das aktuelle Sitzpolster der Motorradbank aus und geben Sie die Maße in unseren Zuschnittrechner ein.

Möchten Sie die Motorradsitzbank aufpolstern, weil Ihre Beine zu stark angewinkelt sind und dadurch häufig einschlafen, braucht das neue Polster einige Zentimeter mehr in der Höhe.

Weitere Tipps und Tricks

  • Den neuen Sitzbankbezug am besten zwei Tage vor Reparaturbeginn aus der Packung nehmen und ihn in einem warmen Raum ausbreiten, damit die Packfalten verschwinden.
  • Verwenden Sie große Sorgfalt auf das Ausrichten des Innenpolsters unter dem Polsterbezug.
  • Arbeiten Sie mit den Heftklammern von innen nach außen. Mit dem zweiten Tacker können Sie das Leder oder Vinyl dehnen, um es gut straff gezogen zu kriegen.
  • Haben Sie Geduld und seien Sie kritisch gegenüber Ihrer eigenen Arbeit. Wenn eine ungewünschte Falte im Bezug landet, kann diese nach einiger Weile doch wohl etwas stören. Sie können die Heftklammer einfach mit einer Zange lösen und es dann erneut versuchen.
  • Vermeiden Sie aggressive Reinigungsmittel, die den Bezug beschädigen könnten. Achten Sie darauf, keine Scheuerschwämme oder -bürsten zu verwenden, um Kratzer zu vermeiden.

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