Ein guter Helm, egal ob Mountainbike-Helm oder Rennradhelm, ist ein wichtiger Sicherheitsaspekt beim Radfahren. Wie jedes andere Ausrüstungsteil weisen Fahrradhelme mit der Zeit einen Verschleiß auf. Daher stellt sich die Frage: Ab wann sollte man den Fahrradhelm austauschen?
Diese Frage ist nicht pauschal zu beantworten. Um zu beurteilen, wann Sie Ihren Fahrradhelm austauschen sollten, gilt es, einige Aspekte zu berücksichtigen. So ist die Fahrradhelm-Haltbarkeit in Abhängigkeit davon, wie oft dieser genutzt wird. Die Pflege des Helmes ist ebenfalls von Bedeutung.
Faktoren, die die Lebensdauer eines Fahrradhelms beeinflussen
Verschiedene Faktoren können die Lebensdauer eines Fahrradhelms beeinflussen:
- Nutzungsdauer: Die Nutzungsdauer eines Helms beginnt mit dem Kauf und der ersten Benutzung des Artikels. Experten empfehlen, den Helm nach Beginn der Nutzungsdauer alle 3 bis 5 Jahre auszutauschen.
- UV-Strahlung: Die Helmschale kann durch verschiedene Faktoren, insbesondere durch UV-Strahlung, beschädigt werden. UV-Strahlung führt dazu, dass das Material des Helms mit der Zeit spröde wird und an Schutzwirkung verliert.
- Unfälle: Es ist wichtig, einen Fahrradhelm sofort auszutauschen, wenn er in einen Unfall verwickelt war. Für die Sicherheit ist dies von enormer Bedeutung, selbst wenn der Schaden nicht gravierend erscheint.
- Abnutzungserscheinungen: Fahrradhelme sind nicht für die Ewigkeit ausgelegt und schützen Radfahrer auch nicht mehr ausreichend, wenn erste Abnutzungserscheinungen sichtbar werden.
Wann sollte man einen Fahrradhelm austauschen?
Es gibt keine feste Regel, wann Sie Ihren Fahrradhelm nach einem Sturz wechseln sollten oder nicht. Es gilt jedoch ein paar Aspekte zu beachten:
- Wenn der Helm sichtbare Schäden aufweist, muss er ersetzt werden.
- Wenn der Schaum im Inneren des Helms komprimiert wurde, bietet der Helm im Falle eines weiteren Sturzes nicht mehr denselben Schutz.
- Das Ersetzen eines Fahrradhelms nach einem Unfall ist uneingeschränkt zu empfehlen.
Die Faustregel, den Fahrradhelm alle 3-5 Jahre auszutauschen, sollte nur als Richtwert angesehen werden. Die Empfehlung vieler Helm-Hersteller, einen Fahrradhelm bereits nach wenigen Jahren im Einsatz gegen einen neuen auszutauschen, verunsichert viele Radfahrer.
Weitere Aspekte, die die Lebensdauer beeinflussen
Neben den bereits genannten Faktoren spielen auch folgende Aspekte eine Rolle in Bezug auf die Fahrradhelm-Haltbarkeit:
- Die Wahl eines hochwertigen Helms ist stets zu empfehlen, da verschiedene Helme unterschiedlich stark beansprucht werden können.
- Helme aus Hartplastik oder anderen spröden Materialien brechen oder zersplittern eher beim Aufprall als Helme aus weicheren Materialien.
- Fahrradhelme, die einen guten Aufprallschutz bieten, absorbieren mehr Schaden. Dies kann dazu beitragen, die Schwere der erlittenen Verletzungen zu verringern.
- Darüber hinaus sollte berücksichtigt werden, wie oft Sie Ihren Helm verwenden. Wenn Sie nur ein- oder zweimal im Jahr Fahrrad fahren, weist Ihr Helm eine deutlich längere Haltbarkeit auf als 3 - 5 Jahre.
- Die Art des Fahrens beeinflusst, wie lange Ihr Helm hält.
Die Bedeutung des Herstellungsdatums
Kommt ein Austausch nach drei Jahren Gebrauch, den viele Hersteller empfehlen, vielleicht viel zu früh? Die Helmanbieter sind zumindest per EU-Richtlinie und Norm zu einem Hinweis auf die Verfallszeit verpflichtet. Präzise handelt es sich dabei um die Norm EN 1078:2012 und die Richtlinie 89/686 für die persönliche Schutzausrüstung (PSA), die besagt, dass die Helmen beiliegende Benutzerinformation, neben Hinweisen zur Pflege und dem bestimmungsgemäßen Gebrauch, ein Verfallsdatum oder die Verfallszeit enthalten muss.
Die Uhr tickt ab dem Herstellungsdatum, weshalb ein Blick darauf beim Kauf ratsam ist: Ein Schnäppchen könnte sich als bereits lange lagernder Ladenhüter entpuppen, der gemäß der Herstellerempfehlung schon nach einem oder zwei Jahren ausgetauscht werden müsste. Achten Sie deshalb beim Kauf auf den kleinen Aufkleber mit dem Herstellungsdatum innen im Helm.
Pflege und Lagerung des Fahrradhelms
Die Lebensdauer eines Fahrradhelms ist nicht zu unterschätzen. Ein Helm, der fünf Jahre oder älter ist, bietet im Falle eines Unfalls möglicherweise keinen ausreichenden Schutz. Ein neuer Helm ist ein kleiner Preis für die eigene Sicherheit. Radfahrer sollten sich auch vergewissern, dass ihre Helme passgenau aufliegen und in gutem Zustand sind, bevor sie sich auf die Straßen begeben.
Während es wichtig ist, den Helm regelmäßig zu wechseln, gibt es auch Möglichkeiten, die Lebenserwartung Ihres Fahrradhelms zu maximieren:
- Pflege: Halten Sie Ihren Helm sauber und trocken.
- Lagerung: Bewahren Sie Ihren Helm an einem kühlen, trockenen Ort auf, um ihn vor schädlichen Umwelteinflüssen zu schützen.
- Handhabung: Seien Sie vorsichtig mit Ihrem Helm. Werfen Sie ihn nicht herum oder setzen Sie ihn unnötigen Stößen aus.
Weitere Tipps zur Pflege:
- Lagern Sie Ihren Helm stets an einem kühlen, trockenen Ort.
- Lassen Sie Ihren Helm an heißen Tagen niemals im Auto.
- Stellen Sie sicher, dass Sie Ihren Helm regelmäßig waschen. Dies gilt insbesondere, wenn Sie in den Wintermonaten fahren.
Crashtest älterer Helme
Um dem Verfallsdatum auf der Basis von Fakten näher zu kommen, hat TOUR Leser gebeten, gebrauchte, mindestens fünf Jahre alte Helme für einen Crashtest nach der Norm EN 1078 zur Verfügung zu stellen. Insbesondere haben wir nach Modellen gefragt, die wir beim Test in TOUR 8/2010 im Neuzustand ebenfalls nach der EN 1078 überprüft hatten. Von den damals elf Modellen erhielten wir sechs für den aktuellen Crash-Test: gebrauchte Helme von Alpina, Giro, MET, Scott, Specialized und Uvex, im Alter zwischen sechs und neun Jahren - und von jedem Modell drei Exemplare als Mindestanzahl für einen Crash-Test.
Die Daten unseres Crashtests von älteren Rennradhelmen nach EN 1078 im Vergleich zu den TOUR-Testdaten im Neuzustand:
| Hersteller | Alter der Helme | Ergebnis Crashtest |
|---|---|---|
| Alpina | 6-9 Jahre | Bestanden |
| Giro | 6-9 Jahre | Bestanden |
| MET | 6-9 Jahre | Bestanden |
| Scott | 6-9 Jahre | Bestanden |
| Specialized | 6-9 Jahre | Bestanden |
| Uvex | 6-9 Jahre | Bestanden |
Das finale Ergebnis ist eindeutig positiv: Keiner der alten Helme hat versagt und das Norm-Limit überschritten. Unsere Stichprobe mit den 18 Helmen hat ergeben, dass das Stoßdämpfungsvermögen durchschnittlich nur um 10 g nachgelassen hat. Kurz: Auch ältere Helme sind sicher!
Was tun bei beschädigtem Kinnriemen?
Unter bestimmten Bedingungen können Kinnriemen reißen. Mögliche Ursachen für vorzeitigen Materialverschleiß sind unsachgemäße Reinigung mit lösemittelhaltigen Mitteln und übermäßige UV-Belastung, insbesondere in Kombination mit Kosmetika, z. B. Sonnencremes.
Wenn der Kinnriemen reißt, verwenden Sie Ihren Helm unter keinen Umständen. Und bitte versuchen Sie nicht, den Kinnriemen selbst zu reparieren. Wenden Sie sich stattdessen direkt an den Hersteller. Viele Hersteller helfen Ihnen gerne weiter und ersetzen Ihren Helm kostenlos durch ein gleichwertiges Produkt, sofern der Helm nicht älter als fünf Jahre ist.
Verwandte Beiträge:
- Wann sollten Sie Ihren Fahrradhelm wirklich austauschen? Der ultimative Leitfaden für mehr Sicherheit!
- Fahrradhelm austauschen: Die wichtigsten Tipps für maximale Sicherheit
- Was sollte man auf eine Radtour mitnehmen? Packliste & Tipps
- Wann sollte man den Fahrradhelm ersetzen? Der ultimative Leitfaden für deine Sicherheit
- Ultimative Anleitung zum Ölwechsel bei Harley Davidson Heritage Softail – So gelingt's garantiert!
- Sicherheitsabstand zum Radfahrer: Wie viel Abstand brauche ich beim Überholen?
Kommentar schreiben