Helme sind ein unverzichtbarer Bestandteil der Ausrüstung für verschiedene Sportarten. Sie bieten unterschiedliche Technologien und müssen verschiedene Anforderungen pro Sportart erfüllen. Modelle zum Skaten haben eine kompakte und robuste Konstruktion, während Wintersporthelme zusätzliche Features zur Wärmeregulierung bieten. Ganzjahreshelme decken wiederum ein breites Spektrum an Einsatzbereichen ab.
1. Modelle für verschiedene Sportarten
Helme müssen sportspezifische Anforderungen erfüllen und Normen entsprechen, um eine Zertifizierung zu erhalten und damit als sicher zu gelten.
- Snowboard: Snowboard-Helme für Piste und Park sind vom Style der Skateboard Szene inspiriert. Sie bieten einen robusten Schutz und wohlige Wärme sowie viele Features wie selbstgesteuerte Belüftung und Audio-kompatible Ohrenpolster.
- Freeski: Freeski-Helme bieten viele Anpassungsmöglichkeiten, um optimalen Schutz zu gewährleisten. Features wie Belüftungsöffnungen, Audio-kompatible Ohrenpolster und Fit-Einstellungen machen sie zu perfekten Begleitern am Berg.
- Skate: Ein Helm zum Skaten soll nicht nur schützen, sondern auch zum Style passen. Die robuste ABS-Außenschale mit einem leichten EPS-Liner bietet Stabilität, ein geringes Gewicht und hohen Tragekomfort.
- Ganzjahreshelme: Für besten Schutz mit einem Produkt eignen sich Ganzjahreshelme mit Zertifizierungen für Bike/Skate/Inline und Ski/Snowboard. Sie bieten zusätzliche Features, wie abnehmbare Ohrenposter, eine angepasste Belüftung und abnehmbare Clips für Skibrillen.
2. Unterschiede in der Konstruktion
Die Konstruktion hat Einfluss auf das Gewicht, den Tragekomfort und den Einsatzbereich. Je nach Einsatzbereich wählt man die für sich geeignete Helmkonstruktion.
- In-Mold: Bei der In-Mold Konstruktion verschmelzen leichte Polycarbonat Außenhüllen, mit einem effizienten, stoßdämpfenden EPS-Schaum im Inneren des Helmes. Diese Bauweise ist leicht und widerstandsfähig.
- ABS-Hartschale: Helme mit einer ABS-Hartschalenkonstruktion sind robust, langlebig und bieten, dank der EPS-Innenschale, einen hohen Tragekomfort. ABS (Acrylnitril-Butadien-Styrol) ist ein äußerst stoßfester Kunststoff, der an der Außenseite des Helmes gegen Impacts wirkt.
- Hybrid: Die Hybrid-Konstruktion verbindet die besten Eigenschaften aus zwei Bauweisen. Die Mischung aus robusten ABS-Hartschalen, in Zonen, die anfälliger für Aufprälle sind und ultra-leichten Polycarbonat-Schalen, mit direkt eingespritztem EPS-Schaum, sorgt für ein geringeres Gewicht.
3. Zertifizierungen
Zertifizierte Schutzhelme für sportliche Aktivitäten, durchlaufen strikte Tests und müssen vorgegebenen Normen und sportspezifischen Anforderungen entsprechen.
- Winterhelme: In Europa garantiert der Standard EN 1077 A/B höchste Sicherheit für den Wintersport. Das Nordamerikanische Pendant dazu ist ASTM F2040. Helme mit dieser Zertifizierung sind für den Wintersport zugelassen.
- Sommerhelme: Für Sommerhelme zum Skaten und Biken achtet man auf die Zertifizierung EN 1078.
- Ganzjahreshelme: Helme mit beiden Zertifizierungen, kann man ohne Bedenken zum Skaten, Snowboarden und Skifahren verwenden: EN 1077 A/B und ASTM F2040 - Ski- und Snowboard-Helm, EN 1078 und CPSC 1203 Bike- und Skateboard-Helm.
4. Features und Technologien für mehr Schutz und Komfort
Neuartige Konstruktionen und Materialien bieten besten Schutz, während Einstellungsmöglichkeiten für einen guten Sitz und hohen Komfort sorgen. Brands packen immer mehr praktische Features in ihre Modelle und setzen neue Maßstäbe.
- MIPS® (Multi Directional Impact Protection System): Mips ist ein Unternehmen, das sich auf Schutzhelme und Sicherheit spezialisiert hat. Ihre Technologie, das MIPS® Brain Protection System, findet sich in vielen Helmen bekannter Marken. Das Brain Protection System leitet, bei Aufprällen mit Rotationsgeschwindigkeit, gefährliche Kräfte ab, die ansonsten mit voller Wucht auf dein Gehirn wirken würden. Dies schafft die Technologie mit einer leicht beweglichen Schicht im inneren des Helms.
- Größenanpassung: Jeder Helm bietet mindestens eine Möglichkeit, die Größe anzupassen. Austauschbare Pads, verschiedene Liner oder ein Drehmechanismus stehen zur Auswahl.
- Belüftung: Aktive Belüftung sorgt für einen raschen Zustrom an frischer Luft, während passive Belüftungssysteme Feuchtigkeit nach außen leiten. Für den Ski- und Snowboardsport zertifizierte Helme bieten oftmals die Möglichkeit, Zu- und Abfluss der Luft individuell zu regulieren.
- Ohrenpolster: Ohrenpolster halten warm und sorgen für zusätzlichen Schutz. Einige Hersteller achten bei der Konstruktion auf eine Audio-Kompatibilität. Bei Ganzjahreshelmen und Beanie-kompatiblen Helmen lassen sich die Ohrenpolster entfernen.
- Koroyd®: Smith verbaut in High-End Modellen Koroyd®, um eine überlegene Stoßdämpfung und verbesserte Belüftung zu erreichen. Für effektiven Schutz sorgen Zylinder in den Knautschzonen. Sie absorbieren Energie, durch eine gleichmäßige Belastung, effizienter.
5. Die richtige Größe und Passform
Um für deinen Kopf die richtige Helm-Größe zu finden, musst du ihn natürlich abmessen. Die Passform ist auch super wichtig für den besten Schutz.
- Richtig messen: Um die geeignete Größe zu ermitteln, legst du ein Maßband etwa 2 Zentimeter über deinen Brauen und Ohren an und misst den gesamten Kopfumfang. Vergleiche das Ergebnis mit der Größentabelle des jeweiligen Herstellers und suche ein geeignetes Modell aus.
- Größenanpassung: Helme bieten verschiedene Optionen, um die Größe zu anzupassen. Mitgelieferte Pads und Polster erlauben es dir, das Innere optimal auf deine Kopfform anzupassen. Einige Modelle bieten außerdem einen Drehmechanismus an der Rückseite.
- Wie soll es sich anfühlen?: Sitzt der Helm richtig, kannst du ihn einfach anziehen und er bleibt sicher an Ort und Stelle, wenn du deinen Kopf bewegst. Du spürst keine Druckstellen und der Helm ist angenehm zu tragen.
6. Helm und Google Kompatibilität
Die meisten Goggles und Helme sind kompatibel. Größe und Form entscheiden natürlich wie gut die Brille in den Helm passt. Achte dabei, dass du keine Lücke auf der Stirn hast und die Brille ideal mit deinem Gesicht abschließt.
7. Austausch und Reinigung von Helmen
Wenn es um deine Sicherheit geht, solltest du keine Abstriche machen. Es gibt viele Gründe, einen Helm rechtzeitig zu tauschen. Materialien können sich verändern und somit auch ihre Fähigkeiten.
- Austausch: Solltest du Dellen, oder Risse an der Schale erkennen, ist der Helm ganz klar zu tauschen. Generell solltest du deinen Helm alle 3 bis 5 Jahre austauschen, da sich das Material verändert.
- Reinigung: Das Innenfutter deines Helmes kannst du mit Handwäsche reinigen. Achte darauf, dass du keine scharfen Reinigungsmittel verwendest.
8. Beanies unter den Helmen
Beanies (Mützen) unter Helmen ist ein Trend, der sich durchgesetzt hat. Mittlerweile gibt es Hersteller, die Beanie-kompatible Helme herstellen, die diesen Style sicherer und noch komfortabler machen.
9. Weitere Protektoren für deinen Schutz
Ergänzend zu deinem Helm sorgen Crash Pants, Knie- und Handgelenkschoner und ein Rückenprotektor für besten Schutz.
MIPS-Technologie im Detail
MIPS (Multi-Directional Impact Protection System) hat den Markt für Fahrrad-, Ski- und Kletterhelme revolutioniert. MIPS wurde von schwedischen Ingenieuren und Medizinern entwickelt, um den Kopf vor Rotationskräften zu schützen, die bei schrägen Aufprallszenarien auftreten. Mips sorgt dafür, dass die Rotationskräfte bei einem Schrägaufprall abgefangen werden. Herkömmliche Helme ohne Mips schützen nur bei linearen Aufprällen - also wenn der Kopf direkt und gerade auf den Boden trifft. Da dies in der Praxis selten vorkommt, bietet die Mips-Technologie zusätzlichen Schutz.
Wie MIPS funktioniert
Um zu verstehen, wie Mips funktioniert, ist es wichtig, die Physik hinter Rotationskräften zu beleuchten:
- Lineare Kräfte: Diese treten auf, wenn der Aufprall direkt von oben kommt, z.B. wenn der Kopf senkrecht auf den Boden trifft. Die Schutzwirkung traditioneller Helme konzentriert sich auf die Absorption dieser linearen Kräfte, indem sie die Energie des Aufpralls über eine harte Außenschale und eine energieabsorbierende Innenschicht (oft aus EPS-Schaum) verteilen.
- Rotationskräfte: Diese treten auf, wenn der Aufprall in einem schrägen Winkel erfolgt, wodurch der Kopf eine Drehbewegung vollführt.
MIPS Spherical-System
Ein innovatives Upgrade der Mips-Technologie ist das Mips Spherical-System, das von der Marke Giro verwendet wird. Bei dieser Variante besteht der Helm aus zwei getrennten Schalen, die gegeneinander beweglich sind. Das bedeutet, dass bei einem Aufprall nicht nur eine einzige Schicht verschoben wird, sondern zwei Schalen miteinander rotieren können. Diese Weiterentwicklung bringt einen zusätzlichen Vorteil: Die Schutzwirkung des Helms bleibt bestehen, ohne den Tragekomfort zu beeinträchtigen.
Anwendungsbereiche von MIPS
Obwohl Mips ursprünglich für Fahrrad- und Skihelme entwickelt wurde, findet die Technologie zunehmend auch in anderen Helmbereichen Anwendung. So brachte die Marke Mammut 2018 den ersten Kletterhelm mit Mips auf den Markt. Die Technologie ist nicht nur ein Standard bei dynamischen Sportarten, sondern wird auch in immer mehr Produkten in sicherheitskritischen Bereichen eingesetzt. Auch Mountainbiker oder Rennradfahrer sind bei Stürzen Rotationskräften ausgesetzt.
Kritik an MIPS
Die Wirksamkeit von Mips wird zwar von zahlreichen Studien des Herstellers belegt, doch unabhängige wissenschaftliche Untersuchungen sind bisher eher rar. Kritiker weisen darauf hin, dass die tatsächlichen Vorteile der Rotationskraftreduktion durch Mips noch nicht umfassend untersucht wurden. Für Sportler, die häufig Aktivitäten mit hohem Risiko von Stürzen ausüben - wie etwa Mountainbiking, Skifahren oder Klettern - kann ein Helm mit Mips-Technologie einen entscheidenden Unterschied in Sachen Sicherheit ausmachen.
SPIN-Technologie
Wer auf der Suche nach dem geeigneten Helm für Fahrrad oder Ski ist, stößt bei seiner Recherche sicher auch auf die Technologie SPIN. SPIN ist die vom Hersteller POC patentierte Antwort auf MIPS und bedeutet „Shearing Pads Inside“. Hierbei wird jedoch nicht mit einer kompletten Helmschale im Inneren gearbeitet, sondern es werden punktuell SPIN-Pads eingesetzt. Genau wie beim MIPS-System kann dadurch die Schale entsprechend des aufprallenden Kopfs bewegt werden und die Rotationskräfte werden vom Kopf abgeleitet.
Es gibt verschiedene Hersteller, die die praktischen MIPS-Systeme in ihren Helmen einsetzen, denn inzwischen zählen diese als Qualitätsmerkmal von Helmen. Dazu gehören u.a. Giro, Oneal, Endura oder Bell MIPS.
Von der Bauart her haben sich 2 Helmtypen durchgesetzt, zum einen der Microshell-Helm zum anderen der Hardshell-Helm. besitzen eine innere Dämpfungsschale, über die bei dem Microshell-Helm eine hauchdünne Kunststoffschale, bei den Hardshelltypen eine 1-2 mm starke und harte Kunststoffschale gezogen ist.
Hartschale-Helme werden überwiegend von Extremsportlern (z.B. Downhill, Cross- u. Radfahrerhelme und Skater-Helme werden nach der Prüfnorm EN 1078 (CE) geprüft. Ski-Helme werden nach einer anderen Prüfnorm, der EN 1077 getestet und müssen härteren Anforderungen standhalten.
Tabelle: Vergleich von Ski- und Fahrradhelmen
| Merkmal | Fahrradhelm | Skihelm |
|---|---|---|
| Norm | EN 1078 | EN 1077 |
| Belüftung | Hohe Belüftung für warme Temperaturen | Geringere Belüftung, oft regulierbar |
| Konstruktion | Leicht, In-Mold oder Hartschale | Robuster, Hartschale oder Hybrid |
| Zusätzliche Features | - | Ohrenpolster, Visier |
Ein Helm sollte immer nach einem Sturz, bei dem er beansprucht wurde, ausgetauscht werden. Dämpfungseigenschaften zu erhalten, werden dem Material der Innenschale bei der Herstellung so genannte Weichmacher beigefügt, die sich aber im Laufe der Jahre verflüchtigen.
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