Slowenien ist ein wahres Juwel für Motorradfahrer und alle Natur- und Outdoor-Liebhaber. Das Land begeistert mit wunderschöner Natur und tollen Motorradstrecken am laufenden Band. In diesem Artikel möchten wir Ihnen Lust darauf machen, das Naturparadies zwischen Italien und Österreich einmal selbst mit Ihrem Motorrad zu erkunden.
Warum Slowenien ein Motorradparadies ist
Motorrad-Mekkas gibt es in Europa viele: Schweiz, Österreich, französische Alpen, Südtirol, und und und. Kaum jemand würde aber Slowenien in diese Liste nehmen. Zu Unrecht! Mit seinen atemberaubenden Landschaften und kurvenreichen Straßen ist Slowenien ein Paradies für Motorradfahrer.
Eingekeilt zwischen Italien und Kroatien trifft hier die mitteleuropäische auf die mediterrane Kultur. Vielleicht liegt es an der Größe des ehemaligen Jugoslawien-Staates, vielleicht an den benachbarten Tourismus-Hochburgen in Form von Italien und Kroatien. Fakt ist, dass viele Slowenien gar nicht oder höchstens vom Durchfahren kennen. Doch ist Slowenien nicht auch eine Reise wert? Hat es auch einen Platz auf der Liste der Motorrad-Traumländer verdient?
Vorbereitung auf die Motorradtour
Bevor Sie jedoch selbst auf die Straße gehen, sollten Sie sich mit den Grundlagen des Motorradfahrens in Slowenien vertraut machen. Dazu gehört die Kenntnis der Verkehrsregeln und -schilder sowie der Straßenbedingungen.
Wichtige Dokumente
Bevor Sie Gas geben, sollten Sie sicherstellen, dass Sie alle erforderlichen Dokumente mitführen. Dazu gehören Ihr Führerschein, die Fahrzeugpapiere und eine internationale Versicherungskarte.
Verkehrsregeln
Die Verkehrsregeln in Slowenien ähneln denen in Deutschland, aber es gibt einige Unterschiede. Zum Beispiel ist das Fahren mit eingeschaltetem Abblendlicht tagsüber Pflicht. Es gilt eine 0,0-Promillegrenze für Alkohol am Steuer. Ansonsten ist noch zu beachten, dass außerhalb des Ortsgebiets eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 90 km/h, statt der bei uns üblichen 100 km/h, gilt.
Straßenbedingungen und Tankstellen
Die meisten Straßen in Slowenien sind gut in Schuss und bieten Motorradfahrern eine breite Palette von Kurven und Steigungen. Dennoch gibt es abgelegenere Straßen, die in schlechterem Zustand sein können. Besondere Vorsicht ist bei nassen oder rutschigen Straßen geboten. Auf einigen Passstraßen sind die Kurven mit Kopfsteinpflaster ausgestattet und nicht geteert.
Tankstellen sind zahlreich, aber nicht immer rund um die Uhr geöffnet. Plane deine Tankstopps daher rechtzeitig ein, um unliebsame Überraschungen zu vermeiden. In entlegenen Gebieten kann es vorkommen, dass du längere Strecken ohne Tankstellen zurücklegen musst. Darüber hinaus akzeptieren nicht alle Tankstellen Kartenzahlung.
Notfallnummer und Wetter
Auch in Slowenien gilt die europaweite Notrufnummer 112. Das Wetter in Slowenien kann schnell umschlagen, besonders in den Bergen. Ganz wichtig: REGENKOMBI einpacken. Gerade in den Bergen kann das Wetter mal schnell umschlagen.
Ausrüstung
Für eine erfolgreiche Motorradtour in Slowenien ist die richtige Ausstattung wichtig. Allerdings macht es total Sinn, das Gepäck nicht in einem Rucksack, sondern in einer Gepäckrolle oder Koffern zu transportieren. Ich hatte nach den ersten 150 Kilometern direkt Rückenschmerzen. Daraufhin haben wir den Rucksack auf den Gepäckträger verfrachtet. Auch eine Reiseapotheke kann Sinn machen.
Beliebte Motorradrouten in Slowenien
Wenn Sie nach Slowenien reisen, gibt es viele beliebte Motorradrouten, die Sie erkunden können. Dazu gehören die slowenischen Alpen, die julischen Alpen und die Karawanken. Diese Routen bieten spektakuläre Ausblicke und kurvenreiche Straßen, die jeden Motorradfahrer begeistern werden. Slowenien bietet zahlreiche schöne Motorradtouren, darunter die Strecke durch die Julischen Alpen, die Vršič-Pass-Straße und die Soca-Tal-Straße.
Der Vršič Pass
Der Vršič Pass ist einer der bekanntesten Pässe in Slowenien und bietet eine spektakuläre Aussicht auf die Julischen Alpen. Mit einer Höhe von 1.611 m ist der Vršič Pass die höchste von beiden Seiten mit einem Fahrzeug zu befahrende Passstraße Sloweniens. Die Straße hat insgesamt 50 Kehren und führt auf eine Höhe von 1.611 Metern.
Sie stammen noch aus der Zeit des 1. Weltkriegs und sind für Fahranfänger etwas kniffelig. Außerdem ist uns zu Ohren gekommen, dass - gerade in der Hauptsaison - beim Parken auf der Passhöhe eine "Parkplatzgebühr" von ein paar Euro kassiert wird.
Der Mangart Pass
Mit seinen 2.055 m ist der Mangart Pass der höchste mit einem Fahrzeug zu befahrende Pass Sloweniens. relativ schmal ist, können die Kehren gerade für Fahranfänger unter Umständen etwas knifflig sein. Dafür wirst du auf der Passhöhe mit einer spektakulären Aussicht auf die schroffen Hochgebirge und den 2.677 m hohen Mangart-Gipfel belohnt.
Der Triglav Nationalpark
Der Triglav Nationalpark ist ein weiteres Highlight für Motorradfahrer in Slowenien. Es gibt zahlreiche Straßen und Pässe, die durch den Park führen und eine atemberaubende Aussicht auf die Berge bieten. Im Zentrum des nach ihm benannten Nationalparks liegt der Triglav (übersetzt "Dreikopf"), mit 2864 m Höhe der höchste Berg Sloweniens.
Predilpass
zwischen Slowenien und Italien, von Bovec kommend zweigt nach ca. 1,5 km weiter befindet sich die slowenisch-italienische Grenze. del Predil). Der grünlich leuchtende Gebirgssee liegt malerisch eingerahmt in den julischen Kalkalpen.
Weitere Routen
Insgesamt bietet Slowenien eine Vielzahl von Motorradrouten für jeden Geschmack.
- Route: München - Katschbergpass - Nockalmstraße - Villach - Turracher Höhe - Villacher Alpenstraße - Podkoren
- Route: Podkoren - Vrsič-Pass - Bovec - Predilpass - Mangart - Bohinjsko Jezero - Ljubljana
- Route: Ljubljana - Velika Planina - Loiblpass - Villach - Seebergsattel - Drautal - Emberger Alm
Unterkünfte in Slowenien
In Slowenien gibt es zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten für Motorradfahrer, darunter Pensionen, Hotels und Campingplätze. Auf unserer Dreitages-Tour hatten wir von einem alten Habsburger Herrenhaus, über eine Stadtwohnung in Ljubljana bis hin zu einem traumhaften Zimmer auf der dunkelsten Alm Europas eine bunte Mischung an Unterkunftsmöglichkeiten. Die Emberger Alm, eine der dunkelsten Gegenden Europas, ist ein magischer Ort zum Übernachten.
Kulinarische Genüsse
Wer auf einer Motorradtour durch Slowenien zu Mittag isst, eine Süßspeise verputzt oder einfach nur irgendwo einen Kaffee trinkt, bemerkt oder besser gesagt: schmeckt sofort die Verwandtschaft des Landes zum Nachbarland Österreich. So sehr erinnert das Essen und Trinken an die ehemalige k.u.k. Kulinarik, egal ob in Form von Süßspeisen, Quark- oder Nudelgerichten.
Die Hauptspeisen heißen Cevapcici oder Raznjnci (von der dalmatischen Küche beeinflusste Fleischgerichte), zum Nachtisch nimmt man gerne süße Pfannkuchen, Palacinken genannt. Dazu einen kleinen schwarzen Kaffee, und man fühlt sich wie in einem Wiener Kaffeehaus. Da der Teil Sloweniens auf der Istrischen Halbinsel lange unter venezianischer Herrschaft lag, kommt dort beim Essen und Trinken der italienische Einfluss in Form von Pizza und Pasta zum Tragen.
Die Karawanken
Schon antike griechische Quellen berichten über die „Karwankas“, über das Reich des „Karv“, des Hirsches, wie ihn die Kelten nannten. Und seit mehr als 2000 Jahren bilden sie mit ihren nahezu geschlossenen Felskämmen eine natürliche Grenze zwischen den Nationen. Seit 1919 die zwischen Österreich und Slowenien. Ihr höchster Gipfel - der Hochstuhl oder Veliki Stol - reicht bis hinauf auf 2.237 m und bis heute trennen die Karawanken zwei Welten voneinander: das touristisch perfekt erschlossene Urlaubs-paradies Südkärntens von dem noch immer irgendwie im Dornröschenschlaf schlummernden Norden Sloweniens.
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