Ducati Monster im Test: Modelle, Varianten und Vergleich

Die italienische Motorradschmiede Ducati hat die Monster-Familie stetig erweitert. Im Folgenden werden verschiedene Modelle und Varianten der Ducati Monster vorgestellt und miteinander verglichen.

Ducati Monster Stripe

Die Monster Stripe ist in den Versionen 821 und 1200 S erhältlich. Die Monster 1200 S Stripe zeichnet sich durch zwei weiße Streifen auf Kotflügel, Tank und Soziusabdeckung vor dem roten Gesamtkleid aus. Hinzu kommen ein roter Rahmen und schwarze Felgen. Eine rote Mikro-Verkleidung mit Windschutzscheibe, Kohlefaser-Zahnriemenabdeckung und ein Ducati Performance Kennzeichenhalter am Heck aus massivem Aluminium ergänzen das Sondermodell. Die Monster 1200 S Stripe hat einen 145 PS starken und 1198 cm3 großen Testastretta 11° DS Motor.

Die Monster 821 Stripe präsentiert sich ebenso im exklusiven roten Farbkleid mit weißem Doppel-Streifen auf Kotflügel, Tank und Soziusabdeckung sowie roten Rahmen und schwarzen Felgen. Ihr 821 cm3 Testastretta 11° Motor leistet 112 PS bei 9.250/min. Außerdem verfügt sie über eine LCD-Instrumentierung und Riding Modes sowie das Ducati Safety Pack. Hier können Fahrer aus drei verschiedenen ABS Einstellungen und acht verschiedenen Traktionskontrollstufen wählen.

Ducati Monster SP

Ducati präsentierte die neue Monster SP, die sich durch hochwertigere Komponenten auszeichnet, die das Motorrad leichter und somit sportlicher machen sollen. Der sportliche Charakter der Monster SP soll zudem durch die Lackierung in den 2022er-Farben der Desmosedici GP des Ducati Lenovo Teams, die goldene Eloxierung der Öhlins NIX30-Gabel und den serienmäßigen Schalldämpfer von Termignoni sofort ins Auge stechen. Auffällige Details sind die rote Sitzbank, das Monster-SP-Logo auf der Soziussitzabdeckung und das Logo von Ducati auf dem Kraftstofftank.

Ducati verspricht für die Monster SP eine bessere Bremsleistung, einen geringeren Gewichtstransfer sowie eine höhere Präzision in allen Fahrphasen. Die voll einstellbaren Federelemente von Öhlins, deren Gabel 0,6 kg leichter ist als die der Monster und Monster +, erhöhen die Bodenfreiheit und vergrößern damit den maximal möglichen Schräglagenwinkel. Die Federelemente verfügen über eine sportlichere Abstimmung, wodurch die Monster SP beim Fahren auf kurvenreichen Straßen und auf der Rennstrecke profitieren soll. Weitere zwei Kilogramm speckt die „SP“ durch die Verwendung einer Lithium-Ionen-Batterie ab.

Das sportliche Potenzial der Monster SP dürfte sich durch den Lenkungsdämpfer, der die Stabilität beim Beschleunigen und in Kurven verbessern soll, sowie durch die Erstausrüstung mit Pirelli Diablo Rosso IV-Reifen weiter erhöhen. Außerdem hat Ducati für die „SP“ alle Fahrmodi neu kalibriert, um die Änderungen am Fahrwerk zu berücksichtigen. Hinzugekommen ist der neue Fahrmodus „Wet“. Dieser soll für mehr Sicherheit auf nasser Fahrbahn sorgen und wird die Leistungsfähigkeit des Motorrads an die Wetterverhältnisse anpassen und ergänzt die bekannten Fahrmodi „Sport“ und „Touring“.

Zur Serienausstattung gehören wie auch beim Basismodell Kurven-ABS, Traktionskontrolle und Wheelie-Kontrolle. Alle Elektronikhilfen können individuell angepasst werden. Als weitere elektronische Hilfe steht eine Launch Control zur Verfügung, die eine maximale Beschleunigung aus dem Stand heraus erlaubt.

Die Ducati Monster SP soll zu einem Preis von mindestens 15.290,-- Euro ab Ende dieses Jahres in den Handel kommen. Sie wird auch in einer leistungsreduzierten A2-Version erhältlich sein.

Ducati Monster 30 Anniversario Limited Edition

Ducati feiert das 30-jährige Jubiläum der Monster-Modellreihe ab Juli 2023 mit dem Sondermodell Monster 30 Anniversario, limitiert auf 500 Exemplare. Als solches zu erkennen ist es an der Tricolore-Lackierung in den italienischen Nationalfarben Rot, Weiß und Grün sowie an der mehrfach platzierten Zahl 30. Dazu rollt sie auf goldfarbenen, geschmiedeten Aluminiumrädern, die in Summe angeblich 1.860 Gramm leichter sind als die Standard-Gussräder und das Handling umso leichter machen dürften.

Dazu passen, nicht nur farblich, die einstellbaren Fahrwerkskomponenten von Öhlins: Upside-down-Telegabel, Lenkungsdämpfer und Federbein. Und die Bremsenkomponenten von Brembo, vorn mit Doppelscheibenbremse und radial angeschraubten Vierkolbenzangen, Ausführung Stylema Monoblock, plus radiale Handbremspumpe. So wiegt die Monster 30 Anniversario, mit vollem 14-Liter-Benzintank, angeblich nur 184 Kilogramm. Damit ist sie immerhin 4 Kilo leichter als die Standardausführung der aktuellen Monster mit Aluminium-Rahmen - und die bisher leichteste Ducati Monster ab Werk.

Selbstverständlich bekommt die Monster 30 Anniversario das volle Programm an aktuellen, schräglagenoptimierten Assistenzsystemen verpasst: ABS, Schlupfregelung, Launch Control und Wheelie Control. Zudem die 3 Modi "Sport", "Road" und "Wet" sowie den Quickshifter zum Hoch- und Herunterschalten ohne Ziehen des Kupplungshebels.

Als Limited Edition ist die Monster 30 Anniversario auf 500 Exemplare begrenzt. Die werden mit einer Plakette an der oberen Gabelbrücke durchnummeriert. Zudem bekommen sie eine sondermodellspezifische Start-Animation fürs TFT-Farb-Display, eine kleine Cockpitverkleidung, ein besticktes Sitzpolster und eine Sozius-Abdeckung. Obendrein bekommen die 500 Käufer oder Käuferinnen ein Echtheitszertifikat und eine Abdeckplane überreicht. Ab Januar 2024 soll die Ducati Monster 30 Anniversario ausgeliefert werden.

Vergleich: Ducati Monster SP vs. Yamaha MT-09 SP

Die Yamaha MT-09 ist für ihre zurückgelehnte, sehr aufrechte Sitzposition bekannt. Der Fahrer sitzt auf einer Sitzhöhe von 825 mm relativ tief in der Maschine. Die Hände liegen hoch oben auf dem breiten Lenker, während der Rücken sehr gerade und die Sitzposition entspannt bleibt. Die SP-Variante minimiert dieses Problem durch das hochwertigere Fahrwerk zwar, dennoch bleibt sie das zurückgelehnte Bike im Vergleich mit der Monster SP. Diese geht nämlich schon bei der Ergonomie auf Angriff, ohne aber zu übertreiben.

Die Monster ist ein Naked Bike, das dem Fahrer die Angriffsposition in Richtung Vorderrad zwar ermöglichen, sie aber nicht aufzwingen soll. Schön aufrecht lässt es sich entspannt auf ihr thronen, doch eine leichte Neigung des Oberkörpers reicht aus und schon rutscht das Messer zwischen die Zähne. An der Front federt eine NIX 30 Upside-Down Telegabel von Öhlins mit 140 mm Federweg und hinten ein Öhlins Federbein mit 150 mm am Heck, beides voll einstellbar. Im Serientrimm ist das Fahrwerk auf der härteren Seite und harmoniert dadurch ganz gut mit der brachialen Bremserei der Monster.

Mit schräglagenabhängigen Assistenzsystemen sind beide Motorräder ausgestattet, die Ducati hat jedoch das umfangreichere Elektronik-Paket. Drei Fahrmodi, Sport, Road und Wet, passen alle Parameter für den jeweiligen Fahrmodus an, zusätzlich können Kurven-ABS, 8-stufige Traktionskontrolle, Wheelie-Kontrolle und Launch-Control auch noch separat über das 4,3-Zoll TFT-Display gesteuert werden. Die Yamaha besitzt mit vier Stück einen Fahrmodus mehr, dafür jedoch "nur" eine dreistufige schräglagenabhängige Traktionskontrolle, Wheelie-Control, Kurven-ABS und einen Tempomaten, der auf der Ducati gänzlich fehlt.

Die Monster SP schlägt sich aufgrund der höheren Schräglagenfreiheit, frontorientierter Fahrzeuggeometrie und hochwertigerer Komponenten besser, die MT-09 SP überzeugt dafür auch abseits der Jagdreviere mehr.

Die MT-09 SP ist ein agiles, jedoch nicht übertrieben sportliches Naked-Bike aufgestellt. Die SP-Version erweitert zwar ihr sportliches Potenzial, sie bleibt im Kern aber ein ausgeglichenes, zugängliches Naked-Bike, das sich genauso gut zum Alltagsgerät, wie zur Kurvenräuberin eignet. Die Monster SP geht die ambitionierte Landstraßenfahrt aber deutlich zielgerichteter an und möchte keine Kompromisse eingehen, sondern bläst mit edlen Bauteilen zum Angriff.

Weitere Ducati Monster Modelle

Die neue Monster hängt nicht an der Vergangenheit, sondern blickt geradewegs in die Zukunft. Sie ist leichter, dynamischer und, verglichen mit der Monster 821, stärker. Wer das zu schätzen weiß, wird in ihr eine Freundin für jeden Tag finden. Und an der Vergangenheit hängende Nostalgiker können ja immerhin in diesem Jahr noch eine der letzten Gitterrohr-Monster erwerben - die Monster 1200 S wird nämlich noch abverkauft.

Die Monster 696 ist eine echte Monster. Beim Platznehmen fällt die angenehm niedrige Sitzhöhe auf. Die bleibt zwar mit 770 Millimetern gleich wie bisher, aber der Knieschluss ist schmaler. Der Tank erscheint nur wegen seiner Flanken, die sich ausladend über die Oberschenkel legen, voluminös. Wie maßgeschneidert sitzen die leicht zurückverlegten Fußrasten, ermöglichen durch ihre Position einen entspannten Kniewinkel und zwingen den Oberkörper in eine vorgebeugte, leicht sportliche Haltung.

Die Heckpartie indes wird von zwei voluminösen, hochgezogenen Endschalldämpfern geprägt, über denen die schmale, kurze Sitzbank inklusive Soziusabdeckung kaum mehr in Erscheinung tritt. Trotzdem wirkt alles stimmig, fügt sich homogen ineinander, konzentriert sich bewusst auf ein paar wenige, elementare Dinge – weshalb die 696 auf Anhieb als Monster auszumachen ist.

Technische Daten im Überblick

Die folgende Tabelle bietet einen Vergleich der technischen Daten der verschiedenen Ducati Monster Modelle:

Modell Motor Leistung Gewicht (trocken)
Monster 1200 S Stripe Testastretta 11° DS, 1198 cm3 145 PS -
Monster 821 Stripe Testastretta 11°, 821 cm3 112 PS -
Monster SP Testastretta, 937 cm3 111 PS -
Monster 30 Anniversario Testastretta, 937 cm3 111 PS 184 kg (fahrbereit)
Monster 696 Luftgekühlter Zweiventiler, 696 cm³ 80 PS 161 kg

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