Specialized Hardtail Rahmen im Test: Eine umfassende Analyse

Specialized hat sich mit seinen Hardtail-Mountainbikes einen Namen gemacht, insbesondere im Cross-Country-Bereich. In diesem Artikel werden verschiedene Modelle wie das Epic World Cup und das Chisel genauer unter die Lupe genommen, um ihre jeweiligen Stärken und Schwächen zu beleuchten.

Specialized Epic World Cup: Die Fusion aus Fully und Hardtail

Mit dem Specialized Epic Worldcup wurde ein Zwitter zwischen Racefully und Cross-Country-Hardtail geschaffen. Epic Bikers zählen zu den Ikonen im Rennsport. Das Epic World Cup will die Fahreigenschaften eines Fullys mit der Direktheit eines Hardtails verbinden. Die Vorteile aus einem Fully und einem Hardtail zu vereinen, ist ein hochgestecktes Ziel, an dem schon viele Firmen gescheitert sind.

Um dieses Ziel zu erreichen, löst sich Specialized von der Brain-Technologie und setzt stattdessen auf einen speziellen Dämpfer mit separat einstellbarer Positiv- und Negativ-Luftkammer. Dass Federelemente zwei Luftkammern haben, ist nichts Neues. Die positive Luftkammer ist für die Federhärte des Dämpfers oder der Gabel verantwortlich. Neu, oder besser gesagt wiederentdeckt, ist hingegen die Tatsache, dass die positive und die negative Luftkammer separat voneinander abstimmbar sind.

Fahrmodi des Epic World Cup

Das ganze System hat keine Option, während der Fahrt auf dem Trail zwischen den Fahrmodi zu wechseln. Wählt man mittels erklärungsbedürftigem Setup den harten Fahrmodus, so eliminiert man die Negativkammer des Dämpfers komplett. Das Ergebnis: kleine Unebenheiten werden vom Dämpfer einfach ignoriert. Erst, wenn ein wirklich harter Schlag am Hinterrad einprasselt, gibt der Dämpfer die 75 mm Federweg frei. Im Mittleren-Fahrwerksmodus reichen Schläge von kleinen Wurzeln aus, um das Losbrechmoment des Dämpfers zu überwinden.

Wer sich mit dem Gefühl des hohen Losbrechmoments nicht anfreunden kann, hat die Möglichkeit, die Negativkammer mit einem neuen Setup zu befüllen. Mit etwas Druck in der Negativkammer fällt das Losbrechmoment deutlich geringer aus als im Hardcore-Setup. Im soften Fahrmodus erhält der Dämpfer eine normale Befüllung der Negativkammer. Dann funktioniert der Hinterbau, wie man das von einem Fully gewohnt ist.

Komponenten und Geometrie

Bei der Gabel setzt Specialized weiterhin auf die Brain-Technologie, welche mittels Massenträgheitsventil den Federweg automatisch freigibt. Das tut sie zwar zuverlässig, macht mit einem deutlich spürbaren Losbrechmoment aber auf sich aufmerksam. Specialized liefert das World Cup in 5 Größen von XS bis XL. Mit einem 66,5-Grad-Lenkwinkel orientiert man sich am Trend. Die Sitzposition fällt sportlich, aber nicht extrem aus.

Mit der starren Sattelstütze, den Reifen mit lediglich einem Hauch von Profil und dem geringen Federweg im Heck wird klar: Das Epic World Cup ist voll auf Racing getrimmt. Das Specialized Epic World Cup lässt sich intuitiv über den Trail steuern, verlangt in technischeren Passagen aber nach guten Skills. Wir haben das Epic World Cup zerlegt und den S-Works Rahmen inklusive Gummischonern aber ohne Dämpfer in der Rahmengröße L mit 1560 Gramm gewogen. Ein durchaus respektables Gewicht, wenn man bedenkt, dass viele Racefullyrahmen die 2000-Gramm-Marke knacken.

Specialized Chisel: Das Alu-Hardtail im Test

Wie Specialized auf den Namen Chisel gekommen ist, können wir uns nicht erklären. Übersetzt heißt das Meißel - aber wie aus einem Alu-Block herausgehämmert wirkt das neue Hardtail-Bike im Test nicht. Die filigranen Rohre, die mittels Smartweld-Technologie verbunden sind, bilden einen schlichten und edlen Rahmen, der auch Bikes gehobenerer Preisklassen gut zu Gesicht stehen würde.

Die Geometrie des Specialized-Hardtails Chisel orientiert sich am Highend-Hardtail Epic, das macht sich direkt beim Aufsitzen bemerkbar, denn für die gemütliche Fahrt zur Eisdiele ist das Chisel nicht gemacht. Mit sportlicher Sitzposition und gutem Vortrieb zieht das Chisel in den Anstieg. Auch das Gewicht von 11,0 Kilo macht das Chisel zum guten Kletterpartner - ersten Rennversuchen steht nichts im Wege.

Fahreigenschaften und Ausstattung

Bergab zieht das Bike laufruhig seine Bahnen. Die 2,3er-Reifen geben etwas mehr Komfort und Sicherheit als schmalere Kollegen; als echtes Trail-Wunder entpuppt sich das Chisel aber nicht. Die Ausstattung ist stimmig und durchdacht, lässt bei dem Preis von 1799 Euro aber keine Begeisterungsstürme aufkommen. Dafür sticht das Chisel mit einem stimmigen Gesamtkonzept und einer klaren optischen Linie aus der Masse heraus.

Die Race-Gene seines Vorbildes Epic HT kann das Chisel nicht verstecken. Sportliche Touren-Fahrer und Marathon-Einsteiger finden im neuen Specialized einen vortriebsstarken und leichten Gefährten, der zudem durch sein edles Äußeres überzeugt. Auf dem Trail fährt sich das Chisel mit dem 100-Millimeter-Vorbau eine Spur sperrig.

Specialized hat den Rahmen und die Geometrie des neuen Epic leicht modifiziert und verspricht so noch mehr Bike Kontrolle und eine bessere Position auf dem Rad. Steuerrohrwinkel wurde mit 68,5° etwas flacher als beim Chisel mit 69,8° und auch der Reach wurde länger, der Vorbau dafür etwas kürzer.

Specialized Epic Hardtail Expert 2020: Ein erster Eindruck

Bei den Specialized Days Holzkirchen im Oktober 2019 konnten wir das neue Specialized Epic Hardtail Expert des Jahrgangs 2020 vorab testen. Durch den Carbonrahmen sind die Rohrverbindungen noch fließender als beim Alurahmen des Chisel, was uns sehr gut gefällt.

Beim Lenken ist der flachere Lenkwinkel spürbar und durch den kürzeren Vorbau empfanden wir das Lenkverhalten als sehr direkt. Enormen Spass macht das Epic beim Beschleunigen. Hier wippt nichts, die Federgabel bleibt straff und man schießt förmlich nach vorne. Es ist leicht und schnell, der Rahmen super steif und SRAM`s 1x12 GX Eagle-Schaltung funktioniert gewohnt geschmeidig und intuitiv. Federgabel, Laufräder, Reifen und Bremsen passen perfekt zum Einsatzbereich eines XC-Bikes.

Neues Specialized Epic Carbon Hardtail: Details und erster Testeindruck

Der US-amerikanische Mountainbike Hersteller Specialized enthüllt sein neues Race Bike: das Epic Carbon Hardtail. Das Rahmendesign hinsichtlich der Rohrformgebung und dem Carbon Layup wurde gemeinsam mit Peter Denk von Denk Engineering aus Freiburg, Deutschland, erarbeitet. Ziel war es, einen absolut modern geschnittenen XC Hardtail Mountainbike Rahmen mit geringstem Gewicht, guten Komforteigenschaften und klasse Handling zu entwickeln.

Von Jahr zu Jahr werden die XC- und Marathon-Rennkurse technisch schwieriger und anspruchsvoller. Der Lenkwinkel wurde auf 68,5 Grad abgeflacht und der Gabel-Offset verkürzt, um den Radstand dennoch kompakt zu halten. Hingegen ist der Reach angewachsen und mit kürzeren Vorbauten von 60 bis 75 Millimeter (je nach Rahmengröße) kombiniert. Zudem wurde die Reifenfreiheit am Hinterbau erhöht, um auch voluminösere Pneus bis zu 2,4 Zoll fahren zu können.

Rahmengewicht und Rider-First-Engineered

Stolz präsentiert uns Brain Gordon das Rahmengewicht des neuen Epic HT Carbon-Rahmen von nur 760 Gramm in der S-Works Ausführung (Rahmengröße Medium), hergestellt aus FACT 12M Carbon. Die weiteren verfügbaren Modellausführungen, wie Pro, Expert, Comp und Carbon 29, werden aus FACT 11M Carbon hergestellt. Rund 75 Gramm konnten zum Vorgängermodell eingespart werden.

Viel Zeit und Energie wurde auch in die sogenannte Rider-First-Engineered Rahmen investiert. Sprich, für jede Rahmengröße wird ein individuelles Carbon Layup erarbeitet, um eine bestmöglichste Rahmenperformance zu erreichen. Kurzum: Jede Rahmengröße ist dadurch bezüglich Steifigkeit an die Fahrergröße angepasst.

Fahrtest und Fazit

In Sprinteinheiten und Wiegetritt Passagen zeigt sich das Specialized Epic HT S-Works Carbon absolut vortriebsorientiert und auf Geschwindigkeit getrimmt. Das Bike marschiert bei Pedaltritt ordentlich nach vorne, der Rahmen zeigt sich trotz des geringen Gewichtes von steifer Natur, was uns sehr gut gefällt. Steile Uphills meistern wir mit Bravour, die dabei gut ausbalancierte Position auf dem Bike lässt uns viel Druck auf das Vorderrad bringen.

Der Lenkwinkel von 68,5 Grad in Verbindung mit dem längeren Reach vermittelt uns ein sicheres Gefühl. Der nicht zu lang gewählte Vorbau und der angenehm breite Lenker verstärken diesen Eindruck und verleihen dem Bike zusätzlich ein direktes und präzises Lenkverhalten. Die RockShox SID Brain Ultimate Federgabel legt in jeglichen Fahrsituationen eine gute Performance an den Tag. Auf epischen Trails waren wir mit dem brandneuen Epic Carbon Hardtail von Specialized unterwegs.

Specialized Epic HT Pro Carbon World Cup im Test

Bereits Ende Juli ließ Specialized die Katze aus dem Sack: das neue Epic HT. Wir konnten beim Roc d'Azur in Fréjus das Epic HT Pro Carbon World Cup erstmals testen. Auch die Messungen im BIKE-Labor hat das Bike mittlerweile durchlaufen. Und siehe da: Der Rahmen der Pro Carbon-Version in Rahmengröße L bringt 1317 Gramm auf die Waage. Gemessen mit Steckachse und Sattelstützenklemme.

Einschlagschutz am UnterrohrAllerdings hat sich beim neuen Epic HT nicht nur der Name geändert, Specialized hat mit Entwickler Peter Denk ein komplett neues Bike auf die Beine gestellt, dass mit dem alten Stumpjumper-Hardtail nicht mehr viel gemeinsam hat. Außerdem bekommt jede Rahmengröße ihr eigenes Carbon-Layup.

Geometrie und Fahreigenschaften

Da das Stumpjumper-Hardtail in die Jahre gekommen war und moderne Cross Country-Strecken ein deutlich höheres Maß an Fahrtechnik verlangen, war den Specialized-Ingenieuren eine moderne Geometrie wichtig. Der Reach wurde deutlich länger (441 statt 432 mm), der Lenkwinkel um 1,4 Grad abgeflacht und der Radstand auf 1131 mm verlängert. Die Kettenstreben mit 426 mm Länge zählen zu den kürzesten, was der 29er-Markt momentan hergibt.

Im Rahmen des Roc d'Azur-Festivals in Südfrankreich hatten wir erstmals die Möglichkeit, die neue Rennfeile von Specialized zu testen. Unser Testbike - das Epic HT Pro Carbon World Cup für 4999 Euro - brachte 9,59 Kilo (in Größe L) auf die Waage. Im Vergleich zum Stumpjumper-Hardtail kann das Epic mit einer tieferen Front überzeugen, der 720er-Lenker verleiht viel Sicherheit bergab.

Das Epic HT ist ein würdiger Nachfolger des legendären Stumpjumper-Hardtails. Es ist ein waschechtes Race-Hardtail, das sich nicht verkünstelt. Steif, moderne Geometrie und souveräne Abfahrtseigenschaften.

Specialized Chisel als Fully

Specialized Chisel im Test :Inhalt vonÜber Jahre hat sich das Specialized Chisel als leichtes und preiswertes Hardtail bewährt. Nun kommt es mit einer überarbeiteten Version auch als Fully! Mit 120 mm Federweg vorne und 110 mm hinten verspricht es sportlichen Fahrspaß auf anspruchsvollen Strecken, ohne das Budget zu sprengen. Wie sich das neue Chisel auf den Trails bewährt, erfahrt ihr in unserem Test.

Specilized stellt das bewährte Hardtail Chisel nun auch als Fully vor. Das Specilaized Chizel kommt mit Aluminiumrahmen , der mitunter für ein Gesamtgewicht von 13,2 kg in Größe M sorgt.Ausgestattet ist es mit 120 mm Federweg an der Front und 110 mm am Heck, ergänzt durch Rock-Shox-Federelemente, Shimano SLX-Schaltwerk und Deore-Bremsen.

Geometrie-Daten

In Größe M fällt der Reach mit 445 mm zeitgemäß aus, der Lenkwinkel steht mit 66,5° für ein XC-Bike flach.T ritt- und Sitzposition sind auf der angenehm sportlichen Seite.Bergab begeistert das sichere Handling, die Heckfederung agiert komfortabel, ohne zu soft zu wirken. Auch die Sid-Federgabel mit einfacher "Rush"-Kartusche macht hier einen guten Job.

Test-Fazit

Fein gemachter Alu-Rahmen tolle Geo und ein prima Fahrwerk machen das Chisel zum Geheimtipp für sportive Sparfüchse. Hohes Gewicht, wenig noble Ausstattung. Mit geschraubtem Innenlager und gedichteten Hinterbaulagern ist der Rahmen auf Langlebigkeit ausgelegt. 3300 Euro kostet dann das getestete Top-Modell.

Übersicht der getesteten Modelle

Modell Rahmenmaterial Federweg (vorne/hinten) Gewicht (Rahmen) Besonderheiten
Epic World Cup Carbon 110 mm / 75 mm 1560 g (Größe L, S-Works) Einstellbare Luftkammern, Brain-Technologie (Gabel)
Chisel Aluminium 100 mm / - 11,0 kg (Komplettbike) Smartweld-Technologie
Epic HT S-Works FACT 12M Carbon 100 mm / - 760 g (Größe M) Rider-First-Engineered
Chisel (Fully) Aluminium 120 mm / 110 mm 13,2 kg (Größe M) Shimano SLX/Deore

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