Mountainbiken ist voller Herausforderungen, und ein platter Reifen kann schnell den ganzen Spaß verderben. Reifen-Inserts erfreuen sich immer größerer Beliebtheit in allen MTB-Kategorien, um Pannen zu vermeiden und die Felge zu schützen. Aber ist das wirklich die Lösung, mit der man nie wieder Platten und kaputte Laufräder bekommt? Oder nur unnötig Extragewicht? Und genau das sollen Reifen-Inserts verhindern.
Reifen-Inserts: Schutz und Fahrgefühl
Das Prinzip an sich ist sehr simpel: In die tubeless-aufgebauten Reifen wird bei der Montage ein kreisförmiges Stück Schaumstoff-Nudel hineingelegt. Das soll Schläge auf die Felge abdämpfen, den Durchschlagschutz verbessern und zudem ein sanfteres Fahrgefühl bringen.
Reifen-Inserts mögen ein vermeintlich simples Teil sein, doch innerhalb des Testfelds gibt es dennoch deutliche Unterschiede: Allein das Gewicht reicht von 40 g bis über 300 g pro Stück. Auch der Preis hat eine große Spannweite: Die teuersten Inserts im Test kosten knapp 180 €, während unsere DIY-Lösung auf gerade einmal 14 € kommt. Neben dem Test der Montage und auf dem Trail haben wir auch im Testlabor den Durchschlagschutz der Inserts getestet.
Testverfahren
Wie eben erwähnt, haben wir den Test in drei Teile gegliedert: Werkstatt, Labor und Trails. In der Werkstatt haben wir die Inserts auf die Laufräder gezogen, herausgefunden, wo die Unterschiede bei der Montage liegen, und getestet, welche besonders schwer auf die Felge gehen. Für den Labortest waren wir zu Besuch beim deutschen Reifenexperten Schwalbe, um die Inserts im hauseigenen Prüflabor auf Durchschlagschutz zu testen. Dazu haben wir die Inserts auf eine Test-Felge aus Stahl montiert und unseren Big Betty-Testreifen mit Super Gravity-Karkasse mit einem konstanten Druck von 1,5 bar darübergezogen.
Ein Gewicht von 19 kg wurde dann mit einer harten Kante aus steigender Höhe fallen gelassen. Je größer die Fallhöhe, bei der ein Schnitt im Mantel infolge eines Durchschlags erzeugt wurde, desto besser schützt das Insert. Der Rollwiderstand ändert sich mit den verschiedenen Inserts so gut wie gar nicht - vorausgesetzt, man fährt alle mit dem gleichen Druck.
Um einen möglichst direkten Vergleich der Inserts zu bekommen, haben wir Back-to-back-Runs auf unserem Test-Track durchgeführt, der mit schnellen Anliegern, großen Sprüngen, roughen Steinfeldern und rutschigen Wurzeln alles zu bieten hatte, was Bike, Fahrer und vor allem die Inserts an die Grenzen bringen kann. Bei allen fünf Inserts sind wir mit unseren Körpergewichten zwischen 70 und 75 kg einen Druck von 1,4 bar an der Front und 1,6 bar am Heck gefahren.
Montage und spezielle Ventile
Es dürfte inzwischen kein großes Geheimnis mehr sein, aber eine Sache ist sicher: Reifen-Inserts aufzuziehen ist harte Arbeit. Zum einen sitzen die Inserts oft sehr eng auf der Felge und allein das Insert auf das Laufrad draufzuziehen, kann schweißtreibend sein. Zum Verbauen von Inserts sind spezielle Ventile nötig, die Öffnungen zur Seite haben, sodass das Insert nicht den Luftfluss blockiert. Zudem solltet ihr etwas mehr Tubeless-Milch als üblich verwenden, da es durch das Insert mehr Fläche im Reifen gibt, die von der Milch benetzt wird.
Testergebnisse im Labor
Der Labortest hat uns klar gezeigt: Irgendwann kommt alles Material ans Limit und selbst der feste Schaumstoff der Inserts wird dann einfach durchschnitten. Hier haben sich direkt große Unterschiede im Testfeld gezeigt. Generell kann man aber sagen: Je schwerer das Insert, desto besser ist der Durchschlagschutz. So bietet das massive Technomousse mit einer Fallhöhe von 720 mm mit einigem Abstand den besten Schutz. Der 40 g leichte Baumarkt-Insert hat leider keinerlei Schutzwirkung gezeigt und mit einer Fallhöhe von gerade einmal 510 mm den exakt gleichen Wert wie der Big Betty Super Gravity-Reifen ohne Insert.
Vorteile von Reifen-Inserts
Ein weiterer Effekt von Inserts ist: Durch die breite Form der Inserts wird die Seitenwand der Reifen stabilisiert, sodass dieser nicht so schnell aus dem Felgenbett rutscht. Ein offensichtlicher Effekt von Reifen-Inserts ist, dass man einen niedrigeren Luftdruck fahren kann. Weniger offensichtlich ist aber, dass durch das Volumen des Inserts im Reifen das Luftvolumen verringert wird und dadurch auch das Dämpfungsverhalten des Reifens progressiver wird.
Kommt dann auf dem Trail allerdings ein größerer Schlag, sinkt man nicht so weit ein. Das hilft zusätzlich dem Durchschlagschutz und gibt vergrößerte Stabilität in Kompressionen. Selbst wenn ihr den gleichen Druck fahrt, wird sich das Fahrgefühl mit und ohne Insert also spürbar unterscheiden. Das liegt zum Teil an der Dämpfung und Stoßabsorbierung des Inserts selbst, zum Teil aber auch an dem verkleinerten Luftvolumen im Reifen.
Nachteile und weitere Vorteile
Einen Nachteil, den Reifen-Inserts ohne Zweifel mit sich bringen, ist das zusätzliche Gewicht. Die zusätzliche Seitenwandstabilität lässt euch niedrigere Drücke in euren Reifen fahren und das gibt euch wiederum mehr Traktion, da sich der Reifen besser dem Untergrund anschmiegen kann. Zudem dämpfen sie feine Vibrationen, was euch dann mehr Kontrolle über das Bike gibt und Kraft einspart.
Winterreifen für Mountainbikes
Im Winter gibt es genug Ausreden, um nicht aufs Mountainbike zu steigen. Kurze Tage, widriges Wetter mit Matsch und der erhöhte Pflegeaufwand fürs Bike sind nur ein paar Gründe. Denn obwohl moderne MTB-Reifen echte Allrounder sind und auf vielen Trails sehr starken Grip liefern, sind sie doch immer ein Kompromiss. Besonders im Winter, wenn auf den meisten Hometrails monatelang nasse und matschige Bedingungen herrschen, geraten Allrounder oft an ihre Grenzen. Gerade bei mehreren Monaten schlechten Wetters, die viele von uns jedes Jahr erleben, ist es eine kluge Entscheidung, auf grobstolligere MTB-Reifen umzusteigen.
Mit einem geeigneten Winterreifen könnt ihr das Beste aus den winterlichen Trail-Bedingungen herausholen - und das mit weniger Aufwand und Materialeinsatz, als viele denken. Im Prinzip reicht ein einzelner Winterreifen fürs Vorderrad aus, da dieser entscheidend für Kontrolle und Sicherheit auf dem Trail ist. So spart ihr nicht nur Geld, sondern recycelt gleichzeitig bewährtes Material und dafür eignet sich der angefahrene Vorderreifen wunderbar.
Mit einer Investition von rund 100 € für Reifen und Dichtmilch und einer halben Stunde Arbeitszeit seid ihr für fünf Monate Winterspaß auf dem Bike bestens gerüstet. Alle Reifen wurden in der weichsten Gummimischung getestet, die die jeweiligen Hersteller anbieten - ein Muss für den Winter, um auch auf nassen Wurzeln, Matsch und rutschigen Trails optimale Kontrolle zu gewährleisten.
MAXXIS Doubledown und die neuen Schwalbe Radial Gravity repräsentieren die Enduro-Kategorie, während der Continental Hydrotal mit einer reinen DH-Karkasse antritt, da er nur in dieser Variante erhältlich ist. Der Vorteil der robusten Karkassen: Ihr könnt den Luftdruck deutlich absenken, ohne dass ihr euch Sorgen um Durchschläge oder Pannen machen müsst.
Tabelle 1: Getestete Winterreifen
| Reifen | Gewicht | Breite (gemessen) | Preis |
|---|---|---|---|
| MAXXIS Shorty | 1.207 g | 60 mm | 80-90 € |
| Continental Hydrotal | 1.314 g | 58 mm | 80-90 € |
| Schwalbe Shredda Front | 1.421 g | 60 mm | 80-90 € |
Testergebnisse der Winterreifen
Der MAXXIS Shorty hat sich in unserem Test als solider Reifen für winterliche Bedingungen entpuppt, zeigt jedoch Schwächen im tiefen Matsch. Der Schwalbe Shredda bietet im Matsch ein sehr hohes Gripniveau und vermittelt dadurch viel Sicherheit. Der Continental Hydrotal bietet im Matsch hervorragenden Grip und vermittelt dadurch ein hohes Maß an Sicherheit.
Alle drei getesteten Modelle - der MAXXIS Shorty, Schwalbe Shredda und Continental Hydrotal - bieten ein spürbares Upgrade im Vergleich zu Standard-Allround-Reifen, insbesondere bei nassen und matschigen Bedingungen.
Die richtige Reifenbreite für dein Mountainbike
Die Reifenbreite beeinflusst das Fahrverhalten deines MTBs auf vielfältige Weise. Eine schmalere Reifenbreite bietet weniger Rollwiderstand und ermöglicht es dir, schneller auf der Straße zu fahren. Sie eignet sich auch besser für glatte Oberflächen. Wenn du hauptsächlich auf asphaltierten Straßen oder leichtem Gelände unterwegs bist, könnte eine schmalere Reifenbreite, beispielsweise zwischen 1,9 und 2,2 Zoll, die richtige Wahl für dich sein.
Für Offroad-Abenteuer und anspruchsvolleres Gelände empfiehlt es sich, breitere Reifen zu verwenden. Eine größere Reifenbreite sorgt für mehr Traktion und Stabilität auf rauem Untergrund. Durch eine größere Auflagefläche der Reifen kannst du dich besser in Kurven legen und hast eine bessere Kontrolle über dein Bike. Breitere Reifen bieten auch mehr Dämpfung, was dir ein komfortableres Fahrgefühl auf unebenem Terrain verleiht. In diesem Fall könntest du Reifen mit einer Breite zwischen 2,3 und 2,6 Zoll in Betracht ziehen.
Es ist wichtig zu beachten, dass die Wahl der Reifenbreite auch von deiner Felgenbreite abhängt. Die Reifen sollten optimal auf die Felgen passen, um eine sichere und zuverlässige Performance zu gewährleisten.
Tubeless vs. Reifen mit Schlauch
Beim Vergleich zwischen Tubeless-Reifen und Reifen mit Schlauch bieten Tubeless-Reifen einige bedeutende Vorteile. Erstens reduzieren sie den Rollwiderstand, da es keine Reibung zwischen Reifen und Schlauch gibt. Zweitens sind sie leichter, da kein Schlauch im Inneren benötigt wird. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass man mit Tubeless-Reifen bei geringerem Luftdruck fahren kann, ohne die Gefahr von Schäden zu erhöhen. Dies ermöglicht einen verbesserten Komfort und eine bessere Traktion auf unterschiedlichen Untergründen.
Faltreifen vs. Drahtreifen
Für die meisten Mountainbikes sind Faltreifen die bevorzugte Option. Sie sind leichter und bieten somit Vorteile in Bezug auf das Gesamtgewicht des Bikes. Drahtreifen hingegen können bei extremen Einsätzen im Bikepark und bei Downhill-Bikes sinnvoll sein, da sie besonders stabil sind und eine robuste Konstruktion aufweisen. Zudem sind Drahtreifen oft etwas preiswerter als Faltreifen.
Specialized MTB-Reifen
Bereits 1978 brachte Specialized sein Debüt-Produkt in Form des Turbo-Reifen, einem faltbaren Drahtreifen der in Sachen Performance durchaus mit Schlauchreifen mithalten konnte. Das aktuelle MTB-Reifen-Sortiment von Specialized deckt nahezu jeden Einsatzbereich ab - von leichten Cross-Country-Reifen über zweilagige Downhill-Schlappen bis hin zu Plus-Size und Fatbike-Gummis.
Der Materialmix der Specialized-Reifen wird als Gripton bezeichnet und lässt sich kurz als hauptsächlich synthetisches Gummi verstärkt mit Siliziumdioxid beschreiben. Specialized behauptet, dass durch das spezielle Material weniger Energie durch Hysterese (Umwandlung der Energie in Reibungswärme) verloren geht und gleichzeitig eine geringere Abnutzung und Wärmeentwicklung sowie eine verbessertes Rollverhalten vorliegt als bei natürlichen Gummigemischen.
Die Härte des Reifens bzw. des Gummis wird als Zahlenwert angegeben, etwa 42A oder 60A. Je höher die Zahl, desto härter die Mischung, das „A“ kennzeichnet die Prüfmethode, bei der mit einem Federstift die Eindringtiefe ins Material gemessen wird. Die Faustregel: Je weicher der Pneu, desto besser die Haftung. Aber: Mehr Härte sorgt für eine gesteigerte Langlebigkeit.
Um die Leistung seiner MTB-Reifen noch weiter zu verbessern, hat sich Specialized ausgiebig mit dem optimalen Reifenprofil beschäftigt. Dabei haben die Entwickler vor allem darauf geachtet, die perfekte Größe und Form der Profilblöcke zu finden, um maximale Traktion und minimalen Rollwiderstand zu erreichen.
Specialized Reifen Karkassen
Da aber jeder Riding Style andere Reifenanforderungen mit sich bringt, gibt es bei Specialized drei verschiedene Manteltypen: S-Works, Control und Grid.
- S-Works: hat ganze 120 TPI, zu deutsch Fasern pro Zoll, und somit eine hohe Dichte des Karkassengewebes, dass hier komplett aus Nylon besteht. Dadurch ist es extrem leicht und mit optimalem Rollverhalten für den Cross-Country-Einsatz.
- Control: verzeichnet nur 60 TPI, hat dafür aber einen integrierten Seitenwand-Schutz und mehr Gummi auf den Hüften.
- Grid: hat ebenfalls 60 TPI und eine noch weiter verstärkte Seitenwand mit schnittfester Gewebeschicht.
Cross-Country-Reifen: Specialized Fast Trak
Der Name sagt hier eigentlich schon alles. Dieser Reifen ist hauptsächlich auf eines ausgelegt: Geschwindigkeit. Es ist häufig der Fall, dass neue Reifen einem erst mal mehr denken als fahren lassen. Der Specialized Fast Track macht allerdings schon in wenigen Minuten klar, dass man auf dem Trail mehr fahren und weniger denken sollte, denn die Eingewöhnungsphase war praktisch nach den ersten Kurven beendet - und der Fast Trak zeigte, dass er so gut wie alles mitmacht.
Der Specialized Fast Track ist also ein mehr als solider Cross-Country-Treter, der sich vor Namen wie Schwalbe Racing Ralph oder Maxxis Icon nicht verstecken braucht.
All-Mountain/Enduro-Reifen: Specialized Butcher und Purgatory
In diesem Bereich müssen Reifen in einer Vielzahl von Bereichen beste Leistungen zeigen. Grip wie beim Downhill, der geringe Rollwiderstand eines Cross-Country, und eine Allround-fähige Karkasse für eben alle Fälle. Specialized hat hier zwei Schwergewichte im Angebot, den Butcher und Purgatory.
Der Butcher 27,5x2,3 Control 2bliss Ready war eine reine Wonne im Gelände und fraß alles, was man ihn vor die Füße geworfen hat. Der Specialized Purgatory 27,5x2,3 Control 2Bliss Ready wog bei uns statt den angegebenen 730 Gramm nur 700 g, war allerdings wie sein Butcher-Kollege mit 54,21 mm auch schmaler als ein vergleichbarer 2,3“-Reifen.
Weitere MTB-Reifen im Überblick
Es gibt eine Vielzahl von MTB-Reifen auf dem Markt, die sich für verschiedene Einsatzbereiche eignen. Hier ist eine Übersicht einiger beliebter Modelle:
- Schwalbe Marathon Plus MTB HS468: Besonders pannensicher, geeignet für Touring und Training.
- Fincci MTB-Reifen: Bieten gute Stabilität und Traktion im Gelände, CE- und ISO-zertifiziert.
- Maxxis High Roller II: Ein Freeride-Reifen für All Mountain- und Downhill-Einsätze, bietet großes Griffverhalten.
- Absoluts Marathon Plus MTB: Pannensicher, mit dynamischem Profil für optimalen Grip im Gelände.
- Maxxis Minion DHF Exo Tubeless Ready 2017: Ein Faltreifen für Mountainbikes, bietet ausgezeichneten Grip auf jedem Untergrund.
- Maxxis Cubierta CrossMark II: Bietet eine gute Kombination aus Traktion und Geschwindigkeit, geringer Rollwiderstand.
- Fincci Set Paar 26 x 2,125 Zoll: Vielseitig verwendbar für Cityräder, Rennräder, Mountainbikes und Hybride.
- Schwalbe Johnny Watts Performance DD: Geeignet für Asphalt und Gelände, Touren und Training, sowie für Mountainbikes und E-Bikes.
- Continental Cross King Protect: Bietet außergewöhnlichen Grip, hervorragende Leistung und eine lange Lebensdauer dank BlackChili-Gummi.
Immer mehr Reifenhersteller nehmen E-Mountainbiker in den Fokus. Schwalbe, Pirelli und Vittoria haben ihre Reifen-Portfolios entsprechend angepasst. Bei Schwalbe sind die Varianten Super Ground, Super Trail und Super Gravity interessant. Pirelli bietet eine spezielle Serie für E-Mountainbikes mit eigenen Profilen, während Vittoria Modelle speziell auf den E-Einsatz trimmt.
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