Specialized Rennradreifen im Test: Die Besten im Vergleich

Die Auswahl an Rennradreifen ist enorm, und die Entscheidung für das richtige Modell kann eine Herausforderung sein. Specialized bietet eine Reihe von Hochleistungsreifen an, die auf Geschwindigkeit, Langlebigkeit und Pannenschutz ausgelegt sind. Dieser Artikel vergleicht verschiedene Modelle und geht auf deren spezifische Eigenschaften ein, um Ihnen bei der Wahl des optimalen Reifens zu helfen.

S-Works Turbo TLR: Der schnellste und robusteste Performance-Reifen

Der S-Works Turbo TLR liefert die ultimative Kombination aus Geschwindigkeit und Langlebigkeit. Die optimierte Lauffläche mit der GRIPTON T2/T5-Dual-Gummimischung verringert den Rollwiderstand um 10%, während die effiziente Konstruktion das Gewicht um 20 g reduziert und für eine höhere Beschleunigung und Steigfähigkeit sorgt. Die strapazierfähige TLR-Karkasse mit zusätzlichem durchstichfesten Streifen macht ihn zum idealen Reifen für die ganze Saison, bei Trockenheit wie Nässe. Ist Wettkampf und Training mit nur einem Reifen möglich?

S-Works Mondo: Der neue Allroad-Rennradreifen

Specialized bringt mit dem neuen S-Works Mondo einen Reifen speziell für Endurance und Allwetter heraus, der Race-Speed, Langlebigkeit und Pannenschutz der nächsten Generation bieten soll und auch auf Gravel und Dirt souverän agiert. Laut Specialized bietet der Reifen 11 Prozent weniger Rollwiderstand als der nächstbeste Reifen seiner Klasse. Für Robustheit sorgt die firmeneigene Gripton-Gummiverbindung T2, durch die die Reifen besonders leicht rollen sollen. Die firmeneigene Gripton-Gummiverbindung T5 bietet 10 Prozent mehr Grip, gerade in engen Kurven, und soll ein perfekt kontrollierbares Fahrgefühl erzeugen.

Pannenschutz

Der sogenannte BlackBelt Breaker, also ein Kevlar-Pannenschutz unter der Lauffläche, bietet durch ein ultrastarkes Aramid-Kreuzgeflecht 12 Prozent mehr Durchstich-Schutz als bei bisherigen Reifen. Im Gegensatz zu den neuen, bereits sehr gut in Labor- und Praxis getesteten Asphaltreifen von Specialized wurden die Reifenflanken beim S-Works Mondo durch einen doppellagigen Grid Race-Schutz gegen Schnitte und Quetschungen verstärkt.

Leichtigkeit und Montage

Der S-Works Mondo Tubeless-Reifen mit 120-TPI-Karkasse soll trotz des geringen Gewichts die ideale Balance aus Grip, Robustheit und niedrigem Rollwiderstand bringen. Dazu wurde der Reifen so designt, dass er auf Hookless-Felgen einfach aufziehbar ist. Ebenso wurde die Reifenwulst durch ein Nanofaser-Geflecht verstärkt, die den Reifen sicher auf der Felgenflanke hält.

Erster Test: Vielseitiger, sportlich-schneller Allrounder

Nach ROADBIKE-Erfahrung nimmt Specialized den Mund nicht zu voll, wenn der S-Works Mondo als wettkampftauglicher Allroad- und Allwetterreifen beworben wird: Von den Asphaltstraßen des Schwarzwaldes über Kopfsteinpflaster bis hin zu geschotterten Waldautobahnen beim täglichen Pendeln - der in Deutschland entwickelte Pneu behauptete sich auf verschiedenen Terrains und machte dabei auch überall Spaß. Dass Reifen, die spezifisch auf einen Untergrund optimiert sind, auf eben diesem noch ein bisschen mehr Leistung rauskitzeln, mag sein - wer jedoch einen sportlich-schnellen, komfortablen und robusten Allrounder sucht, fährt mit dem S-Works Mondo sehr gut.

Im Praxistest zeigt der S-Works Mondo viel Licht und wenig Schatten. Ebenfalls positiv: Die Montage gelingt ohne Reifenheber und großen Kraftaufwand, beim Tubeless-Set-up springt der Pneu anstandslos unter den Hüben einer normalen Standpumpe in die Felge, die Luft hält der Reifen in Kombination mit Dichtmilch zuverlässig - zumindest ein bis zwei Tage lang, dann geht der Luftdruck spürbar und auch schneller als mit eingezogenem Schlauch nach unten, nach einer knappen Woche ohne Nachpumpen war einer der Testreifen regelmäßig platt.

Kleines Manko

In 32 Millimetern Breite wiegt der Pneu 357 Gramm und damit fast 30 Gramm mehr als vom Hersteller angegeben, was ihn beim Beschleunigen ein wenig ausbremst.

Specialized S-Works Turbo-Reifen

Specialized bietet seinen neuen Top-Rennradreifen S-Works Turbo in drei Ausführungen an. Alle drei Ausführungen teilen sich die gleiche neue Dual-Compound-Konstruktion: Auf der Lauffläche kommt die Gummimischung T2 zum Einsatz, die für geringen Rollwiderstand und lange Haltbarkeit sorgen soll, auf der Reifenschulter die weichere T5-Zusammensetzung für optimalen Kurvengrip. Auch die Black-Belt-Pannenschutzeinlage findet sich bei allen drei Ausführungen des S-Works Turbo. Unterschiede ergeben sich in Details, etwa der tpi-Zahl oder dem Wulstkern.

S-Works Turbo RapidAir 2BR

Als Top-Modell und absolutes Wettkampfmaterial versteht sich der S-Works Turbo RapidAir 2BR, mit dem Remco Evenepoel unlängst tubeless die Spanienrundfahrt gewonnen hat (90 Euro) - der Pneu ist "nur" in 26 mm Breite mit zweilagiger 120 tpi-Karkasse erhältlich und soll 230 Gramm wiegen. Im Vergleich zu ebendiesem will der neue S-Works Turbo RapidAir 2BR auch zwei Watt schneller geworden sein, 12 Prozent mehr Pannenschutz bieten und 1000 Kilometer länger halten. Darüber hinaus ist der Reifen auch für hakenlose Felgen freigegeben.

S-Works Turbo 2BR

Nur minimal langsamer und etwas schwerer, dafür aber auch pannensicherer und geringfügig günstiger soll der S-Works Turbo 2BR sein, der ebenfalls tubeless-kompatibel und in 26, 28 und 30 mm, teilweise auch mit brauner Seitenflanke erhältlich ist (85 Euro). Auch dieser ist für hakenlose Felgen freigegeben. Der größte konstruktive Unterschied zum RapidAir ist die drei- statt zweilagige 120 tpi-Karkasse. Gegenüber seinem direkten Vorgänger will der S-Works Turbo 2BR satte sechs Watt schneller und immerhin acht Prozent pannensicherer geworden sein. Das Gewicht gibt Specialized mit 260 Gramm für die 26-mm-Version an.

S-Works Turbo

Das gilt auch für den S-Works Turbo, der klassisch mit Schlauch gefahren wird und in schwarz und 24, 26, 28 und 30 mm Breite angeboten wird (60 Euro). Die dreilagige 120 tpi-Karkasse teilt er sich mit dem großen Tubeless-Bruder, dadurch, dass auf einen tubeless-tauglichen Wulstkern verzichtet werden kann, ist die Tube Type-Version aber deutlich leichter: Gerade mal 200 Gramm für die 24 mm-Ausführung gibt Specialized an. Hakenlose Felgen darf man so natürlich nicht nutzen, über geringeren Rollwiderstand und höheren Pannenschutz als beim Vorgänger darf man sich trotzdem freuen.

Weitere Testkriterien und Modelle

Neben den Specialized-Reifen wurden auch andere Modelle in verschiedenen Tests berücksichtigt, um einen umfassenden Überblick über den Rennradreifenmarkt zu geben.

Tubeless vs. Clincher

Die Wahl zwischen Tubeless und Drahtreifen hängt von den spezifischen Anforderungen und dem individuellen Fahrverhalten ab. In Labortests zeigte sich, dass Tubeless-Systeme auf glatten Oberflächen tendenziell niedrigere Rollwiderstände bieten. Dies wird durch den direkten Kontakt des Reifens mit der Felge und den geringeren Innendruckverlust erreicht. Studien des Bicycle Rolling Resistance Lab ergaben, dass Tubeless-Reifen im Durchschnitt um 1 bis 2 Watt weniger Rollwiderstand aufweisen als vergleichbare Drahtreifen mit Schläuchen.

Rollwiderstand

Der Rollwiderstand ist ein zentraler Faktor, der die Effizienz des Reifens beschreibt. Er definiert den Energieverlust, der entsteht, wenn sich der Reifen unter Belastung verformt. Messungen des Bicycle Rolling Resistance Lab zeigen, dass hochwertige Rennradreifen einen Rollwiderstand zwischen 8 und 15 Watt aufweisen, abhängig von Material und Breite.

Pannenschutz

Moderne Rennradreifen bieten hierfür spezielle Schutzschichten aus Materialien wie Kevlar, Vectran, PU, Aramid et cetera. In mehrere Tests schnitt der Continental Gatorskin als einer der besten Reifen im Bereich Pannensicherheit ab.

Weitere getestete Reifenmodelle

  • Continental Grand Prix 5000: Überzeugt durch geringen Rollwiderstand und soliden Pannenschutz.
  • Schwalbe Pro One: Bietet viel Grip, hohen Komfort und ein geschmeidiges Fahrgefühl.
  • Goodyear Eagle F1: Bietet ein gutes Preis-Leistungsverhältnis und sehr viel Grip.
  • Vittoria Rubino Pro: Ein robuster und haltbarer Ganzjahres-Trainingsreifen mit hohem Grip.

Tabelle: Vergleich ausgewählter Rennradreifen

Reifenmodell Typ Breite Gewicht Rollwiderstand (Watt) Pannenschutz
Specialized S-Works Turbo RapidAir 2BR Tubeless 26 mm 230 g Gering BlackBelt
Specialized S-Works Turbo 2BR Tubeless 26 mm 260 g Mittel BlackBelt
Continental Grand Prix 5000 Clincher 25 mm 220 g 9 W (bei 7 bar) Solide
Schwalbe Pro One TLE Tubeless 25 mm 245 g Sehr gering Hoch
Goodyear Eagle F1 Clincher/Tubeless 25 mm 230 g Mittel Mittel

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