MotoGP Sprintrennen in Austin: Marquez triumphiert

Bei der MotoGP in Austin (USA) sicherte sich Ducati-Werkspilot Marc Marquez die Poleposition und gewann das Sprintrennen. Der Spanier setzte sich im Qualifying knapp gegen seinen Markenkollegen Fabio Di Giannantonio (VR46-Ducati) durch.

Qualifying: Marquez setzt Duftmarke

Nach dem verregneten Trainingsauftakt am Freitag fanden die Piloten am Samstag bessere Bedingungen vor. Bereits im ersten Schlagabtausch setzte Marc Marquez eine erste Duftmarke. Der WM-Leader führte die Wertung mit einer 2:01.522er-Runde an. Fabio Di Giannantonio (VR46-Ducati) war erster Verfolger.

Gelbe Flaggen und Verbesserungen

Alex Marquez übernahm beim zweiten Versuch kurzzeitig die Spitzenposition. Bruder Marc Marquez notierte bei seinem zweiten Versuch deutliche Sektor-Bestzeiten. Ein Sturz von Joan Mir (Honda) sorgte in der finalen Minute für gelbe Flaggen und Chaos. Marc Marquez verbesserte die Bestzeit auf 2:01.088 Minuten. Er fuhr direkt vor Joan Mir und war von den gelben Flaggen nicht betroffen. Einige andere Runden wurden allerdings gestrichen.

Die Pole von Marc Marquez wurde nicht gefährdet. Der WM-Leader behauptete sich vor Fabio Di Giannantonio auf Position eins. Alex Marquez wurde auf P3 durchgereicht.

Marquez trotz Pole nicht zufrieden

Polesetter Marc Marquez war im Qualifying weniger dominant als erwartet. "Das Motorrad hat sich dadurch etwas verändert. Ich hatte ein paar Bewegungen, die ich nicht erwartet hatte - etwas zu aggressiv. Ich bin zwar schnell, aber ich muss diesen Speed nun auch in eine saubere Fahrweise umwandeln."

Di Giannantonio als Herausforderer?

Fabio Di Giannantonio wirkte nach dem zweiten Platz im Qualifying sehr happy. "Das Ziel heute war es, in die erste Startreihe zu kommen - ich wollte unbedingt dort stehen. Im Qualifying wusste ich, dass ich noch etwas mehr zeigen konnte, und das habe ich mit dem ersten Reifen auch getan. Mit dem zweiten fühlte ich mich sogar noch besser, also habe ich gepusht. Dann erschien sie plötzlich wieder, und ich war so glücklich - das Team hat es verdient. Wir arbeiten seit dem Winter hervorragend zusammen."

Alex Marquez erneut in der ersten Startreihe

Alex Marquez hat beim Start ebenfalls freie Sicht. "Das war das Wichtigste - der Hauptfokus lag darauf, in der ersten Startreihe zu stehen. Wir konnten konstant dabei bleiben und fühlten uns auch heute Morgen schon recht wohl. Ich bin damit zufrieden, auch wenn es keine perfekte Runde war - auf meiner letzten Runde habe ich zudem einen Fehler gemacht. Da müssen wir uns noch ein wenig verbessern. Aber ich fühle mich zuversichtlich, und ich denke, wir sind bereit für den Sprint."

KTM in Reihe zwei, Honda und Yamaha in Reihe drei

KTM-Werkspilot Pedro Acosta sprengte im Qualifying die Ducati-Dominanz. Acosta war der einzige Nicht-Ducati-Pilot in den Top 6 und führt als Vierter die zweite Reihe an. Franco Morbidelli (VR46-Ducati) und Francesco Bagnaia (Ducati) komplettieren Reihe zwei.

In der dritten Reihe stehen drei japanische Motorräder: Honda-Werkspilot Luca Marini überraschte mit Startplatz sieben. Joan Mir stellte trotz Sturz P8 sicher. Vorjahressieger Maverick Vinales (Tech-3-KTM) beendete das Q2 auf P10. Der Rückstand des Spaniers lag bei etwa einer Sekunde. Fabio Quartararo (Yamaha) und Fermin Aldeguer (Gresini-Ducati) komplettieren Reihe vier.

Spektakulärer Q1

Bereits der erste Qualifying-Durchgang war stark besetzt. Trackhouse-Aprilia-Pilot Raul Fernandez sorgte im Q1 für spektakuläre Bilder. Der Spanier flog im ersten Durchgang ab und zerstörte dabei sein Einsatz-Motorrad. Erst nach einigen Minuten trafen die Verantwortlichen die Entscheidung, die Session doch zu unterbrechen, um die Airfences zu reparieren. Nach der Wiederaufnahme des Q1 kam es zu einem spannenden Schlagabtausch um die beiden Plätze für das Q2. Und auch Fabio Quartararo meisterte trotz einer Schrecksekunde den Aufstieg ins Q2.

Das Sprintrennen

Marc Marquez ging von der Pole in den Sprint über zehn Runden. Seine Ducati-Markenkollegen Fabio Di Giannantonio (VR46) und Alex Marquez komplettierten die erste Startreihe. Francesco Bagnaia überraschte mit einem Raketenstart aus der zweiten Reihe und übernahm beim Sprint zur ersten Kurve die Führung.

Noch in der ersten Runde erlebte Marc Marquez in Kurve 18 eine heftige Schrecksekunde, als das Heck seiner Ducati die Haftung verlor. Die Startnummer 93 verhinderte einen Sturz, verlor aber die Führung zwischenzeitlich erneut an Bagnaia. Alex Marquez nutzte das Durcheinander und schob sich am Ende der ersten Runde auf P2 vor Bagnaia.

Ab der zweiten Runde beruhigte sich das Rennen. Die Marquez-Brüder reihten sich wie in den zurückliegenden Rennen auf den Positionen eins und zwei ein. Marc Marquez fuhr nach der ereignisreichen ersten Rennrunde einem kontrollierten Sieg entgegen.

"Die Streckenbedingungen haben sich durch die höhere Temperatur stark verändert. Ich bin in der ersten Runde zunächst in einem normalen Rhythmus gefahren, wie heute Morgen, aber plötzlich habe ich gemerkt, dass der Grip deutlich schlechter war", erklärte Marc Marquez.

Alex Marquez festigte seine zweite Position in der Meisterschaft mit einem weiteren zweiten Platz. "Ich bin wirklich glücklich", freute sich der Zweitplatzierte. "Hier in Texas Zweiter zu werden, ist wie ein Sieg."

Francesco Bagnaia musste sich mit dem dritten Platz zufriedengeben und verlor in der WM weitere Punkte auf die Marquez-Brüder. "Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden, weil ich mich Runde für Runde steigern konnte", bemerkte Bagnaia.

Ducati dominiert die Top 5

Fabio Di Giannantonio entschied das VR46-Duell mit Franco Morbidelli für sich. Damit lagen fünf Ducati-Piloten in den Top 5. Yamaha-Pilot Fabio Quartararo war als Sechster bester Nicht-Ducati-Pilot.

Hier eine Übersicht der Top-Platzierungen im Sprintrennen:

Platz Fahrer Team
1 Marc Marquez Ducati
2 Alex Marquez Gresini-Ducati
3 Francesco Bagnaia Ducati
4 Fabio Di Giannantonio VR46-Ducati
5 Franco Morbidelli VR46-Ducati
6 Fabio Quartararo Yamaha

KTM im Rennen

Für die beiden Red Bull KTM Teams bot die Reise nach Austin eine weitere Chance, die Stärken des 2025er KTM RC16 Rennpakets zu testen. Der Freitag war problematisch mit einem verregneten freien Training und einer anschließenden Trainingssession, die bei trockenen Bedingungen und gemischtem Grip stattfand.

Im Qualifying am Vormittag glänzte Acosta und stand kurzzeitig in der ersten Startreihe, bis die Positionen nach einer gelben Flagge nachträglich neu geordnet wurden. Er blieb auf P4 stehen. Viñales lag mit nur einer halben Sekunde Rückstand auf Platz 10.

Acosta kämpfte sich an die ersten fünf Plätze heran, übersteuerte aber in den ersten Minuten zweimal und musste sich für drei Punkte auf Platz 7 zurückkämpfen. Viñales leistete seinem Landsmann in den ersten Runden Gesellschaft, hatte dann aber ein Problem mit Vibrationen am Heck und musste aufgeben. Binder kämpfte sich nach vorne und machte eine ganze Reihe von Positionen gut, bevor er die optimale Reifenhaftung verlor und die Ziellinie auf P12 überquerte, einen Platz vor Bastianini.

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