Titelverteidiger Jorge Martín hat sich beim nächsten Sieg des überlegenen WM-Spitzenreiters Marc Márquez mit einer durchwachsenen Vorstellung in der MotoGP zurückgemeldet. Der Spanier war Mitte April in Katar beim bisherigen Tiefpunkt einer Seuchensaison zum wiederholten Mal schwer gestürzt und hatte sich Verletzungen am Brustkorb mit mehreren Rippenfrakturen sowie einen Pneumothorax zugezogen. Martín verpasste seine ersten WM-Punkte knapp. Nach seiner dreimonatigen Zwangspause fuhr der Weltmeister am Samstag im Sprint von Brünn vom zwölften Startplatz auf Rang elf und verpasste die Punkte.
Márquez (Spanien), der im Qualifying trotz eines Sturzes noch auf Rang zwei gefahren war, setzte sich nach zehn Runden auf dem Automotodrom Brno vor Pedro Acosta (Spanien/KTM) und Enea Bastianini (Italien/KTM) durch. Sein elfter Sprintsieg der Saison stand aufgrund einer Untersuchung zunächst unter Vorbehalt, die Rennleitung sah dann aber keinen Anlass für eine Strafe.
In der MotoGP müssen Vorder- und Hinterreifen während eines Großteils des Rennens über einem festgelegten Mindestdruck liegen. Wird dieser Wert zu lange unterschritten, drohen Strafen. "Es hat gepasst. Ich war super am Limit. Ich habe gesehen, dass der Reifendruck nicht passte und wollte nicht zu viel riskieren. Deshalb habe ich gewartet und habe mich hinter Acosta gesetzt", sagte Márquez.
Am Sonntag im Hauptrennen winkt dem Ducati-Piloten der bereits achte Doppelsieg der Saison. Sein Vorsprung vor dem Höhepunkt der zwölften von 22 WM-Stationen beträgt nun 95 Punkte. Zuvor hatte er am Donnerstag einen mehrmonatigen Zwist beendet und bekannt gegeben, dass er auch 2026 für das Aprilia-Werksteam fahren wird. Vor seiner Rückkehr hatte er am Donnerstag einen mehrmonatigen Zwist beendet und bekannt gegeben, dass er auch 2026 für das Aprilia-Werksteam fahren wird. Zuvor hatte es von seiner Seite Bestrebungen gegeben, den Rennstall über eine Ausstiegsklausel zu verlassen.
Qualifying und Trainings
Um in einem Rennen der MotoGP die Siegchancen zu erhöhen, ist ein Startplatz weit vorn im Fahrerfeld von entscheidender Bedeutung. Die Startaufstellung für jedes Rennen einer MotoGP-Saison wird im Qualifying, also der Qualifikation ermittelt. Ausschlaggebend für das Qualifying sind zudem die Ergebnisse in den Freien Trainings: Die zehn schnellsten Piloten aus den Trainings starten im Samstags stattfindenden Qualifying direkt in Q2, alle anderen Teilnehmer kämpfen zunächst in Q1 um den Platz im Rennen.
Hierfür werden die schnellsten Runden aus den ersten beiden Trainingssession herangezogen und in ein Gesamt-Klassement zusammengerechnet.
Beide Sessions dauern jeweils 15 Minuten. In Q1 ermitteln die Fahrer, die es im Training nicht in die Top-10 geschafft haben, zwei Piloten, die in Q2 um die Pole Position (also den Platz ganz vorn in der Startaufstellung) eingreifen. Nur die zwei schnellsten Fahrer aus Q1 dürfen auch in Q2 wieder antreten, danach stehen die Startplätze ab Position 13 für ein Rennen der MotoGP fest. In Q2 treten entsprechend 12 Fahrer an: Die zehn schnellsten Piloten aus den Trainings und die zwei schnellsten aus Q1.
Auch die zweite Runde der MotoGP-Qualifikation dauert 15 Minuten lang. 15 Minuten bleiben den zwölf Piloten in Q2, um die schnellstmögliche Rundenzeit zu fahren. Diese gibt am Ende Aufschluss über die Startposition. Der schnellste geht von der Spitze des Fahrerfeldes aus ins Rennen am Sonntag und nimmt die begehrte Pole Position ein.
MotoGP Sprintrennen
Im Gegensatz zur Formel 1, in der die Sprints - zumindest in der aktuellen Saison - nur bei sechs Grand Prix‘ gefahren werden, gibt es in der MotoGP bei jedem Meisterschaftslauf ein Sprintrennen.
Sprintrennen der MotoGP finden immer samstags um 15:00 Uhr der lokalen Zeit statt und setzen auf eine Distanz, die ungefähr 50 Prozent der des Rennens am Sonntag entspricht. Allerdings ersetzen die MotoGP-Sprints nicht das Qualifying, was früher am entsprechenden Samstag des Rennwochenendes stattfindet und die Startaufstellung für das Sprintrennen und den Grand Prix am Sonntag bestimmt. Im Sprint gilt dasselbe Reglement, das auch für einen Grand Prix der vollen Länge gilt. Allerdings sieht die Punkteverteilung anders aus.
Zeitplan
- Freien Training am Freitagvormittag, dessen Länge auf 45 Minuten erhöht wurde.
- FP2 (Free Practice 2): Ebenfalls am Freitag tritt das Fahrerfeld zum 2. Freien Training an, das ebenfalls 45 Minuten lang geht.
- FP3 (Free Practice 3): Der Samstagvormittag beginnt mit dem 3. Freien Training, das hingegen nur noch 30 Minuten dauert.
- Qualifying 1 und 2: Ebenfalls noch am Vormittag des Samstages treten die Fahrer zu den beiden Qualifying-Sitzungen an, in denen die Startaufstellung festgelegt wird.
- Sprintrennen: Nach einer Mittagspause ist es dann um 15:00 Uhr Ortszeit soweit und das jeweilige Sprintrennen steht an.
- Rennen: Am Sonntag steht dann noch das (Haupt-)Rennen auf dem Programm.
Ergebnisse und Fahrer-Statements
Mit seinem vierten Sprintsieg in Folge übernimmt Marc Marquez auch wieder die Führung in der Weltmeisterschaft. Er liegt jetzt zwei Punkte vor Bruder Alex. Für Marc Marquez ist es überhaupt erst das fünfte Mal, dass er ein Sprintrennen gewinnt. Vier Siege erzielte er allein in dieser Saison. Für Ducati ist es der 18. Sprint-Sieg in Serie. Alex Marquez feiert erstmals vier Sprint-Podien in Folge. Mit Platz drei holt Franco Morbidelli sein erstes Sprint-Podium seit San Marino 2023. Fabio Quartararo feiert mit Rang fünf sein bestes Sprint-Resultat seit Malaysia 2023. Für Francesco Bagnaia ist der achte Platz hingegen sein schwächstes Sprint-Ergebnis seit Aragon 2023.
Martin konnte nach seinem Überholmanöver an Bagnaia keine Highlights mehr setzen. Am Ende fehlte dann wohl doch die Kraft. Der Weltmeister kommt als 16. ins Ziel, lässt aber immerhin vier Fahrer hinter sich. Auf den Rennsieger fehlen ihm am Ende 15 Sekunden.
Di Giannantonio beendet das Rennen nach seinem schlechten Start als Sechster vor Rookie Ogura. Bagnaia kann als Achter immerhin noch zwei Punkte sammeln. Bezzecchi belegt den letzten Punkterang. Für KTM hat sich die Wahl des weichen Hinterreifens als Fehler erwiesen: Vinales und Acosta kämpften zu Beginn noch vorne mit, fielen dann aber auf die Plätze zehn und elf zurück.
Marc Marquez kehrt nach seinem Sturz in Austin zurück auf die Siegerstraße und gewinnt den Sprint in dominanter Manier. Alex Marquez bleibt Mister P2 und wird Zweiter. Morbidelli rettet den dritten Platz ins Ziel. Dahinter verliert Quartararo Rang vier nach einem späten Rutscher noch an Aldeguer, der sensationeller Vierter wird. Bereits in Austin hatte er seine Pace gezeigt, war aber gestürzt.
Rookie Aldeguer macht Druck auf Vinales, der sich vergeblich an den fünften Platz klammert. Ogura hat Zarco überholt und rückt jetzt Acosta auf die Pelle.
Marc Marquez kann sich mit einer neuen schnellsten Rennrunde von Bruder Alex lösen und hat jetzt eine halbe Sekunde Vorsprung. Morbidelli muss auf Platz drei jetzt zusehends abreißen lassen. Er liegt schon eine Sekunde hinter Alex Marquez zurück.
Marc Marquez (Ducati/1.): "Derzeit halten wir das Leistungsniveau vom Beginn der Saison. Okay, Austin war eine Ausnahme, dort habe ich einen Fehler gemacht, aber das Gefühl war insgesamt gut. Ehrlich gesagt war es ein unerwartetes Wochenende, denn ich habe hier in Katar normalerweise Schwierigkeiten. Doch ich fahre momentan wirklich gut."
Alex Marquez (Gresini-Ducati/2.): "Ich habe es versucht [an Marc vorbeizugehen] - ganz sicher. Ich hatte das Gefühl, dass ich in den ersten Runden ein kleines Plus hatte. Vor allem wollte ich ihn überholen, um eine Lücke zu den Verfolgern herauszuholen, um etwas Ruhe zu haben und dann mit ihm zu kämpfen. Aber er war einfach besser als ich."
Franco Morbidelli (VR46-Ducati/3.): "Ehrlich gesagt habe ich es gar nicht richtig mitbekommen. Ich habe nicht darauf geachtet, was hinter mir passiert ist. Ich war komplett darauf konzentriert, meinen Rhythmus zu fahren. Ich weiß es nicht - ich muss erst nachsehen, was genau passiert ist."
Fabio Quartararo war heute der einzige Nicht-Ducati-Fahrer in den Top 6. Mit Platz fünf feierte der Yamaha-Pilot sein bisher bestes Saisonergebnis. "Ich hatte wirklich Spaß", sagt der Franzose. Dennoch sieht er gegenüber den Ducatis noch deutliche Defizite.
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