Sprunggelenkschmerzen nach dem Radfahren: Ursachen und Behandlung

Sprunggelenkschmerzen können sowohl bei Profi- als auch bei Freizeitradfahrern auftreten. Überlastungsschäden entwickeln sich in der Regel langsam über einen längeren Zeitraum und sind etwa doppelt so häufig wie Verletzungen.

Anatomie des Sprunggelenks

Drei Knochen sind am Sprunggelenk beteiligt:

  • Im oberen Teil bilden Schienbein (Tibia) und Wadenbein (Fibula) eine Einheit. Sie werden durch die Syndesmosebänder zusammengehalten.
  • Von unten spielt der Talus (Sprungbein) die Schlüsselrolle: Er nimmt das gesamte Körpergewicht auf und leitet es beim Gehen und Laufen an die Fußknochen weiter.
  • Sowohl Talus als auch die Gelenkflächen von Sprungbein und Wadenbein sind von Knorpel bedeckt.

Ursachen von Sprunggelenkschmerzen

Sprunggelenksarthrose

Die Sprunggelenksarthrose ist eine Abnutzungserscheinung des Gelenkknorpels im oberen und/oder unteren Sprunggelenk. Es handelt sich um einen degenerativen, also nicht umkehrbaren oder unfallbedingten Verschleiß. Dieser führt zum Knorpelabbau und einer Verkleinerung des Gelenkspalts.

In der Folge geht die stoßdämpfende Funktion des Knorpels verloren, die Gelenkflächen reiben aneinander und verursachen Schmerzen. Am Gelenkrand bildet sich neuer Knochen (Osteophyten), wodurch es im weiteren Krankheitsverlauf zu Bewegungseinschränkungen kommt.

Das obere Sprunggelenk (OSG) wird vom Unterschenkel aus durch Schienbein (Tibia) und Wadenbein (Fibula) sowie aus Fußrichtung vom Sprungbein (Talus) gebildet. Im Gelenk hat das Sprungbein eine gerundete und nach hinten zunehmend schmalere Oberfläche. Wird das Sprungbein nach vorne versetzt oder im Gelenk verkippt, beeinträchtigt dies die Passform der Gelenkpartner.

Im Röntgenbild ist die Knorpelschicht nur indirekt durch den Abstand der Knochen im Gelenk sichtbar. Sie bildet den sogenannten Gelenkspalt. Schwindet der Gelenkspalt durch Knorpelabrieb und Arthrose, resultiert eine erhöhte Belastung des angrenzenden Knochens.

Die stoßdämpfende Funktion des Gelenkknorpels im Sprunggelenk geht durch den Abrieb mehr und mehr verloren. An den Rändern des Sprunggelenks, wo die Knochen nach zunehmender Verengung des Gelenkspaltes knirschend aneinanderreiben, kommt es zu überschießender Knochenbildung mit Knochenspornen (Osteophyten).

Das obere Sprunggelenk erkrankt sehr häufig nach einer Sprunggelenksfraktur (Knochenbruch) an Arthrose. Meist tritt die Fraktur oberhalb der Sprunggelenksgabel auf. Eine solche Fraktur des Sprunggelenks kann viele unterschiedliche Schäden im Sprunggelenk zurücklassen. Dazu gehören vor allem Stufen in der Gelenkfläche. Die Form der Gelenkpartner kann sich ändern oder das Sprunggelenk wird instabil.

Auch die Stabilität der Sprunggelenksgabel (Malleolengabel) ist sehr wichtig.

Ursachen der Sprunggelenksarthrose

  • Unfälle: Meist begünstigen konkrete Ursachen wie Unfälle das Auftreten einer Sprunggelenksarthrose.
  • Fehlstellungen: Eine Fehlstellung des Sprungbeins erhöht die Gefahr der Sprunggelenksarthrose.
  • Knochenbrüche: Arthrose bildet sich ebenfalls aus, wenn sprunggelenksferne Knochenbrüche in einer Fehlstellung verheilen. Dies belastet den Knorpel im Sprunggelenk einseitig, wodurch es zum Verschleiß der Knorpelfläche kommt.

Symptome der Sprunggelenksarthrose

  • Anlaufschmerz: Bei einer Arthrose im Sprunggelenk hat der Patient das Gefühl, sich am Morgen nach dem Aufstehen, nach einer Sitzpause oder nach einer Ruhephase erst "einlaufen" zu müssen.
  • Schwellung: Das Gelenk ist "eingerostet" und häufig geschwollen.
  • Belastungsschmerz: Auch Belastungen verträgt der Patient nicht mehr so gut: Nach einer körperlichen Anstrengung treten im Sprunggelenk mit Arthrose auch Tage danach noch Symptome wie Schmerzen und Schwellungen auf (sog. "Gelenkkater").
  • Eingeschränkte Beweglichkeit: Bewegungen mit Stoßbelastungen des Gelenks wie Joggen oder Tennis werden ganz unmöglich.

Weitere Ursachen

  • Fehlstellung des Fußes: Das Sprunggelenk ist durch seinen Aufbau besonders anfällig für Veränderungen der Fußstellung. Eine Fehlstellung des Fußes überträgt sich auf die Position des Talus in der Sprunggelenksgabel (Malleolengabel).
  • Überlastung: Sprunggelenkschmerzen, die als Folge einer intensiven sportlichen Belastung über 2-3 Tage andauern, sind sicher ein Warnzeichen, das auf eine Schwächung des Sprunggelenks hindeutet.
  • Bänderverletzungen: Am weitesten verbreitet sind Sprunggelenkschmerzen nach Umknickverletzungen (Supinationstrauma).
  • Nervenkompressionssyndrome: Brennende oder stechende, und manchmal dumpfe Schmerzen auf der Oberfläche des Sprunggelenks resultieren häufig aus Nerveneinklemmungen.

Behandlung von Sprunggelenkschmerzen

Konservative Behandlung

  • Veränderung des Lebensstils: Eine der wichtigsten Therapiesäulen der Sprunggelenksarthrose stellt die Veränderung des Lebensstils dar, um das Fortschreiten der Arthrose möglichst weitgehend aufzuhalten. Die Patienten und Patientinnen sollten unbedingt darauf achten, Übergewicht zu vermeiden und ausreichend körperliche Aktivität in ihren Alltag zu integrieren.
  • Schmerzmittel: Um die Schmerzen zu reduzieren und die Entzündung zu hemmen, können Schmerzmittel aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) eingesetzt werden.
  • Kälteanwendungen: Bei akuten Entzündungen des Sprunggelenks kann Kälte in Form von Kühlpads angewandt werden. Achten Sie darauf, dass sie das Kühlpad nicht direkt auf die Haut legen, sondern mit einem Küchenhandtuch umwickeln.
  • Physiotherapie: Zusätzlich sollte eine Physiotherapie begonnen werden, um die umliegende Muskulatur zu stärken und das Sprunggelenk zu mobilisieren.

Operative Behandlung

  • Arthroskopie: Mit speziellen Instrumenten kann der Chirurg den Knorpel glätten, entzündetes Gewebe entfernen oder freie Gelenkkörper beseitigen.
  • Arthrodese (Gelenkversteifung): Hierbei werden die Gelenkflächen operativ fixiert, sodass das Gelenk dauerhaft stabilisiert wird.
  • Sprunggelenksprothese: Bei fortgeschrittener Arthrose und starkem Knorpelabbau wird das geschädigte Gelenk durch eine Prothese ersetzt.

Übungen zur Stärkung des Sprunggelenks

  • Fußkreisen: Setzen Sie sich auf einen Stuhl und strecken Sie ein Bein aus. Kreisen Sie langsam den Fuß im Uhrzeigersinn und dann in die entgegengesetzte Richtung.
  • Wadenheben: Stellen Sie sich auf die Zehenspitzen und senken Sie die Fersen langsam ab.
  • Dehnen der Achillessehne: Lehnen Sie sich mit den Händen gegen eine Wand, strecken Sie ein Bein nach hinten und beugen Sie das vordere Bein.
  • Ballrollen: Rollen Sie mit dem Fuß eine kleine Kugel (z. B. einen Tennisball) unter dem Fußgewölbe hin und her.

Hausmittel

  • Quarkwickel: Quarkwickel wirken entzündungshemmend und können bei Schwellungen helfen.
  • Heilpflanzen: Darüber hinaus werden Heilpflanzen wie Teufelskralle oder Ingwer aufgrund ihrer entzündungshemmenden Eigenschaften oft empfohlen.

Überlastungsschäden im Radsport

Im Bereich der Lendenwirbelsäule kommt es bei fast der Hälfte aller Radsportler im Laufe der Karriere zu Beschwerden. Selbst im Profibereich berichten 45 % aller Sportler über wiederkehrende lumbale Schmerzen. Eine angepasste Sitzposition und individuelle Gymnastik dienen zur Prävention von Rückenschmerzen.

Weitere Probleme sind Nervenkompressionssyndrome, hier vor allem die ulnare Neuropathie, das Carpaltunnelsyndrom, vertebral bedingte Dysästhesien und das „burning Feet Syndrome“. Sie treten oft nach langen Fahrten auf, verschlimmern sich auf unebenem Grund und können in chronischen Beschwerden enden.

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