Aktuelle Bikes sind nahezu alle für 1 x 12-Schaltungen ausgelegt, aber auch an betagteren Modellen lassen sich die aktuellen Schaltgruppen nachrüsten. So oder so sollten Sie aber ein paar Dinge beachten. Wir zeigen, welche.
Warum 1x12-Schaltungen?
Weil es aktuell das Nonplusultra ist! Erst mit Einführung von Srams Eagle-Gruppen mit 1 x 12 Gängen wendete sich buchstäblich das Blatt. Deren 10-52-Zähne-Kassetten bieten seitdem genug Bandbreite für jeden Biker: vom Einsteiger bis zum Olympiasieger.
Polarisierten die mächtigen 12-fach-Kassetten zunächst, haben sich die meisten Biker inzwischen an den Anblick gewöhnt.
Inzwischen hat Shimano nachgezogen. Die drei Topgruppen SLX, XT und XTR offerieren nun auch 12 Ritzel an der Kassette, und das mit 10-51 Zähnen. Auch die günstigeren Schaltgruppen SLX und Deore sind nun mit 1x12-Technologie zu haben.
Der Wegfall des Umwerfers erlaubt mehr Spielraum in jeglicher Hinsicht: für eine optimierte Kinematik, für mehr Reifenfreiheit und/oder kürzere Kettenstreben, für eine organischere Optik.
Bandbreite und Übersetzungen
Reicht die Bandbreite an 1x12-Schaltungen? Ja. Srams Eagle-Gruppen ab GX aufwärts bieten bis zu 520 Prozent Bandbreite, Shimanos 1 x 12-Gruppen 510 Prozent.
Alles von 500 Prozent Bandbreite ausgehend reicht für nahezu jede erdenkliche Art seriösen Geländeradsports aus! Das heißt, dass der kleinste Gang klein genug für Klettereien ist, der größte dick genug fürs Tempobolzen in der Ebene.
Die Feinabstimmung ist bei 1-fach-Antrieben abhängig von der Kettenblattgröße.
Umgekehrt reicht der kleinste Gang von 32:52 oder 32:51 aus, um auch steile Stiche von über 20 Prozent Steigung knieschonend zu bewältigen.
Welches Kettenblatt brauche ich?
Das kommt auf die Topografie des "Heimatgeländes" und die eigene Fitness an. Motto: Je steiler die Umgebung und/oder je dünner die Wadeln, desto kleiner das Kettenblatt.
Unsere Empfehlung für durchschnittlich trainierte Biker: im Flachland 34er- oder 36er-Blatt, im Mittelgebirge 32er oder 34er, in den Alpen 30er oder 32er.
Die Vorteile von 1x12-Schaltungen
Die sind mannigfaltig! Erst mal fallen bei 1 x 12 zwei große Bauteile weg, der Umwerfer und der linke Schalthebel. Dazu der Innen- und Außenzug.
Alles, was nicht am Bike ist, das wiegt nix, das kostet nix, das verschleißt nicht, das geht nicht kaputt und das kann nicht falsch bedient werden. Keep it simple!
In der Praxis bedeutet das eine deutliche Gewichtsersparnis, aber auch eine simplere, logischere Bedienung. Verschalter, Kettenklemmer und -abwürfe gibt es mit einer gut eingestellten 1 x 12-Schaltung schlicht nicht.
Frappierend ist der geringere Verschleiß. Muss man bei 2 x 11 im Mittel nach 1500 km die Kette wechseln, hält eine hochwertige Kette im 1 x 12-Betrieb mindestens doppelt so lange!
Das liegt daran, dass die größten Stressoren des Antriebs wegfallen: keine Verschalter, keine (extrem belastenden!) Bewegungen der Kette via Umwerfer, weniger Dreck im System.
Umrüstung älterer Bikes auf 1x12
Es lässt sich prinzipiell jedes Bike ab Anfang/Mitte der 90er Jahre umrüsten! Voraussetzung ist nur ein BSA-Tretlagergehäuse (Pressfit, BB30 etc. bei neueren Bikes gehen natürlich auch), damit die aktuellen Innenlager passen und im Idealfall ein aktueller Standardfreilauf.
Freilauf-Standards
Auf den Standardfreilauf, der einst für 8-fach entwickelt wurde, passen keine 12-fach-Kassetten mit kleinem 10er-Ritzel.
Um diese Kassetten (Shimano SLX, XT, SLX; Sram GX Eagle, X01 Eagle, XX1 Eagle) zu nutzen, müssen Sie das Laufrad auf den "XD-Body" (Sram) oder den "Micro-Spline"-Freilauf (Shimano) umrüsten.
Ist dies nicht möglich oder zu teuer, gibt es auch Lösungen, perfekt bei Sram: Die Kassetten der preiswerten NX- und SX-Eagle-Gruppen passen auf den alten Freilauf!
Dafür bieten sie als kleinstes Ritzel "nur" ein 11er, und sie sind relativ schwer.
Diese funktionieren mit Shimano wie mit Sram, bieten aber unter Umständen nicht die optimale Schaltqualität und Haltbarkeit.
Shimano Micro Spline: Der noch junge Shimano-Standard ist einzig für die Shimano-12-fach-Kassetten der Güteklassen Deore, SLX, XT und XTR. (Noch) nicht alle Naben-Hersteller bieten Micro Spline an
Sram XD-Body: Den XD-Freilauf brachte Sram zu 1 x 11-Zeiten, um Platz für das 10er-Ritzel zu schaffen. Da Sram den Standard „offen“ ließ, gibt es eine riesige Auswahl. Auch Dritthersteller von Kassetten nutzen XD.
Standardfreilauf: Der auch auf dem Bild in die Jahre gekommene Standardfreilauf (ab 8-fach) nimmt dennoch 12-fach-Kassetten auf. Etwa von Sram (SX/NX) und Drittanbietern. Das kleinste Ritzel ist auf 11 Zähne beschränkt.
Kann ich meine alte Kurbel weiter nutzen?
Wer ein älteres Bike auf 1 x 12 umrüsten will, kann unter Umständen ein paar Euro sparen. Nämlich dann, wenn der Umstieg von einer betagteren Sram-Gruppe auf neue Sram-Eagle-Parts erfolgen soll.
Achten Sie aber auf den korrekten Versatz des Kettenblattes
Boost-Standard
Da diese zusätzlichen Millimeter der Antriebsseite aufgeschlagen wurden, steht die Kassette und damit die Kettenlinie weiter rechts als früher. Was bedeutet, dass die Kurbel dazu passen muss.
Sram und viele Dritthersteller regeln das über den Versatz des Kettenblatts: Das Boost-konforme Blatt hat einen Offset von 3 mm, das Non-BoostBlatt 6 mm.
Shimano bietet hingegen diverse Kurbeln an. Die Modelle mit einer "2" als dritter Ziffer (z. B. FC-M6120 bei der neuen Deore) haben eine Kettenlinie von 52 mm und passen laut Shimano für 142-mm- wie für Boost-Hinterbauten. Die Modelle mit einer "0" mit 55-mm-Kettenlinie sind nur für Boost.
SRAM und Shimano mischen?
Antwort: jein. Srams Schalthebel steuern das Schaltwerk mit 1:1-Übersetzung des Hebelweges an, bei Shimano gilt 2:1. Hebel und Schaltwerk müssen also zusammenpassen!
Auf den Sram-"X-Sync-2"-Blättern findet zudem nur eine Sram-12-fach-Kette ihren Sitz.
Umgekehrt würde eine Sram-Kette auf einer Shimano-Kurbel funktionieren, auch die Kassetten wären in der Theorie kompatibel. In der Praxis macht das keinen Sinn: Schaltqualität und die Haltbarkeit leiden unter so einem Mix spürbar
Innerhalb der US- und Japan-12-fach-Welten ist aber alles auf- und abwärtskompatibel.
Sram hingegen propagiert den Mix ausdrücklich und preist sein "Eagle-Ecosystem" an.
Was kostet SRAM und Shimano?
Gar nicht so viel. Srams Einstiegsgruppe NX Eagle gibt es komplett im Internet schon ab rund 270 Euro. Für die wertigere, leichtere GX-Eagle-Gruppe sind 100 Euro mehr fällig, dazu kommt ggf. der Umbau auf den XD-Freilauf, den die GX-Kassette benötigt.
Mit der eleganten SLX-1 x 12-Gruppe glückt der Einstieg bei Shimano auch schon ab circa 275 Euro im Internet-Handel. Dazu kommt der benötigte Micro-Spline-Freilaufkörper, der für eine DT-Swiss-Nabe zum Beispiel rund 50 Euro kostet.
Alternativen zu Shimano und SRAM
Ja, die gibt es. Zwar hat die Newcomer-Firma Box ihr 12-fach-Projekt eingestellt und bietet stattdessen nun eine 1 x 9-Gruppe mit 455 Prozent Band- breite an, dafür gibt es ein spannendes Upgrade-Kit von E*thirteen.
Das kostet online schlanke 250 Euro und wartet mit einer 9-46er-Kassette mit satten 511 Prozent Bandbreite auf. Benötigt wird eine "alte" Sram-1 x 11-Schaltung, die mit Hilfe diverser Schräubchen passend umgebaut wird.
Dazu gibt es, wie bereits geschrieben, diverse Anbieter für Ketten und Kassetten, aber auch für Kurbeln und Kettenblätter.
Überblick: Sram vs. Shimano 12fach-MTB-Schaltgruppen
Trotz der immensen Größe von Shimano, hat vor allem Sram, der einzige ernstzunehmende Konkurrent, die Entwicklung von Mountainbike-Schaltungen in den letzten Jahren maßgeblich geprägt.
Mit der Einführung der 1x12-Schaltung haben die Amerikaner 2016 das Traditionsunternehmen Shimano bei der Technologievorherrschaft abgelöst.
Bereits zwei Jahre später etablierte Sram mit seiner NX-Gruppe die neuen 1x12-Antriebe an Mountainbikes bis in den günstigen Einstiegsbereich.
2018 reagierten die Japaner auf den wachsenden Druck und verpassten ihrer neuen XTR ebenfalls ein zwölftes Ritzel an der Kassette.
Seit Sommer 2019 sind zudem die günstigeren SLX- und XT-Gruppen mit Zwölffach-Kassetten ausgestattet.
Mittlerweile sind acht Zwölffach-Varianten über sämtliche Preisklassen erhältlich.
Sowohl bei Shimano als auch bei Sram sind die einzelnen Bauteile der unterschiedlichen Antriebe untereinander kompatibel.
So kann sich jeder Biker seinem Budget entsprechend seinen Antrieb auch selbst konfigurieren.
Die günstigsten Upgrade-Kits aus Schaltwerk, Kassette, Kette und Schalthebel gibt es ab 167 Euro. Das zusätzlich nötige Nachrüstkettenblatt für die alten Kurbeln kostet ab 40 Euro.
Wer einen alten Sram-Elffach-Antrieb auf Sram-Zwölffach umrüsten möchte, braucht keinen neuen Freilaufkörper.
Wer seinen alten HG-Freilauf (Shimano) nicht ersetzen will oder kann, hat die Option, eine Sram-Eagle-NX-Kassette zu verbauen.
Daher beruht dieser umfassende Überblick und alle gemachten Angaben und Preise auf unseren Daten aus dem Jahr 2020.
Shimano Deore - M6100
Für das Modelljahr 2021 erweiterte Shimano sein 1x12-Angebot um die günstigere Deore M6100.
Um die Nummer vier in Shimanos Komponentenhierachie massentauglich zu machen, setzt Shimano die neue Deore-Schaltung sogar unterhalb der 300-Euro-Preisgrenze an.
Alle neuen Shimano Deore 12fach-Komponenten sind seit dem Modelljahr 2021 im Handel erhältlich.
Die Leit- und Spannrollen haben bei der neuen 12fach-Deore 13 Zähne.
- Freilaufstandard Micro-Spline
- Bandbreite 510 %
- Preis Schaltgruppe ca. 300 Euro
Shimano SLX - M7100
Die SLX war bis zum Modelljahr 2020 Shimanos Einstieg in die Zwölffach-Klasse.
Bei ähnlichem Preis ist sie über 200 Gramm leichter als Srams NX-Eagle-Pendant.
Allerdings wird beim Umrüsten auch ein neuer Freilaufkörper für zirka 60 Euro fällig.
In der Praxis funktioniert die Schaltung sehr gut. Vielen gefällt das weichere Schaltgefühl des Hebels sogar besser als das des teureren XT-Hebels.
- Freilaufstandard Micro-Spline
- Gewicht Schaltgruppe 1857 Gramm
- Kurbelgewicht 649 Gramm
- Bandbreite 450 % / 510 % / 623 % (2fach)
- Preis Upgrade-Kit 167 Euro
- Preis Schaltgruppe 270 Euro
Sram NX Eagle
Srams NX-Eagle-Gruppe ist kein Leichtgewicht, hat aber einen großen Vorteil: Ihre Kassette ist mit dem Jahrzehnte alten HG-Freilauf von Shimano kompatibel.
Mit dem 11er-Abschlussritzel ist ihre Bandbreite geringer als bei allen anderen Zwölffach-Antrieben.
Das Schaltgefühl ist minimal undefinierter, und sie läuft etwas lauter als die hochwertigeren Antriebe von Sram.
- Freilaufstandard HG-Standard
- Gewicht Schaltgruppe 2074 Gramm
- Kurbelgewicht 707 Gramm
- Bandbreite 455 %
- Preis Upgrade-Kit 187 Euro
- Preis Schaltgruppe 268 Euro
Shimano Deore XT - M8100
Die XT-Gruppe von Shimano kombiniert seit Jahrzehnten annehmbare Preise mit höchster Qualität. Da macht auch das neue M8100-Ensemble keine Ausnahme.
Aufgrund des guten Preis-Leistungsverhältnisses wird sie oft auch als "Volksschaltung" bezeichnet.
Ihre Funktion ist tadellos. Lediglich die hohen Handkräfte des Schalthebels gefallen nicht jedem.
- Freilaufstandard Micro-Spline
- Gewicht Schaltgruppe 1798 Gramm
- Kurbelgewicht 641 Gramm
- Bandbreite 450 % / 510 % / 623 % (2fach)
- Preis Upgrade-Kit 267 Euro
- Preis Schaltgruppe 412 Euro
Sram GX Eagle
In den Punkten Gewicht, Preis und Schaltgefühl ist die GX der Shimano XT minimal überlegen. Dafür hat sie eine zehn Prozent geringere Bandbreite.
Unterm Strich kann man sagen: Beide Schaltgruppen funktionieren auf ähnlichem Niveau.
Die GX Eagle von Sram hat also auch das Zeug zur Volksgruppe. Rein von der Funktion ist kaum ein Unterschied zur X01 oder XX1 Eagle zu spüren.
- Freilaufstandard XD
- Gewicht Schaltgruppe 1711 Gramm
- Kurbelgewicht 612 Gramm
- Bandbreite 500 %
- Preis Upgrade-Kit 260 Euro
- Preis Schaltgruppe 377 Euro
Shimano XTR - M9100
Nach einem Werksbrand bei Shimano musste man lange auf die neue XTR-Kurbel warten. Mittlerweile ist die Top-Gruppe der Japaner komplett erhältlich.
Der Schalthebel drückt sich sportlich straff, dafür wechselt die Kette blitzschnell und leise die Ritzel.
Eine elektronische Di2-Version der 12fach XTR-Schaltung gibt es aktuell nicht.
- Freilaufstandard Micro-Spline
- Gewicht Schaltgruppe 1497 Gramm
- Kurbelgewicht 531 Gramm
- Bandbreite 450 % / 510 % / 623 % (2fach)
- Preis Upgrade-Kit 552 Euro
- Preis Schaltgruppe 999 Euro
Sram XX1 Eagle / XX1 Eagle AXS
Die XX1 Eagle ist die leichteste Zwölffach-Schaltgruppe auf dem Markt. Neben der normalen Version mit Schaltzug gibt es noch eine teurere, elektronische AXS-Variante komplett ohne Kabel.
Die X01 Eagle ist ähnlich hochwertig, für den Enduro-Einsatz aber etwas robuster verarbeitet.
Der Schalthebel drückt sich definiert, aber weich. Ein Traum von einer Schaltung!
- Freilaufstandard XD
- Gewicht Schaltgruppe 1434 Gramm
- Kurbelgewicht 469 Gramm
- Bandbreite 500 %
- Preis Upgrade-Kit 744 Euro / 1089 Euro
- Preis Schaltgruppe 1199 Euro / 1525 Euro für AXS
Bestandteile einer Mountainbike-Gruppe
Klassischerweise besteht eine komplette Mountainbike-Gruppe aus allen Komponenten des Antriebs und der Bremsen. Im Einzelnen sind dies:
- Schalthebel
- Schaltwerk
- Schaltkäfig
- Umwerfer
- Kassette
- Kurbel
- Tretlager
- Kette
- Bremshebel
- Bremszug oder -leitung
- Bremssattel
- Bremsscheibe und Bremsbeläge
Während Shimano komplette Gruppen aus Schaltung, Bremsen und sogar Laufrädern anbietet, umfassen die SRAM-Gruppen „nur“ die Schaltung.
Wie funktioniert eine Mountainbike-Schaltung?
Eine Mountainbike-Schaltung ist in der Regel eine Kettenschaltung. Indem die Kette in Fahrtrichtung über verschiedene Kombinationen von Kettenblättern und Ritzeln geführt wird, ergeben sich verschiedene Übersetzungsverhältnisse.
An der Kurbel sind ein bis drei Kettenblätter montiert, während sich an der Hinterradnabe eine Ritzelkassette befindet mit meist 10 bis 12 Ritzel.
Beim Schalten zieht oder hebt der Umwerfer die Kette auf das gewünschte Kettenblatt. Das Schaltwerk hingegen ist dafür zuständig, die Kette auf eines der Ritzel zu leiten.
Mechanisch oder Elektrisch?
Für die Betätigung von Schaltwerk und Umwerfer gibt es derzeit zwei Systeme, die hauptsächlich bei einer Schaltung eingesetzt werden:
- mechanisch
- elektronisch
Bei Mountainbikes ist die mechanische Schaltung noch am weitesten verbreitet.
Hier sind die Schalter über Schaltzüge mit Schaltwerk und Umwerfer verbunden.
Shimano vs. Sram
Im MTB-Bereich gibt es bei der Schaltung eigentlich häufig nur die Wahl zwischen Shimano und SRAM. Wir geben euch einen Überblick über die Technologien der beiden Konkurrenten und die Hierarchien der einzelnen MTB-Schaltgruppen.
Shimano ist aktuell der Marktführer in allen Fahrradsegmenten und hat das größte Portfolio an Schaltsystemen für den MTB-Bereich.
Die meisten Gruppen wurden so entwickelt, dass sie sich auch kombinieren lassen, solange sie die gleiche Anzahl an Gängen besitzen.
1x12 Schaltungen von Shimano- und SRAM im Test
Shimano gegen Sram. Unser Test zeigt, wer aktuell die beste Schaltungskost bietet! Oder ist das alles nur eine Frage des Geschmacks?
Auf der einen Seite das feine Satinfinish, die sanften und geschmeidigen Gangwechsel sowie die gedeckten Silbertöne der Shimano-Gruppe, auf der anderen Seite das glänzende Chromfinish, die extra knackigen Gangwechsel und die teils poppigen Farben der Sram-Parts.
Shimano SLX (M7100)
Überraschend: Die Shimano SLX kam dieses Jahr zeitgleich mit der neuen XT auf den Markt, normal legt Shimano immer ein Jahr dazwischen.
Optisch ist sie ein Hingucker und auch technisch - auf dem Papier - auf dem neusten Stand.
Etwa dank der großen 10-51er-Kassettte, welche dieselbe Bandbreite wie bei der Shimano XT bereitstellt und damit den direkten Konkurrenten Sram NX Eagle (11-50 Zähne) um über 50 % Bandbreite abhängt!
SRAM NX Eagle
Als Sram 2018 die NX Eagle vorstellte, machte diese die 1 x 12-Philosophie der US-Amerikaner noch attraktiver: Knapp 400 Euro kostet der Einstieg in die 12-fach-Welt nur noch, online ist sie sogar für rund 270 Euro erhältlich.
Im Falle der NX ist es die Verwendung von günstigeren Materialien (Stahl und Kunststoff statt Alu), vor allem aber die Größe des kleinsten Ritzels.
Statt 10-50 bietet Sram die NX mit 11-50-Zähne-Kassette an.
Dadurch ergibt sich eine Bandbreite von nur 454 statt der 500 Prozent, die alle anderen Eagle-Gruppen so erfolgreich machten.
Ein Vorteil ist wiederum, dass die Kassette auf herkömmlichen Shimano-Freiläufen montiert werden kann, was die NX Eagle für Nachrüster mit älteren Bikes extrem spannend macht.
Shimano XT (M8100)
Shimano ließ Käufer aufgrund von Fertigungsproblemen im letzten Jahr lange auf die neue XTR warten. Umso größer waren heuer die Erwartungen an die neue XT-Gruppe.
Satte 511 Prozent Bandbreite bietet die neue XT mit einer Kassette mit 10-51 Zähnen.
Genau einen Zahn mehr also als die direkte Konkurrenz der Sram GX Eagle - bei nur minimal mehr Gewicht.
Und auch in Sachen Ergonomie setzt die Shimano XT ein dickes Ausrufezeichen. Ein gummierter Schalthebel sorgt für perfekten Grip.
Zudem können durch die "Multi-Shift"-Technik gleich zwei Gänge auf einmal in Richtung kleine Ritzel geschaltet werden, was in diesem Test ein Alleinstellungsmerkmal ist.
SRAM GX Eagle
Der Platzhirsch unter den 12-fach-Schaltungen! Mit der GX Eagle hat Sram 2017 den 1 x 12-Antrieb zu erschwinglichen Preisen auf den Markt gebracht.
Mit Erfolg: 1 x 12 ist seither nicht mehr wegzudenken und die GX Eagle seitdem an unzähligen Bikes von Werk aus verbaut.
Know-how Schaltungen
Welcher Freilauf?
Standard: Der klassische Freilauf ist noch immer an vielen Radnaben zu finden. Er nimmt alle 8-/9-/10-fach-Kassetten auf, zudem die 11-fach-Modelle von Shimano.
Nicht passen alle Sram-11-fach- und 12-fach-Kassetten - mit Ausnahme der preiswerten NX-Eagle- Kassette.
XD-Body: Mit Einführung der XX1-Gruppe (1 x 12) brachte Sram auch einen neuen Freilauf, den XD-Body. Er ist seitdem Standard für alle Sram-Kassetten mit kleinem 10er-Ritzel.
Auch einige Fremdanbieter wie E13 oder Hope nutzen den XD-Freilauf.
Micro spline: Da es Shimano nicht übers Herz brachte, auf einen Sram-Standard zu setzen (dennoch aber ein 10er-Ritzel verbauen wollte), benötigen die neuen Gruppen SLX, XT und XTR den neuen Micro-Spline-Freilauf.
Der ist jetzt endlich auch bei fast allen Laufradherstellern erhältlich.
Kurbeln von Fremdanbietern
Mit Einführung der Eagle-Gruppen zeigte sich Sram restriktiv: Die neue, tolle X-Sync-2-Kettenblatttechnik ist kein offener Standard, sondern Sram und der Tochter Truvativ vorbehalten.
Die Eagle-Gruppen funktionieren tatsächlich am besten mit Sram/Truvativ-Kurbeln zusammen, werden auch nur so an Komplettbikes verbaut.
Alternativ schalten
Umwerfend: Auch wenn die Bike-Hersteller wohl auf Shimanos neue 1 x 12-Gruppen abfahren werden, es gibt sie: die breitbandige 2 x 12-Variante von SLX, XT und XTR mit Umwerfer und komplett neuem "Mono"-Hebel. Dieser funktioniert extrem intuitiv.
Elektronisch: Auch Sram war in diesem Jahr nicht untätig und brachte die neuen Eagle X01 AXS und Eagle XX1 AXS heraus.
Diese beiden teuren, edlen Highend-Gruppen wechseln die Gänge nicht nur elektronisch mittels kleinem Servomotor am Schaltwerk, sondern auch noch kabellos. Der kleine Controller am Lenker sendet ein verschlüsseltes Funksignal.
Kompakt: Alle Welt schreit nach 12-fach - und was macht der kleine Schaltungshersteller BOX? Der setzt seine neue "Prime"-Gruppe nun auf 9-fach.
Die Bandbreite passt dank 11-50 Zähnen an der Kassette dennoch. Die Vorteile sollen in der enormen Robustheit und Langlebigkeit liegen.
Vergleichstabelle der Komponenten
| Komponente | Shimano SLX (M7100) | SRAM NX Eagle | Shimano XT (M8100) | SRAM GX Eagle |
|---|---|---|---|---|
| Schaltwerk Gewicht | 310 g | 344 g | 281 g | 292 g |
| Hebel Gewicht (ohne Zug) | 116 g | 98 g | 117 g | 107 g |
| Kassette Gewicht | 527 g | 612 g | 469 g | 448 g |
| Kette Gewicht (116 Glieder) | 255 g | 273 g (126 Glieder) | 257 g | 273 g (126 Glieder) |
| Kurbel Gewicht (ohne Innenlager) | 645 g | 701 g | 635 g | 627 g |
| Gesamtgewicht | 1853 g | 2028 g | 1759 g | 1747 g |
| Übersetzung (kleinster Gang) | 0,63:1 | 0,64:1 | 0,63:1 | 0,64:1 |
| Übersetzung (größter Gang) | 3,20:1 | 2,91:1 | 3,20:1 | 3,20:1 |
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