Akkus (herausnehmbar vs. fest verbaut)? Welche elektronische Schaltgruppe ist am besten (für dich)? Saßen wir nicht alle schon einmal vor dem Bike-Konfigurator und überlegten uns, welche Schaltgruppe es an dem neuen Rennrad werden soll? Heute wollen wir euch einmal eine Schnelleinführung in die Unterschiede der Schaltgruppen geben, die euch beim nächsten Rennradkauf eine Hilfe sein könnten. Die Schaltung ist das Herzstück deines Rennrads.
Sie bestimmt, wie effizient du deine Kraft aufs Pedal bringst, wie leicht du Anstiege bewältigst und wie präzise du schalten kannst. In diesem Artikel vergleichen wir die besten Rennrad Schaltgruppen von Shimano und SRAM. Schwergängige Schaltungen waren gestern! Elektronische Schaltgruppen, die mit Hilfe von Drahtlos-Technik und hochpräzisen Stellmotoren blitzschnell die Übersetzung ändern, erobern rasant den Markt. Wir erklären wie sie funktionieren und geben eine Übersicht über die wichtigsten Hersteller und deren elektronische Schaltgruppen.
Die Erfindung der Seilzug-gesteuerten Schaltung war eine Revolution in der Fahrradtechnik. Und man muss sagen: Dieses Funktionsprinzip hat durch stetige Weiterentwicklung bis heute eine hohe Perfektion erreicht. Dennoch sind Bowdenzug-Systeme seit jeher anfällig gegen Verschmutzung und Verschleiß. Die Folge: Schwergängige und ungenaue Gangwechsel verbunden mit einem relativ hohen Wartungsaufwand. Aber die Tage der Seilzüge sind gezählt!
Funktionsweise elektronischer Schaltungen
Bei elektronischen Schaltungen übernimmt diesen Job ein präziser Servomotor, der sich direkt im Schaltwerk beziehungsweise im Umwerfer befindet. Servomotor statt Bowdenzug An modernen Mountainbikes und Rennrädern drängen sich bis zu 13 Ritzel am Hinterrad. Der Platz zwischen Hinterbau und Speichen ist jedoch begrenzt. Deshalb sind die Abstände zwischen den einzelnen Ritzeln mit jeder Generation geringer geworden.
Die Folge: Der Schaltkäfig muss heute pro Gangstufe extrem wenig Weg zurück legen. Und darüber hinaus präzise aufs Zehntel-Millimeter unter dem gewählten Ritzel stehen bleiben. Mit dieser Aufgabe sind Bowdenzüge, die einer gewissen Dehnung und Verschleiß unterliegen, zunehmend überfordert. Die Mini-Motoren erhalten ihre Schaltbefehle via Kabel oder besser noch via Funk vom Schalthebel am Lenker. Dadurch sind alle Gangwechsel stets identisch, präzise und schnell. Die Servos werden von kleinen Akkus mit Energie versorgt, die sich je nach Hersteller an unterschiedlichen Stellen des Bikes befinden.
Überblick über Rennrad Schaltgruppen
Eine Rennrad Schaltgruppe besteht aus mehreren Komponenten, die zusammenarbeiten, um die Kraftübertragung effizient und präzise zu gestalten. Hier ist eine umfassende Übersicht über Rennrad Schaltgruppen, einschließlich Shimano und SRAM, sowie deren Komponenten und Funktionsweise. Rennräder sind mit einer Vielzahl von Schaltgruppen ausgestattet, die auf unterschiedliche Anforderungen abgestimmt sind. Von der soliden Shimano Sora bis zur High-End SRAM Red eTap AXS bieten moderne Rennräder für jeden Fahrstil und jedes Budget die passende Lösung.
Bei klassischen Fahrrädern (z. B. Rennrad) umfasst eine „Schaltgruppe“ alle Komponenten für Schalten und Bremsen: Schalthebel, Bremsen, Kurbel, Kettenblätter, Kassette, Kette, Schaltwerk und Umwerfer. Grundsätzlich gilt: Je hochwertiger die Schaltung, desto präziser und schneller sind die Gangwechsel, desto langlebiger die Komponenten - und oft auch desto geringer das Gewicht.
Shimano Schaltgruppen
Shimano bietet ein breites Spektrum an mechanischen und elektronischen Gruppen für Rennrad, Gravel und Mountainbike. Der Komponenten-Marktführer stellte seine erste elektronische Schaltgruppe fürs Rennrad im Jahr 2010 vor: Die Dura Ace Di2. Die Ultegra Di2 Gruppe folgte einige Jahre später. Bis zur Generation 2022 wurden die Schaltbefehle bei beiden Gruppen via im Rahmen verlegter Kabel übertragen. Mit Präsentation der elektronischen 105 Di2 Gruppe im Jahr 2022 hielt bei Shimano die Drahtlos-Technik Einzug.
Während die preiswerte „Volksgruppe“ 105 Di2 ausschließlich per Funk schaltet, hat man bei den aktuellen Gruppen Ultegra Di2 und Dura Ace Di2 die Wahl zwischen Kabel und Wireless-Technik. Vor einigen Jahren wurde die Di2-Technik auch für Mountainbikes vorgestellt. Und relativ neu auch im Lifestyle-Bereich. Aktuell gibt es eine Shimano XT Di2 MTB-Gruppe und die zuletzt präsentierten CUES Di2 Komponenten für Trekking- und Citybikes. Im Gegensatz zu den elektronischen Rennrad-Schaltungen sind diese Di2 Gruppen jedoch ausschließlich an E-Bikes zu finden. Und auch nur, wenn die E-Bikes ab Werk mit den Di2-Komponenten ausgestattet sind.
Weitere Besonderheiten: Bei den Schaltungen stehen die beiden neuen Modi Auto-Shift und Free-Shift zur Wahl. Auto-Shift kann die Schaltvorgänge vollautomatisch übernehmen. Mit Free-Shift lassen sich die Gänge im Leerlauf wechseln, also ohne zu treten. Am Rennrad kommen die optisch bekannten Schalt-/Bremshebel zum Einsatz. Anders als bei den mechanischen Schaltungen ist der Bremshebel aber nicht schwenkbar. Dafür liegen hinter dem Bremshebel zwei leichtgängige Taster, mit denen die Schaltvorgänge ausgelöst werden.
Optional erhältlich sind Satelliten-Schalter, die am Oberlenker, den Lenkerenden oder vorne an Zeitfahrlenkern montiert werden können. Bei den Di2 Mountainbike Gruppen sitzt der (Doppel-)Taster an der üblichen Position unter dem rechten Lenkergriff und wird mit dem Daumen bedient. Der zum Schalten benötigte Strom kommt von einem zentralen Akku, der meist im unteren Teil des Rahmens oder in der Sattelstütze sitzt. Die zentrale Ladebuchse befindet sich am Schaltwerk. Die Schalt-Bremshebel sind mit Knopfzellen-Batterien ausgestattet.
Bei einer Reichweite von rund 2000 Kilometern und entsprechend vielen Gangwechseln, muss man kaum Angst haben, dass die Energie unerwartet ausgeht. Und das Aufladen ist in anderthalb Stunden erledigt. Mithilfe von Bluetooth und der Verbindung zum Smartphone (E-Tube App) lassen sich die Schaltgruppen in vielen Funktionen individualisieren. Beispiel Rennrad: Der Syncro-Shift Modus ermöglicht, dass die Schaltung lediglich mit dem rechten Schalthebel fürs Schaltwerk bedient werden kann.
Das heißt, bei entsprechender Übersetzung führt der Umwerfer die nötigen Wechsel am Doppelkettenblatt automatisch durch. Des weiteren wird die Feinjustierung von Schaltwerk und Umwerfer via App erledigt. Die Shimano 105 ist eine der beliebtesten Rennrad Schaltgruppen im Mittelklasse-Segment. Sie bietet sowohl mechanische (R7000) als auch elektronische (Di2 R7100) Varianten. Die 11- oder 12-fach-Schaltung sorgt für präzise Gangwechsel, selbst unter Last. Das moderne Design kombiniert Leichtigkeit mit Langlebigkeit.
Die Shimano Ultegra richtet sich an fortgeschrittene Fahrer und Rennsportler. Diese Rennrad Schaltgruppe ist sowohl mechanisch (R8000) als auch elektronisch (Di2 R8150) erhältlich. Mit ihrer 12-fach-Schaltung, ihrer herausragenden Schaltgeschwindigkeit und den leistungsstarken hydraulischen Scheibenbremsen bietet sie eine hervorragende Balance zwischen Gewicht, Präzision und Preis. Die Shimano Dura-Ace ist die Spitzenklasse unter den Rennrad Schaltgruppen. Mit ihrer 12-fach-Schaltung und ausschließlich elektronischen Di2-Technologie bietet sie höchste Präzision und Geschwindigkeit.
Ultraleichte Materialien wie Carbon machen sie zur Wahl vieler Profi-Rennfahrer.
SRAM Schaltgruppen
SRAM setzt im High-End-Bereich vor allem auf seine kabellosen eTap AXS-Gruppen. Die Red AXS gilt als eine der leichtesten Komplettgruppen am Markt, während die Force AXS nahezu dieselbe Technik zu einem günstigeren Preis bietet. Der US-amerikanische Komponentenhersteller SRAM hat ganze 10 E-Gruppen für Rennräder und Mountainbikes im Programm. Zu erkennen sind die Komponenten am Namenszusatz AXS. Neuester Zuwachs sind die vier Transmission Gruppen, die grundsätzlich mit Strom schalten.
Transmission ist die Bezeichnung der neu entwickelten Schaltwerke, die direkt am hinteren Ausfallende mit Hilfe der Steckachse montiert werden. Die Übertragung der Schaltbefehle erfolgt bei SRAM stets kabellos. Die Montage einer SRAM Wireless-Schaltgruppe ist deshalb so einfach wie nie, denn es gibt auch keine Kabel, die zu einem separaten Akku führen. Denn dieser sitzt direkt am Schaltwerk, beziehungsweise am Umwerfer. Auch bei der Bedienung und der Schaltlogik geht Sram seinen eigenen Weg.
Beispiel Rennrad-Gruppen: An jedem Brems-/Schalthebel gibt es einen Schalthebel, die in Kombination wie die Lenkrad-Schaltwippen an einem Sportwagen funktionieren. Drücken links schaltet am Schaltwerk in einen leichteren Gang (Kette steigt). Drücken am rechten Hebel schaltet hinten in einen schwereren Gang (Kette fällt). Drückt man beide Taster gleichzeitig, schaltet der Umwerfer aufs große beziehungsweise aufs kleine Kettenblatt, je nachdem, wo die Kette gerade aufliegt.
Wie bei Shimano lassen sich optional erhältliche Zusatzschalter an Ober- oder Unterlenker montieren. Es handelt sich dabei um einfache Schaltknöpfe, so genannt Blibs. Bei den Mountainbike-Gruppen sitzt ein kompakter Daumen-Schalter unterhalb des rechten Lenker-Griffs, so wie man es von herkömmlichen Daumen-Schalthebeln her kennt. Je nach Baureihe/Gruppe funktionieren sie wie kleine Wippschalter (AXS) oder über zwei separate Tasten zum hoch- und runterschalten (Transmission). Da es bei Sram MTB E-Gruppen ausschließlich mit 1-fach Kettenblatt gibt, fallen Umwerfer und linke Schalthebel weg.
Wie bei modernen Systemen üblich lassen sich die elektronischen Sram Schaltgruppen über eine App feinjustieren und sogar auf die eigenen Bedürfnisse hin anpassen. Das geht so weit, dass man sogar die Schaltlogik ändern kann. Interessant ist auch, dass die Komponenten der AXS Gruppen untereinander kompatibel sind. Beispielsweise lässt sich ein Eagle AXS Schaltwerk (MTB) mit AXS Rennrad-Hebeln ansteuern. Das Eröffnet tolle Möglichkeiten, ein Adventure-, Reise- oder Gravelbike mit breitbandigem 1-fach Antrieb aufzubauen. Auch die elektronisch gesteuerte Reverb Teleskop-Sattelstütze lässt sich ins System integrieren.
Die SRAM Rival eTap AXS bietet als Mittelklassemodell kabellose Technologie und ist damit eine der innovativsten Rennrad Schaltgruppen in diesem Segment. Die 12-fach-Schaltung mit X-Range-Technologie ermöglicht feinere Gangsprünge und einen breiteren Übersetzungsbereich. Die SRAM Force eTap AXS ist eine leichte und präzise Rennrad Schaltgruppe, die fortgeschrittene Fahrer und Gravel-Enthusiasten begeistert. Mit ihrer kabellosen 12-fach-Schaltung und hochwertigen Carbon-Komponenten bietet sie maximale Zuverlässigkeit und Kontrolle.
Die SRAM Red eTap AXS ist das Flaggschiff unter den Rennrad Schaltgruppen. Sie bietet kabellose 12-fach-Schalttechnologie, die durch Präzision, Innovation und Leichtigkeit überzeugt. Dank ultraleichter Carbon-Komponenten ist sie die perfekte Wahl für Profis, die Wert auf maximale Leistung legen.
Mechanische vs. Elektronische Schaltungen
Bei Mountainbikes und Trekkingrädern nach wie vor weit verbreitet - bei Rennrädern hingegen fast nur noch im Einstiegsbereich zu finden - ist die mechanische Schaltung. Betätigst du den Schalthebel, wird der Schaltzug um eine definierte Strecke verkürzt oder verlängert. Hier übernehmen elektrische Impulse die Arbeit der Bowdenzüge. Elektronische vs. Elektronische Schaltungen sind präzise, leise und modern.
Das Schaltsignal wird heute sowohl bei SRAM als auch bei Shimano kabellos per Funk übertragen. Lediglich ein Kabel bleibt bei Shimano-Systemen verbaut: Es führt vom Schaltwerk durch die Kettenstrebe zum Umwerfer und versorgt beide Komponenten vom zentralen Akku aus. Gleichzeitig dient es auch zum Laden des gesamten Systems. Die Energie liefern integrierte Akkus - je nach System einer pro Schaltwerk oder ein zentraler Akku für das gesamte System.
Mechanische Schaltungen haben nach wie vor ihre Stärken: Sie sind unkompliziert, leicht und im Vergleich zu elektronischen Systemen meist günstiger. Ein großer Pluspunkt ist das Gewicht: Ohne Akku, Motor oder zusätzliche Kabel ist eine mechanische Schaltung in der Regel leichter als ein elektronisches System. Auch preislich liegt die mechanische Variante meist deutlich unterhalb elektronischer Lösungen - sowohl bei der Anschaffung als auch bei Ersatzteilen und Reparaturen.
Dank des einfachen, gut verständlichen Aufbaus können Defekte schnell behoben werden, oft sogar unterwegs. Schaltvorgänge sind bei mechanischen Systemen meist etwas schwergängiger und weniger präzise als bei elektronischen Varianten. Zudem verschleißen Schaltzüge mit der Zeit, was regelmäßige Wartung erfordert. Was sind die Vorteile und Nachteile einer elektronischen Schaltung? Elektronische Schaltungen liegen im Trend - und das nicht nur bei Rennrädern. Auch Gravel Bikes, E-Mountainbikes und Trekking-Bikes profitieren von der präzisen, komfortablen Technik.
Ein großer Pluspunkt ist der hohe Schaltkomfort. Schon ein leichtes Antippen reicht, um den Gang zu wechseln - ganz ohne Kraftaufwand. Das ist besonders angenehm bei langen Touren, Anstiegen oder wenn die Hände ermüdet sind. In Sachen Präzision sind elektronische Systeme klar im Vorteil. Ein Stellmotor sorgt dafür, dass die Kette oder das Getriebe immer exakt in Position läuft - Nachjustieren ist nicht nötig. Selbst unter hoher Last, etwa beim Bergauffahren oder Sprinten, bleiben die Schaltvorgänge sauber und schnell.
Auch die Optik profitiert: Sichtbare Schaltzüge entfallen, Kabel verlaufen intern oder entfallen komplett bei kabellosen Systemen wie SRAM AXS. Elektronische Systeme sind in der Anschaffung teurer als mechanische Varianten und meist auch etwas schwerer. Sie sind zudem vom Akku abhängig - dieser muss regelmäßig geladen werden.
Shimano GRX Di2 vs. SRAM Red XPLR AXS
Die zwei aktuell teuersten Komponentengruppen für den Gravel-Einsatz haben einige Gemeinsamkeiten: Sie schalten elektronisch auf Knopfdruck, Schaltbefehle werden per Funk übertragen. Die Disc-Stopper bremsen hydraulisch und brauchen nur wenig Handkraft. Und beide Gruppen glänzen mit hervorragender Ergonomie und Funktion.
Doch die Liste der Unterschiede ist länger: Die Hydraulik arbeitet bei Shimano mit wartungsarmem Mineralöl, bei Sram mit DOT-Bremsflüssigkeit. Die ist temperaturstabiler, muss aber regelmäßig getauscht werden. Shimano setzt auf einen zentralen, fest verbauten Akku für Schaltwerk und Umwerfer, beide sind per Kabel angebunden. Sram verbaut einen abnehmbaren Akku, der dafür nicht ganz so lange hält: nach unserer Erfahrung rund 500 km im Vergleich zu ca. 1000 km bei Shimano. Das GRX-Schaltwerk kommt zierlicher und lässt sich an klassischen Schaltaugen befestigen.
Es erfordert beim Set-up aber mehr Aufmerksamkeit als das mächtige Sram-Pendant. Das wird im Idealfall ohne Einstellarbeiten montiert, verlangt dafür einen Rahmen mit UDH-Ausfallende. Der wichtigste Unterschied - und für viele wirklich eine Glaubensfrage: Die Red XPLR gibt’s nur als 1x-Gruppe, die GRX Di2 nur 2-fach. Die GRX im typischen 48/31 x 11-36-Set-up bietet einen etwas leichteren Berggang und eine dickere Übersetzung bei Top-Speed als die Red mit gängigen 40T x 10-46.
Shimano GRX Di2
Etwas überraschend stellte Shimano vor einigen Monaten seine Top-Gravel-Gruppe GRX Di2 (RX 825) nur als 2 x 12-fach-Ensemble vor. Die bei den mechanischen 12-fach-Gruppen optional verfügbare, beliebte Variante mit 1 x-Kurbel? Fehlanzeige. Wer damit leben kann, erhält eine ausgereifte, in vielen Punkten optimierte Nachfolgerin der 11-fach-GRX Di2. Dass Shimano auch eine 1 x-Lösung zeigen wird, steht dennoch zu erwarten.
Wie schon der Vorgänger schaltet auch die neue GRX unter allen Bedingungen stets verlässlich und butterweich. Auch der Umwerfer - von manchen als unnötige Komplikation in einem Gravel-Antrieb verteufelt - bietet in der Regel keinen Anlass zur Sorge: In puncto Umwerferperformance setzt Shimano noch immer die Standards. Sauber eingestellt, erfolgt jeder Kettenblattwechsel mit der Akkuratesse eines japanischen Arbeiters: stets pünktlich, verlässlich und zur vollsten Zufriedenheit.
GRAVELBIKE-Redakteur Felix Krakow konnte sich am Rand der Tour de France auf der Gravel-Etappe bei Troyes selbst ein Bild von der neuen Gruppe machen. Und war sehr angetan: "Die Schaltperformance insgesamt? Wie gewohnt auf sehr hohem Niveau, einen Unterschied zum Vorgänger konnte ich nicht feststellen. Beeindruckt haben mich vor allem die Hebel. Die liegen noch etwas besser in der Hand, die größeren und etwas weiter hervorstehenden Tasten lassen sich besser bedienen. Auch in der ‚Einzelzeitfahrposition‘ mit den Händen um die Hoods und den Unterarmen auf dem Lenker habe ich mich sehr wohl gefühlt."
Shimano hat die Schalt-/Bremshebel so überarbeitet, dass sie sich besser an Lenker mit Flare anpassen, die Ergonomie gefällt noch etwas besser als beim Vorgängermodell. Wie bei den Straßengruppen gibt’s innen an den Hoods je einen Zusatzschalter, der sich wunschgemäß belegen lässt: zum Gangwechsel, zum Bedienen des Radcomputers oder als Ersatz für die etwas schlecht zugängliche Bedientaste direkt am Schaltwerk. Optional lassen sich weitere Schalttasten ins System einbinden.
Die Bedienlogik lässt sich für die serienmäßigen sechs Tasten via E-Tube-Project-App oder per PC an eigene Vorlieben anpassen. Auch die Bremsen mit den Ice-Tech-Scheiben überzeugten mit bekannter Performance: fein dosierbar, mit geringen Bedienkräften, bei Bedarf kräftig zupackend. Optisch erinnert die neue Di2-GRX an die Vorgängergruppe, insgesamt wirken die Schaltungsbauteile vergleichsweise filigran und dank zentralem Akku fast zierlich. Alle nichtelektronischen Teile sind baugleich zu den mechanischen GRX-Gruppen.
Die Alu-Kurbel lässt optische Reize weitgehend vermissen und kommt recht nüchtern daher. Auf 800er-Niveau mit 48/31-Kettenblattabstufung, gibt es wahlweise noch eine günstigere Kurbel in 46/30 (600er-Serie). Größere GRX-Kettenblätter gibt es aktuell nicht, auch einen Powermeter bietet Shimano für die GRX nicht an. Weshalb Speed-Junkies oder alle, die mit Leistungsmesser fahren wollen, schon mal eine Road-Kurbel von Shimano am Gravelbike fahren. Kassetten gibt’s in 11-34er- oder 11-36er-Abstufung, was für eine sehr ordentliche Bandbreite mit ausreichend kleinen Gangsprüngen sorgt.
SRAM Red XPLR AXS
Seiner Topgruppe Red AXS mit 2 x 12 Gängen stellte Sram kürzlich die Red XPLR-Variante für Gravelbikes zur Seite: mit 1 x-Kurbel und 13-fach-Kassette. "Die ultimative Gravel-Gruppe", versprechen die Amerikaner. Wir konnten die neue XPLR bereits intensiv testen, mit erfreulichen Ergebnissen: Gut 100 Gramm leichter als die Vorgängergruppe, glänzt die Red XPLR mit vielen pfiffigen Detaillösungen, souveräner Schalt- und Bremsperformance sowie der gelungenen Vernetzung mit dem hauseigenen Hammerhead-Computer und der AXS-Smartphone-App.
Die Schalt-/Bremshebel, die Flat-Top-Kette und die Bremsen der neuen Gravel-Gruppe werden von der Straßen-Red durchgereicht. Warum auch nicht: "Es braucht spürbar weniger Handkraft als bei anderen Sram-Bremsen, um viel Bremspower aufzubauen. Bremskraft, die sich fein dosieren lässt und das aus jeder Griffposition", zeigte sich GRAVELBIKE-Chefredakteur Alexander Walz nach einem Ausflug in die Alpen begeistert. Auch bei längeren Abfahrten auf Schotter mit dauerhaftem Bremseinsatz präsentierten sich die Stopper sehr geräuscharm, verlässlich und ohne Fading.
Die Ergonomie der einstellbaren Hebel gefällt. Der Verzicht auf Umwerfer und 2 x-Kurbel spart Gewicht und hilft, den Antrieb im Wortsinn einfach zu halten. Dank 13 Ritzeln reicht die Bandbreite dennoch für einen sehr weiten Einsatzbereich. Am Testrad mit 40T-Blatt an der leichten Carbon-Kurbel und der aktuell einzigen 13-fach-Kassette in 10-46er-Abstufung ein sehr praxistaugliches, breitbandiges Set-up.
Größter und kleinster Gang liegen indes enger beisammen als bei Shimanos 2 x-Set-up, dafür gibt es wahlweise Kettenblätter mit 38, 40, 42, 44 und 46 Zähnen. Wer weiß, was er will, kann die Konfiguration besser an die eigenen Bedürfnisse anpassen als bei Shimano. Die Kassette präsentiert sich als 288 g leichtes Schmuckstück: die drei größten Ritzel aus Alu, der Rest am Stück aus Stahl gefräst. Ersatz wird aber teuer: Für 675 Euro Listenpreis bieten andere schon komplette Gruppen an.
Die Kassette baut etwas breiter als 12-fach-Modelle, die Abstände zwischen den Ritzeln bleiben unverändert. Das zusätzliche Ritzel ist leicht nach innen versetzt, das Ritzelpaket passt deshalb auf 12-fach-XDR-Freiläufe. Das riesige Schaltwerk lässt keine Zweifel aufkommen, dass es für Heavy-Duty-Einsätze gemacht wurde. Allerdings passt es nur an Rahmen mit UDH-Ausfallende (vgl. S. 19). Vorteil - neben der universellen und robusten Bauweise: Das Schaltwerk muss nicht eingestellt werden, das Feintuning erfolgt ggf. elektronisch.
Fast alle Einzelteile lassen sich separat ersetzen. Mehr als ein Gimmick ist das untere Schaltwerksröllchen ("Magic Wheel"), das nicht blockiert, selbst wenn sich etwa ein Ast darin verfängt. Je ein Zusatzschalter in den Hoods wertet die Armaturen weiter auf, die Einbindung von Zusatzschaltern (Blips) ist möglich, ebenso die Konfiguration per AXS-App. Die Schaltung selbst funktionierte jederzeit problemlos, an Schalttempo und -performance gab’s nix auszusetzen. Sram-typisch ist die Red XPLR optional mit Powermeter zu haben, ohne kostet sie 500 € weniger.
Vergleichstabelle ausgewählter Schaltgruppen
| Schaltgruppe/Modell | Ganganzahl | Typ | Einsatzbereich | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|
| Claris | 8-fach | Mechanisch | Einsteigerklasse | Robust, einfach zu bedienen, kostengünstig. |
| Sora | 9-fach | Mechanisch | Freizeit und Fitness | Ideal für längere Touren. Einsteigerklasse, erschwinglich, zuverlässig, für Freizeitfahrer. |
| Tiagra | 10-fach | Mechanisch | Tourenfahrer und Training | Präzisere Schaltvorgänge. Mittelklasse, robust, ideal für Training und Touren. |
| 105 | 11- oder 12-fach | Mechanisch/Elektronisch | Mittelklasse | Mechanisch oder Di2 (12-fach), vielseitig, präzise, ideal für Hobbyfahrer. |
| Ultegra | 12-fach | Mechanisch/Elektronisch | Fortgeschrittene und Rennen | Leicht, präzise, mechanisch oder Di2 verfügbar. |
Vor- und Nachteile im Überblick
SRAM setzt auf kabellose Technologie und fortschrittliche Schaltmechanismen. Bietet größere Übersetzungsbereiche mit feineren Gangsprüngen. Ob mechanisch oder elektronisch, Shimano oder SRAM - die Wahl der richtigen Rennrad Schaltgruppe ist entscheidend für deine Performance und den Fahrspaß.
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