SRAM Rival eTap AXS vs. Shimano: Welches elektronische Schaltsystem ist das Richtige für Sie?

Die Wahl der richtigen Schaltgruppe für Ihr Rennrad kann eine Herausforderung sein. Dieser Artikel bietet eine detaillierte Einführung in die Unterschiede zwischen den elektronischen Schaltgruppen Shimano und SRAM, um Ihnen bei Ihrer Entscheidung zu helfen.

Einführung in elektronische Schaltgruppen

Akkus (herausnehmbar vs. fest verbaut): Viele Radfahrer stehen vor der Frage, welche Schaltgruppe sie für ihr neues Rennrad wählen sollen. Dieser Artikel bietet eine Einführung in die Unterschiede zwischen den Schaltgruppen, um Ihre nächste Kaufentscheidung zu erleichtern.

SRAM Rival eTap AXS

Die SRAM eTap AXS kommt komplett ohne Züge aus, sodass nur die Bremsleitung von den Hebeln weg verlegt werden muss. Die Gruppe schaltet elektronisch per Funk, wodurch keine Kabel benötigt werden. Dies vereinfacht die Installation erheblich, und nach der Montage des Schaltwerks/Umwerfers muss nur noch die Kette aufgelegt und feinjustiert werden.

Besonderheiten bei SRAM: Wenn der Akku des Schaltwerks leer ist, kann man einfach vorne auf das gewünschte Kettenblatt schalten und dann den Akku wechseln, um vorübergehend weiterfahren zu können. Die Hebel der SRAM AXS enthalten jeweils 2 CRC-Batterien, die laut Hersteller ca. 2 Jahre halten sollen.

Seit der Einführung der AXS mit 12-fach gibt es Kassetten und Kurbeln in neuen Abstufungen. XDR ist der neue Freilauf-Standard für die AXS-Kassetten, was bedeutet, dass Ihr Laufrad diesen Freilauf unbedingt haben muss, um XDR-Kassetten fahren zu können. Ebenfalls wurde DUB als Tretlagerstandard eingeführt, der mit vielen neuen Rahmen kompatibel ist und es Ihnen ermöglicht, alle Kurbeln der aktuellen SRAM AXS Serien zu fahren, ohne Ihr Tretlager tauschen zu müssen.

Shimano

Mit der neuesten Generation der 12-fach Schaltungen hat bei Shimano nun auch endlich das Semi-Wireless-Schalten Einzug gehalten. Die beiden Hebel werden, wie bei SRAM, nun nur noch mit einer Bremsleitung verbunden.

Akku: Anders als bei SRAM wird bei Shimano ein Akku fest in die Sattelstütze eingebaut. Dieser wird über den neuen Port am Schaltwerk geladen. Laut Shimano soll der Akku, je nach Schaltvorgängen, ca. 2000-2500 km halten. Wenn der Akku eine kritische Kapazität erreicht, funktioniert der Umwerfer nicht mehr, sodass man noch mit der Bandbreite der Kassette nach Hause kommen kann.

Bei Shimano setzt man eher auf die klassischen Abstufungen und beginnt wie gewohnt beim 11er Ritzel.

SRAM vs. Shimano: Schaltlogik

Es bleibt dem Fahrer selbst überlassen, ob er lieber traditionell mit 2 Tasten pro Hebel oder ob er mit dem 1-Tasten SRAM Prinzip schalten möchte. Auch wenn Shimano mit der 12-Fach- und der “Semi-Wireless” Funktion nachgezogen hat, punktet SRAM mit einer komplett kabellosen Lösung. Auch die unterschiedlichen Kabellängen bei einer DI2 müssen passen, da man sonst ggf. zu lange oder zu kurze Kabel hat und nicht in der Lage ist, die Komponenten korrekt anzuschließen.

Der Fakt bleibt bestehen: Wenn ich die Akkus nicht lade, stehe ich irgendwann mal mit einer Schaltung am Berg, die sich nicht mehr schalten lässt. Beide Systeme sind ausgereift und haben ihre Vor- und Nachteile.

Standards und Kompatibilität

Prinzipiell ist der Schritt von SRAM nachvollziehbar, dass innerhalb eines Herstellers alles gefahren werden kann. Shimano macht es vor, es wird kein neuer Freilauf benötigt, wenn man 12 Ritzel montieren möchte. Die höhere Bandbreite ist bei SRAMs System auf jeden Fall vorhanden, sie gestaltet sich in der Praxis aber eher als minimal. Anders sieht es da bei den 1x Gruppen beim MTB oder Gravel aus.

Kostenvergleich

Die elektronischen Gruppen von Shimano und SRAM sind im Jahr 2022 gleichauf. Dabei spielt eine elektronische Rival eTap AXS auf dem gleichen Level wie eine Shimano 105 Di2. Eine Force eTap AXS ist im gleichen Bereich wie eine Ultegra Di2, und eine Red eTap AXS konkurriert mit einer Dura-Ace Di2. Generell muss man für eine elektronische Gruppe im gleichen Qualitätsbereich etwa 1000 Euro mehr einplanen als für die mechanische Variante.

Aktuell (11/2022) spielt die Verfügbarkeit immer noch eine große Rolle. Vereinzelt hat man Glück und bekommt eine SRAM Red eTap AXS oder Dura-Ace 12-fach beim Händler seines Vertrauens. “Gut lieferbar” würde ich das aber nicht nennen.

Powermeter-Optionen

Einzig die Shimano 105 Di2 bietet keinen kurbelbasierten Leistungsmesser an. Es gäbe prinzipiell dafür genügend Alternativen, wie z.B. Pedal-Power Meter oder einzelne Kurbelarme. Aber hier muss man SRAM lassen, dass Sie es geschafft haben, mit der Einsteigergruppe SRAM Rival einen günstigen Powermeter für jedermann anzubieten.

ROADBIKE-Vergleich: Shimano 105 Di2 vs. SRAM Rival eTap AXS

ROADBIKE hat Shimanos 105 Di2 und Srams Rival eTap AXS genau unter die Lupe genommen und verglichen, um den besten "Stromtarif" zu ermitteln.

Unterschiede zu den Highend-Gruppen

Trotz ihres Mehrgewichts brauchen sich beide Gruppen vor ihren großen Geschwistern nicht zu verstecken. Shimanos 105 Di2 R7100 etwa kommt zwar rund 600 Gramm schwerer als das Flaggschiff Dura-Ace Di2, was vor allem an den verwendeten Materialien liegt. Die 105-Kassette etwa setzt auf Ritzel aus Stahl, an der Dura-Ace kommt auch Titan zum Einsatz.

Außerdem auffällig: Der eher wuchtige Umwerfer entstammt den Di2-Vorgängern von Ultegra und Dura-Ace. Zudem kommt die 105 mit Hyperglide- statt Hyperglide+-Technologie - was die Geschmeidigkeit der Gangwechsel minimal reduziert, aber dennoch für saubere Schaltvorgänge sorgt. Dafür gehören (teil-)automatisierte Gangwechsel ebenso zum Funktionsumfang wie die verbesserte Disc-Performance - mit mehr Abstand zwischen Belägen und Scheibe für eine erleichterte schleiffreie Ausrichtung des Bremssattels.

Zwar verzichten die STIs auf die versteckten Schaltknöpfe auf dem Höcker, dafür bleibt innen mehr Platz: für jeweils zwei Knopfzellen, die eine Batterielaufzeit von etwa drei Jahren ermöglichen sollen. Bei den Top-Gruppen sitzt hier jeweils nur eine Knopfzelle.

Auch Srams Rival eTap AXS setzt in weiten Teilen auf die Technologie der höherwertigen Gruppen Force und Red. So sind etwa die Motoren, Funkeinheiten und Akkus identisch. Abstriche müssen Rival-Käufer hauptsächlich bei den verwendeten Materialien hinnehmen. So sind der Kurbelarm, die Schalthebel sowie das Schaltwerk teils aus Aluminium statt aus Carbon, was sich vor allem auf der Waage, aber kaum im Fahreindruck bemerkbar macht.

Zudem ist im Schaltwerk eine Federkupplung verbaut, wohingegen Force und Red hier auf eine hydraulische Einheit setzen. Zusatzshifter für den Ober- oder Unterlenker lassen sich bei Shimano (hier Satellites genannt) nicht zusätzlich installieren. Srams sogenannte Blips hingegen sind mit der Rival eTap AXS kompatibel - Funk sei Dank.

Schaltlogik im Detail

Bei Shimano bedient der linke STI mit zwei Tasten wie üblich den Umwerfer, das Schaltwerk wechselt über zwei Tasten am rechten Hebel die Gänge - egal ob Dura-Ace, Ultegra oder 105. Via "E-Tube"-App lässt sich die Tastenbelegung zudem beliebig konfigurieren.

Sram geht hier wie gewohnt einen etwas anderen Weg: Das Schaltwerk wandert per Klick auf linken Schalthebel auf einen leichteren Gang und legt über den rechten Hebel einen Zahn zu. Der Kettenblattwechsel erfolgt durch gleichzeitiges Drücken beider Hebel. Auf jeder Seite gibt’s hier nur eine Schalttaste. Welche "Logik" die bessere ist? Eine Frage der persönlichen Vorlieben - und der Gewohnheit.

Individuelle Konfiguration

Beide Hersteller bieten mit ihren Smartphone-Apps (Shimano: E-Tube; Sram: AXS App) die Möglichkeit, das Verhalten der Komponenten individuell anzupassen - einem der zentralen Kernargumente pro Elektroschaltung. So kann etwa der Umwerfer selbstständig das Kettenblatt wechseln, sollte die Kette zu schräg laufen. Auch lassen sich "verschleißintensive" Gangkombinationen wie groß/groß oder klein/klein sperren.

In den jeweiligen Apps lässt sich zudem das Schaltverhalten bestimmen. Etwa, ob durch längeren Tastendruck mehrere Gänge gleichzeitig geschaltet werden können oder ob das Schaltwerk beim Kettenblattwechsel hinten ein oder mehrere Ritzel "ausgleicht". Weiterhin ist die Feinjustierung des Schaltwerks via App möglich, sollte die Kette mal nicht wie gewünscht auf das nächste Ritzel wandern - so muss nicht wie bei einer mechanischen Gruppe die Einstellschraube am Schaltwerk bedient werden. Auch Firmware-Updates lassen sich über die Apps aufspielen.

Übersetzungsspektrum

Das 12. Ritzel erlaubt grundsätzlich breitere Übersetzungsspektren, ohne dass die Sprünge zwischen den Gängen zu groß werden. Daher lässt sich mit beiden Gruppen für jedes Terrain der passende Gang finden. Im Hause Shimano setzt man ausschließlich auf die klassische 2-fach-Kurbel, wahlweise mit 50/34 Zähnen (kompakt) oder 52/36 Zähnen (semikompakt). Dazu bietet Shimano zwei Kassetten an: mit 11-34 oder 11-36 Zähnen - also mit Reserven auch für fiese Rampen, sie sind aber dennoch vollgastauglich in schnellen Abfahrten.

Sram hingegen setzt wie auch mit der Force und Red auf kleinere Kettenblätter und Ritzel als der Kontrahent aus Japan - mit den Abstufungen 48/35 oder 46/33. In Kombination mit wahlweise 10-30 oder 10-36 Zähnen an der Kassette ergibt sich ein noch enger abgestuftes Übersetzungsspektrum als bei der 105 Di2 - die kleinstmögliche Kombination von 30x36 macht steile Anstiege sogar nochmals 2,9 Prozent "erträglicher" als Shimanos 34x36. Auch für schnelle Abfahrten hält Sram, trotz der kleineren Kettenblätter, die größere Übersetzung bereit - die Kombination 48x10 bringt 1,5 Prozent mehr Entfaltung als Shimanos 52x11.

Darüber hinaus stehen bei Sram - vor allem fürs Gravelbike - eine 43/30-Kurbel und ein 1-fach-Antrieb mit wahlweise 38, 40 oder 42 Zähnen am Kettenblatt zur Verfügung. Und für gerade mal 225 Euro Aufpreis stattet Sram die Rival-Kurbel mit einem (nur einseitig messenden) Quarq-Powermeter aus. Bei Shimano hingegen kommt die 105 Di2 ohne eigenen Leistungsmesser - hier sind bei Bedarf ggf. die recht teuren 12-fach-Powermeter-Kurbeln von Dura-Ace und Ultegra kompatibel.

Bremsen im Vergleich

Hier sind sich beide Hersteller weitestgehend einig: Der Scheibenbremse gehört die Zukunft am Rennrad. Folglich gibt es sowohl die 105 Di2 als auch die Rival eTap AXS derzeit nur als Disc-Variante. Die 105er-Bremsen können wie bei Ultegra und Dura-Ace wahlweise mit organischen oder mit Metallbelägen mit oder ohne Kühlrippen gefahren werden.

Ebenso sind 140er-, 160er- oder 180er-Scheiben kompatibel - wenn Rahmen und Gabel des Renners dafür ausgelegt sind. Im Gegensatz zur Ultegra und DuraAce verzichtet die 105 Di2 allerdings auf die Servo-WaveTechnologie in den Hebeln, die bei den beiden Top-Gruppen trotz größerem Belagabstand zu einem früheren Kontaktpunkt mit der Bremsscheibe führt und etwas geringere Handkräfte erfordert. Dafür wurde der Entlüftungsprozess - wie bei Dura-Ace und Ultegra - durch die nach außen weisende Entlüftungsschraube vereinfacht.

Bei Sram kommt der Bremsgriff der Rival eTap AXS schlanker als bei Red und Force. Zudem besteht der Bremshebel aus Aluminium statt Carbon - ein kleiner Gewichtsnachteil also. Dafür soll die Bremsperformance laut Sram dieselbe wie bei den Top-Gruppen sein, auch weil das Design der Bremskolben identisch ist. Der Bremssattel ist für Scheibengrößen von 140 sowie 160 mm ausgelegt. Der Entlüftungsprozess funktioniert wie bei den höherwertigen Gruppen, nur dass die Öffnung am Bremssattel an der Rival mit einem Schraubgewinde anstelle einer Steckverbindung kommt.

Anbindung an Smartphone/Headunit

Grundsätzlich: ja! Beide Gruppen besitzen eine Bluetooth-Schnittstelle im Schaltwerk und können per Funk mit einem Smartphone oder einem Radcomputer kommunizieren - ein zusätzliches Bluetooth-Modul wie bei den 11-fach-Gruppen von Shimano ist nicht (mehr) notwendig. Über das Smartphone lässt sich die Schaltung nach individuellen Vorlieben konfigurieren.

In Verbindung mit einem Radcomputer/einer Headunit à la Garmin oder Wahoo können so etwa der Ladezustand des Akkus von Di2 oder eTap AXS sowie die ausgewählte Gangkombination, das Übersetzungsverhältnis etc. angezeigt werden. Einzige Ausnahme: Shimanos Di2-Gruppen lassen sich nicht (mehr) mit Computern von Hammerhead koppeln - seit der noch junge Anbieter vom Mitbewerber Sram übernommen wurde.

Komponentenaustausch und Upgrades

Das ist grundsätzlich bei beiden Herstellern problemlos möglich, solange du sortenrein kombinierst: also Shimano mit Shimano und Sram mit Sram - bei der neuen Shimano 105 nur innerhalb der 12-fach-Gruppen. Familienintern sind die Komponenten beliebig auszutauschen - eine schwerere 105-Kassette kann so beispielsweise gegen das leichtere Dura-Ace-Pendant getauscht werden. Allerdings gilt es beim Wechsel von Schaltwerk und/oder Kassette die entsprechenden maximalen Kapazitäten zu beachten und gegebenenfalls die Kettenlänge anzupassen.

Ähnliches gilt auch bei Sram: Die 12-fach-Kassetten 10-28 und 10-33 von Red und Force können problemlos mit der Rival gefahren werden. Allein die 10-26-Kassette ist nicht kompatibel, da die Rival "nur" mit langem Schaltwerkkäfig kommt. Dank der vollständigen Kompatibilität der Rival-Komponenten mit der gesamten AXS-Familie von Sram lassen sich aber auch Mountainbike-Teile kombinieren. Interessant ist das vor allem für die Ausstattung am Gravelbike. Nur die 50/37-"Heldenkurbel" ist nicht für die Rival gedacht.

Stromversorgung

Shimanos Di2 kommt traditionell mit einem zentralen Akku, der je nach Rad meist in der Sattelstütze oder im Unterrohr verbaut wird - und der per Kabel mit den übrigen Komponenten verbunden ist. Bei der 105 Di2 handelt es sich um die neuen Kabel EW-SD300-I, die an allen 12-fach-Gruppen zum Einsatz kommen und etwas schlanker und leichter sind als bei den 11-fach-Gruppen. Die drahtlosen Schalt-/Bremshebel benötigen hingegen keine Kabel mehr, Knopfzellen in den Hebeln liefern Strom für Schaltbefehle per Funk. An der 105 Di2 kommen sogar zwei - nicht ganz gängige - CR1632-Knopfzellen pro STI zum Einsatz, der Strom soll so für etwa drei Jahre reichen.

Zum Prüfen des Ladezustands müssen an einem Hebel beide Schalttasten zusammen mehr als eine halbe Sekunde gedrückt werden. Leuchtet die LED am Schalthebel gelb-grün, sind noch 11 bis 100 Prozent Ladung vorhanden. Leuchtet sie rot, verbleiben weniger als 10 Prozent. Bleibt die LED aus, sind die Knopfzellen leer. Für den zentralen Akku gibt Shimano eine sehr konservative Laufzeit von 1000 Kilometern an - nach ROADBIKE-Erfahrung kann er aber auch doppelt so lange halten. Ist der Akku leer, funktioniert zunächst der Umwerfer nicht mehr. Rund 50 km später ist dann auch am Schaltwerk Schluss - das reicht in den meisten Fällen allerdings noch für den Nachhauseweg.

Sram verzichtet hingegen konsequent auf Kabel, die Schalthebel kommunizieren per Funksignalen mit Schaltwerk und Umwerfer, die jeweils von einem abnehmbaren Akku mit Strom versorgt werden. Die Laufzeit eines Akkus gibt Sram mit knapp 60 Betriebsstunden an, was bei einem 25erSchnitt rund 1500 Kilometer bedeutet, allerdings stark von der Anzahl der Schaltvorgänge und Kettenblattwechsel abhängt. In der Praxis ist oft deutlich früher Schluss. Vorteil Sram: Beide Akkus sind identisch und untereinander austauschbar. Sollte also dem Schaltwerk der Saft fehlen, kann der Umwerfer-Akku aushelfen - oder umgekehrt.

Eine kleine LED am Schaltwerk leuchtet bei mehr als 25 Prozent grün, bei unter 25 Prozent rot - und blinkt rot, wenn weniger als 15 Prozent zur Verfügung stehen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, steckt sich als Sram-Fahrer einen Ersatz-Akku in die Trikottasche. Übrigens sind alle Akkus der AXS-Serie kompatibel: Du kannst also auch den Akku eines anderen Rades - etwa vom Mountain- oder Gravelbike - verwenden. An den Hebeln verbaut Sram im Gegensatz zu Shimano jeweils nur eine gängige CR2032-Knopfzelle. Auch hier zeigt eine kleine Leuchte am Schalthebel bei jedem Gangwechsel den Ladezustan...

Shimano GRX vs. SRAM Apex für Gravelbikes

Die neuen Offroad-Gruppen von Shimano und SRAM sind besser auf die Bedürfnisse von Gravelbikern abgestimmt als je zuvor. Mit sinnvollen Übersetzungen, einfacher Bedienung und gelungener Ergonomie überzeugen sie Einsteiger wie Vielfahrer gleichermaßen - und folgen dennoch komplett unterschiedlichen Konzepten. Shimanos mechanische GRX bietet mit der Zweifach-Kurbel ein breites und fein abgestuftes Getriebe, das vor allem Renn- und Reiseradler anspricht. Die elektronische SRAM Apex AXS punktet mit einfacher Bedienung sowie unkomplizierten und präzisen Gangwechseln in jeder Situation.

Top-Gruppen im Vergleich: Campagnolo Super Record, Shimano Dura-Ace, SRAM Red

Was können die Topgruppen von Campagnolo, Shimano und Sram? Und wo liegen die Unterschiede? Ein Vergleich von Super Record, Dura-Ace und Red zeigt die Feinheiten auf.

Ergonomie der Griffe

Die Ergonomie ist entscheidend, da die Schalt-/Bremsgriffe die zentralen Bedienelemente sind. Die neuen Griffe von Sram und Campagnolo sind so lang, dass alle vier Finger passen, der Daumen umschließt innen. Shimanos STI-Griffe sind hingegen deutlich kürzer und lassen nur drei Finger Umschließung zu, der Zeigefinger wandert vor den Bremsgriff. Shimano-Armaturen sind deshalb ein Tipp für Menschen mit kleineren Händen.

Schaltvorgänge

Blitzschnelle, knackige und präzise Schaltvorgänge bieten alle drei Hersteller, wobei Shimano die Gänge subjektiv am schnellsten wechselt. Sram hat nun die Umwerferprobleme früherer Generationen in den Griff bekommen. Positiv bei Campagnolo: Die Italiener schaffen es, den von ihren mechanischen Schaltungen beliebten "gunshot" - den knackigen, von einem Knall begleiteten Gangwechsel am Schaltwerk - auch auf ihre Elektroschaltung zu übertragen.

Reichweite

Für die Energieversorgung setzen alle drei Anbieter auf Knopfzellen in den Hebeln. Shimano vertraut außerdem auf einen zentralen Akku, der in Sattelstütze, Unter- oder Sitzrohr sitzt, und Schaltwerk und Umwerfer via Kabel versorgt. Die Montage ist etwas fummeliger als bei der komplett drahtlosen Konkurrenz, die Laufzeit beträgt dafür nach ROADBIKE-Erfahrung verlässliche 1000 Kilometer. Bei Campa und Sram sind es gut 700 Kilometer.

Schaltlogik

Bei keiner anderen Gruppe geht’s einfacher als bei Sram: nur eine Schalttaste pro Griff, einseitiges Schalten bewegt das Schaltwerk wahlweise nach links oder rechts. Gleichzeitiges Drücken beider Tasten betätigt den Umwerfer - fertig. Die Tasten sind schön groß, ein Verschalten ist nahezu ausgeschlossen. Shimano und Campagnolo hingegen setzen auf zwei dicht beieinanderliegende Tasten pro Griff. Positiv: Bei allen Herstellern lässt sich per App einstellen, welche Taste welche Funktion übernimmt. Hält man die Tasten gedrückt, schalten alle Ensembles auf Wunsch auch mehrere Gänge auf einmal.

Übersetzungskonzept

Alle drei Hersteller setzen auf zwei Kettenblätter vorn und 12 Ritzel hinten. Die Bandbreite ist bei Sram und Campagnolo dennoch größer: Beide Hersteller setzen beim kleinsten Ritzel auf ein 10er und können dadurch in Kombination mit deutlich kleineren Kettenblättern sowohl im größten als auch im kleinsten Gang ein Plus an Bandbreite anbieten. Kletterfans aufgepasst: Den leichtesten Berggang bietet Sram.

Bremsen

Bei der schieren Bremspower geben sich die Hersteller keine Blöße: Sowohl Super Record- als auch Dura-Ace- und Red-Stopper verzögern auf Wunsch brachial und bringen den Renner jederzeit sicher zum Stehen. Vorteil Shimano und Sram: Die Japaner und Amerikaner verlangen auffällig wenig Kraft zum Bremsen. Auffällig anders ist Campagnolos Ansprechverhalten: Die Bremse greift recht weich zu und erinnert an das Bremsgefühl einer Felgenbremse, baut im Vergleich dazu aber deutlich größere Bremskraft auf. Allerdings verlangen die Campa-Stopper dafür im direkten Vergleich zur Konkurrenz spürbar mehr Handkraft.

Bei allen drei Anbietern lässt sich die Griffweite der Bremshebel individuell einstellen. Vorteil Sram: Hier lässt sich neben der Griffweite auch der Kontaktpunkt zwischen Belägen und Scheiben individuell einstellen. Das hilft auch beim Laufradwechsel.

Montage

Auch bei Aufbau und Montage gefallen die nutzerfreundlichen Lösungen, die alle drei Hersteller für ihre Topgruppen in petto haben. Dank des kompletten Verzichts auf Kabel gelingt der Neuaufbau mit Campagnolo und Sram noch einen Tick leichter als bei Shimano, wo Schaltwerk und Umwerfer per Kabel mit dem zentralen Akku verbunden werden müssen. Mechanikerfreundlich ist die aus einem einzigen Stück bestehende Kassette bei Sram, während bei Campagnolo und Shimano Ritzelblöcke, Ritzel und Distanzringe einzeln aufgefädelt werden wollen.

Shimano 105 Di2 vs. SRAM Rival eTap AXS: Ein Fazit von TOUR

Die Shimano 105 Di2 liefert überzeugende Funktion und nahezu perfekte Ergonomie. Dass Schalt- und Bremsverhalten nicht ganz an die Top-Gruppen herankommen, lässt sich für den Preis verschmerzen, auch der Gewichtsunterschied zur Ultegra ist geringer als erwartet. Die bislang günstigste Elektroschaltung, die Sram Rival eTap AXS Rennrad-Schaltung, bekommt einen starken Konkurrenten: Im Vergleich hat die Shimano 105 Di2 in den meisten Disziplinen die Nase vorn.

Mit der Neuvorstellung der Rennradschaltungen Dura-Ace und Ultegra im Sommer 2021 befeuerte Shimano auch Spekulationen: Denn die beiden Top-Komponentengruppen des Marktführers, die das zukünftige Design und die Funktion des Rennrades prägen wie kaum ein anderes Produkt, schalten seither ausschließlich elektronisch mit der Energie eines Akkus. Wird die seit fast 100 Jahren gereifte, mechanisch betätigte Kettenschaltung, bewegt von einem Bowdenzug, zum Auslaufmodell?

Zumindest fürs Rennrad lässt sich diese Frage spätestens mit der neuen Shimano 105 Di2-Gruppe, die im Juli 2022 präsentiert wurde, wohl mit “Ja” beantworten. Denn auch die günstigere Gruppe des japanischen Komponentenriesen setzt beim Gangwechsel auf Schalter und Stellmotoren statt Hebel und Handkraft. Eine mechanische Variante auf gleicher Basis, wie es sie bei den vorangegangenen Generationen der elektronischen Di2-Gruppen noch gab, wird auch für die 105 nicht mehr angeboten.

Das Design der 105-Komponenten orientiert sich wie üblich an den teureren Gruppen, anders als bisher muten die Oberflächen aber nicht wie Sparvarianten an. Im Gegenteil: Die fein gebürsteten, graphitgrau eloxierten Flächen der Aluminiumteile wirken sogar wertiger als das matte Schwarz der Shimano Ultegra, vor allem bei der markanten Kurbel fällt das auf.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0